P. Józef Florian Stepaniak


 

 

 

 

 

 

 

P.  JÓZEF STEPNIAK (FLORIAN), (1912—1942)

 Ordensgeistlicher Kapuziner (OFMCap)
geb: 03.01.1912 in Zdzary, Mazowieckie (Polen)

Verhaftet am 25.01.1940 in Lublin, gefangen in Lublin, KZ Sachsenhausen ab 20.06.1940

Ab 14.12.1940 KZ Dachau, Häftligsnummer: 22 738[1]

+: 12 August 1942 auf einem Invalidentransport in Hartheim bei Linz vergast , 30 Jahre alt

Gedenktag: 12.08.

Biografie von Monika Neudert ( unten Biografie von Klemens hogen-Ostlender)
Der selige P. Florian  Stepniak wurde am 03. 01. 1912 in Zdzary geboren und entschied sich Kapuzinerpater zu werden, am 24. Juni 1938 trat er dem Orden bei.

Er war ein Mann von einzigartiger Güte und großem Glauben. Er lebte im Kloster in Lublin und wurde am 25. Januar 1940 verhaftet.

Später wurde er ins KZ Dachau deportiert und in Momenten der Unsicherheit und der Angst, ermutigte er seine Mitgefangenen. Er bekam den Namen, „geistiger Vater des Blockes der Verurteilten“ und „Sonne des Lagers“.

Im August 1942 wurde er bei einer Selektion den Invaliden zugeteilt und mit ihnen in der Gaskammer in  Hartheim bei Linz getötet.

„In unserer unglücklichen Baracke (Invalidenblock) war er wie ein Sonnenstrahl. Die Häftlinge dort waren für den Tod vorgesehen. Total erschöpft starben sie massenweise und ab und zu hat man sie in Gruppen weggebracht um sie in  der  Gaskammer zu ermorden. Einer, der nicht im Lager  war, wird es nie verstehen, was für solche noch lebende Skelette, die nur noch auf den Tod warten, ein gutes und tröstendes Wort bedeutet, gerade wenn dieses Wort von einem Kapuziner kam, der genau so wie sie alle abgemagert war, dabei aber keine Angst vor dem sich nähernden Tode zeigte, sondern seine Hände mit derselben Liebe zu ihnen ausstreckte, wie der heiligen Franziskus, als er in der letzten Stunde seines Lebens das Lied von der Sonne und dem Tod sang“. (Pater Kajetan Ambrozkiewicz)[2]



[1] Daten übernommen aus WEILER, Eugen, Die Geist­li­chen in Dachau, Möd­ling 1971, S 635

[2] Sliwka, Märtyrer für den Glauben, 1939-1945

Biografie von Klemens Hogen-Ostlender

Jozef Stepniak wurde am 3. Januar 1912 in Zdzary bei Nowe Miasto geboren. Seine Eltern Pawel und Anna Misztal waren Bauern. Schon am nächsten Tag wurde der Junge getauft. Seine Mutter starb, als er noch ein Kleinkind war. Sein Vater heiratete erneut. Als er in Zdzary die Grundschule abgeschlossen hatte, verspürte Jozef das starke Verlangen, zu studieren und Kapuziner zu werden. Dank der Unterstützung Kapuziner in Nowe Miasto beendete er das Gymnasium und schloss 1927 sein Studium am Kapuzinerkloster St. Fidelis in Lomza ab. Einer seiner Kommilitonen, Br. Cajetan Ambrozkiewicz beschrieb ihn folgendermaßen: „Eine heilige Seele.Er war fest, aufrichtig und fröhlich und schon ein bisschen anders als der Rest von uns, die immer mit unseren Köpfen in den Wolken hingen.“ Jozef Stepniak begann am 14. August 1931 sein Noviziat bei den Kapuzinern in Nowe Miasto und nahm den Ordensnamen Florian an. Als Novize zeichnete er sich durch seinen Eifer, Großzügigkeit und Hingabe aus. Am 15. August 1932 legte er sein zeitliches Gelübde ab und am 15. August 1935, nachdem er das Studium der Philosophie abgeschlossen hatte, das ewige. Anschließend studierte er in Lublin Theologie. Am 24. Juni 1938 wurde er zum Priester geweiht und anschließend an die Theologische Fakultät der Katholischen Universität Lublin geschickt, um dort die seine Kenntnisse der Heiligen Schrift zu vertiefen.

Bei Ausbruch des Krieges am 1. September 1939 war Florian Stepniak er in Lublin. In diesen kritischen Monaten und Tagen verließ er das Kloster nicht wie andere. Wegen der Verfolgungen versteckten sich viele Geistliche, und es gab niemanden, der die Toten begraben konnte. Mit großem Mut und Großzügigkeit nahm Florian diese Aufgabe selbst auf. Er tat nichts anderes getan, als seinem Weihemoto treu zu sein: „Wir sind bereit, Dir nicht nur das Evangelium, sondern unser Leben zu geben.“ Trotzdem konnte Florian Stepniak nicht lange in Lublin bleiben. Am 25. Januar 1940 verhaftete die Gestapo ihn und die anderen Brüder des Klosters und sperrte sie in der Festung der Stadt ein. Seine Festnahme war für ihn zwar ein Schock, aber sein angeborener Optimismus und seine Fröhlichkeit erlöschten nicht. Mit einigen anderen Mitbrüdern wurde er am 18. Juni 1940 in das KZ Sachsenhausen bei Berlin gebracht. Auch dort verlor er seinen Sinn für Humor nicht, obwohl das Leben im Lager so schrecklich war. Am 14. Dezember 1940 wurde er nach Dachau überführt und erhielt dort die Häftlingsnummer 22.738. Seine Mitgefangenen nannten ihn den“ geistlichen Vater des Todestrakts“ und  „Sonnenschein des Lagers“.

Die Kälte beeinflusste Florian Stepniak und untergrub seine körperliche Verfassung. Er hatte einen starken, robusten Körperbau und daher einen stärkeren Appetit. Zu den schwächenden Auswirkungen des Hungers kam auch Krankheit hinzu. Im Sommer 1942 wurde er krank und zog in das Lagerkrankenhaus, die sogenannte „Überholspur“. Zu dieser Zeit wurden Arbeitsunfähige und Kranke für die Überstellung an einen nicht genannten Ort mit angeblich „besseren Bedingungen“ ausgewählt. Zu ihnen gehörte auch Florian Stepniak. Nach einigen Wochen wurde er aus dem Krankenrevier entlassen, wurde jedoch nicht in seinen Block zurückgebracht, sondern als „Rekonvaleszent“  in den „Invalidenblock“ (Nummer 29) verlegt. Ein Mitgefangener, Pater Cajetan Ambrozkiewicz, erinnert sich so an Florian Stepniak:

„In unse­rer unglück­li­chen Bara­cke (Inva­li­den­block) war er wie ein Son­nen­strahl. Die Häft­linge dort waren für den Tod vor­ge­se­hen. Total erschöpft star­ben sie mas­sen­weise und ab und zu hat man sie in Grup­pen weg­ge­bracht um sie in  der  Gas­kam­mer zu ermor­den. Einer, der nicht im Lager  war, wird es nie ver­ste­hen, was für sol­che noch lebende Ske­lette, die nur noch auf den Tod war­ten, ein gutes und trös­ten­des Wort bedeu­tet, gerade wenn die­ses Wort von einem Kapu­zi­ner kam, der genau so wie sie alle abge­ma­gert war, dabei aber keine Angst vor dem sich nähern­den Tode zeigte, son­dern seine Hände mit der­sel­ben Liebe zu ihnen aus­streckte, wie der hei­li­ge Fran­zis­kus, als er in der letz­ten Stunde sei­nes Lebens das Lied von Bruder Sonne und Bruder Tod sang“.

Als die Reihe an den Buchstaben „S“  kam, wurde auch Florian Stepniak auf einen „Invalidentransport“ geschickt und am 12. August 1942 in Hartheim bei Linz vergast. Die Lagerleitung schickte seinen Eltern in Zdzary seinen Habit und teilte mit, ihr Sohn Jozef sei an Angina gestorben.

Quellen:

mmhttps://catholicsaints.info/blessed-jozef-stepniak/

http://www.santiebeati.it/dettaglio/92957

mmhttps://wklczyn.kapucyni.pl/czytelnia/biografie/kapucyni/1147-bl-florian-jozef-stepniak

https://www.capdox.capuchin.org.au/saints-blesseds/blessed-florian-stepniak/

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