Seliger Alojs Andritzki


Gedenktag: 03. Februar

Inhaltsübersicht

Messtexte

Commune-Texte für einen Märtyrer, außerhalb der Osterzeit Messbuch II, S. 904

Tagesgebet (Version 1)

Herr, unser Gott, du hast den seligen Märtyrer und Priester
Alojs mit deiner Liebe erfüllt, so dass er in großer Bedrängnis
sein Leben wie ein Weizenkorn für die Brüder hingab;
gewähre uns auf seine Fürsprache,
dass wir alle Menschenfurcht überwinden
und würdige Diener der Wahrheit werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Quelle: Bistum Dresden-Meissen

Tagesgebet (Version 2)

Herr, unser Gott,

du hast den seligen Kaplan Alois Andritzki durch Bedrängnis hindurch zur Reife des christlichen Lebens geführt. Jung an Jahren war er bereit, sich wie das Weizenkorn für die große Ernte deines Reiches hinzugeben. Hilf uns, auf seine Fürsprache alle Menschenfurcht zu überwinden und mit unserem ganzen Leben deine Zeugen zu werden und Diener der Freude für unsere Schwestern und Brüder. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Alois_Andritzki

Fürbitten (Version 1)

Lasst uns beten zu Gott, unserem Vater, der dem seligen Märtyrer Alojs Anteil an der Freude des Himmels gegeben hat. Auf seine Fürsprache beten wir:
V.: Gott, unser Vater.
A.: Wir bitten dich erhöre uns.
1. Alojs war mit einem tiefen Glauben beschenkt:
Lass den Glauben in den Herzen derer wachsen, die auf der Suche nach Wahrheit und Leben sind. (Stille)
2. Alojs hat junge Menschen begeistert:
Schenke unserer Jugend gute Weggefährten, die ihre Sprache sprechen und die begeistern können für ein Leben in der Nachfolge Jesu. (Stille)
3. Alojs hat um des Glaubens willen Gefangenschaft und Leid auf sich genommen: Steh allen bei, die heute wegen ihres Glaubens verfolgt werden oder Nachteile erleiden. (Stille)
4. Alojs war auch in der Bedrängnis ein froher Mensch, der auf andere ausstrahlte:
Lass die Freude in uns wachsen, weil wir wissen, dass wir in jeder Lage des Lebens bei dir geborgen sind. (Stille)
5. Alojs ist ein Sohn des sorbischen Volkes, das er von Herzen liebte:
Schau auf dieses Volk und lass es Zeugnis geben vom Glauben an Dich, den lebendigen Gott. (Stille)
6. Alojs stand den Schwestern und Brüdern helfend bei, die am Ende ihrer Kräfte waren:
Lass die Hilfsbereitschaft und Solidarität unter den Menschen und Völkern wachsen. (Stille)
Gütiger Gott, du hast denen Leben in Fülle verheißen, die dir treu sind.

Höre unsere Bitten und schenke auch uns einst das ewige Leben.Dir sei Lob und Dank in Ewigkeit.
Amen.

Quelle: Bistum Dresden-Meissen

Fürbitten (Version 2)

FÜRBITTEN

Herr Jesus,
aus Dir hat Dein Priester Alojs Andritzki
die Kraft für sein mutiges Bekenntnis geschöpft.

Darum bitten wir Dich:

  • Stärke im Volk Gottes den Glauben an Dich.
  • Lass uns Dich in der heiligen Kommunion
    würdig und voll Ehrfurcht empfangen und verehren.
  • Schenke Deinen Geist allen Gliedern der Kirche –
    Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen –
    für ihr apostolisches Wirken in der Welt.
  • Sei allen Bedrängten und Verfolgten nahe.
  • Erhalte unser Volk in Deiner Gnade.
  • Erhöre alle, die Alojs um seine Fürsprache bitten.
  • Sei allen Opfern von Ungerechtigkeit und Gewalt gnädig.

Denn Du, Herr Jesus Christus,
bist in Deinen Heiligen verherrlicht.
Mit ihnen preisen wir durch Dich
den Vater in der Einheit des Heiligen Geistes
in alle Ewigkeit. Amen.

Quelle: http://www.andritzki.de/de_fuerbitten.htm

Stundengebet

SEL. ALOJS ANDRITZKI
Priester und Märtyrer
Der Sel. Alojs Andritzki, am 2. Juli 1914 im sorbischen Radibor im Bistum Dresden-Meißen geboren, wurde 1939 in Bautzen zum Priester geweiht und wirkte als Kaplan an der Dresdner Hofkirche. Zugleich war er Präfekt der Dresdner Kapellknaben. Als beliebter Jugendseel-sorger und wegen seines unerschrockenen Eintretens für die Wahrheit geriet er ins Visier der damaligen Machthaber. Im Januar 1941 wurde er verhaftet. Durch seine frohe und kreative Art war er selbst in der Hölle des Konzentrationslagers von Dachau ein Lichtblick, der vielen Mut und Hoffnung gab. An Typhus erkrankt starb er am 3. Februar 1943, wahrscheinlich durch eine Giftspritze.
Commune-Texte für einen Märtyrer (Stundenbuch III, S. 1110)
Lesehore
ZWEITE LESUNG
Aus einem Brief des Seligen Priesters und Märtyrers Alojs Andritzki, am 9. März 1941 aus dem Dresdener Polizeigefängnis
„Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung“
Heiligkeit ist ja die Übereinstimmung des Menschen in allem Denken und Tun mit Gott, dem allein Heiligen. Heiligkeit bedeutet die ganze Hingabe unseres Willens an den Willen Gottes. Wir wissen, dass dies leichter gesagt wird als getan. Solange der eigene menschliche Wille vorherrscht, spürt man gar nicht die Schwierigkeiten. Aber da, wo der eigene Wille ausgeschaltet wird und man in Lagen und Umstände hineingeführt wird, die einem persönlich gar nicht erwünscht sind, da beginnt erst eigentlich so recht die Einfügung des eigenen Willens an einen höheren. Ach, man kann gar nicht alles so aussprechen, was man in Gedanken erwägt. Aber bloße Einordnung, vielleicht noch mit Widerwillen erfüllt, ist nicht Heiligkeit. Zur Heiligkeit gehört der eigene freie und bejahende Wille, der dem Willen eines Höheren zugetan ist und das vor allem dann, wenn damit auch Leid und Entsagung verbun-den ist. Nun ist mir ja hier Gelegenheit geboten, diesen Weg der Heiligkeit zu gehen. Ich will ihn gehen so froh und freudig, als es mir möglich ist, denn es gilt ja, mit Gott eins zu werden. Dieses Ziel hilft mir auch über alle menschlichen Schwächen, Wehmut – und ich brauch mich nicht zu schämen zu bekennen – über manche Augenblicke, da mir die Tränen über die Wangen rollen. Es gibt schon Stunden der tiefsten Verlassenheit, aber das muss ja sein, damit umso größer die Liebe und Freude Gottes in mir Raum gewinnen kann. Unerlässlich bei diesem Streben aber ist das Gebet, und ich danke Euch dafür mit mei-nem Gebet. Nichts Schöneres gibt es, als hineinzuwachsen in die Gleichförmigkeit mit dem Willen Gottes, darin uns Seligkeit und Freude gegeben ist.
RESPONSORIUM
R Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten. * Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit.
V Ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft. Christus will ich erkennen und die Gemeinschaft mit seinem Leiden; sein Tod soll mich prägen. * Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit.

ORATION
Herr, unser Gott, du hast den seligen Märtyrer und Priester Alojs mit deiner Liebe erfüllt, so dass er in großer Bedrängnis sein Leben wie ein Weizenkorn für die Brüder hingab; gewähre uns auf seine Fürsprache, dass wir alle Menschenfurcht überwinden und würdige Diener der Wahrheit werden. Durch Christus, unseren Herrn.

Quelle: Bistum Dresden-Meissen

Andritzki Lied

Für die Messfeier oder als Hymnus zum Stundengebet

(Melodie: GL 220 „Das ist der Tag, den Gott gemacht“
Text: Otto Georgens / Klemens Ullmann)
1. Du Gottesmann in schwerer Zeit,
warst stets für Christi Ruf bereit.
Bleibst uns in Liebe zugewandt,
o reich uns helfend deine Hand.
2. Du wolltest Gottes Sämann sein,
die frohe Botschaft auszustreun.
In Drangsal und in Dunkelheit
Schenkst du noch Licht und Fröhlichkeit.
3. Der Gotteswahrheit Bote bist.
Treu standest du zu Jesus Christ.
Hast fest das Gottesreich bezeugt
und dich dem Irrtum nicht gebeugt.
4. Sei du mit deiner Liebe Kraft
bei uns auf unsrer Pilgerschaft.
Schütz uns in allem Kreuz und Leid.
Weis uns den Weg zur Seligkeit.

Quelle: Bistum Dresden-Meissen

GEBET UM DIE SELIGSPRECHUNG

Heiliger Gott!
Du hast Alojs Andritzki als Deinen Priester berufen,
damit er Deinem Volk das Brot des Lebens breche
und durch die Spendung der Sakramente
Deine Gnade vermittle.
In seiner Begeisterung für Dich
war er vielen ein wahrer Seelenführer:
Unerschrocken bekannte er Christus
als den Erlöser der Welt.
Auf dem Weg zu Dir verzagte er nicht.
Wir hoffen zuversichtlich,
dass er bei Dir in Deiner Herrlichkeit ist
und bitten Dich:
Verherrliche ihn auch in Deiner Kirche.
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bei Dir hat Alojs oft Zuflucht gesucht.
Hilf durch Deine mächtige Fürsprache,
dass er als Beispiel eines demütigen und entschiedenen
christlichen Lebens zur Ehre der Altäre
gelange.

Quelle: (www.andritzki.de/de_gebet.htm)

Kreuzweg

Wer mein Jünger sein will,nehme sein Kreuz auf sich
Kreuzweg zur Vorbereitung auf die Feier der Seligsprechung
mit Texten von Alojs Andritzki
Eine Handreichung des Bistums Dresden-Meißen
Zusammengestellt von Klemens Ullmann

Einführung:
Eine Kreuzwegandacht mit Worten von Alojs Andritzki, die er in Briefen aus der Gestapo-Haft und aus dem KZ Dachau geschrieben hat. Kaplan Alojs Andritzki wurde im Januar 1941 von der Gestapo verhaftet, im Oktober 1941 ins KZ Dachau eingeliefert und dort am 3. Februar 1943 wahrscheinlich mit einer Giftspritze getötet. Wir erwarten seine Seligsprechung. Mit den Kreuzweg-Betrachtungen wollen wir uns auf dieses große Ereignis innerlich vorbereiten.
Gebet:
Treuer Gott, du stehst uns zur Seite, auf dich vertrauen wir. Wenn wir bedrängt und verfolgt werden, bewahre du uns vor dem Fall.
Lied: (Melodie: „O du hochheilig Kreuze…“)
Nun ziehen wir die Straße, die unser Herr gegangen, verraten und gefangen.
Wir hatten uns verloren, doch er hat uns gefunden und an sein Kreuz gebunden.
Wir ziehen seine Straße, er trägt das Kreuz uns allen, für uns ist er gefallen.
Für uns hat er gelitten, für uns ist er erstanden aus Jammer, Tod und Schanden.
O Kyrie eleison, wir singen deinem Namen das Hosianna. Amen
(„Magnifikat“ Juni 2010, S. 211/212) Text: Klaus Berg
(oder ein anderes Passionslied)
1. Station: Verurteilen – Jesus wird zum Tode verurteilt
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Matthäus berichtet: Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. – Er gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen.
L. Am 15. Juli 1941 wurde vor dem Sondergericht beim Landgericht Dresden die Hauptverhandlung gehalten. Bereits seit dem 21. Januar saß Alojs Andritzki in Untersuchungshaft. Die Anklage lautete: „Ich klage Andritzki an, in der Zeit vom September 1940 bis Januar 1941 in Dresden und Pirna fortgesetzt gehässige, hetzerische und böswillige Äußerungen über leitende Persönlichkeiten des Staates und der NSDAP, über ihre Anordnungen und die von ihnen geschaffenen Einrichtungen gemacht zu haben …“
L. Bereits am 15. Februar 1941, einen Monat nach seiner Verhaftung, schrieb Kaplan Andritzki in einem Brief die folgenden Worte: „Es rückt nun langsam die entscheidende Stunde heran, wo ich vor dem Sondergericht mich zu verantworten habe. Nun ich zittere und bange als Mensch, vor Gericht stehen zu müssen. Doch als Christ, und vor allem als Diener des Allerhöchsten, habe ich das tiefe Vertrauen zu meinem lieben Vater im Himmel, dass alles gut wird, und darum harre ich mit innerer Ruhe all der Dinge, die da kommen. Darum beseelt mich der eine große Wunsch, den ich auch immer wieder als Bitte unserem Herrn vortrage, dass ihr alle ebenfalls von diesem Vertrauen und inneren Frieden erfüllt sein möget: ‚Gib uns deinen Frieden, o Herr!’“
V. Lasst uns beten für alle, die sich bemühen, Jesu Gebot der Feindesliebe zu befolgen: Für die verfolgten Christen: – dass sie Wege finden, trotz Anfeindungen an ihren Überzeugungen festzuhalten.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Für alle, denen Unrecht zugefügt wurde und die Wiedergutmachung verweigert wird, – dass sie ihr Herz rein bewahren und nicht verbittern.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil (GL 176.1)

2. Station: Sein Kreuz tragen – Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schulter
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Johannes berichtet: Sie übernahmen Jesus. Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe.
L. Bereits 1938 schrieb Alojs Andritzki: „Nehmen wir das, was er uns als Kreuz schickt, in Liebe auf uns, auch wenn es ein sehr schweres Kreuz ist …“
L. Im Dezember 1942 schrieb er aus Dachau an einen Jugendlichen der Hofkirchenpfarrei, der inzwischen zum Kriegsdienst eingezogen war: „Es ist wohl eine eigenartige Fügung Gottes, dass alles so gekommen ist. Der liebe Bruder Alfons, (sein leiblicher Bruder) gefallen, ich hier in Bewährung und Geduld und Du im Feld des Kampfes, aber allzeit bekennend ‚Dein Wille geschehe’, da kann nichts fehlgehen, alles ist gut und wird gut.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, du hast das Kreuz auf dich genommen und freiwillig getragen. Hilf uns, ja zu sagen zu allem, was uns schwer fällt.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Die Heiligen unserer Zeit tragen ihr Tun nicht lautstark zu Markte – lass ihr stilles Beispiel in unserer Welt Frucht bringen.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)
3. Station: Erdrückt werden – Jesus fällt unter dem Kreuz
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Die Überlieferung berichtet: Als Jesus mit dem Kreuz nach Golgota ging, brach er unter der Last zusammen. Getrieben und gestoßen erhob er sich wieder und trug sein Kreuz weiter.
L. Am 2. März 1941 schrieb Alojs Andritzki aus der Untersuchungshaft: „Der Segen und die Kraft des dreifaltigen Gottes begleitet uns durch die Fastenzeit, damit wir teilhaben an der Auferstehung zum ewigen Leben. Zuvor aber müssen wir Staub werden, so wie Christus im Kreuzestod den Tribut an die Vergänglichkeit gezollt hat, da er in den Staub getreten wurde. Niemals habe ich diese Worte tiefer erfasst, als gerade jetzt.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, das Kreuz hat schwer auf dir gelastet. Hilf uns, dass wir von unseren Sorgen nicht erdrückt werden.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Wir bitten für alle, die sich in ihrem Leben an Kreuz und Leid stoßen, – dass sie nicht mutlos liegen bleiben.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)
4. Station: Mitleiden – Jesus begegnet seiner Mutter
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Die Überlieferung berichtet: Maria hatte von der Verurteilung ihres Sohnes gehört und wollte die letzte Stunde seines Lebens bei ihm sein. So stand sie wartend am Weg.
L. Aus einem Brief von Alojs Andritzki aus dem Untersuchungsgefängnis Dresden am 30.4.1941: „Maria kennt ja unsere Schwierigkeiten; sie hat das irdische Tal der Tränen zur genüge gekostet; sie hat es überwunden in beispielloser Geduld und Liebe. Jetzt singen wir „Freu dich, Du Himmelskönigin“ alles Leid ist hin! So wird es auch bei uns sein, wenn wir Ihrem Beispiel folgen. Sie ist uns ja viel näher mit ihrem göttlichen Sohn, als wir es ahnen … Die tiefste Freude erfüllt mein Herz und alle immer wieder auftauchenden Gedanken der Verlassenheit, der Schwäche schwinden.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, die Nähe deiner Mutter hat dir Kraft gegeben, das Kreuz zu tragen. Hilf uns, dass wir wie Alojs Andritzki Kraft finden, auch in schweren Stunden bei Maria Trost und Halt zu finden.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Tröste die Mütter und Väter, die in Sorge um ihre Kinder sind: – Dass sie nicht müde werden im beständigen Gebet für sie.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)
5. Station: Mittragen – Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Lukas berichtet: Als sie Jesus hinausführten, ergriffen sie einen Mann aus Cyrene namens Simon, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage.
L. Brief vom 30.3.1941: „Passionszeit! Christus ruft uns auf, ihm zu folgen. … “Nicht mehr Knechte nenne ich euch, sondern Freunde!“ Dem Freund gebührt es aber, mit dem Freund Freud und Leid zu teilen. Christus trägt das Kreuz für die Kirche, da können wir als seine Freunde nicht müßig zusehen – sondern mittragen. Simon von Cyrene durfte damals wirklich handgreiflich das Kreuz dem Herrn tragen helfen, ihm wurde es ungefragt aufgebürdet – da half kein Sträuben – und er trug es! Nun, mir ist es ähnlich ergangen. Die Natur, der Freiheitsdrang will [sich] aufbäumen, aber schon lastet die Schwere des Kreuzes auf der Schulter. So will ich tragen, da ich doch sehe, dass ich nur Freundschaftsdienst erfüllen darf. So wird es mir leichter, ja man wird froh. Man trägt es ja nicht allein – Christus trägt es ja mit.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, Simon von Cyrene half dir das Kreuz tragen. Gib den Gemeinschaften der Nächstenliebe immer neue Kraft aus Gebet und Betrachtung, dass sie deine Menschenfreundlichkeit tätig verkünden.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Wir bitten für alle, die keine Kraft mehr haben, denen das Kreuz zu schwer wird. – Gib ihnen Menschen, die tragen helfen.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesus Christi finden wir Heil. (GL 176.1)
6. Station: Not lindern – Veronika reicht Jesus das Schweißtuch dar
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Die Überlieferung berichtet: Veronika, eine Frau aus dem Volk, sah den Leidenden und wollte ihm helfen. Sie band ihr Schweißtuch ab und reichte es Jesus. Blut, Schweiß und Schmutz zeichneten sein Bild in dieses Tuch.
L. Pater Maurus Münch, ein Mitgefangener von Alojs Andritzki, berichtet von dessen froh machendem und helfendem Wesen: „Wo andere beim Waschraumdienst stöhnten, hatte er nur ein helles Lachen. Abortdienst lag seiner Art gar nicht: aber wenn er draußen am Schrubben und Putzen war, lachte sein ganzes Gesicht, und immer hatte er auch dabei noch ein frohes Wort und einen feinen Witz auf den Lippen. Wer ihn am Morgen sah, war froh für den ganzen Tag.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, auf deinem Kreuzweg hast du Menschen gefunden, die dir gut waren. Hilf uns, die Not der anderen zu sehen und zu lindern.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Wenig zählt heutzutage der Einsatz für die Armen und Schwachen; – lass allen, die ihren Nächsten dienen, die Freude deiner Gegenwart zuteil werden.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)
7. Station: Fallen – Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Die Überlieferung berichtet: Trotz der Hilfe des Simon von Cyrene war die Last des Kreuzes für Jesus zu groß, so dass er noch einmal stürzte, sich mühsam erhob und von neuem das Kreuz auf sich nahm.
L. Über die tatsächliche Lage im KZ durfte natürlich in den von der SS kontrollierten Briefen nicht geschrieben werden. Die schwere Arbeit auf der Plantage und die unsägliche Hungersnot waren groß. In einem Brief vom 18. Januar 1943, also einen Tag, bevor Alojs sich mit Hungertyphus auf dem Invalidenblock meldetet und wenige Tage vor seinem Tod, schieb er: „Die Gnade vermag alles. Man möchte manchmal niedergedrückt sein, aber sobald man den Blick aufs Ganze wirft, verliert man alles Bedrückte.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, du fällst zum zweiten Mal und wirst dennoch nicht mutlos. Hilf uns, Geduld zu haben und immer wieder aufzustehen.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Wir bitten für alle, die durch Schuld und Sünde niedergedrückt sind. – Gib uns und ihnen Mut zur Umkehr.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)
Lied: „Das Weizenkorn muss sterben ….“ (GL 620)
8. Station: Sich begegnen – Jesus begegnet den weinenden Frauen
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Lukas berichtet: Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder.
L. Nach dem Tod seines Bruders Alfons, der im Krieg gefallen ist, und dem Tod von Kaplan Bernhard Wensch, dem Dresdner Jugendseelsorger, schrieb Andritzki: „Wie herrlich leben jetzt der liebe Bruder Alfons, wie freut sich jetzt Bernhard, der tapfer und schweigend alles ertragen hat – Vorbild für unsere Jugend – dass er den guten Kampf durchkämpfte [und] jetzt schon die Krone der ewigen Herrlichkeit tragen darf. Alfons, Bernhard und all die anderen, die beim Herrn sind, sind unsere Helfer und Fürsprecher. Darum werden auch unsere Mütter allen Schmerz überwinden im Glauben an den Herrn, der uns die Verheißung gegeben.
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, trotz deines Leidens siehst du noch die Not der anderen. Lass uns offen bleiben für jede Begegnung.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Wie bitten für alle Trauenden und Klagenden. – Dass sie im Glauben an das ewige Leben Hoffnung und Trost finden.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)
9. Station: Am Boden liegen – Jesus fällt das dritte Mal unter dem Kreuz
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Die Überlieferung berichtet: Die letzten Meter des Kreuzweges sind ein steiler Aufstieg auf den Felsen Golgota, auf dem Hinrichtungen stattfanden. Jesus stürzte zum dritten Mal unter der Last des Kreuzes und erklomm mit letzter Kraft den Felsen.
L. Andritzki schreibt am 19. September 1942 an Propst Wilhelm Beier, seinem Pfarrer: „Das Opfer ist wohl schwer, man könnte es sich früher gar nicht so vorgestellt haben. Wie man in Geduld, Sanftmut und gegenseitigem Ertragen sich hier üben kann, übersteigt jegliches Erwarten. So meine ich aber, dass dadurch das Opfer vollkommener wird, je mehr ich gerade in diesen Tugenden voranschreite. Ich bitte Euch, mir darin auch durch Euer Gebet zu Hilfe zu kommen. Der Geist der Gottlosigkeit und Verzweiflung, an seiner göttlichen Liebe zweifelnder Geist, umweht einen allzu sehr. Wie soll man da die Zweifel nehmen, der Verzweiflung und Gleichgültigkeit Einhalt tun, die Liebe ausspenden, da sie nur materiell gesehen wird, Worte aber nur leere Phrasen bedeuten! Der heilige Geist möchte kommen, lasst uns ihn betend erwarten.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, deine letzte Kraft hast du gebraucht, um aufzustehen. Gib uns Hoffnung, wenn wir am Boden liegen und meinen, dass es nicht mehr weitergeht.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Wenn uns in allem Leid die Zweifel an dir überfallen, – dann stärke unseren Glauben.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)

10. Station: Bloßstellen – Jesus wird seiner Kleider beraubt
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Johannes berichtet: Sie verteilten seine Kleider unter sich und warfen das Los um sein Gewand.
L. Der Mitgefangene von Alojs Andritzki, der damalige Kaplan Hermann Scheipers berichtet: Die letzten Worte, die Alojs an mich richtete waren: „Du, wir wollen sehen, dass wir zusammen bleiben.“ Das war als wir im Januar 1943, nur im Hemd bekleidet, über den Appellplatz gejagt wurden, um ins Krankenrevier eingewiesen zu werden.“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, du wurdest bloßgestellt vor allen Menschen. Lass nicht zu, dass wir Menschen wegen ihrer Schwächen und Fehler vor anderen bloßstellen.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Wir bitten für alle, die verleumdet und so vor anderen bloßgestellt werden. – Lass sie wissen, dass du sie richtig verstehst.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)
11. Station: Festnageln – Jesus wird an das Kreuz genagelt
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Lukas berichtet: Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den anderen links. Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
L. Alojs Andritzki schreibt in einem Brief vom 18. Oktober 1941 aus dem KZ Dachau: „Wenn der Herr scheinbar sein Antlitz von uns gewendet hat und wir gleichsam zu Boden gedrückt sind, lassen wir uns nicht beirren in der Liebe unseres himmlischen Vaters. Wenn wir aber jetzt nicht gerade als Sämann wirken können, so wollen wir wenigstens das Samenkorn sein, um zur Zeit der Ernte vielfältige Frucht zu bringen. So sind wir allzeit an jedem Ort fähig, dem Herrn und seiner Kirche zu dienen. Dank sei Gott!“
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, du bist ans Kreuz genagelt. Lass nicht zu, dass wir Menschen festnageln auf die Vorstellung, die wir von ihnen haben.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Wir bitten für die verfolgten Christen, die im Untergrund sind und ihrem Glauben nicht offen leben können. – Schenke ihnen Zuversicht und Starkmut in ihrem Bekenntnis.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)

12. Station: Sich hingeben – Jesus stirbt am Kreuz
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Lukas berichtet: Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei, und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.
L. Alojs Andritzki war typhuskrank am 19. Januar 1943 ins Krankenrevier eingeliefert worden. Er verlangte noch nach den Sterbesakramenten. Die Bitte wurde jedoch abgelehnt. Über dessen Tod am 3. Februar 1943 berichtet der Dachauer KZ-Priester Johann Maria Lenz aus Wien: „Ein sterbender Priester, Alojs Andritzki, lag zwei Betten weit entfernt von mir. (…) Als ich in meinem Typhusfieber merkte, dass es mit ihm zu Ende ging, raffte ich mich auf und schleppte mich zu Wastl, dem Pfleger. Hinweisend auf die Erlaubnis der Lagerführung, bat ich, man möge Pfarrer Seitz rufen. Und des ´Rotspaniers´ Antwort? ´ Er kriegt a Spritzen!´ – Morgens um vier Uhr begann sein Todesröcheln. Ich gab ihm noch schnell die Absolution – dann hatte er ausgelitten.“V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, du hast dich uns durch dein Sterben geschenkt. Gib uns Kraft, im Leben und Sterben dir treu zu bleiben.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Für die Opfer von Verbrechen und Gewalt, die ihren Peinigern verzeihen, – dass ihre Versöhnungsbereitschaft die Täter zu Reue und Umkehr bewegt.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, du hast dich uns durch dein Sterben geschenkt. Gib uns Kraft, im Leben und Sterben dir treu zu bleiben.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Für die Opfer von Verbrechen und Gewalt, die ihren Peinigern verzeihen, – dass ihre Versöhnungsbereitschaft die Täter zu Reue und Umkehr bewegt.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)

13. Station: Hoffnung haben – Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Matthäus berichtet: Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er war ein Jünger Jesu. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesus. Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu überlassen. Josef nahm ihn und hüllte ihn in ein reines Leinentuch. Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen. Er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg. Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem Grab gegenüber.
L. Pfarrer Lenz aus Wien, der Zeuge des Todes von Alojs Andritzki war, berichtet: „Die Leiche wurde fortgezerrt, um – wie alle anderen – seziert und verbrannt zu werden. Der Weg durch den Kamin, ging durch das Krematorium.“ Die Urne Alojs Andritzkis wurde von Dachau nach Dresden befördert. Die Beisetzung der Aschereste erfolgte am 15. April 1943 auf dem Alten katholischen Friedhof in Dresden. Zahlreiche geistliche Mitbrüder und Gläubige nahmen an der Trauerfeier teil. Im April 2010 wurden die Urnen aus dem Grab genommen und im Februar in die Kathedrale übertragen.
V. Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, du hast deiner Mutter Maria Hoffnung gegeben. Gib uns Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende ist.                 A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Wir bitten dich für alle, die keine Hoffnung mehr haben, – dass sie den Sinn ihres Lebens erkennen.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Wir bitten dich für alle, die keine Hoffnung mehr haben, – dass sie den Sinn ihres Lebens erkennen.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)

14. Station: Säen und ernten – Jesus wird ins Grab gelegt
V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V. Lukas berichtet: Josef nahm Jesus vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab,
in dem noch niemand bestattet worden war. Die Frauen, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleit und sahen zu, wie der Leichnam in das Grab gelegt wurde.
L. Am 5. April 1941 schrieb Alojs Andritzki aus der Untersuchungshaft folgenden Brief:
„Morgen ist Palmsonntag. Ich bin im Geiste bei der frohen Schar, die dem Herrn Lobgesänge darbringt. Es geht ja in den Endkampf. Die Karwoche ist die letzte Phase: rein menschlich gesehen – eine Niederlage! Aber warum? Um den Sieg heller erstrahlen zu lassen. … Christus ist auferstanden und hat uns damit eine neue Lebensphase erschlossen, die wir ihm in Gedanken, Worten und Taten folgen, d.h. wir gehen seinen Weg über Freud und Leid, Recht und Unrecht, Lob und Schimpf durch den Tod zur Herrlichkeit der Auferstehung.“
V. Lasst uns beten:
Herr Jesus, du bist begraben worden, aber am dritten Tag von den Toten auferstanden. Unsere Verstorbenen haben das Ziel ihrer Sehnsucht erreicht
– lass sie auf immer dein Angesicht schauen.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V. Wir bitten für alle, die nicht an eine Auferstehung glauben;
– dass ihnen glaubende und hoffende Menschen begegnen.
A. Wir bitten dich, erhöre uns.
V./A. Im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil. (GL 176.1)
Lied: „Selig seid ihr…“
(oder ein anderes Passionslied)
Gebet: (am Schluss der Andacht):
Jesus Christus hat gesagt:
„Sorgt euch nicht um euer Leben! Ängstigt euch nicht!
Euch soll es um das Reich Gottes gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“
Darum beten wir:
Gott, wir fürchten, wenn wir uns auf dich einlassen,
würde unser Leben noch schwerer; wenn wir uns für deine Sache mühen,
kämen wir selbst zu kurz.
Mach uns frei von der Angst.
Gib uns Freude an deinem Reich und lass uns erfahren,
dass dir allein die Zukunft gehört.
Das gewähre uns durch Jesus Christus. Amen
Gebet um die Seligsprechung
Heiliger Gott!
Du hast Alojs Andritzki als deinen Priester berufen, damit er deinem Volk das Brot des Lebens breche und durch die Spendung der Sakramente Deine Gnade vermittle.
In seiner Begeisterung für dich war er vielen ein wahrer Seelenführer:
Unerschrocken bekannte er Christus als den Erlöser der Welt.
Auf dem Weg zu dir verzagte er nicht.
Wir hoffen zuversichtlich, dass er bei dir in Deiner Herrlichkeit ist
und bitten Dich: Verherrliche ihn auch in deiner Kirche.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bei Dir hat Alojs oft Zuflucht gesucht.
Hilf durch Deine mächtige Fürsprache, dass er als Beispiel eines demütigen
und entschiedenen christlichen Lebens zur Ehre der Altäre gelange.
(Heft: Hrg. Cyrill-Methodius-Verein e.V.)
Der Kreuzweg soll der inneren Vorbereitung auf die Seligsprechung von Kaplan Alojs Andritzki dienen. Briefe aus der Untersuchungshaft und aus dem KZ Dachau sind die Grundlage für die Betrachtungstexte, die das katholische Pfarramt Radibor unter Mitarbeit von Pfarrer Stephan Delan, Eve Hanspach und Steffen Nebelung herausgegeben hat. Die Fürbitten sind zum großen Teil dem Kreuzwegheft des Erzbischöflichen
Seelsorgereferates München entnommen, Seite 23 ff, Kath. Landvolkbewegung Deutschlands, Werkblatt 3/1979.
Die Bibeltexte und Texte der Überlieferung sind zum großen Teil dem Kreuzweg der Pfarrei Herz-Jesu, Düsseldorf-Urdenbach entnommen. Der Kreuzweg wurde von Dompfarrer Klemens Ullmann, Dresden, zusammengestellt.

Quelle: http://www.bistum-dresden-meissen.de/upload/pastoral/pdfs/Kreuzweg_A4.pdf

Gedicht

– Silja Walter

HEILIGER MANN
Der Herr,
der lebendige Gott,
unser Herr,
hieß dich waten
durch Wasser und Feuer,
durch Hasser und Schreier,
du wurdest verraten,
wie er,
Jesus Christ.
Ihm sei Ehr!
Der Herr,
der lebendige Gott,
unser Herr,
hieß dich gehen
im Kleinen, Geringen
zu weinen, zu singen
die Welt zu durchstehen,
wie er,
Jesus Christ.
Ihm sei Ehr!
Der Herr,
der lebendige Gott,
unser Herr,
ließ dich sterben,
mit ihm zu erlösen
die Erde vom Bösen,
um herrlich zu erben
sein Reich:
Jesus Christ.
Ihm sei Ehr!

Silja Walter    (Quelle: Bistum Dresden-Meissen)

Gedicht:

Für Alojs Andritzki:

Baum
in den Stürmen der Zeit
Auch wenn
die Blätter fallen:
du stehst fest.

Kompass
in den Wüsten der Welt
Auch wenn
die Wege verworren:
du zeigst das Ziel.

Fels
in der Brandung des Meeres
Auch wenn
die Wogen sich türmen:
du hältst es aus.

Mensch
in der Nacht des Leidens
Auch unter
Drangsal und Schmerzen:
du bleibst dir treu.

Zeuge Christi
in Fesseln
Auch in Schwachheit und Tod:
du bleibst doch stark.

Klemens Ullmann         (Quelle: Bistum Dresden-Meissen, http://www.bistum-dresden-meissen.de/front_content.php?idcat=1662)

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