Seliger Adam Bargielski

Dachau, 09.11.2017

Wie­der möch­ten wir die Bio­gra­fie eines unbe­kann­ten pol­ni­schen Mär­ty­rers zur Ver­fü­gung stel­len.

Der selige Adam Bar­giel­ski wurde in der Gruppe der 108 pol­ni­schen Mär­ty­rer 1999 selig gespro­chen. Auf deutsch sind bis­her über ihn keine Infor­ma­tio­nen ver­füg­bar gewe­sen.

Der sehr sym­pa­ti­sche und beein­dru­ckend selbst­los hilfs­be­reite Kaplan Adam Bar­giel­ski darf nicht ver­ges­sen wer­den.

Link zur Seite des Seli­gen Adam Bar­giel­ski auf unse­rer Home­page

Seli­ger Adam Bar­giel­ski bitte für uns!

Seliger Narcyz Putz

Dachau, 03.11.2017

Wie­der kön­nen wir Ihnen einige neue Infor­ma­tio­nen über einen bis­her im deutsch­spra­chi­gen Raum wenig bekann­ten Seli­gen anbie­ten.

Der pol­ni­sche Selige Nar­cyz Putz. Sein Todes­tag jährt sich heuer, am 05.12.2017 zum 75. Mal. Dies soll uns die Gele­gen­heit bie­ten die­sen tiefre­li­giö­sen Geist­li­chen, der sich sogar noch im Lager als See­len­füh­rer enga­gierte um Kame­ra­den zu Trös­ten um zum Über­le­ben zu ermu­ti­gen, neu zu ent­de­cken.

Link zur Seite mit Bio­gra­fie des Seli­gen

Vortrag 26.10.17 in Dachau


einladung Vortrag 26.10.17 snipping tool

Am 26.10.2017 fin­det in Dachau der nächste Vor­trag in der Reihe „Die Seli­gen von Dachau- Segen für uns“ statt.

Beginn: nach der 19.00 Uhr Abend­messe gegen 20.00 Uhr.

Wo: Pfarr­heim Hl. Kreuz, Sude­ten­land­str. 67, 85221 Dachau

Monika Neu­dert speicht über die bei­den selig gespro­che­nen pol­ni­schen Mär­ty­rer Bischof Michal Kozal und den Jugend­ka­plan und Patron der Pfad­fin­der Ste­fan Win­centy Fre­li­chow­ski.

Biografie Czempiel

Neue aus­führ­li­che Bio­gra­fie über den seli­gen Pfar­rer Josef Czem­piel

Auf unse­rer Home­page steht wie­der eine neu erar­bei­tete Bio­gra­fie mit Infor­ma­tio­nen über das Leben und Steben des seli­gen Josef Cze­miel zur Ver­fü­gung.

Wir hof­fen mit die­sem Bei­trag mit­zu­hel­fen, gerade die pol­ni­schen Mär­ty­rer des KZ Dachau dem Ver­ges­sen zu ent­rei­ßen.

 

Seli­ger  Josef  Czem­piel

*1883 Jozefka, Polen

+1942 Dach­au­

Pa­tron der Stadt Chor­zow und von Ober­schle­sien

Gedenk­tag : 4 Mai

Jozef Czem­piel wurde am 21.09.1883 in Jozefka (heute ein Teil von Pie­ka­ryS­las­kie) gebo­ren, das damals zum Deut­schen Kai­ser­reich gehörte. Pie­kary war seit dem 17. Jahr­hun­dert einer der größ­ten Pil­ger­or­ten und ein wich­ti­ges Zen­trum der Mari­en­ver­eh­rung, sozu­sa­gen eine geis­tige Haupt­stadt Ober­schle­si­ens. Im Hei­lig­tum der „Got­tes­mut­ter der Gerech­tig­keit und der Nächs­ten­liebe“ befin­det sich ein Gna­den­bild (Mut­ter Got­tes von Pie­kar, auf­Pol­nisch: Matki Bos­kiej Pie­kars­kiej). Hier kniete im Jahr 1683 der dama­lige König Polens Jan III Sobie­ski auf dem­Weg nach Wien zur der Schlacht mit den Tür­ken und betete um die nöti­gen Gna­den für die bevor­ste­hende Schlacht am Kah­len­berg bei Wien, bei der er die tür­ki­schen Erobe­rer zurück­schlug, sowie für sein pol­ni­sches König­reich. 200 Jahre spä­ter bete­ten vor dem­sel­ben Gna­den­bild in der Pfarr­kir­che (heute eine­Ba­si­lika minor) der Hei­li­gen Jung­frau Maria und des hei­li­gen Bar­tho­lo­mäus Jozefs Eltern und ver­trau­ten der Mut­ter Got­tes ihren erst­ge­bo­re­nen Sohn an, der dort am 23. Sep­tem­ber, zwei Tage nach der Geburt, getauft wurde. Der Vater, Piotr Czem­piel, war Berg­mann und besaß zusätz­lich einen Laden in Jozefka. Die Mut­ter Gabriela, gebo­rene Opara stammte aus Jozefka. Das Ehe­paar hatte 4 Söhne und 2 Töch­ter.

Jozef besuchte die Grund­schule in sei­nem Geburts­ort und im Anschluss daran das deut­sche Gym­na­sium in Bytom (zu Deutsch: Beu­then ) dies war eine städ­ti­sche und katho­li­sche Schule. In den Jah­ren 1872-74 gab es in die­sem Gebiet auf Grund der Poli­tik des­Kul­tur­kamp­fes keine pol­ni­sche Schu­len, die pol­ni­sche Spra­che wurde unter­drückt, pol­ni­sche Leh­rer ent­las­sen und durch Deut­sche ersetzt, ähn­lich wie nach 1945 in Schle­sien die deut­sche Spra­che und Kul­tur ver­bo­ten wurde. In die­ser Situa­tion reifte Jozefs Beru­fung. 1904 begann Jozef Czem­piel sein Stu­dium der Theo­lo­gie in Bres­lau, pol­nisch: Wro­claw. Ober­schle­sien hatte damals keine eigene Diö­zese und gehörte zur Diö­zese Bres­lau. Wäh­rend des Stu­di­ums besuchte er ein Semi­nar der Sla­wis­tik­bei Prof. Wla­dyslaw Neh­ring, der Lin­gu­ist und Sprach­for­scher war. Der dama­lige Erz­bi­schof Jerzy Kappa unter­stützte beson­ders die Teil­nahme der schle­si­schen Semi­na­ris­ten. Jozef Czem­piel war sehr aktiv in der pol­ni­schen­Gruppe im Kon­vikt (Inter­nat der Theo­lo­gie­stu­den­ten). In den Jah­ren 1904-06 war er Vize­vor­stand, dann Vor­sit­zen­der und auch Sekre­tär des „Pol­ni­schen­Krei­ses“ der schle­si­schen Theo­lo­gen, bis die­ser 1906 auf­ge­löst wurde. Danach enga­gierte er sich heim­lich im Ver­ein der pol­ni­scher Jugend „Zet“ und in einer pol­ni­schen, wis­sen­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tion, die schon 1887 von Zyg­munt Bali­cki gegrün­det wor­den war, um sich für die Unab­hän­gig­keit Polens ein­zu­set­zen.

Zwei Jahre spä­ter wurde Jozef Czem­piel am 22.06.1908 in der Heilig-KreuzKirche in Bres­lau durch Kar­di­nal Metro­po­li­ten Jerzy Koppa zum Pries­ter geweiht . Seine Pri­miz­messe fei­erte er in sei­ner Tauf­kir­che in Pie­kary vor dem Gna­den­bild der Mut­ter Got­tes. Unmit­tel­bar nach der Pries­ter­weihe kehrte er in seine schle­sisch­eHei­mat zurück, theo­lo­gisch gut vor­be­rei­tet und gestärkt in sei­ner­ Zu­ge­hö­rig­keit zu sei­ner pol­ni­schen Hei­mat durch die Ent­schei­dung des Erz­bi­schofs ihn dort ein­zu­set­zen.

Seine ers­ten pries­ter­li­chen Auf­ga­ben über­nahm er in der Stadt Ruda Slaska, in Pfar­rei des Hei­li­gen Josef. Er ermu­tigte die Gläu­bi­gen zum häu­fi­gen­Emp­fang der hei­li­gen Kom­mu­nion und hielt Exer­zi­tien. Beson­ders enga­gierte er sich für die Bewe­gung der Absti­nenz. Alko­hol­ab­hän­gig­keit war damals eine schreck­li­che Seu­che in Schle­sien. Aktio­nen gegen den Alko­ho­lis­mus waren daher beson­ders im 19. und 20.Jahrhundert weit ver­brei­tet. Jozef Czem­piel sah als ers­ter Geist­li­che die Not­wen­dig­keit dage­gen vor­zu­ge­hen und grün­dete in der Pfar­rei eine Bera­tungs­stelle für Alko­ho­li­ker und ihre Fami­lien. Die­sem Ver­ein für­Be­trof­fene gehör­ten 800 Gemein­de­mit­glie­der an. Um mit gutem Bei­spiel vor­an­zu­ge­hen, ver­zich­tete Jozef Czem­piel bis zu sei­nem Tod sel­ber auf den Kon­sum von Alko­hol. Bald brach der 1. Welt­krieg aus. Im Ver­lauf wech­selte Jozef Czem­piel mehr­mals den Ein­satz­ort sei­ner seel­sorg­li­chen Tätig­keit:

Ab 1915 war er als Vikar in Turza bei Raci­borz in der Herz-Jesu Kir­che ein­ge­setzt, 1916 wurde er nach Miedzna bei Psz­czyna in der St.-Klemens-Kirche ver­setzt. Noch 1916 folgte bis 1917 der Ein­satz als Pfar­rer im Dorf Wis­nicze, in der Pfar­rei der dor­ti­gen Dreifaltigkeits-Kirche. Noch im Jahre 1917 kam eine wei­tere Ver­set­zung nach Babo­row in die Kir­che Mariä Geburt und schon 1918 nach Dzie­cma­row in die Micha­els­kir­che. Die letz­ten 3 Gemein­den lagen in der Gegend von Oppeln (pol­nisch: Opole ), wo mehr­heit­lich deut­sche Bevöl­ke­rung lebte. Es kam zu Kon­flik­ten, da Jozef Czem­piel die Erst­kom­mu­ni­on­vor­be­rei­tung auf Pol­nisch hielt. Des­halb wurde er 1919, nach Ende des 1. Welt­krie­ges, nach Zedo­wice ver­setzt (auch im Bezirk Oppeln). In der dor­ti­gen Gemeinde in Kielcza grün­dete er einen Kir­chen­chor und eine Thea­ter­gruppe. Er orga­ni­sierte auch pol­ni­sche Sprach­kurse sowie Vor­le­sun­gen über die pol­ni­sche Geschichte. Er initi­ierte die „Gesell­schaft für pol­ni­sche Frauen“.  Aktiv war er auch in der Genos­sen­schafts­be­we­gung des Krei­ses Strzelce, zu der auch Zedo­wice gehörte. Im Jahre 1919 ver­öf­fent­lichte er zusam­men mit dem eben­falls selig gespro­che­nen Dachau-Märtyrer Pfar­rer Emil Szra­mek das Buch „Das Recht auf Mut­ter­spra­che im Lichte des Chris­ten­tums“ unter dem Pseud­onym „Mak­ka­baeus „,  in dem er für die Ver­wen­dung der pol­ni­schen Spra­che bei der pas­to­ra­len Arbei­tin Schle­sien warb. Dies fällt in die Zeit der Ent­schei­dung über die Zuge­hö­rig­keit Schle­si­ens zu Polen oder Deutsch­land. Am 21.03.1921 kam es schließ­lich nach 2 Auf­stän­den in Schle­sien zu einer Volks­ab­stim­mung über die Zuge­hö­rig­keit zu Deutsch­land oder Polen. Lei­der blieb Pfar­rer Czem­piel dabei nicht poli­tisch neu­tral. Pfar­rer Josef über­nahm schon bei den Vor­be­rei­tun­gen der Abstim­mung eine füh­rende Rolle, er grün­dete einen pol­ni­schen Aus­schuss für Zedo­wice und Umge­bung. Dies machte ihn bei den deutsch­stäm­mi­gen Bewoh­nern unbe­liebt. Die Bewoh­ner von Zedo­wice stimm­ten für eine Zuge­hö­rig­keit zu Polen, aber die­Mehr­heit der Schle­sier für die deut­sche Seite. „Bei der Volks­ab­stim­mung am 20. März 1921 stimm­ten 20.816 Wahl­be­rech­tigte (94,7 % der abge­ge­be­nen Stim­men) für einen Ver­bleib beim Deut­schen Reich, 1.098 für Polen (5,0 %). Ungül­tig waren 70 Stim­men (0,3 %). Die Wahl­be­tei­li­gung betrug 95,9 %. Im Ver­gleich hierzu stimm­ten in Stadt und Land­kreis Oppeln zusam­men­ge­nom­men 24,0 % für Polen.“ Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Opole

End­gül­tig wurde damit die Ent­schei­dung  für eine Tei­lung des Ter­ri­to­ri­ums getrof­fen. Nach der Volks­ab­stim­mung , vom 02/03.05. – 05. 08.1921 kam es 1921 zum 3. Auf­stand. Danach kam es in Oppeln und ande­ren Gebie­ten, die mehr­heit­lich für Deutsch­land gestimmt hat­ten, zu Ver­fol­gung dort leben­der Polen. Das traf auch die pol­ni­schen Pries­ter. Pfar­rer Jozef war auch auf Grund sei­nes Enga­ge­ments in Gefahr, man drohte ihm mit dem Tod und infor­mierte ihn über einen geplan­ten Über­griff. Im Juni 1922 ver­ließ er des­halb Zedo­wice und kam nach Ober­schle­sien. Durch die Unter­stüt­zung von Pfar­rer Jan Kapica, der vom Bres­lauer Kar­di­nal Adolf Ber­tram zum beauf­trag­ten Gene­ral­vi­kar für den pol­ni­schen Teil Ober­schle­si­ens ernannt wor­den war, fand Pfar­rer Czem­piel eine neue Auf­gabe. Er war nun ver­ant­wort­lich für die Orga­ni­sa­tion und Durch­füh­rung der gesam­ten Abstinenz-Bewegung im pol­ni­schen Oberschlesien.Zugleich im Juli 1922 über­nahm er die Pfar­rei „Mariä Him­mel­fahrt“ in Wie­l­kie Haj­duki, die 1939 in die Stadt Chor­zow als Stadt­teil Chor­zow Batory ein­ge­mein­det  wurde. Diese Gemeinde ent­stand rings­herum um die Bis­marck Hüte (gegrün­det 1873; spä­ter Huta Batory ). Es war ein typi­scher Arbei­ter­vier­tel und eine­Ar­bei­ter­ge­meinde. Im Sep­tem­ber 1922 folgte ihm sein ehe­ma­li­ger Pfar­rer Wajda nach .Die Bevöl­ke­rung hier war gemischt – Polen und Deut­sche. Pfar­rer Czem­piel sorge auch für die deut­sche Min­der­heit und fei­erte sonn­tags eine hei­lige Messe in deut­scher Spra­che. Das änderte er auch nicht im Jahr 1938,  als die pol­ni­schen Behör­den das unter­sag­ten. Jozef Czem­piel wider­sprach ihnen und begrün­dete: „…die deutsch­spra­chi­gen Gemein­de­mit­glie­der sind nicht Schuld an den Feh­lern der ande­ren „. Nicht nur zwei­spra­chige Gemein­den kenn­zeich­nete sein Wir­ken, son­dern auch die damals weit ver­brei­tete sozia­lis­tisch – kom­mu­nis­ti­sche Propaganda.Sein Stand­punkt­punkt war in Theo­rie und Pra­xis auf die Enzy­klika von Papst Leon XIII ( 1810-1903 ) „Revum Novarum“,  zu Deutsch: Neue Sache gegrün­det Er zitierte dar­aus: „weder Kapi­ta­lis­mus, noch Libe­ra­lis­mus, weder Sozia­lis­mus, noch Kom­mu­nis­mus, son­der nur das Chris­ten­tum kann bedau­er­li­che soziale Bezie­hun­gen hei­len „.(Pfarr­brief vom 23.08. 1931). Diese Hal­tung zeigte er auch bei poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Ver­an­stal­tun­gen in sei­ner Gemeinde.Vor der Par­la­ments­wahl riet er, „..nur für sol­che Kan­di­da­ten zu stim­men, die mit ihrem Leben und Über­zeu­gung fest ste­hen zu unse­rem hei­li­gen Glau­ben. Ein Katho­lik, der Feinde der Kir­che wählt, begeht ohne Zwei­fel eine schwere Sünde “ (Pfarr­brief vom 09.11.1930 ). Am 24.06.1937, als schon eine wach­sende Bedro­hung im Osten und Wes­ten der pol­ni­scher Repu­blik zu sehen war, schrieb er an die Gemeinde: „…vor kur­zem wur­den 2 Enzy­kli­ken in> pol­ni­scher  Über­set­zung ver­öf­fent­licht, die jeder Katho­lik ken­nen sollte,weil sie die wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen beinhal­ten und uns den Geist und die­Be­dro­hung des Kom­mu­nis­mus und das neu­heid­ni­sche Stre­ben in Deutsch­land­be­wusst machen. Es soll für Euch eine War­nung sein vor ver­brei­te­ten fal­schen­Hoff­nun­gen auf einen falsch ver­stan­de­nen all­mäch­ti­gen und gewalt­tä­ti­gen Staat“.Er bezog sich dabei auf die Enzy­kli­ken von Papst Pius XI., die fast gleich­zei­tig erschie­nen: „Mit bren­nen­der Sorge“ (14.03.1937), über die Lage der katho­li­schen Kir­che in deut­schem Reich und „Divini Redemp­to­ris“, „Gött­li­cher Erlö­ser“, über den Kom­mu­nis­mus. ( 19.03.1937). Mit gro­ßer Mühe sorgte sich Pfar­rer Czem­piel um die zahl­rei­chen Grup­pen in sei­ner Gemeinde, pol­ni­sche und ebenso Deutsche.Insbesondere enga­gierte er sich für die maria­ni­sche Kon­gre­ga­tion der Jugend­li­chen und Mäd­chen und für die St. Josefs-Arbeiter-Vereinigun . Ab dem 09.09.1923 war er Her­aus­ge­ber der Zeit­schrift „Nach­rich­ten aus der Pfar­rei“, die als Zugabe zur Zei­tung „Sonn­tags Gast“ , „Gosc Nied­zielny“, erschien.Am Schrif­ten­stand in sei­ner Kir­che gab es katho­li­sche Presse und Bücher. In der Zeit der Wirt­schafts­krise und Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit orga­ni­sierte er in sei­ner Pfar­rei mit einem Son­der­aus­schuss eine Sup­pen­kü­che. Wöchent­lich wur­den 800-1000 Gut­scheine für Brot und Mit­tag­es­sen an Bedürf­tige aus­ge­ge­ben.

Pfar­rer Czem­piel war auch für Ehe­vor­be­rei­tungs­kurse  in sei­ner Pfar­rei zustän­dig. Sein dama­li­ger Vikar, Pfar­rer Ignacy Lud­wik Jéz, (auch Häft­ling im KZ Dachau, er über­lebte und wurde spä­ter Bischof (1914 Rado­mysl – 2007, Rom)), erin­nerte sich: „Eines Tages, fei­erte  er die hl. Messe aus Anlass einer Sil­ber­hoch­zeit. Am Fest­tagag kam der Ehe­mann mit sei­ner Frau und sagte: „Das ist meine Gat­tin, ich bringe sie seid 25 Jah­ren (sie saß im Roll­stuhl )  in die Kir­che“.  Der Pfar­rer fragte: „seid 25 Jah­ren? Sie haben doch gesagt, dass heute eurer 25. Hoch­zeits­tag ist“. Der Ehe­mann erwi­derte: „Es geschah eine Woche nach unse­rer Trau­ung. Meine Frau war in der Stadt um einige Besor­gun­gen zu machen. Sie ging über die Straße und ein unvor­sich­ti­ger Fah­rer hat sie ange­fah­ren .Sie stürzte und kam ins Kran­ken­haus. Als sie zurück nach Hause kam, war die Dia­gnose: lebens­lange Läh­mung, ihre Wir­bel­säule war geschä­digt wor­den. Und so, wenn ich nur kann, fahre ich sie mit dem Roll­stuhl zum Gottesdienst.“Von die­ser Begeg­nung erzählte Pfar­rer Czem­piel den Braut­läu­ten. „Ich wusste nicht, wie ich mich ver­hal­ten sollte. Ich nahm mei­nen Hut ab wie vor sei­nem Hel­den­tum. Ein jun­ger Mann ,der sich ent­schei­det mit einer behin­der­ten Ehe­frau zu leben und ihr treu bleibt, das ist keine ein­fa­che Sache. Aber als er am Hoch­zeits­tag vor Gott  schwor bis zu dem Tod treu zu sein,  wusste er gewiss nicht wel­che Bedeu­tung und wel­che Kon­se­quen­zen dies haben würde.

Wei­ter lei­tete Pfar­rer Czem­piel die Absti­nez­be­we­gun­gen in Schle­sien mit Bera­tungs­stel­len für Abhän­gige und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen. Er war selbst Vor­sit­zen­der die­ser Orga­ni­sa­tion und Mit­glied des Ver­eins „Befrei­ung“. Er betreute außer­dem  Semi­na­ris­ten der Absti­nenz­gruppe und war Vor­stand im Ver­band der „Absti­nen­ten Pries­ter“ in Kato­wice. Außer­dem orga­ni­sierte er Aus­stel­lun­gen mit Infor­ma­tio­nen und ver­teilte tau­sende von Flug­blät­ter. Er hielt auch zahl­rei­che Vor­träge. Sogar eine „Samm­lung von Lie­dern“, mit anti­al­ko­ho­li­schen, reli­giö­sen, natio­na­len und gesell­schaft­li­chem Lied­gut brachte er her­aus. Pfar­rer Czem­piel über­nahm immer mehr ver­ant­wort­li­che und lei­tende Stel­lun­gen, als pries­ter­li­cher Bera­ter. 1926 wurde er Vize­de­kan von Chor­zow und ab 1931 Dekan. Im Jahr 1932 erhielt er für sein Wir­ken das gol­dene Ver­dienst­kreuz (Zloty Krzyz Zas­lugi). Er war erfolg­reich in der Beru­fungs­pas­to­ral. Wäh­rend der 17 Jahre sei­nes pas­to­ra­len Diens­tes in Chor­zow wähl­ten 18 Jun­gen den Weg als Pries­ter und 40 Mäd­chen gin­gen ins Klos­ter.

Das Ende sei­nes pries­ter­li­chen Diens­tes in Chor­zow brachte der Beginn des 2. Welt­krie­ges. Am 01.09.1939 begann die Beset­zung Polens durch deut­sche Wehrmacht.Dies bedeu­tete die 4. Tei­lung Polens.Mit ihm die Aktio­nen der Inhaf­tie­rung der gebil­de­ten Schich­ten in Polen. Mit beson­de­rem Hass agier­ten die Erobe­rer in Ober­schle­sien. Es gab Mas­sen­re­pres­sa­lien gegen die pol­ni­sche Bevöl­ke­rung, in ers­ter  Reihe gegen die Gebil­de­ten. Schon am 03.09.1939 wurde Chor­zow an das sog. 3. Reich ange­schlos­sen. Das bedeu­tete, dass pol­ni­sche Bür­ger von da an als Men­schen 2. Klasse gal­ten und auch so behan­delt wur­den. Die ers­ten Tage der Besat­zung ver­brachte Pfar­rer Czem­piel in Jedrze­jow, im Zis­ter­zi­en­ser­klos­ter und auch zu Hause in Jozefka . Dann kehrte er wie­der nach Chor­zow zurück und ging sei­ner seel­sorg­li­chen Arbeit wei­ter nach. Unter sei­ner Lei­tung konnte noch der Bau und die Neu­or­ga­ni­sa­tion der Pfar­rei voll­en­det wer­den. Es ent­stand eine neue Fili­al­kir­che Herz-Jesu, die am 24.12.1939 geweiht wer­den konnte. Ab die­sem Zeit­punkt lei­tete Pfar­rer Czem­piel zwei Got­tes­häu­ser.

Doch sein seel­sorg­li­ches Wir­ken wurde in bru­ta­ler Weise been­det. Ende Januar 1940 wurde er zum ers­ten Mal bei der deut­schen Gestapo zum Ver­hör bestellt. Der öster­rei­chi­sche Beamte, der ihm ver­hör­ten musste, riet ihm drin­gend die Gemeinde zu ver­las­sen. Pfar­rer Czem­piel ent­schied sich zu blei­ben. In einem zwei­ten Ver­such wollte die deut­sche Besat­zung ihn dazu brin­gen nach Oppeln in Mittel- Nie­der­schle­sien zu über­sie­deln. Er lehnte auch die­sen Plan ab, dabei war er sich der mög­li­chen Kon­se­quen­zen bewusst. Schon im Jahr 1930 hatte er zu Pfr. Hen­ryk Grzond­ziel, dem spä­te­ren­Weih­bi­schof von Oppeln pro­phe­tisch gesagt: „Gebet und die Arbeit müs­sen vom Mar­ty­rium beglei­tet wer­den.“ Am 13.04.1940 wurde er schließ­lich aus dem Beicht­stuhl ver­haf­tet und abge­führt. Der Weg führte über die Poli­zei­sta­tion in Chor­zow zum Bahnhof.Schon am nächs­ten Tag wurde er mit einem grö­ße­ren Trans­port mit meh­re­ren hun­dert Polen aus Schle­sien ins KZ  Dachau gebracht.

Bei der Ankunft erhielt er neben der gestreif­ten Lager­klei­dung die Häft­lings­num­mer 22043 und als Zei­chen sei­ner Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit das rote Drei­eck als Zei­chen für die poli­ti­schen Häft­linge und den Buch­sta­ben P als Zei­chen der Zuge­hö­rig­keit zum pol­ni­schen Volk. Ab jetzt wurde er im Lager als Num­mer geführt und auch so ange­spro­chen. Diese Behand­lung der Häft­linge sollte sie demü­ti­gen und den Über­le­bens­wil­len bre­chen.

Schon nach einem Monat ging am 25.05.1940 ein gro­ßer Trans­port mit 1 084 Gefan­ge­nen ins KZ Maut­hau­sen ab. Pfar­rer Czem­piel wurde mit die­sem Trans­port nach Maut­hau­sen und von dort ins Unter­la­ger Gusen gebracht. Hier erhielt er die Nr. 3274. Im Stein­bruch Wie­ner Gra­ben wurde er zu schwers­ter Zwangs­ar­beit gezwun­gen. Die Häft­linge muss­ten auf ihrem Rücken 50 kg schwere Steine bis ins  2 km ent­fernte Lager Maut­hau­sen schlep­pen. Dort war die berüch­tigte Todestreppe, auf deren 186 unglei­chen und stei­len Stu­fen Steine vom Stein­bruch ins Lager hoch getra­gen wer­den muss­ten unter Miss­hand­lun­gen und Lebens­ge­fahr. Die katho­li­schen Pries­ter unter den Gefan­ge­nen wur­den dabei beson­ders schlecht behan­delt. Die grau­sa­men Wär­ter befah­len zusätz­lich man­chen latei­ni­sche Mess­ge­bete laut zu sin­gen, um sie dabei zu ver­spot­ten. Einer der Gefan­ge­nen, Anie­lin Faber (1913 – 1983) erin­nert sich an eine bei­spiel­hafte Begeb­n­e­heit: „Es war im Juli 1940 an einem schö­nen Som­mer­tag. Eine leichte Brise brachte von der Donau kom­mend den müden und durch­ge­schwitz­ten Gefan­ge­nen etwas Erfri­schung. Sie klet­ter­ten in ner­vö­ser Eile die steile Treppe des Stein­bru­ches hin­auf. Auf dem Kas­ten­ho­fens Hugel lagt ein gro­ßer Hau­fen Gra­nit­fel­sen auf­ge­türm­ten. Jeder Häft­ling nimmt einen gro­ßen Fel­sen­block und schleppt sich in Rich­tung Lager. Sie gehen schnell. Sie müs­sen. Die schwe­ren Steine zie­hen nach unten. Der schwere Gra­nit drückt schmerz­lich auf die Arme, ver­letzt ihre Fin­ger und schnei­det durch die Hände. Der Kapo jagt, schreit und schlägt mit einem Gum­mi­sch­lauch. Diese „Über­men­schen“ mit Geweh­ren ver­spot­ten und lachen uns aus. Mit belei­di­gen­den und vul­gä­ren Aus­drü­cken hören wir ver­let­zende Witze über Polen. Jede Aus­sage ist „schmut­zig“ und vol­ler Hass gegen alle und alles, was nicht deutsch ist.Gekleidet in luf­tige Som­mer­hem­den mit hoch gekrem­pel­ten Ärmeln über­bie­ten sie sich gegen­sei­tig in der Bar­ba­rei. Sie schla­gen jeden Polen, Tsche­chen und Deut­sche, trak­tie­ren, tre­ten, spu­cken, schla­gen auf den Kopf und ver­let­zen die Wan­gen. Die Betrof­fe­nen stöh­nen von Schmer­zen und blu­ten, die Ver­let­zun­gen schwel­len an. Sie fal­len unter den Schlä­gen. Die schwe­ren Steine kön­nen nicht mehr gehal­ten wer­den und ver­let­zen im Fal­len die Beine der vor­aus gehen­den. Es herrscht Chaos und Ver­wir­rung. Die Gefan­gen­gen fal­len, schreien; auf die am Boden lie­gen­den tritt der Kapo ein. Er trifft sie getrof­fen an Kopf, Bauch und in die Rip­pen. Plötz­lich geht ein tro­cke­ner Knall durch die Luft. Ein Schuss, ein Mensch fällt um, ein Gefan­ge­ner .Einer der SS-Männer kam näher auf die Gefan­ge­nen zu. Mit einem schlei­mi­gen Lächeln sagte die­ser, der Gefan­gene solle den Stein von den Schul­ter able­gen. Er tut so, als ob er  ihm hel­fen wolle. Dann nah­m er ganz vor­sich­tig  seine Kappe vom Kopf ab, die mit Blut befleckt war. Mit­un­ver­hoh­le­nem Abscheu, warf er diese zur Seite und befahl die­sem Gefan­ge­nen, sie zu holen. Und die­ser ging wie befoh­len. Als er sich bückte um die Kappe auf­zu­he­ben, stürzte er und roll­te­wie ein Stein in den Abgrund des Stein­bruchs. Der SS-Mann zog seine Waffe und schoss. Er zielte gut, er hatte es dabei nicht eilig. Nach dem er getö­tet hatte, lächelte er. Sicher­lich hat er 3 Tage Son­der­ur­laub für­ die­sen Mord bekom­men…“ Nur in den Mona­ten März- August 1940 wur­den im Lager Gusen min­dens­tens 8 550 Gefan­ge­ne­ge­tö­tet, vor allem aus dem Gebiet Polens, das dem Reich zwangs­weise ange­schlos­sen wor­den war. Vor­wie­gend waren die Gefan­ge­nen aus der Gesell­schafts­schicht der sog. Intel­li­genz. Unter den Ermor­de­ten befan­den sich 80 pol­ni­sche Pries­ter. Nach 6 Mona­ten im Lagen Gusen war Pfar­rer Czem­piel total erschöpft und arbeits­un­fä­hig.

Zum Glück ging am 08.12.1940 ein gro­ßer Trans­port mit ihm zurück ins KZ Dachau. Es war ent­schie­den wor­den die Geist­li­chen aus allen Lagern des Rei­ches nach Dachau zu brin­gen.

Aus der Gefan­gen­schaft schrieb Pfar­rer Czem­piel 34 Briefe über­wie­gend an seine Schwes­ter Mar­t­aCz­em­piel (+ Pie­kary 1974 ), wie vor­ge­schrie­ben in deut­scher Spra­che. Er durfte nur ein­mal im Monat schrei­ben und seine Worte waren sorg­fäl­tig gewählt um die Briefe durch die Lager­zen­sur zu brin­gen . Er schrieb vor allem an die Fami­lie, auch über die Mut­ter: „…ich danke ihr …für die Liebe, die sie mir lebens­lang geschenkt hat.“ ( am 08.03.1941 ). Einen Monat später:„Möge Gott mir die Aus­dauer geben, um die ihr für mich betet.“ ( 20.04.1941)  Die Sorge um seine Pfar­rei in Chor­zow drückte er am 09.01.1941 aus: „…oft denke ich an meine Pfarr­kin­der, für die ich jetzt keine hei­lige Messe fei­ern kann“.Und am 31.10.1941: „Sehr oft dachte ich an den schö­nen Gar­ten rund um das Pfarr­haus und vor allem , wenn ich hier die ita­lie­ni­schen Pap­peln sehe , die viel­leicht so groß sind , wie die in Chor­zow Batory.“ Pfar­rer Czem­piel lebte auch im Lager in Ver­bin­dung mit dem Leben die­ser Gemeinde und seg­nete sie. Er freute sich, dass „…die neue Kir­che immer schö­ner werde und dadurch immer mehr See­len für Gott begeis­tern mögen und  wie­der zu ihm zurück gezo­gen wer­den…“

Der Brief vom 13.12.1941 beinhal­tet Worte der Sehn­sucht und gleich­zei­tig demü­ti­ger Unter­wer­fung unter den Wil­len Got­tes: „Ich würde so gerne mit Euch am Hei­li­gen Abend die Weih­nachts­lie­der sin­gen, in mei­ner gelieb­ten Kir­che eine hl. Messe fei­ern, mei­nen gelieb­ten Pfarr­leu­ten den Segen beim Haus­be­such (Koleda ) ertei­len. Aber Gott wollte es anders, möge sein Wille gesche­hen.“ Pfar­rer Czem­piel bat auch: „Bleibt mit mir im Gebet ver­bun­den, damit wir, sowohl ich, als auch ihr, diese schwie­rige Zeit durch­ste­hen und aus­hal­ten kön­nen.“ (20.04.1941) und er fügte hinzu: „…das jet­zige Leben ist für mich eine Schule, eine beson­dere Bedeu­tung hat dabei die Kir­che und die Gesell­schaft: das wird sich­noch stär­ker zei­gen in der Zukunft , wenn Gott das will.“ ( 25.04.1941 )

Nach den Erfah­run­gen im KZ Mathausen-Gusen konnte sich Pfar­rer Czem­piel in Dachau zunächst lang­sam erho­len. Ab dem 22.01.1941 hat­ten alle  Pries­ter die Mög­lich­keit in der Kapelle des Pries­ter­blo­ckes die hei­li­gen Messe mit­zu­fei­ern. Dies war ihnen sehr wich­tig und sie erleb­ten es als Stär­kung. Die­ses änderte sich am 15. 09. 1941. Von der Lager­lei­tung vor die­ Ent­schei­dung nach ihrer Volks­zu­ge­hö­rig­keit gestellt, ent­schie­den sich die pol­ni­schen Geist­li­chen ein­stim­mig für ihre pol­ni­sche Natio­na­li­tät und ihre pries­ter­li­che Würde. Schon ab den 17.09.1941 ver­än­derte sich Ihre Lage dadurch grund­le­gend: Nun wur­den sie zur Zwangs­ar­beit wie­der ein­ge­teilt und sie durf­ten nicht mehr die Kapelle besu­chen und keine hei­lige Messe fei­ern.

Am 25.01.1942 schrieb Pfar­rer Czem­piel: „Betet für mich, damit mich der gute Gott wei­ter unterstützt.“Zu die­sem Zeit­punkt war er wahr­schein­lich schon völ­lig erschöpft. Die Situa­tion der Geist­li­chen aller Natio­nen ver­schlech­terte sich im Jahr 1942 dra­ma­tisch. Die Ver­pfle­gung war unzu­rei­chend, bei den Hun­ger­ra­tio­nen lit­ten die Häft­linge sehr unter Hun­ger. Zusätz­lich schwächte die schwere Arbeit auf der Plan­tage und schä­digte die Gesund­heit mas­siv. “ Immer mehr Häft­linge waren zu geschwächt und krank für die schwere Arbeit und wur­den als so genannte Inva­lide aus­ge­son­dert. „Ich werde behan­delt wie ein Inva­lide, arbeite nicht mehr seid eini­gen Mona­ten…“, schrieb er am  25. 01.1942 .

Das bedeu­tet, dass Pfar­rer Czem­piel ab Sep­tem­ber 1941 war in einer der Inva­li­den­ba­ra­cken unter­ge­bracht war.Zu Ostern 1942 schrieb er: „Die­ses Fest der Auf­er­ste­hung ver­lebe ich im Geist mit Euch und beson­ders mit mei­ner Pfarr­ge­meinde. Oh, wenn ich doch so schnell wie mög­lich, das Hal­le­luja mit euch sin­gen könnte.“.

Am 17.04.1942 sandte er aus der Inva­li­den­ba­ra­cke in einem Brief sein geist­li­ches Testament:„Ich bin über­zeugt, an mir voll­en­det sich nichts anders, als der Wil­le­ Got­tes und dar­über kann ich IHM nicht genug DANKBAR sein. Auch mein zukünf­ti­ges Schick­sal häng voll und ganz nur von IHM ab.“ Im letz­ten Brief von 01.05.1942 schrieb er über sein Leben, das Gebet und erwähnte die Fami­lie ins­be­son­dere die Mut­ter, die damals noch lebte: „Betet für mich, auch ich emp­fehle euch jeden Tag Gott. Denkt an mich beson­ders bei den schö­nen Mai­an­dach­ten.“

Im Jahr 1942 begann die Aktion T4. In einem Eutha­na­sie­pro­gramm wur­den psy­chisch Kranke und Behin­derte, aber auch kranke, ent­kräf­tete und nicht mehr arbeits­fä­hige Häft­linge aus den Lagern in soge­nann­ten Inva­li­den­trans­por­ten ins Schloss Hart­heim bei Linz gebracht und dort durch Gift­gas getö­tet. Viele Geist­li­che und auch eine große Zahl selig gespro­che­ner Geist­li­cher aus dem KZ Dachau star­ben auf diese Weise. Nahezu täg­lich gin­gen Trans­porte mit Häft­lin­gen ab. Am 04.05.1942 wurde Pfar­rer Czem­piel in so einem Trans­port weg­ge­bracht, zusam­men mit 46 ande­ren Priestern.Diesen Tag und den Abschied von Pfar­rer Czem­piel hat der schle­si­sche Pries­ter Antoni Brzo­ska (1913 Kato­wice -1994 Rados­zowy) im Gedächt­nis behalten:„Bleibt mit Gott, grüßt meine Pfarr­kin­der in Haj­duki, ich fahre weg um zu ster­ben, wenn es der Wille Got­tes ist .“

Ein fes­ter Hän­de­druck. Pfar­rer Czem­piel sah Antoni Brzo­ska ruhig in die­ Au­gen und ging wei­ter. Ver­mut­lich wurde er mit der Bahn nach Öster­reich gebracht, nach Linz. Er starb ent­we­der auf dem Weg von Linz nach Hart­heim an umge­lei­te­ten Auto­ab­ga­sen oder er wurde in Hart­heim ver­gast, ver­mut­lich noch am 04.05.1942 und danach dort im Kre­ma­to­rium ver­brannt.

Wie bei jedem Gefan­ge­nen, ging den Ver­wand­ten eine offi­zi­elle Ster­be­ur­kunde zu. Pfar­rer Czem­piel sei am 19 .06 1942 an einem Darm­ka­tharr gestor­ben, so stand darin. Diese Nach­richt wurde auch der Pfar­rei in Haj­duki mit­ge­teilt. Der ehe­ma­lige Vikar, Ignac Jéz, fei­erte für den ver­stor­be­nen Pfar­rer, trotz der War­nung mutig das Requiem. Ein paar Tage spä­ter wurde er vom Gestapo ver­haf­tet und ins KL Dachau gebracht.Nach der Gefan­gen­schaft ver­öf­fent­lichte er einen Bericht sei­ner Haftzeit:(JEZ´, Ignacy, Licht und Dun­kel, prei­set den Herrn! Als pol­ni­scher Pries­ter  im KZ Dachau, Würz­burg 2007, Ech­ter Ver­lag).

Pfar­rer Jozef Czem­piel wurde am 13.06.1999 in War­schau mit 107 ande­ren Mär­ty­rer des 2. Welt­krie­ges von Papst Johan­nes Paul der II. selig gespro­chen.

Monika Neu­dert

Über­set­zung Irene Janit­zek

Quel­len:

https://pl.wikipedia.org/wiki/J%C3%B3zef_Czempiel

http://www.swietyjozef.kalisz.pl/Dachau/27.html

http://www.encyklo.pl/index.php5?title=B%C5%82._J%C3%B3zef_Czempiel

http://www.encyklo.pl/index.php5?title=B%C5%82._J%C3%B3zef_Czempiel

http://ruda_parafianin.republika.pl/b/par/ksi/k02/142.htm

http://prawy.pl/50209-zabrali-go-wprost-z-konfesjonalu-bl-ks-jozef-czempiel/

http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0504blJOZEFCZEMPIELmartyr01.htm

 

Todestage September 17

 

Todes­op­fer im KZ Dachau im Sep­tem­ber 1942

 

Auch im Sep­tem­ber möchte ich auf die vor 75 Jah­ren ver­stor­be­nen hin­wei­sen, deren Todes­tag sich in die­sen Tagen zum 75. Mal jährt.

 

Nach dem Hun­ger­som­mer 1942 star­ben auch im Sep­tem­ber 1942 viele der gefan­ge­nen Geist­li­chen, dar­un­ter auch einige pol­ni­sche Selige.

 

 

Seli­ger WLADYSLAW MIEGON, (1892—1942)

 Mili­tär­pfar­rer, Mari­nepfar­rer im Majors­rang

 +: 15.09.1942 im KZ Dachau, 50 Jahre alt

 

 

 Seli­ger Józef Kut (1905—1942)

 Pries­ter der Erz­diö­zese Poz­nań, Pfar­rer

 +: 18 .09.1942 im KZ Dachau, 37 J. alt

 

 

Seli­ger Bro­nis­law Kost­kow­ski (1915-1942)

 Semi­na­rist der Diö­zese Włocła­wek

 + im KZ Dachau am 27.09.1942

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