

Seligsprechung von Pater Franciszek Miśka
Fest der Liebe, Treue und Hoffnung
Die Zahl der seligen Märtyrer von Dachau hat sich am vergangenen Samstag auf 63 erhöht. So viele Häftlinge des KZ Dachau wurden bisher zur Ehre der Altäre erhoben.
In Krakau fand in der Wallfahrtskirche des heiligen Johannes Paul II. in Łagiewniki die Seligsprechung von neun polnischen Priestern aus der Salesianer Don Boscos statt, die Opfer des deutschen Nationalsozialismus während dem Zweiten Weltkrieg wurden. Zu den neuen Seligen gehören Pater Franciszek Miśka, der im Konzentrationslager Dachau ums Leben kam, sowie acht weitere Salesianer, die im KZ Auschwitz starben. Ein Gruppenbild der neuen Seligen wurde in der Liturgie feierlich enthüllt.
Alle 9 waren in Oświęcim auf das Ordensgymnasium der Salesianer Don Boscos gegangen und hatten sich dort für den Eintritt in den Orden entschieden. Da 8 Patres im KZ Auswitsch starben und P. Mischka von Polen ins KZ Dachau gebracht wurde, wo er starb und seine Asche ruht, können diese neuen Seligen die bestehende Partnerschaft der Landkreise Dachau und Oświęcim noch auf einer anderen Ebene tiefer verknüpfen.
Marcello Kardinal Semeraro stand dem feierlichen Gottesdienst im Auftrag des heiligen Vaters Papst Leo XIV vor.
Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, auf dessen Gebiet die Gedenkstätte des KZ Dachau liegt, war zu diesem Gottesdienst ebenfalls nach Krakau gekommen und zelebrierte mit. Er zeigte sich sehr gesammelt und berührt. Auch eine Gruppe deutscher Salesianer waren zur Seligsprechung angereist.
Der Gottesdienst wurde auf Polnisch und Lateinisch gefeiert, die Predigt in italienischer Sprache gehalten. Kardinal Marx übernahm einen Teil des lateinischen Hochgebetes. Bereits eine Stunde vor dem feierlichen Gottesdienst fand eine wunderschöne liturgische Einstimmung statt, in der Abschnitten aus den Biografien der neuen Seligen rezitiert wurden, begleitet von den Gebeten und Gesängen.
Der Gottesdienst war sehr feierlich, es waren auch viele Familienangehörige der neuen Seligen gekommen und eine große Zahl Priester feierte mit. Die Stimmung war sehr erhebend.
Anastasija Burgmayr, vom Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V., berichtete: „Dieses Ereignis stärkt den Glauben und bleibt in Erinnerung.“ Auch der Austausch im Namen des Vereins mit einigen Familienmitgliedern der neuen Seligen nach dem Gottesdienst, hat tiefe Eindrücke hinterlassen.
Im Mittelpunkt der Predigt von Kardinal Semeraro stand Jesus Christus, als der gute Hirte, der den Weg des Martyriums, des Todes und (!) der Auferstehung gegangen ist. Daher ist er kein stummer Beobachter, sondern er führt uns und wird immer bei uns sein, besonders auf unserem Weg des Kreuzes ist. „In Christus hat der Tod nie das letzte Wort“, hieß es in der Predigt. Das Lebenszeugnis der neun neuen Seligen sei ein lebendiger Aufruf an uns Menschen von heute. Er betonte, dass die Seligsprechung kein Gedenken an traurige Ereignisse aus der Vergangenheit sei. Vielmehr soll es eine Feier sein, in der Hoffnung, Liebe, Mut und Treue zentral sind. Das Lebenszeugnis dieser 9 Salesianer ist ein lebendiger Aufruf, der an uns alle ergeht.
Besonders an die Jugendlichen richtete er seine Worte und ermutigte sie dazu einer priesterlichen Berufung zu folgen. Er lud sie ein: „Fürchtet euch nicht, die richtigen Entscheidungen zu treffen und mit Jesus zu gehen, auch wenn die Entscheidung mit Herausforderungen verbunden sind“, denn „
Jesus geht mit und führt sicher.“
Er ermutigte Priester und insbesondere die Angehörigen des Salesianerordens zu Mut zum Zeugnis, zu Verantwortung und zum Dienst als gute Hirten für Menschen in schwierigen Zeiten. An alle Gläubigen rief er auf Mut zu haben, Gottes Stimme in unserer Zeit zu suchen und zweifelnde zu ermutigen.
Ein berührender Teil der Feier war die Gabenprozession, bei der persönliche Gegenstände der neuen Seligen von ihren Familienangehörigen zum Altar getragen wurden. Diese Gegenstände gelten nun als Reliquien zweiter Ordnung.
Auch der polnische Präsident Karol Nawrocki nahm am Gottesdienst teil und ergriff anschließend das Wort. Er betonte die Wichtigkeit der Märtyrer, nicht nur für die Kirche, sondern auch als Vorbilder für alle Bürgerinnen und Bürger des Landes und für ihn selbst. Er fühle sich durch sie in seinem Auftrag gestärkt und motiviert.
Fotos: Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V. / Anastasiia Burgmayr
Links:
Artikel bei kath.net: Link
Kurzes Film über die Seligsprechung in polnischer Sprache mit beeindruckenden Bildern. Link
Predigt von Kardinal Semeraro in italienischer Sprache. Link
Hymne für die neuen Seligen: "love is stronger than death" in polnischer Sprache. Link
Fotos: Olga Lutz, Rechte beim Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V. An der Harfe Silke Aichhorn, auf der Bühne Martin Turban, Monika Volz und Lydia Turban. Grußworte des polnischen Generalkonsuls Rafał Wolski, der stellvertretenden Landrätin Michaela Steiner und Pfarrvikar Christian Ulbrich.
Harfenkonzert zu Ehren der seligen Märtyrer von Dachau am Abend der Seligsprechung des 63. Seligen Märtyrer von Dachau P. Franciszek Miśka
Im gut gefüllten Saal des Ludwig-Thoma-Hauses in Dachau fand am Abend des 06.06.2026 ein Konzert mit der bekannten Harfenistin Silke Aichhorn statt. Der herausfordernde Titel des Abends war: "In der Hölle des KZ dem Himmel so nah". Das konnte in der wunderschönen und berührenden Musik der Künstlerin aus verschiedenen Epochen erfühlt werden. Der Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V. hatte den Abend organisiert und trug kurze Biografien und Zitate von seligen Märtyrern von Dachau zwischen den Musikstücken vor. Die Texte reichten von erschreckend aktuellen politischen Äußerungen bis zu Zitaten aus Briefen aus der KZ-Haft in Dachau mit Zeugnissen der persönlichen Begegnung der Seligen mit Gott und ihrem Vertrauen in Gott. Hoffnung zu vermitteln war das Ziel des Abends durch öffnen der Schatzkiste der wenig bekannten seligen Märtyrer von Dachau. Die Zuhörer waren sehr bewegt. Die Verbundenheit mit der Kirche Polens kam besonders zum Ausdruck in der Biografie und dem Bild des neuen Seligen Franciszek Miśka und kurzen Informationen aus Krakau vom Seligsprechungsgottesdienst am Vormittag dieses Tages. Aus der Predigt dort konnte zitiert werden, dass der Tag kein Moment für Traurigkeit sei, sondern ein Tag der Freude und der Hoffnung. Der Abend wurde abgerundet durch ein Grußwort des Schirmherrn des polnischen Generalkonsuls Rafał Wolski und der stellvertretenden Dachauer Landrätin Frau Michaela Steiner. Er endete mit dem Segen des Pfarrvikars der Stadtkirche Dachau Christian Ulbrich. Es herrschte eine Stimmung großer Dankbarkeit über den gelungenen Abend.
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