Stanislaw Kostka Starowieyski


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Seliger Stanislaw  Kostka  Starowieyski ,  (1895-1941)
Laien-Apostel, Präses der Katholischen Aktion in der Diözese Lublin,  päpstlicher Kammerherr

 geb: 11.05.1895 in Ustrobna, Podkarpackie (Polen)  

 verhaftet am 19.06.1940 und inhaftiert im Gefängnis Rotunda Zamosc und anschließend im Lubliner Schloss

 Ab November 1940 KZ Dachau, Häftlingsnr.: 26 711
+: 13 April 1941 in KZ Dachau
Gedenktag: 13.04.

 Biografie:

 Der Selige Stanislaw Starowieyski  wurde am 11.05.1895 in Ustrobna, Podkarpackie  als Sohn von Stanislaw und Amelia Lubienska geboren. Sein Vater war ein Kammerherr Papst Leo XIII, Doktor der Rechtswissenschaften, ein Gutsbesitzer, Mitglied des österreichischen Parlamentsund Publizist. Er war Herausgeber der Zeitung „Die katholische Bewegung“ in Lviv. Seine Mutter leitete die  Gesellschaft Mariens. Auch sie war engagiert  für eine  christliche Prägung der Familie, der Schule und der Gesellschaft und gab mehrere Zeitschriften heraus: Zeitschriften für Frauen und Mädchen in ländlichen Gebieten, „Die katholische Frau“ und „Stern“. . [1]

 Stanislaw Starowieyski  war das zweite von sechs Kindern, seine behütete Kindheit und Jugend verbrachte er auf dem Gut der Familie in Bratkówka . Zuerst wurde er zuhause in Krosno von einem Hauslehrer unterrichtet und besucht danach und die Schule der Jesuiten  in Chyrowie, wo er sich der Gesellschaft Mariens anschloss.

 Nach dem Abitur im Jahr 1914 begann das Studium der Rechtswissenschaften an der Jagiellonen-Universität in Krakau, aber Studien musste durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrochen werden. Er beschritt die Offizierslaufbahn in der  österreichischen Armee. Er beteiligte sich – als Kanonier – in den Kämpfen an der Ostfront und in den Schlachten auf dem Fluss Piawa in Italien.[2]

 Nach der Niederlage der Österreicher in Italien, kehrte er nach Galizien zurück  und beteiligte sich 1918 er sich an der Gründung der polnischen Armee in Krakau. [3]

Er kämpfte im polnisch-ukrainischen Krieg (1918-1919), verteidigte die Zitadelle von Lviv. Danach kämpfte e im polnisch-russischen Krieg von 1920. Wegen einer Erkrankung  an Ruhr verbrachte er einige Zeit in einem Lazarett in Zambrowie. Seinen Militärdienst  endete wegen dieser Krankheit,mit dem Rang eines Hauptmanns.[4] Für seine Verdienste erhielt er das Kreuz der Tapferkeit und den Orden der Tapferkeit.[5]

In diesen Kriegszeiten fiel er auf durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Organisator, seine Führungsqualitäten, durch seine Tapferkeit und seine unverwechselbare Zivilcourage. Er zeichnete sich durch gute Beziehungen zu anderen  Menschen aus.[6][7]

 Nun belegte Starowieyski einen Kurs in Landwirtschaft und übernahm im Jahre 1921 die Verwaltung des Familien-Stammsitzes der Familie seiner zukünftigen Frau in Labunie , Zamosc.

 Im Jahr 1921 heiratete er Maria Theresia Szeptycka  mit einem prunkvollen Fest in Labunie, in der Nähe von Lublin. Nach der Hochzeit lebte die Familie  in Laszczów. Stanislaw Starowieyski zeigte sich als sehr guter und erfolgreicher Unternehmer mit  Einfallsreichtum. Er verwaltete das Vermögen seiner Frau, insgesamt etwa tausend Hektar. Bald wurde es unter seiner Hand zum Vorbild der ganzen Region. [8]

 Als Arbeitgeber war ein rechtschaffener Mann, sorgte für faire Löhne und medizinischen Versorgung für seine Beschäftigten und ihre Familien. Ein großer Teil seiner Einnahmen wurde für die Armen und die katholisch-soziale Aktivitäten ausgegeben. Er unterstützte seine Frau bei ihrem charitativen Engagement wie der Organisation  einer Suppenküche für die Armen, bei einem Waisenhäuser für Kinder von Mitarbeitern, bei der Vorbereitung von Weihnachtsgeschenken für die Armen. Er besuchte selber die Häuser von Bedürftigen, unabhängig von ihrer Religion oder Nationalität,auch  Russen und Ukrainer und Juden, und brachte geistige und materielle Hilfe. Bedürftige Bauern berichteten über Zuwendungen  in Form von Getreide, Bauholz, aber auch Geld .[9]

Der liebevolle Vater hatte sechs Kinder. Zu Hause mit seiner Frau schuf eine Atmosphäre der tiefen Glauben und Hingabe – täglich besuchten die Eheleute die heilige Messe. Liebe und Freundlichkeit und Verständnis für die Situation der Kirche und des Landes prägte die Familie.[10]

Er förderte nach Kräften die  Marianischen Kongregation und er war der Initiator und Mitorganisator einer nationalen Wallfahrt der Grundbesitzer (Wallfahrt des Adels) nach Jasna Gora 1937.[11]  Er appellierte dabei an die Grundbesitzer ein  christlich-katholisches Leben zu führen. Er ermutigte sie, sich aktiv in der katholischen Verbände und der Katholischen Aktion und dem Studium der katholischen Soziallehre zu engagieren, basierend auf der Soziallehre der katholischen Kirche. Er schlug sogar konkrete Lösungen für wirtschaftliche und soziale Probleme vor, wie z. B. die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung, die Schaffung von günstigen Bedingungen für den sozialen Aufstieg der ärmsten Schichten. Er widmete den Problemen der polnischen Landwirtschaft und den ländlichen Gebieten viel Aufmerksamkeit auf die. Er setzte sich für die Gründung von , dass Genossenschaften und landwirtschaftlichen Gesellschaften ein um die landwirtschaftlichen Produktion zu fördern .[12] 

Als im Jahre 1930 die Katholischen Aktion gegründet wurde als Zusammenschluss mehrerer anderer katholischer Einzelverbände, engagierte er sich in der  Leitung der Organisation in Lublin Diözese. Im Jahr 1932 wurde er Vize-Präsident, und im Jahre 1935 wurde Präsident des Diözesan-Institut der Katholischen Aktion (DIAK) in Lublin. Er hielt Vorträge und nahm an den Feierlichkeiten, Klausuren, Konferenzen, Kurse und Wallfahrten teil.

 

Im Jahr 1935 lehnte Stanislaw Kostka eine angebotene Kandidatur für den Senat der Republik ab.  Die Nachricht von seinen Tätigkeiten erreichte sogar Pius XI , der ihn dafür zum  päpstlicher Kammerherrn ernannte.  

 Im November 1939, nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen und bald danach dem Einmarsch der  russischen Truppen, war da Ende der polnischen  Republik besiegelt. Stanislaw Kostka wurde, zusammen mit seinem Bruder Marian, wurde von Russen verhaftet. In Debiny Laszczowskiej, etwa 14 km von Laszczów, gelang ihnen jedoch die Flucht. Marian Starowieyski wurde jedoch wieder gefasst und nach Russland gebracht, man hat nie wieder etwas von ihm gehört.

 

Die Aktivitäten und die Bedeutung Stanislaus Kostka konnte der Aufmerksamkeit der anderen Besatzer nicht verborgen bleiben. Bereits 19.06.1940 die war zusammen mit seinem Schwiegervater und Priestern aus der Gegend von der deutschen Gestapo verhaftet. Es folgte die Haft in der Rotunde in Zamosc. Der Schwiegervater, Alexander Szeptycki, wurde dort getötet. Die Deutschen zwangen den 70-jährigen Mann bis zur Erschöpfung rund um den Innenhof  der Rotunda zu  laufen.

 Danach wurde Stanislaus Kostka in das berüchtigte Gefängnis im  Schloss von Lublin verlegt. Von dort wurde er in das Konzentrationslager  Sachsenhausen transportiert und im November 1940 in das KZ Dachau. Er erhielt die Häftlings-Nummer: 26711 und das rote Dreieck mit dem Buchstaben „P“, das ihn als politischen Häftling aus Polen auswies.  

 In den unmenschlichen Bedingungen verlor er seine menschliche Würde. Vielmehr  organisieret er gegenseitige Unterstützung von Mitgefangenen und , trotz strengem  Verbot,  Andachten und Gottesdienste. „Seine bemerkenswerte Gelassenheit und sein Mut stärkten die anderen. Erstärkte die Kameraden  um alle vor der drohenden  Verzweiflung  zu schützen „. ( Dominik Maj, Freund, überlebender Mithäftling und Priester aus Laszczów, Diözese Lublin )[13] 

  „Im Lager war er ein Apostel. Vielen hat er die Beichte ermöglicht. Er brachte nicht nur geistige Hilfe, sondern organisierte auch materielle Hilfe, ohne darauf zu achten, ob er ausgenützt würde“. ( Dominik Maj)[14]

 Sein seelsorgliches Engagement war groß, er war, unter anderem, wesentlich  an der Bekehrung eines bekannten Atheisten, Adam Sarbinowski, beteiligt.[15]

 

 Im April 1941 erkrankte der Selige schwer. Er wurde in das Krankenrevier verlegt. Dort  wurde er am Karfreitag, den 11.04. 1941 vom österreichischen Revierkapo brutal zusammengeschlagen. Er konnte noch bei dem befreundeten polnischen Priester Fr. Dominic May beichten und die die heilige Kommunion empfangen, bevor er in der Nacht vom Karsamstag auf Ostersonntag, dem 13.04.1941 starb.  Er war sich ganz bewusst, dass er im Tod Christus treffen würde. Etwa eine Stunde vor seinem Tod bat er noch den Mithäftling, Adam Sarbinowski, ein Lehrer aus Chelm: „ Ich sterbe, ich sehe seine Familie oder Heimat in dieser Welt nicht mehr. Wenn Sie das  Lager überlebt haben, gehen sie zu meiner Familie nach Laszczów und sagen ihnen, dass ich am heiligen Ostertag  starb.  Das waren seine letzten Worte.  Ich bin froh, dass ich diesen heiligen Mann gekannt habe. [16]

 Am nächsten Morgen wurde der tote Körper in der Leichenhalle gebracht,  dabei sollen alle „ihre Mützen abgenommen haben, was noch nie passiert war.“ [17]Später wurde der Leichnam im Krematorium verbrannt.

 

„Ich weiß, dass Stanislaw gemartert wurde, er war zweifellos am Ende, wie er im Leben gewesen war – ein Mann von starkem Glauben und standhafter Überzeugungen“ – schrieb ein Zeuge des Ereignisses. John Casimir Szeptycki [18]

 „Ich habe keinen Zweifel, dass er ein Held und ein Heiliger war.“ (Adam Kardinal Kozlowiecki, Mithäftling)[19]

 


Papst Johannes Paul II. erhob ihn zur Ehre der Altäre und sprach ihn zusammen mit 107 anderen Märtyrern am 13.06.1999 in Warschau selig.[20]

 

Auf Grund der mangelnden Quellen in deutscher Sprache kann es zu übersetzungsfehlern gekommen sein. Wir bitten das zu entschuldigen und sind für jede weiterführende Information dankbar.

 

 

 


[1]http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0413blSTANISLAWKOSTKASTAROWIEYSKImartyr01.htm

[2]http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0413blSTANISLAWKOSTKASTAROWIEYSKImartyr01.htm

[3]http://pl.wikipedia.org/wiki/Stanis%C5%82aw_Kostka_Starowieyski

[4]]http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0413blSTANISLAWKOSTKASTAROWIEYSKImartyr01.htm

[5]http://pl.wikipedia.org/wiki/Stanis%C5%82aw_Kostka_Starowieyski

[14] Nach Sliwka, Märtyrer für den Glauben, 1939-1945, S 15

[15] Sliwka, a.a.O.

[19] Sliwka  a.a.O.

[20] http://pl.wikipedia.org/wiki/Stanis%C5%82aw_Kostka_Starowieyski ;  http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0413blSTANISLAWKOSTKASTAROWIEYSKImartyr01.htm

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