Definitionen


Hier fin­den Sie einige hilf­rei­che Defi­ni­tio­nen.

Die Texte wur­den uns  zur Ver­fü­gung gestellt von Johan­nes Kap­p­auf.

Wir bedan­ken uns dafür.

 

Selige

Als selig wird ein Mensch bezeich­net, des­sen Leben erfüllt ist. Im Kon­text des Glau­bens ist damit gemeint, dass jemand die Erfül­lung bei Gott erreicht hat. Nach einem Selig­spre­chungs­ver­fah­ren erlaubt die Kir­che, dass ein Mensch von den Gläu­bi­gen regio­nal begrenzt (z.B. Hei­mat­diö­zese oder am Ster­be­ort) ver­ehrt wer­den darf. Er soll ihnen auch als Vor­bild im Glau­ben die­nen.

 

Hei­lige

Das Wort hei­lig kommt im Eigent­li­chen nur Gott zu. Aber es wird auch für Dinge, Orte und beson­ders Men­schen ver­wen­det, die in einer beson­de­ren Weise zu Gott gehö­ren. Durch das  Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren wird eben dies von der Kir­che fest­ge­stellt. Ein Hei­li­ger ist der gesam­ten Kir­che als Für­spre­cher und Vor­bild gege­ben und darf welt­weit ver­ehrt wer­den.

 

Selig- und Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren

Durch das Selig- bzw. Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren stellt die Kir­che offi­zi­ell fest, dass ein Mensch tugend­haft und treu den Glau­ben gelebt hat, als Für­spre­cher bei Gott und beson­de­res Vor­bild für die Gläu­bi­gen dient. Zuerst folgt der Selig­spre­chungs­pro­zess, danach kann sich ein Hei­lig­spre­chungs­pro­zess anschlie­ßen. Nach Prü­fung aller ver­füg­ba­ren Unter­la­gen und Zeug­nisse über die betref­fende Per­son ist ent­schei­dend, dass ein Wun­der, das auf die Anru­fung des zukünf­ti­gen Seli­gen bzw. Hei­li­gen geschah, von der Kir­che als sol­ches aner­kannt wird. Diese Wun­der ent­fällt im Ver­fah­ren für Mär­ty­rer, da hier durch das bis zum Tod abge­legte Zeug­nis für Chris­tus ein aus­rei­chen­der Grund für eine Selig- bzw. Hei­lig­spre­chung ist.

 

Ver­eh­rung der Heiligen/Seligen

Selige bzw. Hei­lige dür­fen von den Gläu­bi­gen ver­ehrt wer­den. Dies ist auf kei­nem Fall mit Anbe­tung zu ver­wech­seln, die nur Gott zukommt. Schon im frü­hen Chris­ten­tum wurde der Jah­res­tag des Todes eines Mär­ty­rers an des­sen Grab gefei­ert. Dar­aus ent­wi­ckelte sich der Brauch, Eucha­ris­tie auf den Grä­bern der Hei­li­gen zu fei­ern. Bis heute sind daher in jedem Altar Reli­quien ein­ge­las­sen. Der Hei­lige bürgt gleich­sam für den Glau­ben und ver­weist auf das eigent­li­che Ziel des Men­schen: Bei Gott zu sein.

Hei­lige wer­den in der Katho­li­schen Kir­che als Für­spre­cher ange­ru­fen. Die Kir­che besteht nicht nur aus den Men­schen hier auf der Erde, son­dern auch aus allen, die uns schon vor­aus gegan­gen sind. Ihr Gebet für die Gläu­bi­gen ist also in beson­de­rer Weise frucht­bar.

Außer­dem die­nen Selige und Hei­lige den Men­schen als Vor­bil­der im Glau­ben. Die ganz indi­vi­du­el­len Wege der Hei­li­gen zei­gen die Breite christ­li­chen Lebens auf und ermu­ti­gen zum eige­nen Leben aus dem Glau­ben.

 

Mär­ty­rer

Das Wort Mär­ty­rer (alt­griech.) bedeu­tet Zeuge. Im klas­si­schen und auch z.T. im neu­tes­ta­ment­li­chen Gebrauch ist damit der Gerichts­zeuge gemeint. Hin­zu­kommt dann auch die Zeu­gen­schaft für das Leben, Ster­ben und Auf­er­ste­hen Jesu Christi. Erst im 2. Jahr­hun­dert wan­delt sich der Begriff dahin, dass damit nur der­je­nige bezeich­net wird, der sein Leben um des Zeug­nis­ses Christi wil­len gewalt­sam ver­liert. Im Deut­schen wird dafür oft der Begriff Blut­zeuge ver­wen­det.

 

Mar­ty­ro­lo­gium des 20. Jahr­hun­derts

Papst Johan­nes Paul II. rief in sei­nem Apos­to­li­schen Schrei­ben Ter­tio Mill­en­nio Adve­ni­ente dazu auf, an die große Zahl der Mär­ty­rer des 20. Jahr­hun­derts zu erin­nern. Welt­weit wur­den dar­auf­hin Namen und Geschich­ten von Men­schen, die für ihren Glau­ben star­ben, gesam­melt und an die in Rom ein­ge­rich­tete Kom­mis­sion neue(r) Mär­ty­rer wei­ter­ge­lei­tet.

In Deutsch­land ent­stand im Auf­trag der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz unter der Lei­tung von Hel­mut Moll ein Mar­ty­ro­lo­gium des 20. Jahr­hun­derts mit dem Titel Zeu­gen für Chris­tus.

 

Für wei­tere Beschäf­ti­gung mit dem Thema Mar­ty­rium emp­feh­len wir die Diplom­ar­beit von Johan­nes Kap­p­auf , „Betrach­tun­gen zu Bedeu­tung, Geschichte und Wan­del eines Begriffs“.   (Link)

 

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