P. Krystyn (Wojciech) Gondek


Seliger P. WOJCIECH KRYSTYN GONDEK OFM, (1909—1942)
Ordenspriester, Franziskaner (OFM)
geb: 06.04.1909 [1]in Slona, Malopolskie (Polen)
verhaftet am 26.08.1940 in Wloclawek, danach gefangen in Szczeglin
ab 29.08.1940  im KZ Sachsenhausen,
vom 14.12.1940 bis zu seinem Tod im KZ Dachau, Häftligsnr:  22 779[2]
+: 23. 07.1942 im KZ Dachau
Gedenktag: 23.07.
Patron der Diözese Tarnow
Als junger Ordensmann im Franziskanerkloster in Wloctawek stand der selige P. Wojciech Gondek sehr unter dem Einfluss des Charismas seines Ordens. Er arbeitete in der Seelsorge als Kaplan.
„Er betete viel, achtete auf jedes seiner  Worte, entsprechend benahm er sich auch im Alltag.
Jedoch die Schwierigkeiten des Lebens im KZ-Lager konnte er nur sehr schwer ertragen. Die schwere Arbeit und die schlechten Lebensverhältnisse  im Lager raubten ihn schnell seiner Lebenskraft.
„Im Block schliefen wir nebeneinander auf den Etagenpritschen. Bis zu seinem Ende betete er sehr viel.
Vor dem Tod verabschiedete er sich von mir:
‚Auf Wiedersehen im Himmel‘.“ (Wincenty Kula)[3]

 


[1] Geb. 1900 nach Weiler, Die Geistlichen in Dachau, S 263
[2] Weiler, s 263
[3] Nach Sliwka, Märtyrer für den Glauben, 1939-1945, S 28f

BIOGRAFIE
Wojciech Gondek wurde am 6 April 1909 im Dorf Slona in der Diözese Tarnow geboren und zwei Tage später in der Pfarrkirche von Zakliczyn, 5 km von seinem zu hause entfernt, getauft.
Dieses Gebiet , das Königreich Galizien, gehörte zu dieser Zeit zum österreichisch ungarischen Kaiserreich.
Im Zakliczyn gab es auch eine weitere Kirche St. Marien (Matki Boskiej Anielskiej), die näher bei Slona lag. In diese Klosterkirche der Franziskaner ging die Familie Gondek zum Gottesdienst und um zu beten. So war Wojciech von Anfang an mit dem Orden der Franziskaner (lat.Ordo Fratum Minorum OFM)  verbunden.
Seine Eltern Jan und Julia geb. Cichy waren Landwirte.
Mit 10 Jahren beendete  Wojciech die fünfte Klasse der Grundschule mit sehr guten Noten.
Als einziger unter den Geschwistern durfte er die weiterführende Schule besuchen. Seine Geschwister mussten schon früh in der elterlichen Landwirtschaft arbeiten.
Auch Wojciech half mit, aber auf seine Weise. Wenn er z.B. Kühe weidem musste, hatte er Bücher dabei und las. Dabei sahen ihn die Franziskaner vom naheliegenden Kloster. Sie sprachen ihn darauf an und spürten Wojciechs große Sehnsucht nach Lesen. Deshalb sprachen sie mit seinem Vater über einen weiteren Schulbesuch. „Sie nahmen den Sohn mit “ erinnert sich seine Schwester Wanda (Michalik ) noch nach Jahren. Etwas später kam der Junge auf Empfehlung des Guardians, Paters Jan Malicki (später Provinzial und ein begnadeter Prediger und Volksmissionar) nach Lwow. (Lemberg).
Hier besuchte er in Jahren 1925-28 das Klostergymnasium des Hl. Antonius von Padua. Er zeigte sich hier als begabter und fleißiger Schüler. Er war teilweise vom Schulgeld befreit, da die Eltern nicht ausreichend Mittel zur Verfügung standen.
Wojciech konnte, Dank seiner Begabung, eine Klasse überspringen. Er wurde auch Klassensprecher und sogar Vorsitzender der Schülergemeinschaft.
Am 16. 07.1928 , nach 3 Jahren am College, bat er offiziell um die Aufnahme in den Franziskanerorden. Das wurde ihm gewährt. Er hatte auch die Unterstützung seines Bischofs Leon Walega aus Tarnow bekommen und 9 Tage später trat er tatsächlich in das Noviziat der Franziskaner in Wieliczka ein.
Seine erste Ordensgelübde legte er am 26.08.1929 in Wieliczka ab, das gehörte auch zur Franziskaner Provinz Mutter Gottes (Anielskiej).
Von dort aus wurde er nach Krakau (Krakow ) versetzt. Er studierte bei den Kapuzinern Philosophie und Theologie mit dem Ziel Priester zu werden, aber gleichzeitig holte er das Gymnasium nach. Im Jahr 1931 legte er das Abitur mit besten Noten ab.
Danach kam er nach Przemysl, wo er weiter an der Hochschule des Priesterseminars 1931 – 1936 studierte. Er gehörte zu den Talentiertesten, besten und begabtesten Studenten. Trotzdem „war er sehr bescheiden und fromm. “ (wie sein Studienkollege Jozef Kilar, später Prälat und Domkapitular in Przemysl, berichtete.)
Am 18 April 1933 legte Wojciech seine Ewigen Gelübde ab und nahm den Ordensnamen Krystan an. Drei Jahre später, am 21.06.1936 wurde er vom Bischof Franciszek Bardy in der Kathedrale in Przemysl zum Priester geweiht.
Seine Primizmesse zelebrierte er in Zakliczyn , in der Kirche der Mutter Gottes (der Engeln – Anielskiej), dort wo er seine Berufung erkannt hatte und diese gefördert worden war. Auch in andern Kirchen u.a. bei den Klausurschwestern in Konczyskie sowie in der Heimatgemeinde seiner Mutter in Domoslawice, beim ungewöhnliche Bild der Mutter Gottes mit dem Jesus Kind, feierte er die heilige Messe. Der erste Ort seines Wirkens war ein Franziskanerkloster in Chelm Lubelski, wo jetzt nach 70 Jahren wieder eine Evangelisation statt finden konnte. Von dort wechselte er nach einem Jahr nach Wloclawek ins Kloster der Allerheiligen, eines der wenigen Klöster, die von der russischen Behörden nicht geschlossen worden waren. In diesem Kloster durften nur max. 14 Paters wohnen, denn es wurde vom russischen Staat finanziert. Hier, wo auch das Heiligtum der Gnadenreichen Mutter Gottes von der zuverlässiger Hoffnung war, wirkte der junge Pater Krystyn als Beichtvater, Seelsorger der Kranken und Prediger.
Hier feierte er auch am 6 April 1939 seinen 30 Geburtstag.
Er war ein junger, talentierter und gesunder Mann, ein Mönch der bereit war alle Herausforderungen anzunehmen, die durch Gottes Vorsehung und seine Vorgesetzten auf ihn zukommen würden.
Aber die bis dahin bekannte ihm Welt war kurz vor dem Zusammenbruch und ihn erwartete eine persönliche Aufgabe, ein besonderer Kreuzweg.
Am 01.09.1939 brach der 2. Weltkrieg aus. Schon am 14.09.1939 waren die Deutschen Truppen in Wloclawek angekommen. Sogleich begann die Verhaftung und Liquidierung der sogenannten polnischen Intelligenz zu der auch die katholischen Geistlichen gehörten. Tausende Polen wurden ermordet oder verschleppt. In ganz Polen wurde gemordet, in Todesgruben, Wäldern, Gefängnissen, KZ-Lagern.
Auch Wloclawek wurde nicht verschont. Noch im September 1939 wurde die Stadt an die neu geschaffene Region „Reichsgau Posen „, später“ Reichsgau Wartheland“ angeschlossen, war damit unmittelbar Teil des deutschen Staatsgebiets. Das neue Recht wurde sofort umgesetzt . Schon in der Nacht von 7. auf den 8. September 1939 kam die Gestapo in die Gebäude des Priesterseminars und verhaftete dort 45 Professoren, Seminaristen und mehrere Priester. Auch der ebenfalls selige gesprochene Weihbischof Michal Kozal war unter den Verhafteten.
Nach Aussage des neu ernannten Führers des“Reichgaues Warthelandes „, Artur Karl, gab es keinen Platz mehr für den katholischen Klerus in seinem Herrschaftsbereich.
Das  Wartheland sollte ein Gebiet „ohne Gott, ohne Religion, ohne Priester, ohne Sakramente sein“, ganz im Sinn der geplanten neuen deutschen Religion, in der nur die Verehrung Adolf Hitlers vorgesehen war.
Die Verhaftungen der katholischen Geistlichen fanden stufenweise im Februar und März 1940 statt. Eine dritte Welle kam am 26.08. 1940, am Fest der Schwarzen Madonna von Czestochowa ( Tschenstochau).
Bis zu diesem Tag diente Pater Krystyn im Kloster. Da viele Priester verhaftet waren ,  fehlten Seelsorger und die Verbleibenden hatten es immer mehr zu tun um den Gläubigen beizustehen. Der selbstlose Pater Krystyn war bereit zu helfen.
Am 26 August 1940 wurde fast die ganze verbliebene Geistlichkeit vom Wloclawek verhaftet. Auch die Franziskaner des Klosters, unter ihnen auch Pater Krystyn. Zunächst wurden die Gefangenen in das Dorf Szczeglin bei Mogilno in ein Durchgangs- und Arbeitslager gebracht, wo sie in Nebengebäuden, Ställen und Scheunen unter gebracht waren.
Nach 3 Tagen wurde P. Gondek und viele andere Priester in Lastern weg gebracht, zunächst in Richtung Berlin.
“ …dort hielten die Fahrzeuge an einer Ampel. Die Passanten fragten , wer in den Lastern sei. Die Antwort lautete: „polnische Verbrechern“. Sie behandelte uns, wie Verbrecher.
Die Aufpasser tobten, schoben und schlugen uns mit Fäusten, ein älterer Mann mit dem Stock. In Berlin hieß es: „Raus !!.“ Wir standen in einer Reihe, so das uns alle sehen konnte.“ Dies berichtete Pater Jan Kubicki.
Schließlich kamen die Geistlichen im KZ Sachsenhausen an. Hier wurde Pater Krystyn, wie auch alle anderen polnische Gefangene geschlagen, misshandelt und zu menschlich gesehen unerträglicher Arbeit gezwungen.
Er musste Ziegeln für den Straßenbau tragen. Bei bitterer Kälte waren die Gefangenen hungrig und wurden so sehr schikaniert, dass nicht nur die älteren unter ihnen krank wurden. P. Krystyn zählte zu den Jüngeren, aber auch er wurde krank.
Am 14.12. 1940 war er mit einer großen Gruppe Geistlicher aus dem KZ Sachsenhausen ins KZ Dachau deponiert, wo hunderte anderer polnischer Priester waren.
Hier bekam er eine gestreifte Häftlingskleidung, mit einem aufgenähten rotem Dreieck-aus Stoff mit Buchstabe -P und die Häftlingsnummer Nr. 22779. Dies bedeutete, dass er ein politischer Gefangener aus Polen war.
Pater Gondek kam, in Block 28 der zum Priesterblock gehörte. Die Mehrheit der hier gefangenen Geistlichen waren aus Polen, aber aus den Niederlanden und Belgien waren Geistliche unter ihnen.
Die Priesterbaracken 26, 28 und 30 wurden zusätzlich mit Stahldraht vom Lager getrennt und bewacht.
Der Mitgefangene Pfarrer Winzenty Kula erinnerte sich: „wir wurden zusammen verhaftet. In Dachau „wohnten und schliefen“ wir im selben Raum, wir arbeiteten gemeinsam üblicherweise am Feld bei der Kartoffelernte, oder beim Unkraut jäten. Ich habe ihn sehr gut gekannt. Er war ein 30- jähriger junger Pater und war stets bemüht seine priesterliche Würde auch in dieser Umgebung zu wahren. Er war ein Mann des Gebetes, seine Worte waren gut überlegt und sie entsprachen auch seinem Benehmen. Aber er konnte kaum die Lagerbedingungen ertragen. Durch die schwere körperliche Arbeit und die Lebensumstände war er erschöpft. Aber er betete bis zum Ende.“
Das Jahr 1941 war im KZ Dachau für die gefangenen Geistlichen ein bisschen leichter zu ertragen. Dank der Verhandlungen des Apostolischen Stuhls mit Berlin wurde im Januar 1941 im Block 26 eine Kapelle errichtet in der die heilige Messe täglich gefeiert wurde. Es war aber nur einem Geistlichen erlaubt diese zu zelebrieren.
„Die Situation dort erinnerten an die der ersten Christen, die in den römischen Katakomben heimlich Gottesdienste feierten.“, erzählte Bischof F. Korszynski.
Die Hostien und Messwein wurden aus der benachbarten Stadt Dachau vom dortigen Pfarrer geliefert, aber auch geschmuggelt. Manchmal auch in den Paketen von der Familie. Offenbar wurden diese Hostien bei den Kontrollen der Pakete nie entdeckt.
Aber die vergleichsweise „guten Zeiten „endeten mit dem 19. 09.1941.
Alle nicht deutschen Geistlichen wurden befragt, ob sie Volksdeutsche seinen. Die polnischen Priester weigerten sich als „Volksdeutsche “ in Listen eingetragen zu werden . Sie standen fest zu Ihrer Identität, de polnischen Nationalität sowie zu ihrer priesterlichen Würde und Berufung.
Der mitgefangener Pfarrer Feliks Windorpski schrieb: „Ende September 1941 wurden alle (nicht deutschen) Priester auf der Straße des Blocks 28 versammelt. Lagerführer Egon Zill teilte mit: „Alle eure Privilegien enden. Von nun an gelten alle Vorteile nur noch für deutsche Geistliche und diejenigen die sich zur Deutschland bekennen. Diese gehen in den privilegierten Block 26, in dem sich auch die Kapelle befindet. Zu dieser Zeit waren wir etwa 1 000 polnische Priester.
Nach der  zweiten Frage wer „Volksdeutscher“ sei, erhob kein Priester die Hand. Nach einer Weile meldete sich nur ein evangelischer Pastor. Sonst niemand. Dies brachte den Lagerführer in Wut. Er beschimpfte uns als „Saupolaken“, Pfaffen etc. und ging weg. “
Daraufhin wurden alle nicht deutschen Geistlichen zu übermenschlicher Zwangsarbeit eingeteilt.
„Im Januar 1942 wurde angekündigt , alle Priester sollen nun einen neuen Beruf ausüben, da sie nie mehr zu ihrem Seelsorgedienst zurück kehren würden. Freiwillig meldete sich keiner. Zwangsweise wurden Priester darauf hin zu Tischlern, oder Maurern umgeschult. Nach zwei Monaten gingen die Maurer in die Wirtschaftsbetriebe im Lager und die Steinmetze begannen mit dem Bau der sogenannten Baracke X, dem Krematorium.
Der Rest der Priester arbeitete am Feld in der ans Lager anschließenden Plantage, in der Abteilung Freiland beim Anbau von Heilkräuter und Gewürzen. Einige Geistliche mussten sogar als „Arbeitspferde“, d.h. als menschliche Zugtiere, schwere Wagen ziehen.
Es gab keinen einzigen Tag ohne Todesfälle. Bei den schweren Arbeiten wurden die Priester in Wassergräben geworfen, bis zur Bewustlosigkeit geschlagen oder sie starben an Hunger. „Keiner hatte einen natürlichen Tod“. berichtete Pfarrer Feliks Windorpski.
Die Sklavenarbeit im Freien verlief unter katastrophalen Bedingungen . Im Winter gab es trotz Frost und Schnee keine warme Kleidung. Im Sommer musste in der heißen Sonne gearbeitet werden.
Die Gefangenen mussten auch stundenlang auf dem Appellplatz stehen, es kam zu erschöpfungsbedingten Krankheiten.
Am Schlimmsten aber war der Hunger. Vor Hunger konnten die Gefangenen kaum an anderes als Essen denken. Der wichtigste Gedanke war: Wo bekomme ich ein Stück Brot!? Das Gewicht der Gefangenen sank dramatisch, oft bis unter 40 Kg.
Pfarrer Franciszek Maczynski ( 1901 Pacyn-1998 Rom), später Rektor des Päpstlichen Polnischen Kircheninstituts in Rom, erinnerte sich:
„Das Gefühl ständig hungrig und schwach zu sein und mit Bedauern den Hunger aller beobachten zu müssen, war schlimm. „Warum werden diese Steine nicht zum Brot?, dachten wir. …Die Leute aßen die schlimmsten Dinge um den Magen zu füllen… Ein Stück Brot das einem Kind auf die Straße herunter gefallen war, galt als Delikatesse. Auch gestohlene Reste aus dem Hundenapf oder den Kaninchenkäfigen im Lager, eine heimlich geholte Hand voll Hafer aus dem Hühnerstall waren etwas Besonders, wenn auch darauf die Todesstrafe stand. Doch dieses half den Hunger für eine Weile zu vergessen.
Trotzdem kam der Tod oft näher. …Langsam zeigten sich Anschwellungen an den Füßen und wenn diese zum Bauch kamen, bedeutete das das Ende. Keine Rettung war möglich. Der Rumpf war abgemagert, Beine dick und schwer in schweren Stiefel…..die sie kaum mehr nachziehen konnten.“

Und Pfarrer Tadeusz Gaik erzählt in der Biografie über Pfarrer Miczyslaw Kloczkowski (1910 Kielanowice-1942 Dachau):
„Hunger war für uns alle hier in Dachau wie eine Folter. Vor zwei Tagen am Nachmittag habe ich die doppelte Menge Suppe bekommen auch ein Kollege schenkte mir eine Portion, also insgesamt bekam ich eine dreifache Portion Essen und mein Magen war diesmal voll ,aber dieser H U N G E R war immer noch in mir. Ich fühlte, ich hätte einen ganzen Kessel Suppe austrinken können.
Ein mal am Tag bekomme ich ein Viertel Brot . Ich esse es auf, aber ich hätte ein, zwei …….zehn Leibe essen können. Dieser Hunger wäre weiter unersättlich gewesen, nicht zu stillen “
Pater Krystyn spürte, dass er das Lager nicht überlebe würde, aber er verlor nicht die Hoffnung. Er schrieb Briefe mit der Bitte um Gebet und hoffte weiter am Leben zu bleiben.
Aber er akzeptierte den Willen Gottes. Während der Verfolgungen durch die SS Männer bewahre er immer den lebendigen Glauben, die Liebe zu dem Nächsten und zu Gott, sowie den Geist des Gebetes. Die Familie und Freunde versuchten sich für seine Freilassung einzusetzen. Die mutige Mutter schrieb sogar einen Brief an Hitler.
Im Jahre 1942 war es das Ziel die Geistlichen durch Hunger und Zwangsarbeit zu töten. In sogenannten “ Invaliden Transporten “ wurden vor Erschöpfung nicht mehr arbeitsfähige Gefangene in das Euthanasie-Zentrum im Schloss Hartheim in Österreich gebracht, wo insbesondere geistig Behinderte, chronisch Kranke und psychisch Kranke, darunter auch Kinder, ermordet wurden.
Dort in den Gaskammern wurden auch zahlreiche polnische Priester umgebracht.
Auch Pater Gondek war in so einem „hoffnungslosen Zustand.“ Er wurde ausgesondert und in das “ Lagerkrankenhaus“, das sogenannte „Revier“ gebracht. Von dort gingen die Transporte in die Gaskammern ab.
Noch auf dem Weg ins Revier gab Pater Krystyn einem Mitgefangenen seine noch gut erhaltene Mütze mit den Worten:
„Ich komme nicht mehr zurück.
Der HERR wartet auf mich“. Und er schloss: „Ja, ich gehe zum Gott“.
Der Priester Kula erinnerte sich an folgende Abschiedsworte :
„Auf Wiedersehen im Himmel“.
Jedoch erlebte P. Krystyn den nächsten Invalidentransport nach Hartheim nicht mehr. Dieser war für den 10.08.1942 geplant. Einige Tage zuvor, am 23.07.1942 ging er in die Ewigkeit ein.
Er starb in der “ Krankenstation“ an Hunger und Erschöpfung . Die offizielle Todesursache lautet gemäß der Lagerkartei: „Diarrhoe-blutiger Durchfall“.
Der Jesuit Pater Adam Kozlowski, später Kardinal, schrieb in seiner tagebuchartigen Biografie unter dem Datum 23.07.1942: „gestorben: Pater Wojciech Gondek. 33 Jahre alt.“
Pfarrer Tadeusz Gaik erwähnte schon früher:
„In ihm starb ein Priester der noch lange und fruchtbar hätte leben können.“.
Mithäftling Prof. Pfarrer Stanislaw Librowski berichtete: „Pater Krystyn gab sein Leben für Gott und Polen“.

Seine Leiche wurde im Lagerkrematorium verbrannt .
Auf den Brief der verzweifelten Mutter, die ihren Sohn hatte retten wollen, kam nie eine Antwort .
Aber die deutsche Gestapo kam daraufhin ins Hause der Familie Gondek und durchgesuchte alles. Erst ein paar Tage später kam die Nachricht vom Tod des Sohnes.
Pater Gondek hinterließ ein Brevier, einen Rosenkranz und ein kleines Medaillon mit dem Bildchen der Schwarzen Madonna aus Tschenstochau.
Er wurde von heiligen Papst Johannes Paul II am 13.06.1999 in Warschau mit 107 weiteren Märtyrer des Zweiten Weltkrieges selig gesprochen.
Übersetzung: Irene Janitzek
Textbearbeitung: Monika Neudert

 Quellen: https://pl.wikipedia.org/wiki/Krystyn_Gondek
http://www.swzygmunt.knc.pl/MARTYROLOGIUM/POLISHRELIGIOUS/vPOLIS/HTMs/POLISHRELIGIOUSmartyr0740.htm
http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0723blKRYSTYNWOJCIECHGONDEKlmartyr01.htm
http://brewiarz.pl/czytelnia/swieci/07-23d.php3
http://www.zspig.zakliczyn.pl/index.php?id=21&option=com_content&task=view
http://gosc.pl/doc/1425762.Do-zobaczenia-w-niebiehttp://www.swietyjozef.kalisz.pl/Dachau/48.html

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