Stanislaw Mysakowski


Bl. ks. Stanislaw Mysakowski

Seli­ger Sta­nislaw Mysa­kow­ski, (1896—1942)

Pries­ter der Diö­zese Lub­lin, Vikar, Kate­chet

Mit­be­grün­der der Ver­ei­ni­gung der Pries­ter vom Guten Hir­ten

Geb: 15.09.1896 in Wojsla­wice, Polen

Ver­haf­tet am 19.11.1939 in Lub­lin[1]

KZ Dachau 14.12.1940- 14.10.1942, Häft­lingsnr: 22 591[2]

+:30.10.42 auf einem Inva­li­den­trans­port, getö­tet in der Gas­kam­mer in Hart­heim bei Linz

Gedenk­tag: 30.10.

 

Bio­gra­fie:

Seli­ger Sta­nis­law Mysa­kow­ski , Pries­ter und Mär­ty­rer

Sta­nis­law Mysa­kow­ski wurde am 15. Sep­tem­ber 1896 in Wojsla­wice /Polen als Sohn des Orga­nis­ten Wojsla­wice gebo­ren. Er war ein katho­li­scher Pries­ter, Sozi­al­ar­bei­ter, Seel­sor­ger und Jugend­seel­sor­ger. Er gilt als Kate­chet Lub­lins, er lebte für den Dienst der Barm­her­zig­keit unter den Armen, den Alten und den Behin­der­ten.

Er wurde 1896 in Wojsla­wice, einem Dorf zwi­schen Chelm und Zamosc gebo­ren. Er war Sohn des Orga­nis­ten Nicho­las und sei­ner Frau Wla­dyslawa.

Nach dem Abitur in Zamosc trat er in das Pries­ter­se­mi­nar  in Lub­lin ein und begann seine Stu­dien an der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät der Lub­lin. Er wurde 1920 zum Pries­ter geweiht. Wäh­rend sei­nes wei­te­ren Stu­di­ums war er Kaplan bei den Barm­her­zi­gen Schwes­tern (Vin­zen­tie­ne­rin­nen) in Kazi­mier­zówce der Nähe von Lub­lin und ab 1922 Beicht­va­ter der Schwes­tern der Kon­gre­ga­tion von der gött­li­chen Vor­se­hung bei Lub­lin.

Nach dem Abschluss des Stu­di­ums, 1924, setzte er sich für pas­to­ra­len und cha­ri­ta­ti­ven Akti­vi­tä­ten in Lub­lin ein. Er war Vikar der Pfar­rei St. Paul (1925-1932) und der Pfar­rei der Kathe­drale St. Johan­nes der Täu­fer (Jahr 1932-1939).

Schließ­lich ent­schied er sich 1933 für den Rück­zug aus der Pfar­rei­se­el­sorge, er wollte seine pries­ter­li­che Beru­fung in Wer­ken der Nächs­ten­liebe und der Sozi­al­ar­beit leben. Mit gro­ßem per­sön­li­chen Ein­satz enga­gierte er sich, seine Arbeit stellte er dafür auf die bei­den Säu­len: För­de­rung der christ­li­chen Nächs­ten­liebe und die Ver­brei­tung des reli­giö­sen Wis­sens. Viel­fäl­tig war sein sozia­les Enga­ge­ment. Hier einige Bei­spiele:

Er war ein Mit­be­grün­der des Ver­ban­des der Pries­ter des Guten Hir­ten und enga­gierte sich in ande­ren Sozia­len Wer­ken, dar­un­ter auch die Ver­ei­ni­gung der Hei­li­gen Zita, die sich der Betreu­ung der Mäd­chen wid­mete, die vom Land in die Stadt gekom­men waren um dort zu arbei­ten.

Sta­nis­law Mysa­kow­ski erkannte die Not sei­ner Zeit und schuf neue Struk­tu­ren für die Armen. Er schuf ein Alten­heim für Män­ner, und führte eine Sup­pen­kü­che. Beson­dere Auf­merk­sam­keit wid­mete er der Seel­sorge  jun­gen Men­schen. Er arbei­tete in einem Zen­tren für Stra­ßen­kin­der und enga­gierte sich bei viel­fäl­ti­gen Akti­vi­tä­ten für die Ärms­ten, um ihnen kon­krete Hilfe und den Glau­bens zu brin­gen. Er grün­dete dazu die Rit­ter des Hei­ligs­ten Her­zens, die sich 1924 schon um 310 Fami­lien in Lub­lin küm­mer­ten. Auch Behin­derte wollte er  hel­fen und war Vor­stand einer  Schule für Behin­derte.

Er orga­ni­sierte in den Ferien Erho­lungs­auf­ent­halte für Kin­der aus armen Stadt­fa­mi­lien. In Zem­bor­zy­cach, mit­ten im Wald, erbaute er ein Erho­lungs­haus, in dem bedürf­tige Kin­der Fei­er­tage und Urlaube ver­brin­gen konn­ten. (Wäh­rend der Zeit der Besat­zung durch die Deut­schen Trup­pen  sollte die­ses Haus Juden als Unter­schlupf die­nen, es brannte jedoch ab, bevor die­ser Plan ver­wirk­licht wer­den konnte.)

Die Erwach­se­nen­bil­dung war ihm wich­tig,  er wollte sich für eine Ver­bes­se­rung der Bil­dung der Ärms­ten ein­setz­ten und orga­ni­sierte dafür 1935 Vor­le­sun­gen und eine Büche­rei, aber auch ganz kon­krete Hil­fen, wie einen  Kurse zum Erler­nen des Auto­fah­rens und er  grün­dete eine Schnei­de­rei.

Er ver­öf­fent­lichte auch eine Zeit­schrift: „Echo der Pfar­rei“, und star­tete ein Kino in der Pfar­rei St. Paul, führte dort Selbst-Erziehungs- Kurse für Kin­der aus armen Fami­lien durch.

Nach  Aus­bruch des Zwei­ten Welt­kriegs half Sta­nis­law Mysa­kow­ski den zahl­rei­chen Flücht­lin­gen in der Stadt, orga­ni­sierte eine Nahrungsmittel-Nothilfe und eine Feld­kü­che. Er half bei der Bom­bar­die­rung der Kathe­drale von Lub­lin mit eige­nen Hän­den und ret­tete Men­schen aus Feuer und Zer­stö­rung. Dank sei­ner Initia­tive began­nen sofort die not­wen­di­gen Auf­räu­mungs­ar­bei­ten an der Kathe­drale. Es gelang ihm, zer­ris­sene Fens­ter und Türen erset­zen zu las­sen, zer­bro­che­nen Altäre und Bänke zu repa­rie­ren, das Innere von Trüm­mern zu rei­ni­gen ein pro­vi­so­ri­schen Dach anbrin­gen zu las­sen.

Die deut­schen Besat­zer began­nen schon im Herbst 1939 mit Ver­haf­tun­gen der Intel­li­genz, am 17.11.39 wurde  eine Gruppe von Pries­tern aus Lub­lin ver­haf­tet. Sta­nis­law Mysa­kow­ski war unter Ihnen. Noch im Dezem­ber wurde er am 3.12.1939 ins KZ Sach­sen­hau­sen depor­tiert.

Die letzte Etappe sei­nes Lebens musste Sta­nis­law Mysa­kow­ski  im KZ Dachau erlei­den, am 14. Dezem­ber 1940 wurde er dort ein­ge­lie­fert, er erhielt die Häftlings- Num­mer 22 591.

Trotz der Schi­ka­nen, Fol­te­run­gen und Quä­le­reien galt sein Ein­satz im Lager der Unter­stüt­zung der Mit­ge­fan­ge­nen. Mit sei­ner spi­ri­tu­el­len Kraft half er Gefan­ge­nen, die völ­lig ent­wür­di­gen­den Zustände zu ertra­gen und trotz der vie­len Demü­ti­gun­gen nicht zu ver­zwei­feln.

Die Deut­schen Wachen behan­del­ten ihn mit äußers­ter Bru­ta­li­tät, oft wurde er grau­sam gefol­tert.

Erschöpft von der har­ten kör­per­li­chen Arbeit und dem stän­di­gen Hun­ger, wurde er aus­ge­son­dert und in einem Trans­port mit ande­ren kran­ken Häft­lin­gen zur Tötung im Eutha­na­sie­pro­gramm vor­ge­se­hen. Am 14. Okto­ber 1942 ging der Trans­port nach Hart­heim bei Linz ab. Dort wurde der Selige am 30. Okto­ber 1942 in der Gas­kam­mer  ermor­det. Sein Kör­per wurde dort im Kre­ma­to­rium  ver­brannt.

Von ihm wurde erzählt, „dass er zu den weni­gen zählte, die durch die Kraft ihres Geis­tes die Mit­häft­linge vor einer tota­len Her­ab­wür­di­gung  ihrer Mensch­heit geret­tet haben“.[3]

Papst Johan­nes Paul II. sprach ihn in War­schau am 13. Juni 1999 selig, zusam­men mit der Gruppe der 108 pol­ni­schen Mär­ty­rer, Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus wäh­rend des zwei­ten Welt­krie­ges.[4]

 

Da es nur wenige Quel­len in deut­scher Spra­che vor­lie­gen, kann es zu Über­set­zungs­feh­lern gekom­men sein. Dies bit­ten wir zu ent­schul­di­gen. Für wei­ter­füh­rende Infor­ma­tio­nen sind wir dank­bar.

 

Quel­len:

[1] Nach WEILER, Eugen, Die Geist­li­chen in Dachau, Möd­ling 1971,

ver­haf­tet am 03.12.1939, nach SLIWKA, Euge­ni­usz (Red.), Mär­ty­rer für den Glau­ben 1939-1945 S 14

[2] Daten ent­nom­men Wei­ler, a.a.O.

[3] So for­mu­liert bei SLIWKA, a.a.O.

 

[4] Daten ent­nom­men:

(pol­nisch): 

http://www.sanctus.ovh.org/sanc/swieci/foto/108_meczennikow/STANISLAW_MYSAKOWSKI.jpgSTANISLAW

hhttp://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/1030blSTANISLAWMYSAKOWSKImartyr01.htm

ttp://pl.wikipedia.org/wiki/Stanis%C5%82aw_Mysakowski

http://meczennicy.blogspot.de/2011/10/b-ks-stanisaw-mysakowski.html

(ita­lie­nisch): www.santiebeati.it

 

 

 

 

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