P. HILARY (PAWEL) Januszewski


P. HILARY JANUSZEWSKI (PAWEL ), (1907–1945)

Beschuhter Karmeliterpater (OCam.), Prior des Klosters in Krakau
geb: 11.06.1907 in Krajenki, Kujawsko-Pomorskie (Polen)

Verhaftet am 04.12.1940 in Krakau, im freiwilligen Austausch für einen alten und kranken Mitbruder

nach einem Aufenthalt im KZ Sachsenhausen wurde er am 19.09.1941 ins KZ Dachau eingeliefert. Häftlingsnummer: 27648

+: 25 03. 1945 im KZ Dachau, 37 J.alt, an Fleckfieber, Infektion bei freiwilliger Pflege kranker Kameraden

Gedenktag: 25.03.

Kurzbiografie:

der selige Priester und Märtyrer Hilary Pawel Januszewski, geboren in Krajenki, besuchte mehrere Schulen und legte das Abitur  schließlich in Krakau ab. Er trat 20-jährig in den Orden der Beschuhten Karmeliter ein. Nach der Priesterweihe  studierte er in Krakau und am St. Albert Colleg der Karmeliter in Rom und wurde 1934 in Rom zum Priester geweiht.

In Krakau zurückgekehrt,  wurde er am ordenseigenen Priesterseminar Professor für Dogmatik und Kirchengeschichte, 1939 auch Prior des Klosters. Während der deutschen Besatzung wurden einige der Karmeliten des Krakauer Klosters verhaftet. Als beim zweiten Besuch alle anwesenden Geistlichen verhaftet wurden, setzte sich der zufällig bei der Verhaftung abwesende Prior für die Freilassung besonders eines alten und kranken Mitbruders ein. Statt seiner wurde  P. Hilary Januszewski festgenommen, im Gefängnis Montelupich in Krakau festgehalten, dann nacheinander in verschiedene Konzentrationslager gebracht. Die letzen Jahre, ab 1940, war er im  Konzentrationslager Dachau. Dort fiel er durch seine Hilfsbereitschaft auf. Er suchte auch das Gebet mit anderen Angehörigen des Ordens, aus verschiedenen Ländern.

Als 1945 im Lager Typhus ausbrach, meldeten sich über 30 Geistliche zur freiwilligen  Krankenpflege und Seelsorge an den Sterbende. Nach nur 21 Tagen, infizierte sich P. Hilary Januszewski mit der tötlichen Krankheit. Er starb am 25.03.1945 im KZ Dachau.

Biografie:

Pawel Januszewski wurde am 11.06.1907 in Krajenki, in Pommern, geboren und am 13.06. 1907 in der Kirche Christkönig getauft. Von seinen Eltern lernte er den christlichen Glauben. Seine Eltern Marian und Marianna waren arm, sie arbeiteten als Tagelöhner bei Deutschen. Pawel hatte 9 Geschwister.
1915 zog die Familie nach Greblino, wo sein Vater und der ältere Bruder bei einem reichen, deutschen Grundbesitzer arbeiteten. Hier, in Greblino verbrachte Pawel seine Kindheit und hier besuchte er die Grundschule.
1922-1924 besuchte er das Gymnasium in Suchary, es war eine Ordensschule der Pallottiner. Leider musste er diese Schule wegen finanzieller Probleme der Familie verlassen. Er kehrte zur Familie zurück und lerne alleine, mit Hilfe seiner Schwester, die Lehrerin war, den Stoff der 3. Klasse am Gymnasium.
Ein Jahr später besuchte er die Schule bei den Patres der Kongregation vom Heiligen Erzengel Michael in Pawlikowice. Das lag weit von zuhause entfernt, in der Nähe von Wieliczka (4 km entfernt) bei Krakau. Hier beendete er die 4. Klasse des Gymnasiums. Er blieb von da an in der Nähe Krakaus. Mit 19 Jahren musste er für seinen Unterhalt selber sorgen und gleichzeitig weiterlernen.
1927 legte er die Abiturprüfung ab und entschied sich am 20.09.1927 für die Berufung zum Priester. Diese Entscheidung war schon lange in ihm gewachsen und gereift. Er bewarb sich bei den Karmelitern der alten Observanz (beschuhte Karmeliten) in Krakau Piasek.
In der Bewerbung schrieb er: „Seit der Kind­heit spüre ich das unwiderstehliche Ver­lan­gen in den geist­li­chen Stand ein­zu­tre­ten. Ich ent­scheide mich, nach der Stimme des Her­zens zu han­deln und mich dem Dienst für Gott zu widmen. Ich bin 20 Jahre alt und ab jetzt will ich nur für Gott leben.
Er bekam bei der Aufnahme den Ordensnamen Hilary (Hilarius) und bis zum Ende seines Lebens „lebte er nur für Gott.“
Das Noviziat verbrachte er in Lwów (Lemberg), wo er am 30.12.1928 die ersten Gelübde ablegte.
1931 schloss er das Studium der Philosophie in Krakau ab und wurde wegen seiner besonderen Fähigkeiten zum weiteren Studium der Theologie nach Rom geschickt, an das ordenseigenen Collegio Sant´ Alberto.
Der Generalprior der Beschuhten Karmeliten, P. Kilian Healy, der damals im Studiengang drei Jahre hinter P. Hilary war, war sehr beeindruckt von dem fleißigen und intelligenten Studienkollegen, besonders wegen seiner ständigen „bewussten kontemplativen Haltung“. Er war „ruhig, zurückhaltend, fast unsichtbar und sprach leise.“
Er war ein ruhiger, schweigsamer und einsamer Junge, den man kaum wahrnahm. Er war nur beschäftigt mit der Beziehung zu Gott. Andere erkannten in ihm einen stillen und weisen Mann, der das Studium liebte. Man konnte in ihm ein tiefes inneres Leben erahnen. Besonders seine ständige bewusst kontemplative Haltung beeindruckte.
Hier lebte er in einer internationalen Gemeinschaft aus der ganzen Welt, in der die schwierige, politische Situation in Europa diskutiert wurde. Er lernte eine neue Generation von Karmeliten kennen, die das Jahrhundert prägen sollte. Seine Professoren waren Männer, die dem Orden einen
hohen Stellenwert in akademischen Kreisen verliehen, während sie zugleich als engagierte Brüder im Karmel lebten: Bartholomé Maria Xiberta (Dogmatik), Alberto Grammatico (fundamentale Moraltheologie und Predigt), John Brenninger (Spirituelle Theologie), Enrique Esteve und Eugenius Driessen (Exegese), Guglielmo Jazzetta (Fundamentaltheologie).

Am 03.12.1931 legte er die Ewigen Gelübde in Rom ab.
Sein letztes Jahr in Rom war hauptsächlich der Vorbereitung des Lektorgrades gewidmet. Er erhielt ihn durch eine Dissertation über ein theologisches Thema, das er vor einer Kommission von Professoren verteidigen musste. In der Karmelbibliothek von St. Albert gibt es eine Kopie dieser Dissertation. Das Thema und die Art der Durchführung zeigen viel von Hilarius’ Charakter: „Die Konsekration eines Ziboriums (mit Hostien), die wegen der Vergesslichkeit des Priesters ohne Korporale geschieht.“ 106 Seiten lang behandelt er die sekundäre Frage der Moraltheologie, ob das Ziborium auf dem Korporale sein muss, um gültig konsekriert zu sein. P. Hilarys gab in seinem Vorwort durchaus zu, dass er sich mit einer sekundären Frage beschäftigt. Aber er erklärte die Wahl des Themas mit seinem beharrlichen, soliden polnischen Glauben und seiner tiefen Verehrung des Altarsakraments. Er bekannte, dass er immer schon seine erste akademische Arbeit einer Frage der Eucharistie widmen wollte, „wegen der Bedeutsamkeit in Bezug auf die Erlösung der Menschen“, und meinte, die Frage sei sehr praxisnah für den täglichen Dienst des Priesters.
Als Pole, der den Glauben von Vorfahren überliefert bekam, die oft und schwer für ihren Glauben gelitten hatten, zeigte Pater Hilary eine bedingungslose Hingabe an die Grundlagen des Glaubens. Dazu gehört wesentlich die Bedeutung der Eucharistie, die Aufmerksamkeit und Liebe sogar in den kleinsten sie betreffenden Fragen verdient. Dieses uns von der Kirche als Mittel der Erlösung gegebene Sakrament muss auch theologische Wertschätzung erfahren; handelt es sich doch um die gottgeschenkte Begegnung mit der Erlösermacht unseres Herrn und Heilands. Pater Hilary sah es aus diesen beiden Gründen als seine Aufgabe an, eine Auffassung zu verteidigen, die sich sogar gegen den verehrungswürdigen Patron der Moraltheologen, den hl. Alfons von Liguori, wandte. Dieser hielt ein Ziborium, das bei der Messe nicht auf dem Korporale steht, nicht für konsekriert. Ohne die Verdienste diese Heiligen schmälern zu wollen, legte P. Hilary seine Meinung in elegantem Latein und mit theologischem Scharfsinn dar.
Mit dem Titel eines Lektors und einem Preis, der außergewöhnlichen Studenten der Römischen Akademie des hl. Thomas von Aquin vorbehalten ist, beschloss er sein Studium in Rom. Am 15.08.1934 wurde er in Rom zum Priester geweiht, im letzten Jahr seines Studiums, das er mit Auszeichnung als Doktor der Theologie beendete.
Als bester Student verließ er Rom und kehrte 1935 nach Krakau zurück.
Als Dozent für Dogmatik und Kirchengeschichte lehrte er am Institut der polnischen Provinz in Krakau. Auch war er als Schatzmeister und Sakristan für den Orden tätig sowie Rektor des Marianischen Heiligtums U.L. Frau auf dem Sand bei Krakau. Er war auch Präfekt der Seminaristen.
Ende 1939 ernannte ihn Provinzial P. Eliseus Sánchez-Paredes zum Prior des Karmelklosters in Krakau.
Die mit ihm lebten, bezeugten seine Sorge für die Brüder und die religiöse Observanz. Mit sich selbst streng, war er verständnisvoll, gerecht, geduldig und gütig gegenüber seinen Mitbrüdern. Seine besondere Aufmerksamkeit galt den Kranken und Bedürftigen.

Er enga­gierte sich auch sozial: Man sagte über ihn: „Der gütige Pries­ter war eif­rig für Wai­sen­kin­der da. Immer eilte er gerne zur hei­li­gen Messe oder zum Hören der Beichte ins Waisenheim. Ich sehe ihn immer noch vor mei­nem geis­ti­gen Auge, wie der gütige Pater in den Kra­kauer Stadt­teil Zwierzy­niec kam, um dort viele Stun­den mit den Ärms­ten zu ver­brin­gen.“
Wäh­rend der deut­schen Besat­zung nahm er im Klos­ter eine Gruppe Flücht­linge aus Poz­nań auf. Die Türen des Klos­ters ver­schloss er vor Lei­den­den nie. Er gab ihnen nicht nur Zuflucht, son­dern auch mora­li­sche Unter­stüt­zung.
Nach der Anek­tion eines Teils Polens durch das Deut­sche Dritte Reich begann die Ver­fol­gung der katho­li­schen Kir­che mit dem Ziel sie zu eli­mi­nie­ren. Die Mehr­heit der Seel­sor­ger und Ordens­leute wurde in KZ´s ins­be­son­dere im KZ Dachau inter­niert.
Im Klos­ter in Kra­kau waren zu die­ser Zeit 12 Patres, 15 Brü­der und 20 Kle­ri­ker. Bei der Gestapo ging eine Anzeige ein, in der Klos­terkirche würde das ver­bo­tene Lied „Liebreiche Mut­ter“ (Ser­deczna Matko) gesun­gen.
Am 18./19. Sep­tem­ber 1940 kam die Gestapo in den Kra­kauer Kar­mel und ver­haf­tete meh­rere Brü­der , dar­un­ter den Sub­prior P. Leon Koza und den Stu­di­en­prä­fek­ten P. Albert Urban­ski. P. Hil­ary hielt es für seine Pflicht, alles zu tun, was in sei­ner Macht stand, um ihnen zu hel­fen. Er ver­suchte mit Hilfe von Freun­den, die Mit­brü­der aus dem Mon­te­lupich Gefäng­nis zu befreien.
Am 04.12.1940 kam die Gestapo wie­der um dies­mal alle Ordens­leute bis auf P. Hil­ary zu ver­haf­ten, der zu die­ser Zeit abwe­send war. Prior P. Hil­ary Janus­zew­ski ent­schied sich mit der Gestapo zu ver­han­deln.  Er erklärte, er sei der Prior und damit der Verantwortliche des ganzen Klosters. Er bat um die Frei­las­sung aller Fest­ge­nom­me­nen, beson­ders für den älte­ren und sehr kran­ken P. Jan Maria Knoba. „Ich bin jün­ger und werde bes­ser für euch arbei­ten kön­nen.“
Diese Bitte wurde gewährt und P. Knoba wurde frei­ge­las­sen. Dafür wurde aber P. Hil­ary fest­ge­nom­men. Zuerst wurde er im Gefäng­nis Mon­te­lupich in Kra­kau, spä­ter im KZ Sach­sen­hau­sen inhaf­tiert. Dort wurde ihm die Häft­lings­num­mer 37088 zuge­teilt.
Am 19.09.1941 wurde er ins KZ Dachau ein­ge­lie­fert. Er wurde, wie alle Häft­linge dort, mit den Wor­ten begrüßt: „ Ihr seid im KZ Dachau, von hier gibt es kei­nen Aus­weg.“ Der Mit­ge­fan­gene  Jan Domagala über­setzte, um den Kame­ra­den Mut zu machen: „Ihr seid in Dachau, von hier kann man raus. Durch­hal­ten!“
P. Hil­ary erhielt hier die Häft­ling­num­mer 27648. Er wurde der Bara­cke 28 zuge­wie­sen, einer der Pries­ter­ba­ra­cken. Hier war der Blockälteste (vor­ge­setz­ter Mit­häft­ling) beson­ders grau­sam.
P. Hil­ary ver­brachte 4 Jahre im KZ Dachau. Er erlebte Qua­len, unend­li­chen Hun­ger, Kälte, Krank­heit und totale Erschöp­fung. Beson­ders das Jahr 1942 brachte im KZ Dachau rund 700 pol­ni­schen Pries­tern den Tod. Er musste, wie die ande­ren Geist­li­chen, schwere kör­per­li­che Arbeit in der Plan­tage leis­ten.
Man schätzte ihn für seine Güte, Hilfs­be­reit­schaft und auf­op­fernde Hal­tung. Sein Gemüts­zu­stand war hei­ter. Er gab ein gutes Bei­spiel für das Gebets­le­bens, ermu­tigte andere und gab Ver­trauen in eine bes­sere Zukunft. Bald fiel er wegen sei­ner Liebe gegen­über den lei­den­den Mit­ge­fan­ge­nen auf. Mit gro­ßer Ein­fach­heit diente er und half den Mit­ge­fan­ge­nen, er ermu­tigte und gab Zuver­sicht und teilte alles, was er hatte. Er legte seine eigene spär­li­che Bro­tra­tion für jene bei­seite, die Hun­ger lit­ten.

„Ihr müsst nach Kra­kau zurück­keh­ren, um im Wein­berg des Herrn zu arbei­ten“, legte er seinen karmelitischen Mitbrüdern ans Herz.

Als einige der Brü­der star­ben, war er von Kum­mer über­wäl­tigt.
Ein Mit­ge­fan­ge­ner erin­nerte sich: „Nicht nur ich hatte in ihm im KZ einen Freund gefun­den. …Er wurde für seine Güte und Hilfs­be­reit­schaft geschätzt. Nie ver­wei­gerte er Hilfe. Er hatte ein mil­des Gemüt. Viele Trost­be­dürf­tige sam­mel­ten sich um ihn.“
Alle Kar­me­li­ten im Lager tra­fen sich nach dem Appell, natür­lich heim­lich, zum gemein­sa­men Gebet. Dabei waren auch Kar­me­li­ten ande­rer Natio­na­li­tä­ten unter ande­rem der hol­län­di­sche Kar­me­li­ten­pa­ter, der selige P. Titus Brandsma.
Am Kar­mel­fest, dem 16. Juli 1942, tra­fen sich meh­rere Kar­me­li­ten aus ver­schie­de­nen Bara­cken, um ihr Patro­nats­fest zu fei­ern; unter ihnen der selige P. Titus Brandsma, Professor an der Katho­li­schen Uni­ver­si­tät Nij­me­gen, Hol­land (zehn Tage vor sei­nem Tod am 26. Juli 1942) , Bru­der Raphael Tijhuis, ebenfalls aus den Nie­der­län­den, Pater Albert Urban­ski, Polen, der das Lager über­lebte und seine Erleb­nisse ver­öf­fent­lichte, drei pol­ni­sche Kar­me­li­ten die kurz dar­auf star­ben und einige andere pol­ni­sche Patres die über­leb­ten.
Bis 1945 hielt P. Hil­ary durch. Im über­füll­ten KZ Dachau herrsch­ten kata­stro­phale hygie­ni­sche Zustände, so dass Typhus aus­brach. Für die Kran­ken gab es keine Medi­ka­mente, sie wur­den ledig­lich in Qua­ran­tä­neblocks iso­liert. Täg­lich star­ben 40-70 Gefan­gene pro Block.

Alo­jzy Wie­trzy­kow­ski, im KZ Dachau gefan­ge­ner Pries­ter und Kame­rad P. Hil­arys schrieb 1946 im Pari­ser Exil: „Der Tod brachte seine Ernte ein. Eine Typhu­se­pi­de­mie war aus­ge­bro­chen. Die erschöpf­ten Häft­linge wur­den um ihre frei­wil­lige Mit­hilfe gebe­ten.“ Jeder wusste, dass die Anste­ckungs­ge­fahr groß war und der Tod drohte. Es bil­dete sich eine Gruppe hilfs­be­rei­ter Pries­ter um den seli­gen Ste­fan Win­centy Fre­li­chow­ski. Sie woll­ten als Pfle­ger in die Typhus­ba­ra­cken gehen um die Sakra­mente zu spen­den, ins­ge­samt waren es 32 Pries­ter, unter ihnen die Mär­ty­rer P. Engel­mar Unzei­tig und P. Richard Hen­kes.  P. Johan­nes Maria Lenz, P. Leon­hard Roth, die  überlebten und der selige Bru­der Józef Zapata und der Jesui­tenk­le­ri­ker Jerzy Sta­ni­slaw Musial. Nach eini­gen Tagen stieß P. Hil­ary zu die­ser Gruppe.

Beim Ver­las­sen des siche­ren Teils des Lagers sagte er: „Hier wer­den wir nicht gebraucht.“
Zum Abschied sagte er zu sei­nem Freund, dem Pries­ter Fran­cis­zek Kor­szyn­ski: „Mit vol­lem Bewusst­sein treffe ich diese Ent­schei­dung, mein Leben zu opfern.“
Zu sei­nem Freund Ber­nard Czap­lin­ski, der spä­tere Bischof von Chelm, sagte er: „ Weißt du, ich komme von dort nicht zurück, aber dort wer­den wir gebraucht.“ Sein Apos­to­lat bei den Typhus­kran­ken dau­erte 21 Tagen, er infi­zierte sich mit Typhus.
P. Urban­ski berich­tete über seine letz­ten Momente: „Es war am Fest Ver­kün­di­gung des Herrn (25.03.). Ich war nach zwei Wochen mit hohem Typhus­fie­ber eben aus mei­ner Bewusst­lo­sig­keit erwacht. Ich erfuhr, dass P. Hil­ary in einer nahen Bara­cke bewusst­los danie­der­lag. Ich kroch mit gro­ßer Mühe ent­lang der Wand und kam zu sei­nem Bett. „Prior!… Pater Prior“ rief ich immer lau­ter. Aber er bewegte sich nicht, auch die Augen öffnete er nicht. Mit Mühe atmete er lang­sam. Neben ihm Lie­gende sag­ten, die­ser Kranke, den ich mit dem komi­schen Namen „Prior“ geru­fen hatte, sei schon seit 5 Tagen bewusst­los. Das Ther­mo­me­ter zeigte seit eini­gen Tagen über 40° C (auf der Fie­ber­ta­fel am Bett ables­bar). Am nächs­ten Tag habe ich P. Hil­ary dort nicht mehr getrof­fen.”
Am Fest Ver­kün­di­gung des Herrn ging er zu Gott heim, kurz vor Ende des Krie­ges und der Befrei­ung des Lagers durch ame­ri­ka­ni­sche Sol­da­ten am 29.04.1945.“
P. Hilary Janus­zew­ski starb am 25.03.1945, im Alter von 37 Jah­ren.
Vor ihm star­ben aus Polen der selige Ste­fan Win­centy Fre­li­chow­ski, der selige Bru­der Józef Zaplata und der Mär­ty­rer Semi­na­rist Jerzy Sta­nis­law Musial, Jesuit. Alle hat­ten frei­wil­lig bei der Pflege Typhus­kran­ker gehol­fen.
„P. Hil­arius Janus­zew­ski war die große Hoff­nung der wie­der­er­stan­de­nen pol­ni­schen Kar­me­li­ten­pro­vinz. Seine Fröm­mig­keit wur­zelte in einem uner­schüt­ter­li­chen Glau­ben an die römisch-katholische Kir­che, in einer inni­gen Hin­gabe an Chris­tus, gegen­wär­tig im hei­ligs­ten Sakra­ment, und in einer beson­de­ren Liebe zur Got­tes­mut­ter.“
Der mit­ge­fan­gene Jesuit und spä­tere Kar­di­nal und Metro­po­lit von Lus­aka in Sam­bia, Afrika, Adam Kozlo­wiecki: „Heute, am 25.03. ist der Kar­me­lit P. Hil­ary Janus­zew­ski an Typhus gestor­ben. Er war einer der Hel­den, die frei­wil­lig den Kran­ken dien­ten. Es fällt mir schwer über ihre Ent­schei­dung zu schrei­ben. Ich kann es nur in einem Wort zusam­men­fas­sen: Hel­den­tum. Sie leb­ten wahre Nächs­ten­liebe. Gemein­sam mit den Typhus­kran­ken waren sie in den Iso­lier­blocks ein­ge­schlos­sen um die kran­ken Kör­per zu pfle­gen und die See­len zu ret­ten. So haben sie sich dem Tod aus­ge­setzt. Das, was wir in den 5 Jah­ren erleb­ten, konnte alle höhe­ren Ideale töten. Der rück­sichts­lose Kampf ums Über­le­ben konnte bei vielen ein ekel­haf­ter Ego­is­mus und Gleich­gül­tig­keit erzeugen. Aber diese Hel­den bewie­sen, dass das Ideal der Nächs­ten­liebe, das Chris­tus vor 2 000 Jah­ren ver­kün­dete, keine Uto­pie ist, das Ideal ist real und siegt sogar dort, wo der größte Hass herrscht. Der selige P. Hil­ary ist das beste Bei­spiel, wie man das Böse mit Gutem besiegt.“
Der Leib des seli­gen P. Hil­ary Janus­zew­ski wurde nach eini­gen Quel­len im Kre­ma­to­rium des KZ Dachau ver­brannt. Da die­ses aus Man­gel an Brenn­stof­fen seit Februar 1945 nicht mehr in Betrieb war, spricht jedoch vie­les für eine Beer­di­gung im Mas­sen­grab auf dem Fried­hof auf dem Lei­ten­berg bei Dachau, wie es zu die­ser Zeit üblich war.
Die Selig­spre­chung fand am 12.06.1999 in War­schau statt. Der hei­lige Papst Johan­nes Paul II sprach ins­ge­samt 108 pol­ni­sche Mär­ty­rer, die wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus gewor­den waren, selig.
Quellen:

www.swzygmunt.knc.pl/SAINT/HTMs/0325blHILARYpawelJANUSZEWSKImartyr01.htm
www. ocarm.org
www.karmeliten.de

 

Übersetzung: Irene Janitzek
Bearbeitung: Monika Neudert

Gebet:
Allmächtiger, ewiger Gott,
du gabst dem seligen Hilary den Mut Zeuge des Evangeliums Christi zu sein,
bis zur Hingabe seines Lebens.
Auf seine Fürsprache, hilf uns alles Leid durch deine Liebe zu beenden
und zu besiegen mit unseren Herzen,
der du allein die Quelle des Lebens bist.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen

Texte zur Meditation
Aus seiner Dissertation
Ich schließe mit der Darlegung meiner Ansicht, dass wir Gottes sehnliches Verlangen erfüllen. Er wünscht nichts so sehr, als dass Christus täglich in uns lebt, denn er ist unser Brot des Lebens und das Brot vom Himmel (hl. Hilarius, Fragmente VIII). In dieser Absicht können nicht nur wir uns täglich von diesem Himmelsbrot nähren, sondern auch all die Gläubigen, die unserer Obhut anvertraut sind.

Dieses Brot gibt uns Kraft und gewährt uns Hilfe in dem Kampf, den wir gezwungen sind zu führen auf unserem Pilgerweg zum Himmel, so dass wir mit Gottes Hilfe den dreifachen Feind unserer Erlösung besiegen. Und wir werden
fähig, den Herrn zu sehen, den wir jetzt unter dieser anderen Gestalt kosten – ihn zu sehen, wie er ist im himmlischen Jerusalem, und wir können ihm ewig einen süßen Gesang darbringen, gemeinsam mit unserer geliebtesten Mutter.  (Quelle:   www.karmeliten.de)

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