Marian Konopinski


 

 

Marian Kon­o­pin­ski,  (1907—1943)

(In der deutsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur: Marian Kon­o­pin­ski)

Pries­ter der Erz­diö­zese Poznan
geb: 10 .07.1907 in Kluc­zewo, Wie­l­ko­pols­kie (Polen)

Ver­haf­tet in Poznan

KZ Dachau ab 30.05.1941

+: 01.01. 1943 im KZ Dachau[1]

Gedenk­tag: 01.01.

Kurz­bio­gra­fie: (aus­führ­li­che Bio­gra­fie siehe unten)

Neben der Tätig­keit als  Kaplan in der Micha­els­kir­che in Poznan, stu­dierte Marian Kon­o­pin­ski Sozi­al­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­tät.

Im Sep­tem­ber 1939 wurde er von den Deut­schen fest­ge­nom­men. Nach dem Auf­ent­halt in  ver­schie­de­nen Gefäng­nis­sen, wurde er am 30.05.1940 ins KZ Dachau gebracht.

Er wurde Opfer pseudo-medizinischen Expe­ri­mente und starb an Fol­gen der grau­sa­men Phleg­mo­ne­ver­su­che  am 01.01.1943 im KZ Dachau.

Ein Zeuge sei­nes Lei­dens und Ster­bens, schieb:

„Marian war im Gebet mit Gott ver­ei­nigt. In der ers­ten Zeit sei­ner Krank­heit bete­ten wir täg­lich den Rosen­kranz, jedes­mal in einer ande­ren Inten­tion. Aber nach eini­gen Tagen ver­schlim­merte sich sein Zustand und es war ihm nicht mehr mög­lich Rosen­kranz zu beten. Kon­o­pin­ski betete danach immer noch leise und opferte sein Lei­den Gott“. (Pries­ter Hen­ryk Kalis­zan) [2]

Die letz­ten Worte sprach er zu sei­nem Freund, der ihm die Abso­lu­tion gab:

„Auf Wie­der­se­hen in dem Him­mel“.[3]


[1] Daten nach Wei­ler, Die Geist­li­chen in Dachau, S. 358

[2] Nach Sliwka S. 18

[3] Sliwka S. 18

 

Bio­gra­fie von Kle­mens Hogen-Ostlender

 

Marian Kon­o­pin­ski wurde am 10. Sep­tem­ber 1907 in Klützow (heute Kluc­zewo) gebo­ren, das damals in der Pro­vinz Posen lag, die zum König­reich Preu­ßen und damit zum Deut­schen Kai­ser­reich gehörte. Er war der älteste von fünf Kin­dern des Schmieds Walenty Kon­o­pin­ski und sei­ner Ehe­frau Vero­nica. Im Alter von fünf Tagen wurde er in der Kir­che des Orts getauft. Zur Grund­schule in Stef­fens­walde (Szc­ze­pan­ków) musste er jeden Tag vier Kilo­me­ter zu Fuß gehen. .Nach drei Jah­ren wech­selte er zur wei­ter­füh­ren­den Schule in Fro­ni­cken (Wronki), was wie­der drei Kilo­me­ter Fuß­marsch und eine anschlie­ßende Bahn­fahrt bedeu­tete. In den deut­schen Schu­len war damals der Gebrauch der pol­ni­schen Spra­che ver­bo­ten.

1919, als es nach dem Ers­ten Welt­krieg wie­der ein unab­hän­gi­ges Polen gab, wech­selte Marian Kon­o­pin­ski auf das huma­nis­ti­sche Gym­na­sium Sza­mo­tuły, wohin er auch mit dem Zug pen­delte.  Er schloss das Stu­dium 1927 mit einer Rei­fe­prü­fung ab, die er mit Aus­zeich­nung ablegte. Unmit­tel­bar dar­auf trat er in das Pries­ter­se­mi­nar in Gniezno ein. Spä­ter wech­selte er auf das das Erz­bi­schöf­li­che Semi­nar nach Poznan. Dort wurde er am 12. Dezem­ber 1932 in der Kathe­drale von Kar­di­nal Augus­tus. Hlond, dem Pri­mas von Polen, zum Pries­ter geweiht.  Bei sei­ner Pri­miz wählte er zwei Sprü­che: „Geh gehor­sam, wie Gott dich führt“, und „Gib Gott alles in der Wahr­heit und in der Liebe“.

Zunächst war Marian Kon­o­pin­ski drei Jahre lang Kaplan in der Pfar­rei Mariä Him­mel­fahrt in Ost­rzes­zów. 1935 wurde er in die Pfar­rei St. Paul ver­setzt, und dann 1938 in der Pfar­rei Hei­li­ger Erz­en­gel Michael. Er wurde bekannt für seine Pre­dig­ten, deren bis ins Detail vor­be­rei­te­ten Manu­skripte wäh­rend des Krie­ges durch Feuer ver­lo­ren gin­gen. Marian Kon­o­pin­ski stu­dierte auch Sozio­lo­gie an der Fakul­tät für Sozi­al­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Poz­nań. (heute Adam Mickie­wicz Uni­ver­sity). 

 

Am 1. Sep­tem­ber 1939, dem Tag des Kriegs­be­ginns, mel­dete Marian Kon­o­pin­ski sich frei­wil­lig zur pol­ni­schen Armee und diente als Kaplan des 15. Kavallerie-Regiment von Poznan. Er nahm bis Kapi­tu­la­tion am 28. Sep­tem­ber an den Kämp­fen teil und wurde anschlie­ßend von den Deut­schen im Offi­ziers­la­ger Oflag X B Nr. 2 in Nien­burg an der Weser in Nie­der­sach­sen inter­niert. Die „Ent­las­sung“ im Mai 1940 brachte ihm nicht die Frei­heit. Er wurde sofort wie­der ver­haf­tet und kam in ein Lager in Ham­burg, ver­mut­lich in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Neu­en­g­amme. Dort musste er Skla­ven­ar­beit in der Pro­duk­tion von Zie­geln und Flie­sen leis­ten. Am 30. Mai 1940 wurde Marian Kon­o­pin­ski das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dachau ein­ge­lie­fert, wo er die Häft­lings­num­mer 26 065 erhielt. Dort musste er unter ande­rem in der land­wirt­schaft­li­chen „Plan­tage“ und beim Schnee­räu­men im Win­ter harte Arbeit leis­ten. Zunächst durf­ten die Häft­linge im Pries­ter­block noch die Hei­lige Messe fei­ern. Anfang 1941 wurde nicht nur das ver­bo­ten, son­dern auch das Stun­den­ge­bet, der Besitz von Andachts­ge­gen­stän­den und geis­ti­ger Bei­stand für Ster­bende. Zu har­ter Zwangs­ar­beit gezwun­gen, star­ben immer mehr ent­kräf­tete, erschöpfte und hun­gernde Pries­ter.

Am 26. Novem­ber wurde Marian Kon­o­pin­ski als einer von 20 Pries­tern (18 Polen, ein Nie­der­län­der und ein Tsche­che zu pseu­do­me­di­zi­ni­schen Expe­ri­men­ten deut­scher Ärzte und Wis­sen­schaft­ler ein­ge­teilt. Allen wur­den Krank­heit erre­gende Keime gespritzt. Vier Pries­ter wur­den über­haupt nicht behan­delt. Von den ande­ren erhiel­ten jeweils acht homöo­pa­thi­sche Mit­tel (dar­un­ter auch Marian Kon­o­pin­ski) bezie­hungs­weise Sul­fo­na­mide. Die Homöo­pa­thie half nichts. Marian Kon­o­pinskis Zustand wurde kri­tisch. Ein Zeuge sei­nes Lei­dens und Todes, Hen­ryk Kalis­zan, schrieb: Pfar­rer Marian war im Gebet mit Gott ver­eint. Jeden Tag bete­ten wir den Rosen­kranz in ver­schie­de­nen Anlie­gen§.

Marian Kon­o­pin­ski war sich sei­ner Lage bewusst und sagte: „Lasst den Wil­len Got­tes gesche­hen“. Hen­ryk Kalis­zan schrieb spä­ter: Marian war im Gebet mit Gott ver­ei­nigt. In der ers­ten Zeit sei­ner Krank­heit bete­ten wir täg­lich den Rosen­kranz, jedes­mal in einer ande­ren Inten­tion. Aber nach eini­gen Tagen ver­schlim­merte sich sein Zustand und es war ihm nicht mehr mög­lich Rosen­kranz zu beten. Kon­o­pin­ski betete danach immer noch leise und opferte sein Lei­den Gott“. 

Die letz­ten Worte sprach der Ster­bende zu sei­nem Freund, der ihm die Abso­lu­tion gab: „Auf Wie­der­se­hen im Him­mel“. Am 28. Dezem­ber 1942 ver­lor er das Bewusst­sein und starb vier Tage spä­ter. Seine Mut­ter wachte viele hun­dert Kilo­me­ter ent­fernt zuhause am 1. Januar um halb Zwei mor­gens, genau im Moment des Todes ihres Soh­nes. Sein Leich­nam wurde im Kre­ma­to­rium des Lagers ver­brannt.

Ver­ant­wort­lich für die Men­schen­ver­su­che in Dachau war SS-Obergruppenführer Ernst Robert Gra­witz, der den Titel „Reichs­arzt SS und Poli­zei“ trug. Er ent­zog sich der Bestra­fung durch die Alli­ier­ten, indem er sich und seine Fami­lie am 24. April 1945 mit einer Hand­gra­nate tötete. Emil Hein­rich Schütz führte die Ver­su­che an Dach­auer Häft­lin­gen durch. Das Kriegs­ende über­stand er unbe­hel­ligt. Ab 1947 arbei­tete er als Fach­arzt für Innere Medi­zin in Essen. 1972 wurde er vor dem Land­ge­richt Mün­chen II ange­klagt und 1975 zu zehn Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Seine Ärzte beschei­nig­ten ihm aber eine schwere Krank­heit, sodass er seine Haft­strafe nicht antre­ten musste.

Marian Kon­o­pin­ski wurde von Papst Johan­nes Paul II. am 13. Juni 1999 mit 107 wei­te­ren pol­ni­schen Mär­ty­rern unter dem deut­schen Ter­ror des Zwei­ten Welt­kriegs selig­ge­spro­chen.

Quel­len:

http://www.swietyjozef.kalisz.pl/Dachau/35.html

http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0101blMARIANWACLAWKONOPINSKImartyr01.htm

http://www.santiebeati.it/dettaglio/3608

https://catholicsaints.info/blessed-marian-konopinski/

https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst-Robert_Grawitz

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