Seliger Alojs Andritzki


Gedenk­tag: 03. Februar

Inhalts­über­sicht

Mess­texte

Commune-Texte für einen Mär­ty­rer, außer­halb der Oster­zeit Mess­buch II, S. 904

Tages­ge­bet (Ver­sion 1)

Herr, unser Gott, du hast den seli­gen Mär­ty­rer und Pries­ter
Alojs mit dei­ner Liebe erfüllt, so dass er in gro­ßer Bedräng­nis
sein Leben wie ein Wei­zen­korn für die Brü­der hin­gab;
gewähre uns auf seine Für­spra­che,
dass wir alle Men­schen­furcht über­win­den
und wür­dige Die­ner der Wahr­heit wer­den.
Darum bit­ten wir durch Chris­tus, unse­ren Herrn.

Quelle: Bis­tum Dresden-Meissen

Tages­ge­bet (Ver­sion 2)

Herr, unser Gott,

du hast den seli­gen Kaplan Alois Andritzki durch Bedräng­nis hin­durch zur Reife des christ­li­chen Lebens geführt. Jung an Jah­ren war er bereit, sich wie das Wei­zen­korn für die große Ernte dei­nes Rei­ches hin­zu­ge­ben. Hilf uns, auf seine Für­spra­che alle Men­schen­furcht zu über­win­den und mit unse­rem gan­zen Leben deine Zeu­gen zu wer­den und Die­ner der Freude für unsere Schwes­tern und Brü­der. Darum bit­ten wir durch ihn, Jesus Chris­tus, unse­ren Herrn. Amen.

Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Alois_Andritzki

Für­bit­ten (Ver­sion 1)

Lasst uns beten zu Gott, unse­rem Vater, der dem seli­gen Mär­ty­rer Alojs Anteil an der Freude des Him­mels gege­ben hat. Auf seine Für­spra­che beten wir:
V.: Gott, unser Vater.
A.: Wir bit­ten dich erhöre uns.
1. Alojs war mit einem tie­fen Glau­ben beschenkt:
Lass den Glau­ben in den Her­zen derer wach­sen, die auf der Suche nach Wahr­heit und Leben sind. (Stille)
2. Alojs hat junge Men­schen begeis­tert:
Schenke unse­rer Jugend gute Weg­ge­fähr­ten, die ihre Spra­che spre­chen und die begeis­tern kön­nen für ein Leben in der Nach­folge Jesu. (Stille)
3. Alojs hat um des Glau­bens wil­len Gefan­gen­schaft und Leid auf sich genom­men: Steh allen bei, die heute wegen ihres Glau­bens ver­folgt wer­den oder Nach­teile erlei­den. (Stille)
4. Alojs war auch in der Bedräng­nis ein fro­her Mensch, der auf andere aus­strahlte:
Lass die Freude in uns wach­sen, weil wir wis­sen, dass wir in jeder Lage des Lebens bei dir gebor­gen sind. (Stille)
5. Alojs ist ein Sohn des sor­bi­schen Vol­kes, das er von Her­zen liebte:
Schau auf die­ses Volk und lass es Zeug­nis geben vom Glau­ben an Dich, den leben­di­gen Gott. (Stille)
6. Alojs stand den Schwes­tern und Brü­dern hel­fend bei, die am Ende ihrer Kräfte waren:
Lass die Hilfs­be­reit­schaft und Soli­da­ri­tät unter den Men­schen und Völ­kern wach­sen. (Stille)
Güti­ger Gott, du hast denen Leben in Fülle ver­hei­ßen, die dir treu sind.

Höre unsere Bit­ten und schenke auch uns einst das ewige Leben.Dir sei Lob und Dank in Ewig­keit.
Amen.

Quelle: Bis­tum Dresden-Meissen

Für­bit­ten (Ver­sion 2)

FÜRBITTEN

Herr Jesus,
aus Dir hat Dein Pries­ter Alojs Andritzki
die Kraft für sein muti­ges Bekennt­nis geschöpft.

Darum bit­ten wir Dich:

  • Stärke im Volk Got­tes den Glau­ben an Dich.
  • Lass uns Dich in der hei­li­gen Kom­mu­nion
    wür­dig und voll Ehr­furcht emp­fan­gen und ver­eh­ren.
  • Schenke Dei­nen Geist allen Glie­dern der Kir­che –
    Kin­dern, Jugend­li­chen und Erwach­se­nen –
    für ihr apos­to­li­sches Wir­ken in der Welt.
  • Sei allen Bedräng­ten und Ver­folg­ten nahe.
  • Erhalte unser Volk in Dei­ner Gnade.
  • Erhöre alle, die Alojs um seine Für­spra­che bit­ten.
  • Sei allen Opfern von Unge­rech­tig­keit und Gewalt gnä­dig.

Denn Du, Herr Jesus Chris­tus,
bist in Dei­nen Hei­li­gen ver­herr­licht.
Mit ihnen prei­sen wir durch Dich
den Vater in der Ein­heit des Hei­li­gen Geis­tes
in alle Ewig­keit. Amen.

Quelle: http://www.andritzki.de/de_fuerbitten.htm

Stun­den­ge­bet

SEL. ALOJS ANDRITZKI
Pries­ter und Mär­ty­rer
Der Sel. Alojs Andritzki, am 2. Juli 1914 im sor­bi­schen Radi­bor im Bis­tum Dresden-Meißen gebo­ren, wurde 1939 in Baut­zen zum Pries­ter geweiht und wirkte als Kaplan an der Dresd­ner Hof­kir­che. Zugleich war er Prä­fekt der Dresd­ner Kapell­kna­ben. Als belieb­ter Jugendseel-sorger und wegen sei­nes uner­schro­cke­nen Ein­tre­tens für die Wahr­heit geriet er ins Visier der dama­li­gen Macht­ha­ber. Im Januar 1941 wurde er ver­haf­tet. Durch seine frohe und krea­tive Art war er selbst in der Hölle des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers von Dachau ein Licht­blick, der vie­len Mut und Hoff­nung gab. An Typhus erkrankt starb er am 3. Februar 1943, wahr­schein­lich durch eine Gift­spritze.
Commune-Texte für einen Mär­ty­rer (Stun­den­buch III, S. 1110)
Lese­hore
ZWEITE LESUNG
Aus einem Brief des Seli­gen Pries­ters und Mär­ty­rers Alojs Andritzki, am 9. März 1941 aus dem Dres­de­ner Poli­zei­ge­fäng­nis
„Das ist der Wille Got­tes, eure Hei­li­gung“
Hei­lig­keit ist ja die Über­ein­stim­mung des Men­schen in allem Den­ken und Tun mit Gott, dem allein Hei­li­gen. Hei­lig­keit bedeu­tet die ganze Hin­gabe unse­res Wil­lens an den Wil­len Got­tes. Wir wis­sen, dass dies leich­ter gesagt wird als getan. Solange der eigene mensch­li­che Wille vor­herrscht, spürt man gar nicht die Schwie­rig­kei­ten. Aber da, wo der eigene Wille aus­ge­schal­tet wird und man in Lagen und Umstände hin­ein­ge­führt wird, die einem per­sön­lich gar nicht erwünscht sind, da beginnt erst eigent­lich so recht die Ein­fü­gung des eige­nen Wil­lens an einen höhe­ren. Ach, man kann gar nicht alles so aus­spre­chen, was man in Gedan­ken erwägt. Aber bloße Ein­ord­nung, viel­leicht noch mit Wider­wil­len erfüllt, ist nicht Hei­lig­keit. Zur Hei­lig­keit gehört der eigene freie und beja­hende Wille, der dem Wil­len eines Höhe­ren zuge­tan ist und das vor allem dann, wenn damit auch Leid und Ent­sa­gung verbun-den ist. Nun ist mir ja hier Gele­gen­heit gebo­ten, die­sen Weg der Hei­lig­keit zu gehen. Ich will ihn gehen so froh und freu­dig, als es mir mög­lich ist, denn es gilt ja, mit Gott eins zu wer­den. Die­ses Ziel hilft mir auch über alle mensch­li­chen Schwä­chen, Weh­mut – und ich brauch mich nicht zu schä­men zu beken­nen – über man­che Augen­bli­cke, da mir die Trä­nen über die Wan­gen rol­len. Es gibt schon Stun­den der tiefs­ten Ver­las­sen­heit, aber das muss ja sein, damit umso grö­ßer die Liebe und Freude Got­tes in mir Raum gewin­nen kann. Uner­läss­lich bei die­sem Stre­ben aber ist das Gebet, und ich danke Euch dafür mit mei-nem Gebet. Nichts Schö­ne­res gibt es, als hin­ein­zu­wach­sen in die Gleich­för­mig­keit mit dem Wil­len Got­tes, darin uns Selig­keit und Freude gege­ben ist.
RESPONSORIUM
R Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf voll­en­det, die Treue gehal­ten. * Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerech­tig­keit bereit.
V Ich sehe alles als Ver­lust an, weil die Erkennt­nis Christi Jesu, mei­nes Herrn, alles über­trifft. Chris­tus will ich erken­nen und die Gemein­schaft mit sei­nem Lei­den; sein Tod soll mich prä­gen. * Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerech­tig­keit bereit.

ORATION
Herr, unser Gott, du hast den seli­gen Mär­ty­rer und Pries­ter Alojs mit dei­ner Liebe erfüllt, so dass er in gro­ßer Bedräng­nis sein Leben wie ein Wei­zen­korn für die Brü­der hin­gab; gewähre uns auf seine Für­spra­che, dass wir alle Men­schen­furcht über­win­den und wür­dige Die­ner der Wahr­heit wer­den. Durch Chris­tus, unse­ren Herrn.

Quelle: Bis­tum Dresden-Meissen

Andritzki Lied

Für die Mess­feier oder als Hym­nus zum Stun­den­ge­bet

(Melo­die: GL 220 „Das ist der Tag, den Gott gemacht“
Text: Otto Geor­gens / Kle­mens Ull­mann)
1. Du Got­tes­mann in schwe­rer Zeit,
warst stets für Christi Ruf bereit.
Bleibst uns in Liebe zuge­wandt,
o reich uns hel­fend deine Hand.
2. Du woll­test Got­tes Sämann sein,
die frohe Bot­schaft aus­zu­streun.
In Drang­sal und in Dun­kel­heit
Schenkst du noch Licht und Fröh­lich­keit.
3. Der Got­tes­wahr­heit Bote bist.
Treu stan­dest du zu Jesus Christ.
Hast fest das Got­tes­reich bezeugt
und dich dem Irr­tum nicht gebeugt.
4. Sei du mit dei­ner Liebe Kraft
bei uns auf uns­rer Pil­ger­schaft.
Schütz uns in allem Kreuz und Leid.
Weis uns den Weg zur Selig­keit.

Quelle: Bis­tum Dresden-Meissen

GEBET UM DIE SELIGSPRECHUNG

Hei­li­ger Gott!
Du hast Alojs Andritzki als Dei­nen Pries­ter beru­fen,
damit er Dei­nem Volk das Brot des Lebens bre­che
und durch die Spen­dung der Sakra­mente
Deine Gnade ver­mittle.
In sei­ner Begeis­te­rung für Dich
war er vie­len ein wah­rer See­len­füh­rer:
Uner­schro­cken bekannte er Chris­tus
als den Erlö­ser der Welt.
Auf dem Weg zu Dir ver­zagte er nicht.
Wir hof­fen zuver­sicht­lich,
dass er bei Dir in Dei­ner Herr­lich­keit ist
und bit­ten Dich:
Ver­herr­li­che ihn auch in Dei­ner Kir­che.
Hei­lige Maria, Mut­ter Got­tes,
bei Dir hat Alojs oft Zuflucht gesucht.
Hilf durch Deine mäch­tige Für­spra­che,
dass er als Bei­spiel eines demü­ti­gen und ent­schie­de­nen
christ­li­chen Lebens zur Ehre der Altäre
gelange.

Quelle: (www.andritzki.de/de_gebet.htm)

Kreuz­weg

Wer mein Jün­ger sein will,nehme sein Kreuz auf sich
Kreuz­weg zur Vor­be­rei­tung auf die Feier der Selig­spre­chung
mit Tex­ten von Alojs Andritzki
Eine Hand­rei­chung des Bis­tums Dresden-Meißen
Zusam­men­ge­stellt von Kle­mens Ull­mann

Ein­füh­rung:
Eine Kreuz­weg­an­dacht mit Wor­ten von Alojs Andritzki, die er in Brie­fen aus der Gestapo-Haft und aus dem KZ Dachau geschrie­ben hat. Kaplan Alojs Andritzki wurde im Januar 1941 von der Gestapo ver­haf­tet, im Okto­ber 1941 ins KZ Dachau ein­ge­lie­fert und dort am 3. Februar 1943 wahr­schein­lich mit einer Gift­spritze getö­tet. Wir erwar­ten seine Selig­spre­chung. Mit den Kreuzweg-Betrachtungen wol­len wir uns auf die­ses große Ereig­nis inner­lich vor­be­rei­ten.
Gebet:
Treuer Gott, du stehst uns zur Seite, auf dich ver­trauen wir. Wenn wir bedrängt und ver­folgt wer­den, bewahre du uns vor dem Fall.
Lied: (Melo­die: „O du hoch­hei­lig Kreuze…“)
Nun zie­hen wir die Straße, die unser Herr gegan­gen, ver­ra­ten und gefan­gen.
Wir hat­ten uns ver­lo­ren, doch er hat uns gefun­den und an sein Kreuz gebun­den.
Wir zie­hen seine Straße, er trägt das Kreuz uns allen, für uns ist er gefal­len.
Für uns hat er gelit­ten, für uns ist er erstan­den aus Jam­mer, Tod und Schan­den.
O Kyrie elei­son, wir sin­gen dei­nem Namen das Hosi­anna. Amen
(„Magni­fi­kat“ Juni 2010, S. 211/212) Text: Klaus Berg
(oder ein ande­res Pas­si­ons­lied)
1. Sta­tion: Ver­ur­tei­len – Jesus wird zum Tode ver­ur­teilt
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Mat­thäus berich­tet: Als Pila­tus sah, dass er nichts erreichte, son­dern dass der Tumult immer grö­ßer wurde, ließ er Was­ser brin­gen, wusch sich die Hände und sagte: Ich bin unschul­dig am Blut die­ses Men­schen. – Er gab den Befehl, Jesus zu gei­ßeln und zu kreu­zi­gen.
L. Am 15. Juli 1941 wurde vor dem Son­der­ge­richt beim Land­ge­richt Dres­den die Haupt­ver­hand­lung gehal­ten. Bereits seit dem 21. Januar saß Alojs Andritzki in Unter­su­chungs­haft. Die Anklage lau­tete: „Ich klage Andritzki an, in der Zeit vom Sep­tem­ber 1940 bis Januar 1941 in Dres­den und Pirna fort­ge­setzt gehäs­sige, het­ze­ri­sche und bös­wil­lige Äuße­run­gen über lei­tende Per­sön­lich­kei­ten des Staa­tes und der NSDAP, über ihre Anord­nun­gen und die von ihnen geschaf­fe­nen Ein­rich­tun­gen gemacht zu haben …“
L. Bereits am 15. Februar 1941, einen Monat nach sei­ner Ver­haf­tung, schrieb Kaplan Andritzki in einem Brief die fol­gen­den Worte: „Es rückt nun lang­sam die ent­schei­dende Stunde heran, wo ich vor dem Son­der­ge­richt mich zu ver­ant­wor­ten habe. Nun ich zit­tere und bange als Mensch, vor Gericht ste­hen zu müs­sen. Doch als Christ, und vor allem als Die­ner des Aller­höchs­ten, habe ich das tiefe Ver­trauen zu mei­nem lie­ben Vater im Him­mel, dass alles gut wird, und darum harre ich mit inne­rer Ruhe all der Dinge, die da kom­men. Darum beseelt mich der eine große Wunsch, den ich auch immer wie­der als Bitte unse­rem Herrn vor­trage, dass ihr alle eben­falls von die­sem Ver­trauen und inne­ren Frie­den erfüllt sein möget: ‚Gib uns dei­nen Frie­den, o Herr!’“
V. Lasst uns beten für alle, die sich bemü­hen, Jesu Gebot der Fein­des­liebe zu befol­gen: Für die ver­folg­ten Chris­ten: – dass sie Wege fin­den, trotz Anfein­dun­gen an ihren Über­zeu­gun­gen fest­zu­hal­ten.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Für alle, denen Unrecht zuge­fügt wurde und die Wie­der­gut­ma­chung ver­wei­gert wird, – dass sie ihr Herz rein bewah­ren und nicht ver­bit­tern.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil (GL 176.1)

2. Sta­tion: Sein Kreuz tra­gen – Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schul­ter
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Johan­nes berich­tet: Sie über­nah­men Jesus. Er trug sein Kreuz und ging hin­aus zur soge­nann­ten Schä­del­höhe.
L. Bereits 1938 schrieb Alojs Andritzki: „Neh­men wir das, was er uns als Kreuz schickt, in Liebe auf uns, auch wenn es ein sehr schwe­res Kreuz ist …“
L. Im Dezem­ber 1942 schrieb er aus Dachau an einen Jugend­li­chen der Hof­kir­chen­pfar­rei, der inzwi­schen zum Kriegs­dienst ein­ge­zo­gen war: „Es ist wohl eine eigen­ar­tige Fügung Got­tes, dass alles so gekom­men ist. Der liebe Bru­der Alfons, (sein leib­li­cher Bru­der) gefal­len, ich hier in Bewäh­rung und Geduld und Du im Feld des Kamp­fes, aber all­zeit beken­nend ‚Dein Wille geschehe’, da kann nichts fehl­ge­hen, alles ist gut und wird gut.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, du hast das Kreuz auf dich genom­men und frei­wil­lig getra­gen. Hilf uns, ja zu sagen zu allem, was uns schwer fällt.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Die Hei­li­gen unse­rer Zeit tra­gen ihr Tun nicht laut­stark zu Markte – lass ihr stil­les Bei­spiel in unse­rer Welt Frucht brin­gen.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)
3. Sta­tion: Erdrückt wer­den – Jesus fällt unter dem Kreuz
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Die Über­lie­fe­rung berich­tet: Als Jesus mit dem Kreuz nach Gol­gota ging, brach er unter der Last zusam­men. Getrie­ben und gesto­ßen erhob er sich wie­der und trug sein Kreuz wei­ter.
L. Am 2. März 1941 schrieb Alojs Andritzki aus der Unter­su­chungs­haft: „Der Segen und die Kraft des drei­fal­ti­gen Got­tes beglei­tet uns durch die Fas­ten­zeit, damit wir teil­ha­ben an der Auf­er­ste­hung zum ewi­gen Leben. Zuvor aber müs­sen wir Staub wer­den, so wie Chris­tus im Kreu­zes­tod den Tri­but an die Ver­gäng­lich­keit gezollt hat, da er in den Staub getre­ten wurde. Nie­mals habe ich diese Worte tie­fer erfasst, als gerade jetzt.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, das Kreuz hat schwer auf dir gelas­tet. Hilf uns, dass wir von unse­ren Sor­gen nicht erdrückt wer­den.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Wir bit­ten für alle, die sich in ihrem Leben an Kreuz und Leid sto­ßen, – dass sie nicht mut­los lie­gen blei­ben.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)
4. Sta­tion: Mit­lei­den – Jesus begeg­net sei­ner Mut­ter
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Die Über­lie­fe­rung berich­tet: Maria hatte von der Ver­ur­tei­lung ihres Soh­nes gehört und wollte die letzte Stunde sei­nes Lebens bei ihm sein. So stand sie war­tend am Weg.
L. Aus einem Brief von Alojs Andritzki aus dem Unter­su­chungs­ge­fäng­nis Dres­den am 30.4.1941: „Maria kennt ja unsere Schwie­rig­kei­ten; sie hat das irdi­sche Tal der Trä­nen zur genüge gekos­tet; sie hat es über­wun­den in bei­spiel­lo­ser Geduld und Liebe. Jetzt sin­gen wir „Freu dich, Du Him­mels­kö­ni­gin“ alles Leid ist hin! So wird es auch bei uns sein, wenn wir Ihrem Bei­spiel fol­gen. Sie ist uns ja viel näher mit ihrem gött­li­chen Sohn, als wir es ahnen … Die tiefste Freude erfüllt mein Herz und alle immer wie­der auf­tau­chen­den Gedan­ken der Ver­las­sen­heit, der Schwä­che schwin­den.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, die Nähe dei­ner Mut­ter hat dir Kraft gege­ben, das Kreuz zu tra­gen. Hilf uns, dass wir wie Alojs Andritzki Kraft fin­den, auch in schwe­ren Stun­den bei Maria Trost und Halt zu fin­den.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Tröste die Müt­ter und Väter, die in Sorge um ihre Kin­der sind: – Dass sie nicht müde wer­den im bestän­di­gen Gebet für sie.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)
5. Sta­tion: Mit­tra­gen – Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tra­gen
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Lukas berich­tet: Als sie Jesus hin­aus­führ­ten, ergrif­fen sie einen Mann aus Cyrene namens Simon, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hin­ter Jesus her­trage.
L. Brief vom 30.3.1941: „Pas­si­ons­zeit! Chris­tus ruft uns auf, ihm zu fol­gen. … “Nicht mehr Knechte nenne ich euch, son­dern Freunde!“ Dem Freund gebührt es aber, mit dem Freund Freud und Leid zu tei­len. Chris­tus trägt das Kreuz für die Kir­che, da kön­nen wir als seine Freunde nicht müßig zuse­hen – son­dern mit­tra­gen. Simon von Cyrene durfte damals wirk­lich hand­greif­lich das Kreuz dem Herrn tra­gen hel­fen, ihm wurde es unge­fragt auf­ge­bür­det – da half kein Sträu­ben – und er trug es! Nun, mir ist es ähn­lich ergan­gen. Die Natur, der Frei­heits­drang will [sich] auf­bäu­men, aber schon las­tet die Schwere des Kreu­zes auf der Schul­ter. So will ich tra­gen, da ich doch sehe, dass ich nur Freund­schafts­dienst erfül­len darf. So wird es mir leich­ter, ja man wird froh. Man trägt es ja nicht allein – Chris­tus trägt es ja mit.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, Simon von Cyrene half dir das Kreuz tra­gen. Gib den Gemein­schaf­ten der Nächs­ten­liebe immer neue Kraft aus Gebet und Betrach­tung, dass sie deine Men­schen­freund­lich­keit tätig ver­kün­den.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Wir bit­ten für alle, die keine Kraft mehr haben, denen das Kreuz zu schwer wird. – Gib ihnen Men­schen, die tra­gen hel­fen.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesus Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)
6. Sta­tion: Not lin­dern – Vero­nika reicht Jesus das Schweiß­tuch dar
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Die Über­lie­fe­rung berich­tet: Vero­nika, eine Frau aus dem Volk, sah den Lei­den­den und wollte ihm hel­fen. Sie band ihr Schweiß­tuch ab und reichte es Jesus. Blut, Schweiß und Schmutz zeich­ne­ten sein Bild in die­ses Tuch.
L. Pater Mau­rus Münch, ein Mit­ge­fan­ge­ner von Alojs Andritzki, berich­tet von des­sen froh machen­dem und hel­fen­dem Wesen: „Wo andere beim Wasch­raum­dienst stöhn­ten, hatte er nur ein hel­les Lachen. Abort­dienst lag sei­ner Art gar nicht: aber wenn er drau­ßen am Schrub­ben und Put­zen war, lachte sein gan­zes Gesicht, und immer hatte er auch dabei noch ein fro­hes Wort und einen fei­nen Witz auf den Lip­pen. Wer ihn am Mor­gen sah, war froh für den gan­zen Tag.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, auf dei­nem Kreuz­weg hast du Men­schen gefun­den, die dir gut waren. Hilf uns, die Not der ande­ren zu sehen und zu lin­dern.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Wenig zählt heut­zu­tage der Ein­satz für die Armen und Schwa­chen; – lass allen, die ihren Nächs­ten die­nen, die Freude dei­ner Gegen­wart zuteil wer­den.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)
7. Sta­tion: Fal­len – Jesus fällt zum zwei­ten Mal unter dem Kreuz
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Die Über­lie­fe­rung berich­tet: Trotz der Hilfe des Simon von Cyrene war die Last des Kreu­zes für Jesus zu groß, so dass er noch ein­mal stürzte, sich müh­sam erhob und von neuem das Kreuz auf sich nahm.
L. Über die tat­säch­li­che Lage im KZ durfte natür­lich in den von der SS kon­trol­lier­ten Brie­fen nicht geschrie­ben wer­den. Die schwere Arbeit auf der Plan­tage und die unsäg­li­che Hun­gers­not waren groß. In einem Brief vom 18. Januar 1943, also einen Tag, bevor Alojs sich mit Hun­ger­ty­phus auf dem Inva­li­den­block mel­de­tet und wenige Tage vor sei­nem Tod, schieb er: „Die Gnade ver­mag alles. Man möchte manch­mal nie­der­ge­drückt sein, aber sobald man den Blick aufs Ganze wirft, ver­liert man alles Bedrückte.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, du fällst zum zwei­ten Mal und wirst den­noch nicht mut­los. Hilf uns, Geduld zu haben und immer wie­der auf­zu­ste­hen.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Wir bit­ten für alle, die durch Schuld und Sünde nie­der­ge­drückt sind. – Gib uns und ihnen Mut zur Umkehr.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)
Lied: „Das Wei­zen­korn muss ster­ben ….“ (GL 620)
8. Sta­tion: Sich begeg­nen – Jesus begeg­net den wei­nen­den Frauen
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Lukas berich­tet: Es folgte eine große Men­schen­menge, dar­un­ter auch Frauen, die um ihn klag­ten und wein­ten. Jesus wandte sich zu ihnen und sagte: Ihr Frauen von Jeru­sa­lem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kin­der.
L. Nach dem Tod sei­nes Bru­ders Alfons, der im Krieg gefal­len ist, und dem Tod von Kaplan Bern­hard Wensch, dem Dresd­ner Jugend­seel­sor­ger, schrieb Andritzki: „Wie herr­lich leben jetzt der liebe Bru­der Alfons, wie freut sich jetzt Bern­hard, der tap­fer und schwei­gend alles ertra­gen hat – Vor­bild für unsere Jugend – dass er den guten Kampf durch­kämpfte [und] jetzt schon die Krone der ewi­gen Herr­lich­keit tra­gen darf. Alfons, Bern­hard und all die ande­ren, die beim Herrn sind, sind unsere Hel­fer und Für­spre­cher. Darum wer­den auch unsere Müt­ter allen Schmerz über­win­den im Glau­ben an den Herrn, der uns die Ver­hei­ßung gege­ben.
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, trotz dei­nes Lei­dens siehst du noch die Not der ande­ren. Lass uns offen blei­ben für jede Begeg­nung.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Wie bit­ten für alle Trau­en­den und Kla­gen­den. – Dass sie im Glau­ben an das ewige Leben Hoff­nung und Trost fin­den.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)
9. Sta­tion: Am Boden lie­gen – Jesus fällt das dritte Mal unter dem Kreuz
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Die Über­lie­fe­rung berich­tet: Die letz­ten Meter des Kreuz­we­ges sind ein stei­ler Auf­stieg auf den Fel­sen Gol­gota, auf dem Hin­rich­tun­gen statt­fan­den. Jesus stürzte zum drit­ten Mal unter der Last des Kreu­zes und erklomm mit letz­ter Kraft den Fel­sen.
L. Andritzki schreibt am 19. Sep­tem­ber 1942 an Propst Wil­helm Beier, sei­nem Pfar­rer: „Das Opfer ist wohl schwer, man könnte es sich frü­her gar nicht so vor­ge­stellt haben. Wie man in Geduld, Sanft­mut und gegen­sei­ti­gem Ertra­gen sich hier üben kann, über­steigt jeg­li­ches Erwar­ten. So meine ich aber, dass dadurch das Opfer voll­kom­me­ner wird, je mehr ich gerade in die­sen Tugen­den vor­an­schreite. Ich bitte Euch, mir darin auch durch Euer Gebet zu Hilfe zu kom­men. Der Geist der Gott­lo­sig­keit und Ver­zweif­lung, an sei­ner gött­li­chen Liebe zwei­feln­der Geist, umweht einen allzu sehr. Wie soll man da die Zwei­fel neh­men, der Ver­zweif­lung und Gleich­gül­tig­keit Ein­halt tun, die Liebe aus­spen­den, da sie nur mate­ri­ell gese­hen wird, Worte aber nur leere Phra­sen bedeu­ten! Der hei­lige Geist möchte kom­men, lasst uns ihn betend erwar­ten.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, deine letzte Kraft hast du gebraucht, um auf­zu­ste­hen. Gib uns Hoff­nung, wenn wir am Boden lie­gen und mei­nen, dass es nicht mehr wei­ter­geht.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Wenn uns in allem Leid die Zwei­fel an dir über­fal­len, – dann stärke unse­ren Glau­ben.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)

10. Sta­tion: Bloß­stel­len – Jesus wird sei­ner Klei­der beraubt
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Johan­nes berich­tet: Sie ver­teil­ten seine Klei­der unter sich und war­fen das Los um sein Gewand.
L. Der Mit­ge­fan­gene von Alojs Andritzki, der dama­lige Kaplan Her­mann Schei­pers berich­tet: Die letz­ten Worte, die Alojs an mich rich­tete waren: „Du, wir wol­len sehen, dass wir zusam­men blei­ben.“ Das war als wir im Januar 1943, nur im Hemd beklei­det, über den Appell­platz gejagt wur­den, um ins Kran­ken­re­vier ein­ge­wie­sen zu wer­den.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, du wur­dest bloß­ge­stellt vor allen Men­schen. Lass nicht zu, dass wir Men­schen wegen ihrer Schwä­chen und Feh­ler vor ande­ren bloß­stel­len.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Wir bit­ten für alle, die ver­leum­det und so vor ande­ren bloß­ge­stellt wer­den. – Lass sie wis­sen, dass du sie rich­tig ver­stehst.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)
11. Sta­tion: Fest­na­geln – Jesus wird an das Kreuz gena­gelt
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Lukas berich­tet: Sie kamen zur Schä­del­höhe; dort kreu­zig­ten sie ihn und die Ver­bre­cher, den einen rechts von ihm, den ande­ren links. Jesus aber betete: Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.
L. Alojs Andritzki schreibt in einem Brief vom 18. Okto­ber 1941 aus dem KZ Dachau: „Wenn der Herr schein­bar sein Ant­litz von uns gewen­det hat und wir gleich­sam zu Boden gedrückt sind, las­sen wir uns nicht beir­ren in der Liebe unse­res himm­li­schen Vaters. Wenn wir aber jetzt nicht gerade als Sämann wir­ken kön­nen, so wol­len wir wenigs­tens das Samen­korn sein, um zur Zeit der Ernte viel­fäl­tige Frucht zu brin­gen. So sind wir all­zeit an jedem Ort fähig, dem Herrn und sei­ner Kir­che zu die­nen. Dank sei Gott!“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, du bist ans Kreuz gena­gelt. Lass nicht zu, dass wir Men­schen fest­na­geln auf die Vor­stel­lung, die wir von ihnen haben.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Wir bit­ten für die ver­folg­ten Chris­ten, die im Unter­grund sind und ihrem Glau­ben nicht offen leben kön­nen. – Schenke ihnen Zuver­sicht und Stark­mut in ihrem Bekennt­nis.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)

12. Sta­tion: Sich hin­ge­ben – Jesus stirbt am Kreuz
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Lukas berich­tet: Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Fins­ter­nis über das ganze Land her­ein­brach. Sie dau­erte bis zur neun­ten Stunde. Die Sonne ver­dun­kelte sich. Der Vor­hang im Tem­pel riss mit­ten ent­zwei, und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich mei­nen Geist. Nach die­sen Wor­ten hauchte er den Geist aus.
L. Alojs Andritzki war typhus­krank am 19. Januar 1943 ins Kran­ken­re­vier ein­ge­lie­fert wor­den. Er ver­langte noch nach den Ster­be­sa­kra­men­ten. Die Bitte wurde jedoch abge­lehnt. Über des­sen Tod am 3. Februar 1943 berich­tet der Dach­auer KZ-Priester Johann Maria Lenz aus Wien: „Ein ster­ben­der Pries­ter, Alojs Andritzki, lag zwei Bet­ten weit ent­fernt von mir. (…) Als ich in mei­nem Typhus­fie­ber merkte, dass es mit ihm zu Ende ging, raffte ich mich auf und schleppte mich zu Wastl, dem Pfle­ger. Hin­wei­send auf die Erlaub­nis der Lager­füh­rung, bat ich, man möge Pfar­rer Seitz rufen. Und des ´Rotspa­ni­ers´ Ant­wort? ´ Er kriegt a Sprit­zen!´ – Mor­gens um vier Uhr begann sein Todes­rö­cheln. Ich gab ihm noch schnell die Abso­lu­tion – dann hatte er ausgelitten.“V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, du hast dich uns durch dein Ster­ben geschenkt. Gib uns Kraft, im Leben und Ster­ben dir treu zu blei­ben.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Für die Opfer von Ver­bre­chen und Gewalt, die ihren Pei­ni­gern ver­zei­hen, – dass ihre Ver­söh­nungs­be­reit­schaft die Täter zu Reue und Umkehr bewegt.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, du hast dich uns durch dein Ster­ben geschenkt. Gib uns Kraft, im Leben und Ster­ben dir treu zu blei­ben.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Für die Opfer von Ver­bre­chen und Gewalt, die ihren Pei­ni­gern ver­zei­hen, – dass ihre Ver­söh­nungs­be­reit­schaft die Täter zu Reue und Umkehr bewegt.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)

13. Sta­tion: Hoff­nung haben – Jesus wird vom Kreuz abge­nom­men und in den Schoß sei­ner Mut­ter gelegt
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Mat­thäus berich­tet: Gegen Abend kam ein rei­cher Mann aus Ari­mat­häa namens Josef; auch er war ein Jün­ger Jesu. Er ging zu Pila­tus und bat um den Leich­nam Jesus. Da befahl Pila­tus, ihm den Leich­nam zu über­las­sen. Josef nahm ihn und hüllte ihn in ein rei­nes Lei­nen­tuch. Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Fel­sen hatte hauen las­sen. Er wälzte einen gro­ßen Stein vor den Ein­gang des Gra­bes und ging weg. Auch Maria aus Mag­dala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem Grab gegen­über.
L. Pfar­rer Lenz aus Wien, der Zeuge des Todes von Alojs Andritzki war, berich­tet: „Die Lei­che wurde fort­ge­zerrt, um – wie alle ande­ren – seziert und ver­brannt zu wer­den. Der Weg durch den Kamin, ging durch das Kre­ma­to­rium.“ Die Urne Alojs Andritz­kis wurde von Dachau nach Dres­den beför­dert. Die Bei­set­zung der Asche­reste erfolgte am 15. April 1943 auf dem Alten katho­li­schen Fried­hof in Dres­den. Zahl­rei­che geist­li­che Mit­brü­der und Gläu­bige nah­men an der Trau­er­feier teil. Im April 2010 wur­den die Urnen aus dem Grab genom­men und im Februar in die Kathe­drale über­tra­gen.
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Chris­tus, du hast dei­ner Mut­ter Maria Hoff­nung gege­ben. Gib uns Hoff­nung, dass der Tod nicht das Ende ist.                 A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Wir bit­ten dich für alle, die keine Hoff­nung mehr haben, – dass sie den Sinn ihres Lebens erken­nen.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Wir bit­ten dich für alle, die keine Hoff­nung mehr haben, – dass sie den Sinn ihres Lebens erken­nen.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)

14. Sta­tion: Säen und ern­ten – Jesus wird ins Grab gelegt
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und prei­sen dich.
A. Denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Lukas berich­tet: Josef nahm Jesus vom Kreuz, hüllte ihn in ein Lei­nen­tuch und legte ihn in ein Fel­sen­grab,
in dem noch nie­mand bestat­tet wor­den war. Die Frauen, die mit Jesus aus Gali­läa gekom­men waren, gaben ihm das Geleit und sahen zu, wie der Leich­nam in das Grab gelegt wurde.
L. Am 5. April 1941 schrieb Alojs Andritzki aus der Unter­su­chungs­haft fol­gen­den Brief:
„Mor­gen ist Palm­sonn­tag. Ich bin im Geiste bei der fro­hen Schar, die dem Herrn Lob­ge­sänge dar­bringt. Es geht ja in den End­kampf. Die Kar­wo­che ist die letzte Phase: rein mensch­lich gese­hen – eine Nie­der­lage! Aber warum? Um den Sieg hel­ler erstrah­len zu las­sen. … Chris­tus ist auf­er­stan­den und hat uns damit eine neue Lebens­phase erschlos­sen, die wir ihm in Gedan­ken, Wor­ten und Taten fol­gen, d.h. wir gehen sei­nen Weg über Freud und Leid, Recht und Unrecht, Lob und Schimpf durch den Tod zur Herr­lich­keit der Auf­er­ste­hung.“
V. Lasst uns beten:
Herr Jesus, du bist begra­ben wor­den, aber am drit­ten Tag von den Toten auf­er­stan­den. Unsere Ver­stor­be­nen haben das Ziel ihrer Sehn­sucht erreicht
– lass sie auf immer dein Ange­sicht schauen.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V. Wir bit­ten für alle, die nicht an eine Auf­er­ste­hung glau­ben;
– dass ihnen glau­bende und hof­fende Men­schen begeg­nen.
A. Wir bit­ten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi fin­den wir Heil. (GL 176.1)
Lied: „Selig seid ihr…“
(oder ein ande­res Pas­si­ons­lied)
Gebet: (am Schluss der Andacht):
Jesus Chris­tus hat gesagt:
„Sorgt euch nicht um euer Leben! Ängs­tigt euch nicht!
Euch soll es um das Reich Got­tes gehen; dann wird euch alles andere dazu­ge­ge­ben.“
Darum beten wir:
Gott, wir fürch­ten, wenn wir uns auf dich ein­las­sen,
würde unser Leben noch schwe­rer; wenn wir uns für deine Sache mühen,
kämen wir selbst zu kurz.
Mach uns frei von der Angst.
Gib uns Freude an dei­nem Reich und lass uns erfah­ren,
dass dir allein die Zukunft gehört.
Das gewähre uns durch Jesus Chris­tus. Amen
Gebet um die Selig­spre­chung
Hei­li­ger Gott!
Du hast Alojs Andritzki als dei­nen Pries­ter beru­fen, damit er dei­nem Volk das Brot des Lebens bre­che und durch die Spen­dung der Sakra­mente Deine Gnade ver­mittle.
In sei­ner Begeis­te­rung für dich war er vie­len ein wah­rer See­len­füh­rer:
Uner­schro­cken bekannte er Chris­tus als den Erlö­ser der Welt.
Auf dem Weg zu dir ver­zagte er nicht.
Wir hof­fen zuver­sicht­lich, dass er bei dir in Dei­ner Herr­lich­keit ist
und bit­ten Dich: Ver­herr­li­che ihn auch in dei­ner Kir­che.
Hei­lige Maria, Mut­ter Got­tes, bei Dir hat Alojs oft Zuflucht gesucht.
Hilf durch Deine mäch­tige Für­spra­che, dass er als Bei­spiel eines demü­ti­gen
und ent­schie­de­nen christ­li­chen Lebens zur Ehre der Altäre gelange.
(Heft: Hrg. Cyrill-Methodius-Verein e.V.)
Der Kreuz­weg soll der inne­ren Vor­be­rei­tung auf die Selig­spre­chung von Kaplan Alojs Andritzki die­nen. Briefe aus der Unter­su­chungs­haft und aus dem KZ Dachau sind die Grund­lage für die Betrach­tungs­texte, die das katho­li­sche Pfarr­amt Radi­bor unter Mit­ar­beit von Pfar­rer Ste­phan Delan, Eve Hans­pach und Stef­fen Nebe­lung her­aus­ge­ge­ben hat. Die Für­bit­ten sind zum gro­ßen Teil dem Kreuz­weg­heft des Erz­bi­schöf­li­chen
Seel­sor­ge­re­fe­ra­tes Mün­chen ent­nom­men, Seite 23 ff, Kath. Land­volk­be­we­gung Deutsch­lands, Werk­blatt 3/1979.
Die Bibel­texte und Texte der Über­lie­fe­rung sind zum gro­ßen Teil dem Kreuz­weg der Pfar­rei Herz-Jesu, Düsseldorf-Urdenbach ent­nom­men. Der Kreuz­weg wurde von Dom­pfar­rer Kle­mens Ull­mann, Dres­den, zusam­men­ge­stellt.

Quelle: http://www.bistum-dresden-meissen.de/upload/pastoral/pdfs/Kreuzweg_A4.pdf

Gedicht

– Silja Wal­ter

HEILIGER MANN
Der Herr,
der leben­dige Gott,
unser Herr,
hieß dich waten
durch Was­ser und Feuer,
durch Has­ser und Schreier,
du wur­dest ver­ra­ten,
wie er,
Jesus Christ.
Ihm sei Ehr!
Der Herr,
der leben­dige Gott,
unser Herr,
hieß dich gehen
im Klei­nen, Gerin­gen
zu wei­nen, zu sin­gen
die Welt zu durch­ste­hen,
wie er,
Jesus Christ.
Ihm sei Ehr!
Der Herr,
der leben­dige Gott,
unser Herr,
ließ dich ster­ben,
mit ihm zu erlö­sen
die Erde vom Bösen,
um herr­lich zu erben
sein Reich:
Jesus Christ.
Ihm sei Ehr!

Silja Wal­ter    (Quelle: Bis­tum Dresden-Meissen)

Gedicht:

Für Alojs Andritzki:

Baum
in den Stür­men der Zeit
Auch wenn
die Blät­ter fal­len:
du stehst fest.

Kom­pass
in den Wüs­ten der Welt
Auch wenn
die Wege ver­wor­ren:
du zeigst das Ziel.

Fels
in der Bran­dung des Mee­res
Auch wenn
die Wogen sich tür­men:
du hältst es aus.

Mensch
in der Nacht des Lei­dens
Auch unter
Drang­sal und Schmer­zen:
du bleibst dir treu.

Zeuge Christi
in Fes­seln
Auch in Schwach­heit und Tod:
du bleibst doch stark.

Kle­mens Ull­mann         (Quelle: Bis­tum Dresden-Meissen, http://www.bistum-dresden-meissen.de/front_content.php?idcat=1662)

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