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Seligsprechung von 50 französischen Märtyrern in Paris

Seligsprechung von 50 französischen Märtyrern in Paris

Foto: Liturgie der Seligsprechung, Monika Volz, Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V.

 

Der Himmel über Paris war offen“ – Seligsprechung von 50 französischen Märtyrern in Notre-Dame

13.12.25, 14.30, Seligsprechung 50 französische Märtyrer in Paris Notre-Dame.

Dachau, 15. Dezember 2025.
Am Samstag, dem 13. Dezember 2025, um 14.30 Uhr wurden in der Kathedrale Notre-Dame de Paris 50 französische Märtyrer seliggesprochen, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ermordet wurden. Die bewegende Liturgie fand in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kathedrale statt, die erst vor einem Jahr nach dem verheerenden Brand wieder eingeweiht worden war. Der öffizielle Titel lautete: Seligsprechung von Raymond Cayré, Gérard-Martin Cendrier, Roger Vallée, Jean Mestre und ihren 46 Gefährten.

Die Seligsprechung wurde vom Erzbischof von Luxemburg, Jean-Claude Kardinal Hollerich, im Auftrag von Papst Leo XIV. vollzogen.  Der Heilige Vater Papst Leo XIV. unterschrieb am 20.06.2025 ein Dekret des Dikasteriums für die Selig-und Heiligsprechungsprozesse, mit dem das Martyrium von 50 Franzosen anerkannt wurde und die Seligsprechung ermöglichte. Die Anerkennung des Martyriums der 50 jungen Franzosen durch das römische Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren war dem vorrausgegangen. Diese Märtyrer hatten aus Liebe zu Gott und zu den Menschen ihr Leben für die verbotene Seelsorge an französischen Zwangsarbeitern im Deutschen Reich riskiert und gegeben – sie wurden in Paris als Märtyrer des Apostolates und der Religionsfreiheit geehrt. Fünf von ihnen starben im Konzentrationslager Dachau, zwei weitere auf dem Weg dorthin.

Gemeinsam mit Kardinal Hollerich zelebrierte der Erzbischof von Paris, Laurent Ulrich, die Seligsprechungsmesse. In seiner Predigt betonte Kardinal Hollerich:

„Diese Seligsprechung lädt uns ein, auf die Gegenwart zu blicken und die Zukunft vorzubereiten. Unabhängig von unserer Berufung sind wir als Jünger Christi verpflichtet, unseren Brüdern und Schwestern zu dienen.“ Und weiter – sogar auf Deutsch – als starkes Zeichen der Verständigung: „Zusammen können wir ein Europa aufbauen, das nicht ausschließt, nicht verfolgt, das einsteht für Frieden und Gerechtigkeit.“

Der Kardinal erinnerte daran, dass die Nationalsozialisten die Religionsfreiheit zutiefst verachteten und gerade in den besetzten Gebieten ihr wahres Gesicht zeigten. Die Liebe der Märtyrer zu Christus und zu den Menschen habe sie zu Zeugen der Freiheit des Glaubens gemacht. Besonders eindringlich wandte er sich auf Französisch an die jungen Menschen in Frankreich und rief sie dazu auf, aus der Liebe Christi heraus missionarische Apostel zu werden.

In seiner Predigt ließ Kardinal Hollerich auch die neuen Seligen selbst zu Wort kommen. Der Jesuitenpater Victor Dillard, Märtyrer von Dachau, schrieb bei seiner Verhaftung: „Wie ernst muss unser christlicher Glaube genommen werden und wie wichtig ist es, ihn zu leben.“

Abbé Pierre de Porcaro, ebenfalls Märtyrer von Dachau, bekannte: „Ich muss ein Heiliger werden. Das ist der einzige Weg, um Seelen zu retten.“
Und später: „Ja, mein Gott, ich nehme mit aller Großzügigkeit an, alles, auch den Tod.“

Der junge Märtyrer Joël Anglès sagte kurz vor seinem Tod: „Ich bin ganz ruhig … denn ich gehe zu Jesus Christus.“

Als Zeichen der Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland nahmen auch zwei deutsche Bischöfe an der Feier teil:
Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg (Erzdiözese München und Freising) sowie der emeritierte Weihbischof Otto Goergens aus Speyer als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz. Die Anwesenheit der deutschen Bischöfe wurde von Kardinal Hollerich mehrfach ausdrücklich hervorgehoben; auch Monsignore Huber von Missio München war unter den Teilnehmenden. Mehrfach wurde in der Liturgie – auf Deutsch und Französisch – betont, dass diese Seligsprechung der Versöhnung und der Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland dienen solle.

Ein besonders bewegender Moment war das gemeinsame Singen des Liedes „Großer Gott, wir loben dich“ in deutscher und französischer Sprache.

Der Vorstand des Vereins „Selige Märtyrer von Dachau e.V.“ war zur Seligsprechungsmesse angereist. Der zweite Vorsitzende Martin Turban trug auf Einladung des liturgischen Teams in Notre- Dame die Fürbitten in deutscher Sprache vor, als Zeichen der Verehrung der neuen Seligen in Deutschland sowie die Verbundenheit deutscher Gläubiger mit diesem historischen Ereignis.

Nach der Liturgie sagte Monika Volz, Gründerin des Vereins Selige Märtyrer von Dachau e.V.:

„Der Himmel über Paris war offen“, ich spürte die Gegenwart der neuen französischen Seligen besonders nahe. Bitten wir diese Glaubenszeugen um ihre Fürsprache, damit wir auch heute die Bedeutung unseres Glaubens verstehen können und unsere Berufung in der Welt erfüllen können. Mögen sie uns ein Vorbild sein, Gott und die Nächsten zu lieben.“

Die Seligsprechung in Notre-Dame de Paris war geprägt von tiefer Achtung vor dem Lebensopfer der jungen Märtyrer, von Dankbarkeit für ihr Zeugnis und von der Hoffnung, dass ihr Glaube auch heute Wege zu Frieden, Versöhnung und einem gerechten Europa weist.

 

Die Aufzeichnung der Liturgie der Seligsprechung auf youtube: 

 

Pressespiegel: u.a.

Vatican News Link

Wuppertaler Blutzeuge in Paris seliggesprochen, Vatican News: Link 

Info Vaticana Link

DerStandart aus Österreich: Link  

Fünf dieser Märtyrer waren auch Häftlinge in Dachau; weiteren Informationen unter: LINK

Erzdiözese München und Freising: Facebook;     Instagram

Diözese Paris (auf französisch): Link

Bistum Speyer Link

Domradio  Link

CNA Link

kathpress Link

imticker Link

euronews Link

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Verein Selige Märtyrer von Dachau e. V.

 



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