P. Józef Krzysztofik


 

 

 

 

 

 

 

 

P. JÓZEF KRZYSZTOFIK (HENRYK),

Ordens­pries­ter, Kapu­zi­ner (OFM­Cap), Guar­dian im Klos­ter Lub­lin
geb: 28. 03. 1908[1] in Zach­or­zew, Lódz­kie (Polen)

gefan­gen genom­men am 25.01.1940 in Lub­lin,

KZ Sach­sen­hau­sen ab 20.06.1940

KZ Dachau ab 14.12.1940, Häft­lings­num­mer: 22 637[2]
+: 04.08.1942 im KZ Dachau

Gedenk­tag: 04.08.

 

Der selige P. Hen­ryk [3] Krzysto­fik  wurde als Józef Krzysto­fik am 22. März 1908 in Zachor­stew bei Lodz gebo­ren.

Er trat am 14.08.1927 im Alter von 19 Jah­ren  in den Orden der  Kapu­zi­ner  ein. Er stu­dierte in Hol­land und Rom an der Gre­go­riana Uni­ver­si­tät, in Rom wurde er  am 30.07 1933 zum Pries­ter geweiht.

Nach Abschluss sei­nes Stu­di­ums wurde er in das Klos­ter von Lub­lin (Polen) ver­setzt, wo er am Kapuziner-Seminar Dog­ma­tik lehrte. Spä­ter wurde er dort  zum Guar­dian und Rek­tor des Semi­nars der Kapu­zi­ner in Lub­lin ernannt. In sei­nem pries­ter­li­chen Dienst enga­gierte er sich mit beson­de­rem Eifer. [4]

Nach Aus­bruch des Krie­ges im Jahre 1939, wurde die Stim­mung extrem ange­spannt. Der dama­lige Guar­dian der Gemein­schaft musste Polen ver­las­sen, da er aus Hol­land stammte. P. Hen­ryk wurde das Amt über­tra­gen.

In den schreck­li­chen Ver­fol­gun­gen die­ser Zeit mit Ver­haf­tungs­wel­len ins­be­son­dere gegen Geist­li­che in Polen, blieb er inner­lich ruhig und hielt an sei­nen christ­li­chen Wer­ten fest. Dies war auch an sei­nen furcht­lo­sen Pre­dig­ten zu erken­nen. Am 25. Januar 1940, ver­haf­tete ihn die deut­sche Gestapo, zusam­men mit allen  23 Kapu­zi­nern und Semi­na­ris­ten aus dem Klos­ter Lub­lin und brachte die Gruppe  ins ört­li­che Gefäng­nis. Dort ermu­tigte er seine Gemein­schaft alle Lei­den im Glau­ben anzu­neh­men und Gott auf­zu­op­fern. Es gelang ihm sogar täg­lich heim­lich die hei­lige Messe für seine Mit­brü­der zu zele­brie­ren.

Im Juni 1940 wurde die Gruppe der Kapu­zi­ner in das KZ Sach­sen­hau­sen bei Ber­lin gebracht.

Am 14. Dezem­ber 1940 wur­den er und seine Ordens­brü­der in das KZ  Dachau über­führt. Dort war er für viele im Lager, beson­ders für die Lei­den­den und Ster­ben­den, eine große Hilfe und Unter­stüt­zung. [5] Er war bemüht die Kame­ra­den geist­lich zu stär­ken und nach Mög­lich­keit ihre Lei­den zu lin­dern. Ein Über­le­ben­der berich­tet von sei­ner heroi­schen Näch­ten­liebe: sel­ber unter Hun­ger­lei­dend und fast bis auf die Kno­chen abge­ma­gert, teilte er seine Essens­ra­tion, zwei kleine Leibe Brot mit 25 Kame­ra­den.

Im Juli 1941 war er so abge­ma­gert und schwach vor Erschöp­fung, dass er nicht mehr  gehen konnte, des­halb wurde er in das Kran­ken­re­vier ein­ge­wie­sen, was einem Todes­ur­teil gleich­kam.  Von dort konnte er noch eine geheime Nach­richt an sei­nen Orden sen­den:

„Liebe Brü­der! Ich bin im Revier, Block 7. Ich bin schreck­lich abge­ma­gert,… Ich wiege nur noch  35 kg. Der ganze Kör­per tut weh.  Ich liege auf dem Rücken, wie Chris­tus auf dem Kreuz. Ich freue mich, mit Ihm zu sein und mit Ihm zusam­men lei­den zu dür­fen. Ich bete für euch und biete Gott meine Lei­den für euch an .“[6]

Ein gan­zes Jahr musste er in die­sem elen­den Zustand lei­den, ver­eint mit sei­nem Herrn Chris­tus am Kreuz, bis er am 04.08.1942 im KZ Dachau starb.

Sein Leich­nam wurde im dor­ti­gen Kre­ma­to­rium ver­brannt.


[1] Geb. 22.03.1908 bei  Wei­ler, Die Geist­li­chen in Dachau, S. 382

[2] Daten nach Wei­ler, a.a.O.

[3] Vor­name Hen­ryk ver­wen­det bei Sliwka, Mär­ty­rer für den Glau­ben, 1939-1945, S 30 f

[4] Sliwka, a.a.O.

[5] Sliwka, a.a.O.

[6] Nach Sliwka a.a.O.

Als Quelle wurde auch ver­wen­det: Der selige Hen­ryk Krzysto­fik, von Clau­dia Koch, Die Tages­post vom 04.08.2016

 

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