Biografie P. Krystyn Gondek

Dachau, 20.02.2017:

Recht­zei­tig zum Jahr des 75. Todes­ta­ges, der am 23.07. began­gen wird, wurde auf die­ser Home­page eine Bio­gra­fie über den pol­ni­schen Seli­gen P. WOJCIECH KRYSTYN GONDEK OFM, (1909—1942) ver­öf­fent­li­che. Lei­der ist in deut­scher Spra­che kein ande­rer Text mit Infor­ma­tio­nen über ihn vor­han­den.

Der fran­zis­ka­ni­sche Ordens­pries­ter starb am 23. 07.1942 im KZ Dachau.

Link zur Seite des Seli­gen P. WOJCIECH KRYSTYN GONDEK OFM

 

Neue Bücher 2016

Dachau, 29.12.2016: Im aus­ge­hen­den Jahr sind wie­der neue Bücher erschie­nen.

Emp­fe­heln möchte ich die Auto­bio­gra­fie in Form eines Tage­bu­ches von Adam Kar­di­nal Kozlo­wieki SJ, „Not und Bedräng­nis“. Als jun­ger pol­ni­scher Geist­li­cher durch­litt er unter ande­rem die KZs Aus­schwitz und Dachau. Seine Beschrei­bun­gen sind wohl­tu­end sach­lich gehal­ten und ergän­zen den Blick der vie­len Auti­bio­gra­fien deut­scher Geist­li­cher um den Blick­win­kel der zahl­rei­chen pol­ni­schen Geist­li­chen im KZ Dachau, wie bis­her die Werke von Bischof Jez´und Maidan­ski. (Vgl Lite­ra­tur­hin­weise)

Das Werk erklärt sys­te­ma­tisch das Leben und Lei­den der pol­ni­schen Geist­li­chen im KZ Dachau auch all­ge­mein für inter­es­sierte Leser.

KOZLOWIECKI; Adam, SJ, Not und Bedräng­nis, Als Jesuit in Aus­schwitz und Dachau, Lager­ta­ge­buch, Regens­burg 2016

Rezen­sio­nen: Radio Vati­can  Link; Bor­ro­mäus­ver­ein Link

Links zu Shops (unver­bind­li­che Hilfe zum schnel­len fin­den)

ama­zon, bücher.de

Anläss­lich der Selig­spre­chung von P. Engel­mar Unzei­tig im Sep­tem­ber 2016 erschien eine kurze Bio­gra­fie von Adal­bert Lud­wig Bal­ling und Rein­hard Abeln, „Der Engel von Dachau, Pater Engel­mar Unzeitig- Ein Mär­ty­rer der Nächs­ten­liebe“. In kür­zer Fas­sung als in ande­ren Wer­ken von Bal­ling über Engel­mar Unzei­tig ist die­ses Buch gut geeig­net den neuen Seli­gen ken­nen­zu­ler­nen und sich gleich­zei­tig über die Situa­tion der inhaf­tier­ten Geist­li­chen im KZ Dachau zu infor­mie­ren.

BALLING, Lud­wig Adal­bert, ABELN, Rein­hard, Der Engel von Dachau, Pater Engel­mar Unzeitig- Ein Mär­ty­rer der Nächs­ten­liebe, Kiß­legg, 2016

Shops: Mari­an­hil­ler Mis­sio­nare online­shop

und viele andere

Eben­falls 2016 wurde das Heft „Die 57 Seli­gen des KZ Dachau“ von Pfar­rer Kle­mens Kiser her­aus­ge­ge­ben. In die­sem Werk wur­den über­wie­gend Texte die­ser Home­page ver­wen­det, das Vor­wort wurde von Pfar­rer Kiser nach sei­ner Inten­sion ver­fasst.

Lei­der errechne ich der­zeit 56 selig gespro­che­nen Mär­ty­rern unter den Häft­lin­gen des KZ Dachau aus.

Die­ses Heft ist nicht über den Freun­des­kreis Selige aus dem KZ Dachau zu bezie­hen.

Monika Neu­dert

Neue Biografie Kubski

Dachau, 28.12.2016

Anläss­lich des 75. Todes­ta­ges im bevor­ste­hen­den Jahr 2017 wurde eine Bio­gra­fie des seli­gen Sta­nis­law Kub­ski ver­fasst und auf die­ser Home­page ver­öf­fent­licht. Link

Der Selige gehört zur Gruppe der ins­ge­samt 108 pol­ni­schen Mär­ty­rer, Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus, die bei uns noch unbe­kannt sind. Ent­spre­chend feh­len in deut­scher Spra­che Quel­len.

BIOGRAFIE

Der selige Sta­nis­law Kub­ski wurde am 13.08.1876 im Dorf Ksiaz gebo­ren, in der Nähe von Strzelno, im Regie­rungs­be­zirk Brom­berg (pl. Byd­goszcz ), das zu die­sem Zeit­punkt zum König­reich Preu­ßen (pl. Kro­lestwo Prus ) gehörte. Seine Eltern Michal und Fran­ciszka (geb. Glus­zek ) waren Bau­ern in Kuja­wien (Kujawy ). In der Zeit des Kul­tur­kamp­fes, der Ger­ma­ni­sa­tion der pol­ni­schen Bevöl­ke­rung und der Unter­drü­ckung der Kir­che besuchte er das Gym­na­sium in Trze­mes­zno (lat.Collegieum Tre­mes­nese) und wei­ter in Wagro­wiec, wo er im Jahr 1897 das Abitur machte.

Anschlie­ßend stu­dierte er im Pries­ter­se­mi­nar der Erz­diö­zese Posen und Gne­sen (Poznan und Gniezno ). Im Alter von 25 Jah­ren, am 13.11.1900 [3] wurde er durch Weih­bi­schof Antoni Andrze­je­wicz im Posen zum Pries­ter geweiht. Als Mis­sio­nar und Kaplan begann er sei­nen pries­ter­li­chen Dienst in Srem. Hier wirkte er neben der pas­to­ra­len Arbeit und auch im sozia­len Bereich 10 Jahre lang und unter­stütze den Pas­tor (Pfar­rer Becker) in der Pfarr­kir­che – „Him­mels­fahrt Kir­che der Seli­gen Jung­frau Maria „.

Im Jahr 1910 wurde er schließ­lich zum Admi­nis­tra­tor die­ser Pfar­rei beru­fen. Einige Monate spä­ter war er auch Pfar­rer der St. Lau­rence Kir­che in Gniezno. Dort blieb er 7 Jahre lang. Er ver­walte diese neue, noch nicht mal geweihte Kir­che, erneu­erte sie und brachte unter ande­rem das Bild “ Schwarze Madonna “ ( Czarna Madonna ) an und einem stil­vol­len Taber­na­kel an. Hier orga­ni­sierte er auch eine päd­ago­gi­sche Lesung, ohne vor­her die Poli­zei zu infor­mie­ren und wurde dafür mit Geld­strafe bestraft.

Im Jahre 1917 über­nahm er die Pfar­rei „der Hei­li­gen Drei­fal­tig­keit“. Einer sei­ner Vika­ren war der selige Aleksy Sobas­zek, der eben­falls im KZ Dachau litt und am 01.08.1942 dort an den Fol­gen des Hun­gers und der Ent­beh­run­gen starb. Wäh­rend der Zeit sei­ner pas­to­ra­len Arbeit in Gniezno, fand 1918-1919 der Auf­stand Powsta­nie Wie­l­ko­pols­kie statt. Er war damals auch als Mit­glied des Stadt­ra­tes in poli­ti­scher Ver­ant­wor­tung .

Wäh­rend des Krie­ges mit Russ­land 1919-1922 war Pfar­rer Kub­ski Kaplan der pol­ni­schen Armee.

Danach wurde er am 23.3.1923 Pfar­rer von St. Niko­laua in Ino­w­ro­claw, zu der noch 3 andere Kir­chen gehör­ten: St. Mariä (heute eine Basi­lika minor), Mariä Ver­kün­di­gung und St. Josef, die er reno­vierte. Im Jahr 1929 wurde die Ver­kün­di­gungs­kir­che kon­se­kriert durch Weih­bi­schof Antoni Lau­bitz (frü­here Pfar­rer, Grün­der u. Bau­herr, Vor­gän­ger vom Pfar­rer Kub­ski) in Anwe­sen­heit des Pri­mas Kar­di­nals August Hlond. Durch Got­tes Fügung wurde als eines der ers­ten Kin­der der spä­tere Pri­mas Polens Josef Glemp in die­ser neu geweih­ten Pfarr­kir­che getauft und zwar am Tag sei­ner Geburt, dem 18.12.1929.

In den Jah­ren 1923-26 arbei­tete Sta­nis­law Kub­ski zusätz­lich auch als Gefäng­nis­pfar­rer. Die Bau­ar­bei­ten der zur Pfar­rei gehö­ren­den Kir­che St. Josef  lei­tete er ab 1936, sie konn­ten erst nach dem Krieg 1945 been­det wer­den.

Trotzt der vie­len Auf­ga­ben und der vie­len Arbeit ver­gaß er nie Seel­sor­ger zu sein, für alle Stände fühlte er sich zustän­dig. Er arbei­tete gerne mit den Kin­dern, Jugend­li­chen, Armen und Gebil­de­ten, Arbei­tern und Hand­wer­ken. Er wurde eine ange­nehme Per­sön­lich­keit in der Stadt.  Wegen sei­ner Freund­lich­keit und sei­ner guten Taten schenkte man ihm viel Zunei­gung und Dank­bar­keit und Respekt.

Er ent­wi­ckelte krea­tiv zahl­rei­che kari­ta­tive Akti­vi­tä­ten und grün­dete Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tio­nen .

Viel Zeit aber ver­brachte er bei der eucha­ris­ti­schen Anbe­tung zu der er auch seine Kap­läne ermu­tigte. In der Pfar­rei wirkte er eher schüch­tern, aber mit einem güti­gen und mil­den Her­zen, „wie eine Taube“, sag­ten die Leute.

Der Selige hatte stets einen lee­ren Geld­beu­tel, weil ihm die Bedürf­nisse der ande­ren grö­ßer und wich­ti­ger waren als seine eige­nen.

Zusätz­lich wurde er ab ca.1923 Dom­ka­pi­tu­lar in St. Georg in Gniezno und 1925 Dekan in Ino­w­ro­claw.

1927 orga­ni­sierte er den ers­ten Eucha­ris­ti­schen Kon­gress eben­falls in Ino­w­ro­claw.

Des wei­te­ren war er unglaub­lich aktiv. Er war geist­li­cher Bera­ter des Pries­ter­se­mi­nars, Ver­tre­ter des Bischofs bei den Abitur­prü­fun­gen im Fach Reli­gion, akti­ves Mit­glied des Mis­si­ons­ver­suchs „Der gute Hirte“, Visi­ta­tor der Grund­schu­len, pries­ter­li­cher Direk­tor eines Ver­eins zur Anbe­tung des aus­setz­ten Aller­hei­ligs­ten.

Für seine Ver­dienste erhielt er 1935, Titel des Dom­ka­pi­tu­lars in Krus­zwica, das Gol­dene Ver­dienst­kreuz und die Mög­lich­keit zur Teil­nahme am Eucha­ris­ti­schem Kon­gress in Buda­pest.

Am 02.09.1939 [4], gleich nach dem Aus­bruch des zwei­ten Krie­ges, wurde er ver­haf­tet, den die deut­schen Besat­zer wuss­ten von sei­nen Akti­vi­tä­ten ins­be­son­dere in den Jah­ren 1918-1920 in Gniezno .(als Pfar­rer und. Dekan ; Direk­tor der bischöf­li­cher Gesell­schaft „Apos­to­la­tus Ora­tio­nis „; Mit­glied der Wahl­kom­mis­sion, es war die Zeit des Auf­stands und es ging um die Gren­zen der Repu­blik.)

Mann jagte ihn durch die Stadt mit über den Kopf erho­be­nen Hän­den. Die erste Nacht ver­brachte er kni­end im Hof der Kaserne Mar­schall Jozef Pil­sud­ski.

Ino­w­ro­claw wurde Teil des neuen Reichs­gau Posen und spä­ter unmit­tel­bar Teil des deut­schen Staa­tes. Fast sofort wurde die alte, reno­vierte St. Mariä Namen Kir­che (Pfarr­kir­che von Pfar­rer Sta­nis­law Kub­ski) geschlos­sen und in eine Lager­halle umge­wan­delt.

Schon am 09.09. 1939, kam er nach Pila ins Über­gangs­la­ger der Geheimpolizei-Gestapo, in der ehe­ma­li­gen Flug­zeug­fa­brik „Alba­tros“, wo er unter­ge­bracht war. Von dort  wurde er schon ein paar Tagen spä­ter (21.11.1939- 23.11.1939) ins KL Dachau gebracht. Er erhielt die Häft­lings­num­mer Num­mer: 35773.

Drei Tage spä­ter war er wie­der auf Trans­port, dies­mal ins KL Buchen­wald in Thü­rin­gen. Dort wurde der 63-jährige Pries­ter zu schwe­rer Arbeit im Stein­bruch gezwun­gen und dabei gefol­tert. Nach­dem er dort ein Jahr aus­ge­hal­ten hatte, brach er sich im Zustand tota­ler Erschöp­fung wäh­rend der Arbeit die Hand. In die­sem Zustand wurde er am 24.10.1940 (oder 08.12.1940 nach ande­ren Quel­len) [5] wie­der zurück ins KZ Dachau gebracht.

Dort wurde ihm eine neue Zahl, eine neue Num­mer zuge­teilt, dies­mal 21878 (oder 20678 nach einer ande­ren Quelle). Im KZ Dachau waren viele hun­dert  Pries­ter, auch hun­derte pol­ni­schen Pries­ter und Ordens­män­ner aus den besetz­ten pol­ni­schen Gebie­ten. Unter ihnen begeg­nete er vie­len Bekann­ten, die ihn für­sorg­lich auf­nah­men.

Aber er war schon sehr erschöpft und abge­ma­gert und konnte kaum noch die Lager­be­din­gun­gen ertra­gen. Er wurde krank, der gebro­chene Arm war nicht aus­rei­chend ver­sorgt wor­den, es quäl­ten ihn Krätze, schreck­li­che Geschwüre und Wun­den am Kör­per. Doch trotz allem behielt er seine hei­tere Aus­ge­gli­chen­heit, Ruhe und tiefe Fröm­mig­keit.

„Wir begeg­ne­ten uns auf der Kran­ken­sta­tion des Lagers, Abtei­lung Häft­linge, die mit Krätze ange­steckt waren. Er ist bar­fuß, im Schnee bei Tem­pe­ra­tur  um – 12° C. Unser Augen tref­fen sich. Klar begrüßt er mich:  „Lau­de­tur Jezus Chris­tus. Sei gegrüßt. Du bist auch hier? Gemein­sam wird es uns bes­ser gehen „.Wir tei­len eine Schlaf­stelle, genauer gesagt einen klei­nen stin­ken­den Stroh­sack. Auf sei­nem abge­ma­ger­ten Kör­per war keine gesunde Stelle „, erin­nerte sich der mit­ge­fan­gene Pries­ter Sta­nis­law Gale­cki (1896 Poznan-1952 Szu­bin).

Man erin­nerte sich an Sta­nis­law Kub­ski ,er betete den Rosen­kranz auf dem Schmud­del­bett und hatte dabei eine Schnur mit gefloch­te­nen Kno­ten in der Hand. Oft sprach er über seine Pfar­rei in Ino­w­ro­claw. In zen­sier­ten Brie­fen, die in deut­scher Spra­che ver­fasst wer­den muss­ten, schrieb er aus dem Lager schrieb er: „nach dem Krieg wird alles gut sein“, aber „zuerst die Frei­heit und die Ord­nung“. Dabei äußerte er die Sorge um die Pfarr­ge­meinde, so wie die Dank­bar­keit für Gebete für ihn.

Immer setzte er sein Ver­trauen auf Gott, obwohl die Gefah­ren ihm bewusst waren.

In der Kar­wo­che 1942 (30.3- 5.4 1942) muss­ten die im KZ Dachau gefan­ge­nen 1400 pol­ni­sche Pries­ter einen „beson­de­ren“ Kreuz­weg durch­lei­den. Jeden Tag wur­den sie zum Straf­ex­er­zie­ren her­aus­ge­ru­fen bis zur völ­li­gen Erschöp­fung  und muss­ten wei­tere Schi­ka­nen über sich erge­hen las­sen. Doch der selige Sta­nis­law ertrug „all die Schmer­zen und Qual­len er mit einer Engels­ge­duld. Er fand im Gebet Trost und Ermu­ti­gung und bestärkte die ande­ren mit guten Wor­ten “ (Pries­ter Dezy­dery Wro­blew­ski. 1893 Poznan- 1978 Ino­w­ro­claw ) [7]

Aber er war am Ende sei­ner Kraft. Ende April wurde er arbeits­un­fä­hig erklärt. Er litt immer noch an Krätze, hatte 4 große eiternde Furun­kel und viele Geschwüre, er wog nur noch 39,5 kg .

Den Gefan­ge­nen im KZ Dachau war bewusst: so ein Zustand bedeu­tete ein Todes­ur­teil.

Tat­säch­lich wurde der Name des seli­gen Sta­nis­law Kub­ski auf die Liste, des soge­nann­ten Inva­li­den­trans­ports gesetzt. Dies war ein Trans­port für nicht mehr in der Zwangs­ar­beit ein­setz­bare Häft­linge, die zur Ver­ga­sung weg­ge­bracht wur­den.

Im letz­ten Brief schrieb er über den erwar­ten­den „Woh­nungs­wech­sel „sowie die Sehn­sucht nach allen Lie­ben daheim. Er war trotz­dem voll Ver­trauen auf Gott.

Vor sei­nem Abtrans­port konnte Pfar­rer Kub­ski sogar noch Abschied von den Freu­den neh­men. Er ging ruhig weg, hei­ter – aber gab zu, ein biss­chen Angst zu haben. Er wusste was ihn erwar­tete und meinte,das wäre das Bes­sere. Er ging ver­söhnt mit dem Wil­len Got­tes.

Malak erin­nerte sich an Pfar­rer Kub­ski: „Ein klei­ner, leben­di­ger alter Mann, mit schö­nem Gesicht und den blauen Augen eines Kin­des, der in den letz­ten Minu­ten an Bekannte noch Anwei­sun­gen an seine Pfar­rei gab.“

Am 17.5.1945 ab Mit­tags­zeit musste er in einem sepa­ra­tem Block, den Inva­li­den­block umzie­hen. (Nr.25).  Nach einer ande­ren Quelle am 18. 05. 1942. [6]

Am nächs­ten Tag ganz früh wurde er mit ande­ren in Bus­sen oder Last­wä­gen abtrans­por­tiert. In der Nacht hör­ten die Kame­ra­den noch das Klap­pern der Holz­pan­ti­nen der Inva­li­den auf ihrem Weg zu den Fahr­zeu­gen.

Wir wis­sen, dass im Zuge der Liqui­die­rung der nicht mehr arbeits­fä­hi­gen Häft­linge gezielt auch Pries­ter ermor­det wur­den. Sie wur­den in das öster­rei­chi­sche Euthanasie-Zentrum in Schloss Hart­heim bei Linz gebracht, wo die“ Aktion T4, Ermor­dung unwer­ten Lebens “ durch­ge­führt wurde. In die­sen Trans­por­ten wur­den Behin­der­ten und psy­chisch Kranke ermor­det, dar­un­ter auch Kin­der .

Pfar­rer  Sta­nis­law Kub­ski wurde mit dem drit­ten Trans­port zusam­men mit 59 ande­ren katho­li­schen Geist­li­chen weg­ge­bracht, unter ande­rem war der selige Fran­zis­ka­ner Pater Jan Oprz­a­dek an die­sem Tag dabei.

Es ist nicht ganz klar, wie der Trans­port ablief. Es gibt Aus­sa­gen, die Gefan­ge­nen wur­den in Last­wä­gen abtrans­por­tiert, andere spre­chen von einem Trans­port in Zügen und anschlie­ßen­der Fahrt in Last­wä­gen bis nach Hart­heim, das ein Stück außer­halb von Linz liegt.

Dort wur­den die Gefan­ge­nen durch Gift­gas getö­tet und im ört­li­chen Kre­ma­to­rium ver­brannt.

Die Asche wurde angeb­lich auf Fel­der ver­streut, es befin­det sich aller­dings auch ein Aschen­grab an der heu­ti­gen Gedenk­stätte des Schlos­ses Hart­heim. Die offi­zi­elle Infor­ma­tion des KZ Dachau an die Fami­lie vom Tod ihres Ange­hö­ri­gen nannte immer eine natür­li­che Todes­ur­sa­che wie Lun­gen­ent­zün­dung oder Herz­ver­sa­gen.

In so einem Trans­port ver­starb der selige Sta­nis­law Kub­ski. Höchst­wahr­schein­lich am 18.05.1945. Offi­zi­ell wird als Todes­da­tum der 13.05.1945 genannt. Der tat­säch­li­che Todes­tag war wohl spä­ter. Offi­zi­ell blieb man bei dem Todes­da­tum 13.05.1945.

Im Jahr 2013 wurde das Grab des seli­gen Sta­nis­law Kub­ski unter der Platte mit der Num­mer 14 gefun­den. (Für diese Infor­ma­tion dan­ken wir herz­lich Herrn Maciej Skar­zyn­ski. Einen Bericht mit dem Foto des Gra­bes fin­den Sie in unse­rem Archiv.)

In Mün­chen auf dem Ehren­fried­hof für Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus am Per­la­cher Forst befin­den sich meh­rere gemau­erte Urnen­grä­ber mit jeweils meh­re­ren Urnen. Es wurde eine Liste mit Namen der dort bestat­te­ten gefun­den. Dar­auf steht der Name des Seli­gen. Es wird ver­mu­tet, dass er bald nach dem Abtrans­port aus Dachau noch auf dem Weg ver­starb. Es ist ein Tod durch Auto­ab­gase wäh­rend der Fahrt mög­lich, oder auch ein Tod im Zug. Im letz­te­ren Fall wurde die Lei­che wohl am Münch­ner Haupt­bahn­hof ent­fernt, im Münch­ner Kre­ma­to­rium ver­brannt und letzt­lich am Fried­hof Per­la­cher Forst bestat­tet.

Die­ses Grab  wäre das ein­zige bis­her bekannte Grab eines pol­ni­schen Pries­ters, der bei der Aktion T4 umkam.

Aber auch eines der weni­gen Grä­ber eines Seli­gen von Dachau.

Am 13 Juni 1999 wurde Sta­nis­law Kub­ski zusam­men mit ande­ren 107 pol­ni­schen Mär­ty­rern in Wars­zawa (War­schau ) von Hei­li­gen Papst Johan­nes Paul II. selig gespro­chen als 108 pol­ni­sche Mär­ty­rer. Zu die­ser Gruppe gehö­ren auch sein ehe­ma­li­ger Kaplan Aleksy Sobas­zek und sein Gefährte auf der Fahrt in den Tod Pater Jan Oprz­adka.

Monika Neu­dert

Über­set­zung Irene Janit­zek

Quel­len:

https://pl.wikipedia.org/wiki/Stanis%C5%82aw_Kubski

http://www.ipsb.nina.gov.pl/a/biografia/kubski-stanislaw

http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0518blSTANISLAWKUBSKImartyr01.htm

https://prawy.pl/3084-nadziei-nie-trace-nawet-na-chwile-blogoslawiony-ks-stanislaw-kubski/

http://www.swietyjozef.kalisz.pl/Dachau/39.html

http://www.wtg-gniazdo.org/ksieza/main.php?akcja=opis&id=2299

[1] Wen­del Gil­liar II, S 221 berich­tet von einer Ver­haf­tung am 02.11.1939

[2] ver­schie­dene Ein­lie­fe­rungs­da­ten bei Wendel-Gilliar, II, S.221, bei Wei­ler, Die Geist­li­chen in Dachau, S. 386 zitiert  Thoma und  Dog­mala dort Ein­lie­fe­rungs­da­tum am 08.12.1940

[3] Wendel-Gilliar, a.a.O.

[4] Vgl. Anmer­kung 1

[5] Vgl. Anmer­kung 1

[6] Wendel-Gilliar (a.a.O.) gibt als Todes­da­tum 13.06.1942, das Diö­ze­san­ar­chiv Gniezno den 18.05.1942 an.

[7]Sliwka S 9f

 

75. Todestag seliger Ludwik Roch Gietyngier

Am 30.11.2016 ist eine gute Gele­gen­heit des seli­gen Lud­wik Roch Gie­tyn­gier zu geden­ken, der vor 75 Jah­ren  im KZ Dachau ermor­det wurde.

Der gütige, pol­ni­sche Geist­li­che war beson­ders enga­giert in der Erzie­hung der Jugend. Lei­der ist er in Deutsch­land noch unbe­kannt, obwohl er in Dachau getö­tet wurde und seine Asche auch dort im Bereich des Kre­ma­to­ri­ums begra­ben ist.

Bit­ten wir um seine Für­spra­che.

Ich ver­weise für nähere Infor­ma­tio­nen auf seine Bio­gra­fie auf die­ser Home­page, die unten folgt.

 

 

Lud­wik Roch Gie­tyn­gier

 

Seli­ger Lud­wik Roch Gie­tyn­gier

(1904-1941)

Pries­ter der Erz­diö­zese Czesto­chowa, Pfar­rer, Gym­na­si­al­di­rek­tor

geb: 16 .08.1904 in Zarki, Slas­kie, Polen

ver­haf­tet am 06.10.1941 in Raczyn

KZ Dachau ab 30.10.1941, Häft­lingsnr.: 28 288

+: 30. 11. 1941 in KZ Dachau[1]

Gedenk­tag: 30.11

 

Der selige Lud­wik Roch Gie­tyn­gier war ein sehr opfer­be­rei­ter Erzie­her der Jugend, Kate­chet, von einer gro­ßen Liebe zu Gott und zu den Mit­men­schen beseelt. Dies prägte sein Enga­ge­ment als Seel­sor­ger, aber auch sein Ver­hal­ten in den Qua­len der Gefäng­nisse und im KZ Dachau.

Am 06.10.1941 wurde er, wie alle katho­li­schen Pries­ter aus dem Kreis Wie­lun ver­haf­tet. Mit ihnen wurde er in das Über­gangs­la­ger Kon­stan­tynow gebracht. Unter den har­ten Bedin­gun­gen dort litt er beson­ders, da er schon län­gere Zeit gesund­heit­lich ange­schla­gen war. Nach drei Wochen wurde die Gruppe der Geist­li­chen mit der Bahn ins KZ Dachau gebracht. Auf der Fahrt gab es weder zu Essen noch zu Trin­ken für sie. Die Pries­ter kamen in so schlech­tem gesund­heit­li­chen Zustand in Dachau an, dass selbst Mit­brü­der der eige­nen Diö­zese sie nicht mehr erkann­ten.

Gie­tyn­giers Gesund­heit hatte wei­ter gelit­ten, er hatte zusätz­lich auch starke Magen­schmer­zen zu ertra­gen.

Von ihm sagte man,  „er habe die Qua­len des Lebens, das Lei­den und die Schwie­rig­kei­ten im Gefan­gen­schaft gedul­dig ertra­gen, immer ganz erge­ben in den Wil­len Got­tes.“[2]

Am 30.11.1941 wurde er ins Kran­ken­re­vier gebracht. Dort war der Mit­häft­ling Sepp Heyden als Pfle­ger beschäf­tigt. Die­ser war bekannt wegen sei­ner sadis­ti­schen Bru­ta­li­tät. Er warf den Seli­gen wütend zu Boden und trat ihm mit sei­nen Stie­feln in den Bauch. An  die­ser Miss­hand­lung starb der selige Lud­wik Roch Gie­tyn­gier [3].

 

Pfar­rer Jan Brod­zin­ski, Mit­häft­ling im KZ Dachau, erin­nerte sich:

„Fest­ge­nom­men durch die Deut­schen am 6. Okto­ber 1941, wurde er nach dem Auf­ent­halt im Lager Kon­stanynow bei Lodz und nach Dachau gebracht. Er kam er zusam­men mit den Pries­tern aus dem sog. Wart­he­gau am 30.Oktober 1941 an, erhielt die Num­mer 28 288 und wurde dem Block 28 zuge­teilt. Als Päd­agoge und Prä­fekt traf er die Her­zen der Jugend und begeis­tert sie, er war ein Mus­ter­pries­ter, voll des Geis­tes Got­tes, erfüllt er trotz sei­ner schwa­chen Gesund­heit zahl­rei­che Pflich­ten mit gro­ßem Eifer. In Dachau konnte sein Kör­per die zahl­rei­chen Schi­ka­nen und Fol­te­run­gen nicht aus­hal­ten. Der geschwächte Kör­per wurde durch eine Lebens­mit­tel­ver­gif­tung noch mehr in Mit­lei­den­schaft gezo­gen. Bewusst­los zum Revier gebracht, wurde er durch den Revier­kapo Heyden ermor­det, der ihn zu Boden warf, ihm auf den Bauch sprang und ihm damit am 30. Novem­ber 1941 den Todes­stoß gab.“[4]

 

[1] Daten nach WEILER, Eugen, Die Geist­li­chen in Dachau, Möd­ling 1971, S 254

[2] Nach SLIWKA, Euge­ni­usz (Red.), Mär­ty­rer für den Glau­ben 1939-1945, S 6

[3] Wendel-Gilliar, Band I, S 395

[4] Nach Wendel-Gilliar, a.a.O.

http://www.selige-kzdachau.de/portfolio/ludwik-roch-gietyngier

 

 

Bericht Seligsprechung P. Engelmar


DSC00586

Selig­spre­chung im Kili­ans­dom Würz­burg, 24.09.2016

Film­do­ku­mente von der Selig­spre­chung am 24.09.2016 in Würz­burg sind auf der Seite der Diö­zese Würz­burg zu fin­den. Dar­un­ter die Auf­nahme des Got­tes­diens­tes

Film „Liebe, Hin­gabe, Opfer“, Aus­schnitte aus der Selig­spre­chungs­feier von Pater Engel­mar Unzei­tig CMM im Kili­ans­dom

Film BR Media­thek in der Reihe Sta­tio­nen Bei­trag über die Selig­spre­chung von P. Engel­mar Unzei­tig

Film­do­ku­ment Papst Fran­zis­kus wür­digte P. Engel­mar anläss­lich sei­ner Selig­spre­chung beim Ange­lus am 25.09.2016

Bericht vom Dank­got­tes­dienst am 25.09.2016 in der Herz-Jesu-Kirche in Würz­burg

 

Dachau, 29.09.2016, Gedankensplitter zur Seligssprechung von Monika Neudert
Am 24.09.2016 begann im Kiliansdom in Würzburg um 14.00 Uhr die Seligsprechung von P. Engelmar Unzeitig. 
Zu Beginn des Wortgottesdienstes wurden die Bitte um Seligsprechung 
und die Biografie von P. Engelmar Unzeitig verlesen.
Bewegend war die Verlesung des Seligsprechungsdekret und die Enthüllung des Bildes des neuen Seligen, 
auf das die Gemeinde mit Applaus antwortete. 
Bei der Opferung wurden Uhr, russisches Wörterbuch und Primizkelch des neuen Seligen zum Altar gebracht
und ich erinnerte mich an das Lebensopfer des Seligen. 
Der feierliche Gottesdienst war erfüllt vom Glanz der katholischen Tradition, 
besonders würziger Weihrauch und einer prunkvollen Kirchenmusik, die das Herz erfreuten. 
Der Dom war mit festlich gekleideten Gottesdienstbesuchern reichlich gefüllt, 
auch in die benachbarte Kirche wurde der Gottesdienst übertragen.
Beim Verlassen der Kirche bekamen alle Gottesdienstbesucher zur Erinnerung 
eine Kerze mit Logo der Seligsprechung geschenkt.
Danach fanden sich alle bei herrlichem Spätsommerwetter zu einem bunten Empfang auf dem Vorplatz des Domes ein
und genossen bei Wein und Gebäck. Bei freudigen Gesprächen lernte man sich kennen.


25.09.2016, 10.30 Dankgottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche in Würzburg 
mit dem Orden der Marianhiller Missionare:

Der Gottesdienst war gestaltet in festlicher und familiärer Stimmung. 
Da viele Ordensangehörige aus Afrika anwesend waren, wurde auch afrikanische Kirchenmusik verwendet.
Bewegend wurde die Übertragung der Urne des Seligen in den beleuchteten Volksaltar der Kirche erlebt.

Nach dem Gottesdienst fand ein Fest auf dem Gelände statt. 
Bei Wurstsemmeln und Getränken kam es zu schöne Gesprächen. 
Es bestand die Möglichkeit im Missionsladen einzukaufen, insbesondere Bücher über P. Engelmar und Andenken.
Eine Fotoausstellung und der Neue Film gaben weitere Möglichkeit den Seligen kennen zu lernen.
Um 14.00 wurde in der Kirche 
mit einem Interview die Künstlerin des Bildes zur Seligsprechung durch P. Andreas vorgestellt.
Ein tieferer Zugang zu diesem Kunstwerk wurde den Zuhörern geschenkt.
27.09.2016, Kapelle des Karmel Heilig Blut, Dachau. 
Als Abschluß einer Wallfahrt von Ordensmitgliedern der Marianhiller Missionare 
fand ein Gottesdienst der Patres zu Ehren von P. Engelmar in englischer Sprache statt. 
Es wurden afrikanische Lieder mit Trommelbegleitung gesungen, 
ganz ungewöhnliche Töne an diesem Ort.
In der Predigt wurde der Vergleich zwischen der heiligen kleinen Therese und P. Engelmar gezogen. 
Wichtig war beiden die Liebe, daraus fanden sie auch zur Hingabe.
Das anschließend angestimmte Lied "ubi caritas et amor, deus ibi est " fasste bewegend das Gesagte zusammen.
Die Kapelle war gefüllt mit Geistlichen, der Vergleich mit Priestergemeinschaft in der Kapelle des Block 26 
des KZ Dachau drängte sich auf.
Am Ende des Gottesdienstes wurde das von P. Lenz im Lager verfasste Gebet zu unserer lieben Frau von Dachau
in gekürzter Version auf englisch gemeinsam gebetet.Um Maria unsere Liebe Frau von Dachau zu ehren, 
wurde anschließend das Salve Regina angestimmt, in der aus dem Film Sister Act bekannten Fassung.
Ein bewegender Abschluss eines bewegenden Gottesdienstes
© 2012 - 2014 Freundeskreis Selige aus dem KZ Dachau - Impressum