Otto Neururer


Otto Neururer

* 25.03.1882 in Pil­ler bei Lan­deck, Öster­reich

Ver­haf­tet wegen War­nung vor einer Hei­rat mit geschie­de­nem SS-Mann

KZ Dachau 03.03.1939- Sep­tem­ber 1939

† 30.05.1940 KZ Buchen­wald

Selig­ge­spro­chen 24.11.1996

Seli­ger Otto Neur­u­rer, bitte für uns!

 

 

 

 

 

Inhalts­über­sicht

Kurz­bio­gra­fie

Der selige Otto Neur­u­rer wurde am 25. März 1882 in Pil­ler, Tirol, als zwölf­tes Kind des Mül­lers Peter Neur­u­rer und des­sen Ehe­frau Hil­de­gard gebo­ren. Da er schon früh den Wunsch spürte Pries­ter zu wer­den, besuchte er ab 1895 das Gym­na­sium in Bri­xen. Nach  Abitur und Theo­lo­gie­stu­dium wurde er 1907 in Bri­xen zum Pries­ter geweiht. Einige Jahre arbei­tete er als Reli­gi­ons­leh­rer in Inns­bruck und wurde 1932 zum Pfar­rer in Göt­zens ernannt.

Weil er einer jun­gen, schwan­ge­ren Frau aus sei­ner Pfar­rei half, der Hoch­zeit mit einem aus der Kir­che aus­ge­tre­te­nen, geschie­de­nen und gewalt­tä­ti­gen SS-Mann zu ent­ge­hen, wurde Otto Neur­u­rer am 15. Dezem­ber 1938 ver­haf­tet und nach einer Zeit im Gefäng­nis Inns­bruck, am 3. März 1939 in das KZ Dachau gebracht. Seine Men­schen­freund­lich­keit und Güte fie­len dort auf. Immer wie­der gab er von sei­nem weni­gen Brot hun­gern­den Mit­ge­fan­ge­nen. Er litt unter dem unmensch­li­chen Sys­tem und den Lau­nen der SS-Männern sehr. Am 26. Sep­tem­ber wurde er in das KZ Buchen­wald ver­legt.

Auch dort wirkte er als Seel­sor­ger. Im April 1940 bat ihn ein Kame­rad um die Taufe. Obwohl reli­giöse Hand­lun­gen im KZ unter Lebens­ge­fahr ver­bo­ten waren, began­nen Otto Neur­u­rer und sein öster­rei­chi­scher Mit­bru­der Mat­thias Span­lang den vor­be­rei­ten­den Unter­richt. Dies wurde ver­ra­ten. Zur Strafe wurde Otto Neur­u­rer kopf­über an den Füßen auf­ge­hängt. Nach 34 Stun­den wurde der Tod fest­ge­stellt, am 30.05.1940. Otto Neur­u­rer hatte sich nicht gegen das Auf­hän­gen gewehrt. Er seufzte und betete leise, bis er das Bewusst­sein ver­lor. Auch sein Freund Pfar­rer Span­lang wurde auf diese Weise hin­ge­rich­tet.

Neur­u­rers Lei­che wurde ver­brannt und seine Urne wurde am 30. Juni 1940 in Göt­zens bestat­tet. Die Todes­an­zeige für den seli­gen Pfar­rer Otto Neur­u­rer, for­mu­liert vom sei­nem Vor­ge­setz­ten, dem seli­gen Carl Lam­pert Pro­vi­kar der Apos­to­li­sche Admi­nis­tra­tur Innsbruck-Feldkirch, war der letzte Aus­lö­ser für des­sen Ver­haf­tung. In ihr war der Ster­be­ort erwähnt und mit den Wor­ten …sein Ster­ben wer­den wir nie ver­ges­sen, sein Mar­ty­rium ange­deu­tet.

1996 wurde Otto Neur­u­rer von Papst Johan­nes Paul II. selig gespro­chen.

Carl Lam­pert wurde 2012 selig­ge­spro­chen, vgl. Seli­ger Carl Lam­pert »

Der selige Pfar­rer Otto Neur­u­rer ist Patron der Fami­lien und Ehen.

Monika Neu­dert

Seli­ger Otto Neur­u­rer, bitte für uns!

 

Zitate

Es heißt jetzt, gut ist, was dem deut­schen Volk nützt, schlecht ist, was dem deut­schen Volk scha­det. Damit wird deut­sches Blut und deut­sche Rasse an die Stelle Got­tes gesetzt, der allein die Norm für gut und schlecht ist und dem allein das zusteht. Darum ist das eine Irr­lehre.

- aus einer Pre­digt

So, des is alles. Mehr hab ´i net.

- Mit die­sen Wor­ten leerte er sei­nen Geld­beu­tel kom­plett auf den Küchen­tisch einer gerade ver­wit­we­ten Mut­ter von 3 Kin­dern

Der Herr­gott hat’s geschickt, er wird es auch tra­gen hel­fen.[34]

- bei der Ver­haf­tung

Meine Her­ren! Machen Sie keine Umschweife! Es geht nicht so sehr gegen mich als gegen die Kir­che und die Reli­gion. Ich habe nur meine Pflicht getan. Wenn das Unrecht sein soll, dann bin ich bereit, dafür zu ster­ben. [35]

- beim Ver­hör durch die Gestapo

Seien sie nicht ver­zagt! Was kommt, muss man neh­men als vom Herr­gott geschickt!… Tun Sie fest beten, dass ich nicht klein­mü­tig werde; es wird aller­hand kom­men, aber man muss alles ertra­gen.[36]

- zu einer Besu­che­rin im Gefäng­nis

Geh, so schlecht kann ein Mensch gar nicht sein.

- Neur­u­rer kann War­nun­gen der Mit­ge­fan­ge­nen vor SS-Männern nicht glau­ben

Der Herr­gott hat mich auf die­sen Platz gestellt, darum muss ich meine Arbeit flei­ßig und gewis­sen­haft ver­rich­ten. Ob mich der SS-Mann sieht oder nicht, dar­auf kommt´s nicht an. Der Herr­gott sieht mich immer. Dar­auf kommt es an.

- im KZ bei der Zwangs­ar­beit

Ich habe dem Werk­zeug­wart ein Stück­chen geschenkt. Sei mir nicht bös. Er hat mir mit so trau­ri­gen Augen zuge­se­hen. Ich konnte nicht anders. Sei nicht bös. Aber schau, ich kann nicht anders; es hätte mir gar nicht geschmeckt, wenn ich dem ande­ren nichts gege­ben hätte.

- Ein Kame­rad ermahnte ihn sein Brot sel­ber zu essen, statt es  zu ver­schen­ken

Die ange­ge­be­nen wört­li­chen Zitate sind ent­nom­men:

Pfar­rer Otto Neur­u­rer, Ein Seli­ger aus dem KZ, Her­aus­ge­ge­ben von der Diö­zese Inns­bruck, 2. Auf­lage 1997

wei­tere Bücher siehe Lite­ra­tur

Bio­gra­fie (von Monika Neu­dert)

 

Der Selige Otto Neur­u­rer, 1882 -1940

Kind­heit und Jugend:

Am 25.03.1882 wurde Otto Neur­u­rer als letz­tes von 12 Kin­dern einer ein­fa­chen Bau­ern­fa­mi­lie in alter Mühle am Pil­ler gebo­ren. In dem klei­nen Dorf auf der Pil­ler­höhe leb­ten die armen,  from­men und arbeit­sa­men Eltern. In einer Höhe von 1350m über dem Mee­res­spie­gel war die  Land­wirt­schaft schwer. Der Bub Otto war schon bei Geburt sehr schwach. Man fürch­tete um sein Leben, wes­halb er die Nottaufe emp­fing. Die Eltern waren bei sei­ner Geburt nicht mehr jung. Die Mut­ter war 45, der Vater  schon 63 Jahre alt. Der Vater ver­starb 1890. Otto war mit 8 Jah­ren bereits Halb­waise. Die Mut­ter musste mit den Kin­dern die Land­wirt­schaft (8 Kühe) alleine wei­ter füh­ren. Wir erah­nen Armut und schwere Arbeit. Otto hing mit Liebe an sei­ner flei­ßi­gen und from­men Mut­ter.

Schon als Knabe war Otto kör­per­lich klein und schwach und viel krank. Der schüch­terne Schü­ler fiel in der Volks­schule durch seine beson­dere Intel­li­genz auf. Von der Dorf­ju­gend musste es man­ches Hän­seln ertra­gen wegen sei­ner Schwä­che. Er war ein sehr guter Schü­ler. Mit­ge­fühl und Hilfs­be­reit­schaft, beson­ders  gegen­über Kran­ken, waren seine Cha­rak­ter­züge. Otto war Minis­trant.

Nach 7 Jah­ren Volks­schule wech­selte er 1895 an das  Gym­na­sium in Bri­xen. Bezahlt wurde dies von sei­nem Onkel und Vor­mund. Auch hier war Otto wie­der einer der bes­ten Schü­ler.  Er wurde von Mit­schü­lern als ruhig, ernst, aus­ge­gli­chen und beschei­den beschrie­ben, aber auch als etwas gehemmt. Er war sehr hilfs­be­reit und kame­rad­schaft­lich und mochte gesel­lige Run­den. Als Mit­schü­ler war er  beliebt. Er war sehr flei­ßig und intel­li­gent, aber kein Stre­ber, eher beschei­den. Ihn zeich­nete eine ruhige, stille Art und innere Ruhe aus. Schon früh erkannte Otto die Beru­fung zum Pries­ter.

Nach dem Abitur 1903, folgte das Theo­lo­gie­stu­dium in Bri­xen. Wie­der war der über­durch­schnitt­lich begabte Stu­dent unter den Bes­ten und Begab­tes­ten; mit 21 Jah­ren zeigte seine Per­sön­lich­keit schon ein hohes Maß an per­sön­li­cher Reife. Otto wäre gerne Jesuit gewor­den oder in einen Mis­si­ons­or­den ein­ge­tre­ten. Wegen sei­ner schwa­chen Gesund­heit erhielt er aber Ableh­nun­gen. Auch ein Auf­bau­stu­dium in Rom wurde des­halb ver­wor­fen. Dank­bar­keit prägte sei­nen Cha­rak­ter und eine tiefe Reli­gio­si­tät war ihm seit sei­ner Kind­heit zu eigen.

Kom­mi­li­to­nen erin­nern sich:  „ Als Theo­loge war er wirk­lich ideal. Mit Haus­ord­nung und Stu­dium nahm er es recht genau. „Pie­tas et sci­en­tia“, der über dem Semi­nar ver­ewigte Spruch, war ihm Leit­stern. Oft ging ich mit ihm im Semi­n­ar­gar­ten auf und ab und bewun­derte seine Liebe zur hei­li­gen Kir­che und sein Inter­esse für die Hei­den­mis­sion; dabei war er auf­merk­sam, wenn er von einem Pries­ter eine neue, erfolg­rei­che Pas­tor­al­me­thode hörte.“ ((Pfr. Anton Kirch­ner)[1]  „In der Theo­lo­gie habe ich ihn als stil­len, beschei­de­nen, flei­ßi­gen und from­men Theo­lo­gen ken­nen­ge­lernt.“ (Pfr. Rauch)[1]

Im Jahr 1907 schloss Otto Neur­u­rer sein  Stu­dium mit Aus­zeich­nung ab und wurde am 29.06.1907 zum Pries­ter geweiht.

Seine Pri­miz fei­erte er am 03.07.1907 in Pil­ler. Für das Pri­miz­bild ließe er das Gebet des hl. Igna­tius von Loyola dru­cken. Dies zeigt seine echte Fröm­mig­keit: „Nimm hin, o Herr, meine ganze Frei­heit; mein Gedächt­nis und mei­nen Ver­stand und all mei­nen Wil­len nimm hin! Was immer ich habe und besitze, hast du mir geschenkt; dir stelle ich alles zurück und über­lasse alles dei­nem Wil­len: ver­füge dar­über nach dei­nem hei­ligs­ten Wohl­ge­fal­len! Deine Liebe nur gib mir und deine Gnade, und ich bin reich genug und ver­lange nichts ande­res.”

 

Kaplans­jahre 1907-1932

Ab 23.07.1907 wurde der junge Pries­ter Koope­ra­tor von Uderns im Zil­ler­tal. Ein Zeit­zeuge erin­nert sich: „Voll Begeis­te­rung trat er in die Seel­sorge ein. Er war akku­rat von Kopf bis zum Fuß, auch als Pries­ter in der Kir­che, in der Schule und im Ver­kehr. Er eiferte beson­ders für den Besuch der Werk­tags­messe. Frei­lich hat­ten seine dies­be­züg­li­chen Pre­dig­ten nicht den gewünsch­ten Erfolg. Er ver­mit­telte den Pfarr­kin­dern den hohen Wert der hei­li­gen Messe. Er war gern in pries­ter­li­cher Gesell­schaft, wo es gemüt­lich her­ging, wenn er auch per­sön­lich kein Spaß­ma­cher war.“ [2]. Otto Neur­u­rer enga­gierte sich in Uderns als Pre­di­ger und brachte es auf bis zu 5 Pre­dig­ten an einem Sonn­tag. Beson­ders gerne pre­digte er über die Bedeu­tung der hl. Messe.

Am 11.01.1908 wurde er als Koope­ra­tor nach Göt­zens, bei Inns­bruck, ver­setzt. Dort enga­gierte er sich auch cari­ta­tiv: für die Opfer einer Über­schwem­mung und eines Groß­bran­des sam­melte er Geld. „Mit vie­len Mühen, Schrei­be­reien, Gän­gen, Beschwer­den und Aus­la­gen wur­den die Almo­sen zusam­men­ge­bracht; das Haupt­ver­dienst gebührt dem hochw. Herrn Koope­ra­tor Otto Neur­u­rer.”[3]

Ab dem 26.08.1909 war sein Ein­satz­ge­biet in Fiss (im obe­ren Gericht). Der dor­tige  Pfar­rer, sein Chef, war krank; so musste Neur­u­rer oft sehr kurz­fris­tig ein­sprin­gen und  spon­tan pre­di­gen. Als Seel­sor­ger soll er sehr eif­rig und als Kate­chet sehr streng gewe­sen sein. Als Beicht­va­ter gab er Jugend­li­chen, die lie­ber zum Tan­zen gin­gen als zur Rosen­kranz­an­dacht. Bei der Beichte als Buße einen Rosen­kranz auf, daher gaben die Gemein­de­mit­glie­der ihm den Spitz­na­men „Rosenkranz-Manndl“.

Als Anhän­ger der Christlich-Sozialen Par­tei war Otto Neur­u­rer poli­tisch inter­es­siert. Aber poli­ti­sche Strei­tig­kei­ten zwi­schen sei­ner Par­tei und den Anhän­gern der kon­ser­va­ti­ven Par­tei und dar­aus fol­gen­den Que­re­len ver­lei­de­ten es ihm. In der loka­len Presse wurde er ange­grif­fen und als „christ­lich­so­zia­ler Agi­ta­tor“ beti­telt. Dies und andere Unge­rech­tig­kei­ten in der Bericht­er­stat­tung der Presse ärger­ten ihn sehr. Des­halb zog er sich aus der Poli­tik zurück.

Der 24.11.1911 brachte für ihn dar­auf­hin die Ver­set­zung nach Kappl im Paz­naun­tal. Kappl galt als weit­läu­figste und strengste Pfar­rei. Diese neue Stelle war wohl eine „Staf­ver­set­zung“ wegen der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen in Fiss. Otto Neur­u­rer wurde dar­auf­hin nie mehr poli­tisch aktiv. Bericht eines Zeit­zeu­gen aus Kappl: „Trotz des Gefühls erlit­te­nen Unrechts hat er als Koope­ra­tor ein Jahr lang mit echt pries­ter­li­chem Eifer in jeder Hin­sicht seine Pflicht erfüllt. Ins­be­son­dere steht er bei mir im Anden­ken als aus­ge­such­ter Kate­chet und Pre­di­ger. Im Pri­vat­ver­kehr war er höchst lie­bens­wür­dig und beschei­den und, obwohl sehr selb­stän­dig im Urteil, doch auch kon­zi­li­ant. Er hat in Kappl den Ein­druck eines in jeder Hin­sicht inte­gren Pries­ter­cha­rak­ters hin­ter­las­sen. Seine Ver­set­zung nach Silz war ihm eine Genug­tu­ung und Freude.”[4]

Eine wei­tere Ver­set­zung erfolgte am 25.09.1912 nach Silz. Otto Neur­u­rer war dort ab dem 6.3.1913 Pro­vi­sor und lei­tete vor­über­ge­hend die Pfar­rei, da der Pfar­rer ver­stor­ben war.

Am 21.11.1913 wurde er wie­der ver­setzt, dies­mal als Pfarr­pro­vi­sor nach Ober­ho­fen bei Telfs. Dekan Spar­ber erin­nerte sich: „Er habe Neur­u­rer „wegen sei­ner Gescheit­heit, Klar­heit und Klug­heit und wegen sei­ner Ruhe gera­dezu bewun­dert““[5] und;  „Als Pfarr­pro­vi­sor in Ober­ho­fen, mei­ner Hei­mat, war er sehr geach­tet und all­ge­mein beliebt”.[6]

Zum 15.04.1914  wurde Otto Neur­u­rer Stadt­pfarr­ko­ope­ra­tor in  Hall, ab 1917 dort auch Prä­ses des katho­li­schen Arbei­ter­ver­eins. Er half der Bevöl­ke­rung tat­kräf­tig in der Not­zeit des Ers­ten Welt­krie­ges mit mate­ri­el­ler Hilfe. Sein Eifer als Kate­chet in der Schule zeigte seine Liebe zu den Kin­dern. Er blieb stets gedul­dig bei den vie­len Fra­gen der Kin­der. Eine ehe­ma­li­ger Schü­ler: „Er war mir der liebste unter allen Kate­che­ten, die ich gehabt habe. Der kleine Herr mit den gro­ßen Bril­len ver­stand es, uns Buben so in Schach zu hal­ten, daß abso­lute Ruhe herrschte und alle bei ihm viel lern­ten”. Sein  Bemü­hen war ,den Schü­lern bei zu brin­gen, nur Gutes über ihre Mit­men­schen zu den­ken. Ehe­ma­lige Schü­ler beschrei­ben dies als einen sei­ner  wich­ti­gen Cha­rak­ter­züge. Das wurde auch spä­ter wäh­rend der Lei­dens­zeit in den KZ´s deut­lich. In der Zeit in Hall zeigte sich wie­der seine Hilfs­be­reit­schaft. Er ver­brachte viel Zeit bei Kran­ken­be­su­chen. In Erin­ne­rung blieb seine innige Ver­eh­rung des Hei­ligs­ten Her­zens Jesu. Er war äußer­lich auf­fal­lend unbe­hol­fen, galt als über­stren­ger jun­ger Pries­ter.

Ab dem  13.12.1917[7] wurde Otto Neur­u­rer Stadt­pfarr­ko­ope­ra­tor in Inns­bruck und erlebte dort das Ende des Ers­ten Welt­krie­ges, den Zer­fall  Öster­reichs und die Abtren­nung  Süd­ti­rols  an Ita­lien. Das Gebiet des Bis­tums Bri­xen war nun geteilt auf Gebiete in Öster­reich und Ita­lien .

Am 2.10.1919 legte Otto Neur­u­rer die Pfar­rer­prü­fung mit aus­ge­zeich­ne­tem Erfolg ab. Er erhielt jedoch keine eigene Pfar­rei, son­dern wurde 1918-1932 haupt­säch­lich als Reli­gi­ons­leh­rer für Mäd­chen in Inns­bruck ein­ge­setzt. Seine Schü­ler schätz­ten ihn sehr. Sie moch­ten sei­nen ruhi­gen, erns­ten und stren­gen Glau­bens­un­ter­richt und beson­ders seine ein­fühl­same Vor­be­rei­tung auf erste Beichte und die Erst­kom­mu­nion. „Neur­u­rers Gläu­big­keit, seine völ­lige Iden­ti­fi­ka­tion mit dem, was er gesagt hat und wie er gelebt hat, hat mir das Ver­trauen zu ihm grund­ge­legt,“ berich­tet ein Schü­ler.[8] „ Wir spür­ten aber allein aus sei­nem Gebet und sei­nem andäch­ti­gen  Kreuz­zei­chen, daß er ganz Pries­ter  war. . .seine echte unge­küns­telte Fröm­mig­keit sagte auch den Fern­ste­hen­den, daß wir Men­schen nicht nur auf der Erde, son­dern viel­mehr jetzt schon irgend­wie im Him­mel leben.”  „ Auch in der Erin­ne­rung als Kind ist er mir als ein tief­from­mer Mann in Erin­ne­rung geblie­ben.“  (Das berich­tet der spä­tere Bischof von Inns­bruck, Dr. Rein­hold Ste­cher, er war eben­falls ein Schü­ler Neur­u­rers)[9]

Wei­tere Berichte von Zeit­zeu­gen aus die­ser Zeit:

,,Da war vor allem die rechte Ord­nung ein­ge­hal­ten: Glaube und Gebet an ers­ter Stelle. Äußere Arbeit durfte nie auf Kos­ten der Inner­lich­keit gehen. Der Pfar­rer gab das Bei­spiel vor­bild­li­chen Pries­ter­le­bens. Der Pfar­rer  war ein sehr gesam­mel­ter Lit­urge am Altar, pre­digte kurz, aber voll geist­li­cher Auto­ri­tät und auch in schö­ner Spra­che. Sein Bre­vier pflegte er täg­lich auf einem ein­sa­men Wald­weg zu beten, das Stu­dium der Psal­men ver­tiefte seine Liebe zum Bre­vier­ge­bet . . . Neur­u­rer war ein gro­ßer Herz-Jesu-Verehrer. …Seine Mari­en­ver­eh­rung zeigte sich im täg­li­chen  Rosen­kranz­ge­bet,  im Ver­trauen zur Inns­bru­cker Pfarr­mut­ter­got­tes Maria­hilf und darin, daß er in sei­ner Gemeinde Wall­fahr­ten zur Mut­ter Got­tes von Absam anregte. Auch zu den Armen See­len trug Neur­u­rer beson­de­res Ver­trauen . . .”[10]

Der vor­be­halt­lo­ser Glau­ben Otto Neur­u­rers fiel Dekan Schwaz auf, „Ich bin davon  über­zeugt, dass die Tugend des Glau­bens in der Zeit von Pfr. Neur­u­rers Haft im Gesta­po­ge­fäng­nis und in den ver­schie­de­nen Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern einen heroi­schen Grad erreicht hat. Er war ein star­ker Cha­rak­ter, manch­mal stur. Ich habe an sei­ner Glau­bens­fes­tig­keit kei­nen Zwei­fel … Ich möchte sagen, daß sich da der Glaube erst rich­tig her­aus­ge­schält hat.”.[11] „Ja, er hat einen tief ver­wur­zel­ten Glau­ben gelebt. Das kann ich vor­be­halt­los sagen.“ , erin­nert sich Propst Dr. Hans Wei­ser[12]

Neur­u­rers Pre­dig­ten beein­druck­ten. Er sprach tief und inhalts­reich -mit  deut­li­cher Stimme und in ruhi­ger Hal­tung.  „Er galt als ein beson­ders inner­li­cher Pre­di­ger. Seine Pre­dig­ten waren die Frucht eif­ri­gen Glau­bens­le­bens und voll reli­giö­sen Gehal­tes”. [13]

Auch Prä­ses zweier maria­ni­scher Kon­gre­ga­tio­nen wurde Otto Neur­u­rer in Inns­bruck: er betreute die maria­ni­sche Kinder-Kongregation und die von ihm mit­be­grün­dete Jungmädchen-Kongregation, beide unter dem Titel „Maria Hilf”. Frau Eli­sa­beth Ham­merle berich­tete: „Unsere Jungmädchen-Kongregation war eine frohe Gemein­schaft von Mäd­chen, in der ein blü­hen­des Leben herrschte; Tanz­ver­an­stal­tun­gen und Thea­ter­auf­füh­run­gen wech­sel­ten mit Aus­flü­gen und erns­ten reli­giö­sen Fei­ern und Besin­nungs­ta­gen ab … In die­ser Zeit habe ich Hoch­wür­den Otto Neur­u­rer als Kon­gre­ga­ti­ons­prä­ses und als mei­nen Beicht­va­ter sehr hoch zu schät­zen gelernt. Er ist mir in Erin­ne­rung als ein tief gläu­bi­ger Pries­ter. Er betonte bei sei­nen Pre­dig­ten und Anspra­chen für uns beson­ders den Wert der christ­li­chen Jung­fräu­lich­keit; er war auch ein gro­ßer Mari­en­ver­eh­rer und gebrauchte oft den Aus­druck: ,Mit Maria zu Jesus!’ Es war ihm das größte Anlie­gen, die Mäd­chen zu Chris­tus hin­zu­füh­ren und ihre Liebe zu ihm immer mehr zu tie­fen. Beson­ders ergrei­fend und ein­drucks­voll konnte er das Lei­den Christi schil­dern.“[14]    Schwes­ter Mar­ga­re­tha Hof­mann erin­nerte sich: „ Wir haben den Herrn Kate­che­ten sehr geschätzt und geliebt und gern sei­nem Unter­richt gelauscht … Er hat uns das auch als Kate­chet ein­ge­schärft, von den Mit­men­schen nur Gutes zu den­ken . . . Ich erin­nere mich auch daran, daß er bei einem Schul­aus­flug in das Hall­tal, bei dem er die Klasse führte, der gan­zen Klasse in sei­ner Groß­zü­gig­keit den Kaf­fee zahlte, um den Schü­le­rin­nen eine Freude zu berei­ten. Die meis­ten Mäd­chen wären finan­zi­ell durch­aus in der Lage gewe­sen, sich den Kaf­fee selbst zu bezah­len. “[15]

,,An eine Bege­ben­heit erin­nere ich mich, die bezeich­nend war für ihn: Es war bei einem Kon­vent der Jung­mäd­chen­kon­gre­ga­tion, daß Prä­ses Neur­u­rer erwähnte, man habe ihm vor­ge­wor­fen, daß er an uns Soda­lin­nen zu hohe For­de­run­gen stelle. Er aber erklärte uns: Ich muß immer eine Stufe mehr ver­lan­gen, als ihr jetzt schon erreicht, sonst wür­det ihr auf­hö­ren zustre­ben. [Es betraf wohl das Stre­ben nach Voll­kom­men­heit.) Auch die­ser Stand­punkt war mir Vor­bild bei mei­ner Jugend­ar­beit."[16]

Per­sön­lich war er den Mäd­chen gegen­über aber zurück­hal­tend und wirkte eher ein wenig gehemmt. Mutig sprach er jedoch mit den Mäd­chen auch über den anti­christ­li­chen Cha­rak­ter des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Anna Moll, eine ehe­ma­lige Schü­le­rin berich­tet:  „… und klärte uns auf über die Irr­lehre des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Es heißt jetzt, gut ist, was dem deut­schen Volk nützt, schlecht ist, was dem deut­schen Volk scha­det. Damit wird deut­sches Blut und deut­sche Rasse an die Stelle Got­tes gesetzt, der allein die Norm für gut und schlecht ist und dem allein das zusteht. Darum ist das eine Irr­lehre…. Da war mir klar, hier geht es nicht mehr um Poli­tik, son­dern um das Bekennt­nis unse­res Glau­bens. Darum habe ich auch 1938, als man von mir per­sön­lich ver­langte, von nun an nicht mehr auf den Papst zu hören, son­dern nur mehr auf den Füh­rer, und ihm allein zu fol­gen, ein über­zeug­tes ,Das werd ich nie tun’ gesagt und damit auf die neu­er­li­che Anstel­lung ver­zich­tet.”[17]

Ihn zeich­nete stille Sanft­mut, gepaart mit gele­gent­lich unbeug­sa­mer Kon­se­quenz aus. Er war ein eif­ri­ger Seel­sor­ger aber auch ein stren­ger Kate­chet. Davon wurde seine große Liebe und Güte zu Kin­dern nicht ver­drängt. Das berich­tet Anna Lech­ner, eine Ver­wandte Neur­u­rers. „ Er hat sich mit uns Kin­dern, was sonst sel­ten war, sehr lieb abge­ge­ben und hat sich mit uns beschäf­tigt. Wenn er uns Spiel­sa­chen gebracht hat, hat er uns erklärt, wie damit zu spie­len ist und war sehr lieb und herz­lich mit uns Kin­dern.”[18]

Hilfs­be­reit war Otto Neur­u­rer in außer­ge­wöhn­li­chem Maß:  „Es war nach 1918, in der ganz schlech­ten Zeit, als man gar nichts zu kau­fen bekom­men hat. Da hat Pfar­rer Neur­u­rer ein­mal mei­ner Mut­ter zwei graue Decken aus sei­nem eige­nen Besitz gege­ben, aus denen meine Mut­ter dann für mich einen Man­tel genäht hat. Wir waren sehr froh darum, ich hatte kei­nen Man­tel mehr anzu­zie­hen gehabt. . . Neur­u­rer war ein inner­li­cher, from­mer Pries­ter, er hätte, obwohl er selbst nichts gehabt hat, das Letzte ver­schenkt. Er war immer freund­lich und väter­lich. Dies fiel mir schon als Kind auf und tat sehr wohl.“ Soweit die Erin­ne­run­gen von Rosa Wil­helm. [19]

Maria Hupfau erzählt:  „im Jahre 1928 besuchte ich die zweite Klasse Volks­schule bei den Ursu­li­nen in Inns­bruck. Hoch­wür­den Otto Neur­u­rer war mein Kate­chet. In die­sem Jahr starb mein Vater an Lun­gen­schwind­sucht. Nun stand meine Mut­ter mit drei Kin­dern, mein Bru­der war 16, meine Schwes­ter 13 und ich 8 Jahre alt, ziem­lich unver­sorgt da. Weil mein Vater nur drei Ver­si­che­rungs­jahre bei der Ange­stell­ten­ver­si­che­rung hatte, bekam meine Mut­ter für sich und uns drei Kin­der eine Gna­den­pen­sion von S 60,-. Eines Tages besuchte uns Hoch­wür­den Neur­u­rer, um sich nach unse­ren finan­zi­el­len Ver­hält­nis­sen zu erkun­di­gen und vor allem, um mei­ner Mut­ter Trost zuzu­spre­chen. Da schil­derte ihm nun Mut­ter unsere trost­lose Situa­tion. Plötz­lich griff Hoch­wür­den Neur­u­rer in die Hosen­ta­sche und zog ein Geld­täsch­chen her­aus. Er öff­nete es, drehte es um und leerte den gan­zen Inhalt auf unse­ren Küchen­tisch. Dann sagte er: „So, des is alles. Mehr hab’ i net!“ Meine Mut­ter war zutiefst gerührt, und auch ich werde die­ses Bild und die Worte nie ver­ges­sen, obwohl ich damals erst 8 Jahre alt war.”[20]

Schließ­lich war Otto Neur­u­rer auch Mit­be­grün­der des kath. Tiro­ler Mädchen-Verbandes. Als sol­cher gab er Anre­gun­gen zu Exer­zi­tien und orga­ni­sierte Fort­bil­dun­gen auf dem Gebiet  Hand­ar­beit und häus­li­ches Wis­sen. Ärme­ren Teil­neh­me­rin­nen bezahlte er auch mal die Kos­ten von Exer­zi­tien.

Gegen Ende der Inns­bru­cker Zeit erschien Otto Neur­u­rer schwer­mü­tig und sehr ernst. Er nahm alles zu genau. Gesund­heit­lich war er schwach. Des­halb wollte er Seel­sor­ger in einer Land­pfar­rei wer­den und bewarb sich  für die Pfarr­stelle der Pfar­rei Göt­zens .

Pfar­rer in Göt­zens

Zum 01.10.1932 wurde Otto Neur­u­rer Pfar­rer in Göt­zens, einer klei­nen Pfar­rei mit  748 katho­li­schen Ein­woh­nern, einer  Volks­schule, Kin­der­gar­ten und Mäd­chen­näh­schule. Dort waren Fran­zis­ka­ne­rin­nen ein­ge­setzt. Pfar­rer Neur­u­rer war ein Seel­sor­ger mit Hin­gabe. Zunächst musste er aber auch die Ver­wal­tung der Pfar­rei in Ord­nung brin­gen; bei sei­nem Dienst­an­tritt war seine neue Pfar­rei ver­schul­det. Als Neue­rung führte er fri­sche Blu­men in der Kir­che ein. Er ach­tete auf Sau­ber­keit und Schmuck der Kir­che sowie auf Pünkt­lich­keit bei Beginn der  Got­tes­dienste. Die Eucha­ris­tie­feier war ihm beson­ders wich­tig, er wünschte sich hohen Mess­be­such und för­derte die Anbe­tung und warb für die monat­li­che Kom­mu­nion. Pfar­rer Neur­u­rer belebte die Herz-Jesu-Bruderschaft und die Franz-Xaverius-Bruderschaft neu.

Im Jahr  1933 wird eine 9 tägige Pfarr­mis­sion durch­ge­führt. Die Men­schen sei­ner Pfar­rei betei­li­gen sich zu 99%.

Pfar­rer Neur­u­rers Pfarr­haus in Göt­zens war gast­freund­lich. Oft weil­ten andere Geist­li­che dort. Pries­ter kamen gerne zur Aus­hilfe. Auch Jesui­ten aus Inns­bruck waren dar­un­ter. Aber auch arme Leute aus dem Dorf waren Gast bei Tisch. Immer war viel los im Pfarr­haus. – „ Ich erin­nere mich auch, daß in Göt­zens immer ziem­lich viele junge Leute im Pfarr­haus beim Mit­tags­tisch da waren. Ich war da nie allein. Das waren Leute vom Dorf, ich habe kei­nen gekannt; Für mich war Neur­u­rer schon damals der Hei­lige. Ich habe in der Schule von den Hei­li­gen gelernt; aber wenn ich mir einen leben­di­gen Hei­li­gen vor­ge­stellt habe, dann war es Neur­u­rer.“[21]Erin­nert sich Prof. Dr. Wal­ter Schlor­hau­fer an seine Kin­der­zeit, und fügt hinzu: „Ich bin tief beein­druckt von sei­ner Liebe zum Kind.“

Als Leh­rer und bei der Sakra­men­ten­vor­be­rei­tung war Pfar­rer Neur­u­rer  beson­ders bemüht um arme und wenig begabte Kin­der. Er brachte ihnen gedul­dig das für die Erst­kom­mu­nion nötige Wis­sen mit Mühe bei. Als Bei­spiele erin­nern sich die Dorf­be­woh­nen an ein gelähm­tes Kind und ein taub­stum­mes Mäd­chen, um die er sich beson­ders bemühte. Auch ver­mit­telte er Kin­dern aus Fami­lien in Not Kost­plätze in ande­ren Fami­lien.

„Er war mit den Kin­dern bei Trau­er­fäl­len oder Unglücks­fäl­len gütig und fein­füh­lig und  konnte sie trös­ten. Ich wun­derte mich oft, wie väter­lich lieb er, der sonst ernst und dis­tan­ziert war, da sein konnte.”, berich­tet Maria Eli­sa­beth San­ter[22]

Auch in Göt­zens war Pfar­rer Neur­u­rer ein enga­gier­ter Reli­gi­ons­leh­rer: „Man hat gespürt, wie ein­dring­lich Pfarr­rer Neur­u­rer unter­rich­tet hat. Beson­ders hat er  sich durch Wie­der­ho­lun­gen aus­ge­zeich­net, so dass die Kin­der wirk­lich fas­sen konn­ten, was er sagte. Beson­ders ist mir auf­ge­fal­len, dass er, im Unter­schied zu vie­len ande­ren Kate­che­ten, die nur auf  Schul­wis­sen Wert leg­ten, zwar dar­auf auch Wert gelegt hat, aber er wollte, daß sie den Glau­ben auch aus­üben . . . Um den Kin­dern auch  an Wochen­ta­gen den Besuch der Messe und den Kom­mu­nionemp­fang leich­ter zu ermög­li­chen, hat er ihnen Ther­mos­fla­schen gekauft, damit sie nach der Messe in der Schule noch die Mög­lich­keit hat­ten, vor dem Unter­richt ein war­mes Früh­stück zu sich zu neh­men. Diese Aktion wurde nicht recht ange­nom­men von der Bevöl­ke­rung. Es ist dar­über gelä­chelt und gespöt­telt wor­den. Pfar­rer Neur­u­rer hat den Kin­dern, die nicht genug Geld hat­ten, auch einen Kate­chis­mus gekauft.“[23]

Der Jugend der Pfar­rei galt seine beson­dere Liebe und Sorge. Er wollte die Jugend­füh­rer mora­lisch auf­bauen, um dem Natio­nal­so­zia­lis­mus stand hal­ten zu kön­nen. Für arme Stu­den­ten bezahlte er das Stu­dium.

Seine Hilfs­be­reit­schaft gegen­über Armen war auch in Göt­zens bemer­kens­wert. Beson­dere Hilfe und Zuwen­dung des Seel­sor­gers waren ihnen sicher. Auf dem Ster­be­bett konnte er auch „schwie­rige Fälle“ zur Aus­söh­nung mit Gott und zum Emp­fang der Ster­be­sa­kra­mente moti­vie­ren.

Der ehe­ma­lige Kaplan in Göt­zens, Heinz Huber,  betont die „mys­ti­sche Natur” von Otto Neur­u­rer und stellt fest: „Neur­u­rer war ja eine jener stil­len Natu­ren, die schwer am Leben tra­gen; ein zur Schwer­mut geneig­tes Gemüt bewahrte ihn davor, sich jemals durch äuße­ren Schein trü­gen zu las­sen.”[24] Des wei­te­ren schil­dert er Neur­u­rer als Vor­bild sei­ner Koope­ra­to­ren. Seine per­sön­li­che Fröm­mig­keit und Wohl­tä­tig­keit waren so groß, dass  die Rechte nicht wusste, was die Linke tat.

Tie­fer Glau­ben und die Fröm­mig­keit wer­den beschrie­ben. Der Pfar­rer betete sehr viel. „Das Gebet nahm einen Groß­teil des Tages ein. Sehr oft war er auch außer­half der Got­tes­dienste in der Kir­che, um zu beten.“[25] Berich­tet ein ehe­ma­li­ges Pfarr­kind.

„Pfar­rer Neur­u­rer war nicht schein­hei­lig, ruhm­süch­tig, hatte keine Men­schen­furcht. Er hatte ein aus­ge­präg­tes pries­ter­li­ches Bewußt­sein, auch für die Würde sei­nes Amtes.”[26], beschreibt ihn der Neu­pries­ter Niko­laus Maders­ba­cher.

Hans Haus­ner aus Hall war im Jahr  1936 Koope­ra­tor in Göt­zens. Er erzählte: „An die­sem ers­ten Pos­ten bei Pfar­rer Neur­u­rer gefiel es mir gut; beson­ders im Widum herrschte eine ange­nehme Atmo­sphäre. Pfar­rer Neur­u­rer war ein guter und rück­sichts­vol­ler Prin­zi­pal. Er war pflicht­eif­rig und genau in der Erfül­lung aller seel­sorg­li­chen Auf­ga­ben und ging den Koope­ra­to­ren mit bes­tem Vor­bild voran. Er war so, wie man sich einen guten und from­men Pfar­rer damals vor­stellte.”[27]

Kon­flikt mit dem Natio­nal­so­zia­lis­mus

Ab Januar 1938 zeich­nete sich die Bedro­hung des Natio­nal­so­zia­lis­mus ab. „In man­chen abend­li­chen Gesprä­chen, die inten­siv spi­ri­tu­ell geführt wur­den, deu­tete Pfar­rer Neurur offen an, daß er sich dem welt­an­schau­li­chen Ter­ror nicht beu­gen werde und als, Hirte sich vor seine Herde stel­len möchte.”[28], berich­tet Herr Sarg.

Stark­mut und Tap­fer­keit beschei­nigt ihm sein  Bischof Rusch[29]: „Neur­u­rer habe nie ver­mie­den, etwas zu sagen, was gesagt wer­den muß, er habe aber auch nicht pro­vo­ziert.“

Am 13.03.38 kam es zum Anschluß Öster­reichs an das Deut­sche Reich. In Öster­reich wurde das beste­hende Kon­kor­dat nicht aner­kannt, die Kir­che war im rechts­freien Raum von Anfang an der staat­li­chen Will­kür und Ver­fol­gung aus­ge­setzt. Bis zur Volks­ab­stim­mung am 10.04.1938 zeigte der Natio­nal­so­zia­lis­mus zunächst Wohl­wol­len gegen­über der Kir­che. Des­halb war­ben die Bischöfe für die Abstim­mung und die Zustim­mung zum Anschluss (beson­ders bekannt wurde dafür  Kar­di­nal  Innit­zer aus Wien). Ab dem Som­mer 1938 kam es zum Ver­bot kirch­li­cher Kin­der­gär­ten und Schu­len. Kirch­li­cher Besitz wurde rück­sichts­los ent­eig­net. Klös­ter und Wall­fahrts­kir­chen wur­den geplün­dert und gesperrt. Die Katho­li­schen Ver­eine in Öster­reich wur­den ver­bo­ten. Kirch­li­ches Ver­mö­gen, auch das aus cari­ta­ti­ven Stif­tun­gen, wurde von den neuen Macht­ha­bern beschlag­nahmt. Katho­li­sche Jugend­ar­beit wurde ver­bo­ten. Geist­li­che muss­ten den Schul­dienst ver­las­sen. Es gab keine Pries­ter und Ordens­leute mehr unter den Leh­ren. Jeder vierte Geist­li­che in Tirol wurde von der Gestapo bedroht. Gro­ßer psy­chi­scher Druck las­tete auch auf Pfar­rer Otto Neur­u­rer. Ihn erfüll­ten dunkle Ahnun­gen. Pro­phe­tisch sah er gro­ßes Unheil kom­men. Er sah sei­nen per­sön­li­chen Kreuz­weg und sein Mar­ty­rium schon in die­sen Tagen vor­aus.

Im Som­mer 1938 sagte er zu einem Freund, dem spä­te­ren  Bischof Geis­ler: „Betet für uns, dass wir nicht alle Mär­ty­rer wer­den! Es kom­men schwere Ver­fol­gun­gen. Für mich beginnt jetzt der Kreuz­weg. Ich bin bereit, nur bitte  ich Gott, daß er mir die Zeit abkürze.”[30] Pfar­rer Anton Kirch­ner berich­tet ebens­falls:  „Wir kamen auch auf die Nazi zu spre­chen. Er sagte recht ernst­lich und nach­denk­lich: Ich werde auch den Mär­ty­rer­tod ster­ben.”[31]

Der Herbst 1938 brachte einen Kon­flikt mit dem beson­ders gehäs­si­gen Bezirks­schul­in­spek­tor, der den Unter­richt Pfar­rer Neur­u­rers inspi­zierte. Pfar­rer Neur­u­rer ließ sich dadurch von sei­nem Stil nicht abbrin­gen. Er befragte die Kin­der nach ihrem sonn­täg­li­chen Mess­be­such. Der Inspek­tor wurde dar­auf­hin wütend und drohte mit dem Ver­bot des Reli­gi­ons­un­ter­rich­tes und Ver­set­zung nach Ost­preu­ßen.

Die Gestapo hatte Pfar­rer Neur­u­rer schon im Visier. Fol­gen­des Ereig­nis führte schließ­lich zu sei­ner Ver­haf­tung: Die Bau­er­s­toch­ter Eli­sa­beth (Liese) Eigent­ler wurde unehe­lich schwan­ger. Der Vater des Kin­des war  der 30 Jahre ältere Georg Wein­ra­ther, ein  geschie­de­ner Mann und dazu Par­tei­mit­glied, (nach eini­gen Quel­len SA-Mann). Er war gewalt­tä­tig und von zwei­fel­haf­tem Cha­rak­ter. 1946 wurde die­ser Mann tat­säch­lich zu 10 Jah­ren schwe­rem Ker­ker ver­ur­teilt). Liese jedoch sah in der geplan­ten Hoch­zeit ihre Ret­tung. Sie wusste nichts von der vor­aus­ge­gan­ge­nen Ehe und dem Cha­rak­ter des SA-Mannes. Pfar­rer Neur­u­rer besuchte die Fami­lie und klärte sie auf, dass eine kirch­li­che Trau­ung in die­sem Fall nicht mög­lich wäre. Die naive Braut wusste nichts von der von den Natio­nal­so­zia­lis­ten neu ein­ge­führ­ten Zivil­ehe. Des­halb riet Pfar­rer Neur­u­rer der  jun­gen Frau  drin­gend von der Ehe mit dem geschie­de­nen und aus der Kir­che aus­ge­tre­te­nen älte­ren SA-Mann ab. Die­ser hatte Liese zur Ehe gedrängt. Pfar­rer Neur­u­rer aber wollte sie vor dem dro­hen­den offen­sicht­li­chen Unglück bewah­ren. Wich­tig war dem Pfar­rer die Hei­lig­keit der Ehe zu wah­ren. Aus sei­ner Sicht war die Ehe ein Sakra­ment der Kir­che und konnte nur bei der Bereit­schaft zur gegen­sei­ti­gen Hin­gabe gelin­gen.[32]  Eine stan­des­amt­lich geschlos­sene Ehe dage­gen wäre nicht sakra­men­tal gül­tig und bin­dend vor Gott. Pfar­rer Neur­u­rer emp­fahl erfolg­reich, dem Kinds­va­ter einen Brief zu schrei­ben und darin das Ehe­ver­spre­chen wie­der zurück zu neh­men. Schließ­lich dik­tierte er die­sen Brief. Die Hoch­zeit war damit abge­sagt. Der Onkel der Braut über­brachte die­ses Schrei­ben dem Bräu­ti­gam Wein­ra­ther, der erzürnt drohte: „Euer Pfar­rer ist die längste Zeit Pfar­rer gewe­sen und der Pfaff muss weg.“ Er zeigte Neur­u­rer bei der Gestapo an. Er hei­ra­tete kurz danach eine andere Frau, ver­fiel bald der Alko­hol­ab­hän­gig­keit und stürzte Frau und Kind in mate­ri­el­les Elend. Die War­nung Neur­u­rers war also rich­tig gewe­sen.

Schon der Gang zur Fami­lie Eigent­ler war ihm, Übles vor­aus­ah­nend, schwer gefal­len. Ein anwe­sen­der Freund hatte sich ange­bo­ten, ihm die­sen Gang  abzu­neh­men: „Nein, das muss ich als Pfar­rer schon sel­ber machen.“[33], ant­wor­tete ihm Pfar­rer Neur­u­rer.

Haft­zeit

Am 15.12.1938  wurde Pfar­rer Otto Neur­u­rer im Pfarr­haus in Göt­zens ver­haf­tet.  Als offi­zi­elle Begrün­dung lau­tete: „beson­ders hin­ter­häl­tige Ver­hin­de­rung einer deut­schen Ehe…“

Die damals anwe­sende Frau Ger­trud Rohrin­ger erin­nert sich noch des Aus­spruchs Neur­u­rers beim Abschied: „Für die andern muß man sich opfern, damit sie sehend wer­den”. Von der Häu­se­rin Maria Geir ver­ab­schie­dete er sich mit den Wor­ten: „Der Herr­gott hat’s geschickt, er wird es auch tra­gen hel­fen”.[34]

Im Gefäng­nis Inns­bruck erwar­te­ten ihn unflä­tige Beschimp­fun­gen. Pfar­rer Neur­u­rer war in gro­ßer inne­rer Erschüt­te­rung. Bis­her war er ein geach­te­ter Pfar­rer. Jetzt wurde er „ Saupfaff“ und noch schlim­me­res genannt. War er schon unter nor­ma­len Umstän­den ängst­lich, jetzt war er einer unsi­che­ren Zukunft völ­lig  recht­los aus­ge­lie­fert.

Beim Ver­hör ant­wor­tete er trotz­dem selbstbewusst:„Meine Her­ren! Machen Sie keine Umschweife! Es geht nicht sosehr gegen mich als gegen die Kir­che und die Reli­gion. Ich habe nur meine Pflicht getan. Wenn das Unrecht sein soll, dann bin ich bereit, dafür auch zu ster­ben”.[35]

Eine Leh­re­rin durfte ihn noch besu­chen und ihm Lebens­mit­tel brin­gen. Beim letz­tem Abschied, der Trans­port ins KZ Dachau  steht bevor, hat Neur­u­rer Trä­nen in den Augen. Er sagte zu ihr: „Seien sie nicht ver­zagt! Was kommt, muss man neh­men als vom Herr­gott geschickt!… Tun Sie fest beten, dass ich nicht klein­mü­tig werde; es wird aller­hand kom­men, aber man muss alles ertra­gen.“[36]  Ein ande­rer Besu­cher berich­tete: „Pfar­rer Neur­u­rer hat unter der Ver­haf­tung sehr gelit­ten, hat aber, als wir im Poli­zei­ge­fäng­nis  „Sonne“ ohne Beauf­sich­ti­gung spre­chen konn­ten, erklärt, daß er nichts ande­res sagen konnte und auch künf­tig nichts sagen werde, als (daß) diese Zivil­ehe vor Gott ein Unrecht ist. Er hatte jeden­falls den Ein­druck, allein um sei­nes Glau­bens wil­len in Haft zu sein. Er machte auf mich – ich erin­nere mich genau – den Ein­druck eines eher ängst­li­chen Men­schen, der nur dann fest wurde, wenn es um seine seel­sorg­li­che Hal­tung ging.“[37] Alt­de­kan Pra­x­ma­rer besuchte ihn eben­falls im Gefäng­nis:  „Mein Ein­druck von Pfar­rer Neur­u­rer war der, daß er sehr erge­ben war; er war an sich ein ängst­li­cher Mann, er war sehr gehemmt und ängst­lich; aber im Augen­blick, wo es um seel­sorg­li­che Belange gegan­gen ist, war er ganz klar und sicher”[38]

Pfar­rer Neur­u­rer wurde miss­han­delt. Beim War­ten auf ein Ver­hör hörte er  vom  Turm der Stadt­pfarr­kir­che das Ange­lus­läu­ten und begann, den „Engel des Herrn” zu beten. „Der dabei­ste­hende Gestapo-Mann schlug Neur­u­rer zwei­mal unter Beschimp­fun­gen ins Gesicht, so dass ihm die Brille zu Boden fiel. Rai­ner, der Neur­u­rer die Brille auf­he­ben wollte, wurde gleich­falls bedroht. Im Poli­zei­auto ent­schul­digte sich dann Neur­u­rer bei ihm, weil er ihm Unge­le­gen­hei­ten berei­tet habe. „Kein böses Wort über den Mann, der ihn schlug, son­dern die Ruhe und ein Gott­ver­trauen strahlte aus sei­nem Gesicht”.“[39]

In die­ser Situa­tion schreibt Pfar­rer Otto Neur­u­rer am 12.01.39 im Gefäng­nis sein Tes­ta­ment. Er weiß sein Leben ist bedroht. Schließ­lich erhält er den Schutz­haft­be­fehl. Seine Ver­le­gung ins KZ nach Dachau war beschlos­sen wor­den.

Auf der Fahrt wurde das Auto vor Mün­chen ange­hal­ten. Ein Ver­kehrs­un­fall ver­ur­sacht einen Stau. Es war zu Ver­letz­ten und Toten gekom­men. Sofort stieg  Pfar­rer Neur­u­rer aus, um den Ver­letz­ten geist­li­chen Bei­stand zu leis­te­ten. Dafür  wurde er grob als „Saupfaff“ beschimpft und zurück ins Auto gezwun­gen.[40]

Im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dachau

Am 03.03.39 erreichte Pfar­rer Otto Neur­u­rer das KZ Dachau. Schon bei der Auf­nahme wurde er beschimpft und , wie damals alle Pries­ter, der  Straf­kom­pa­nie auf Block 15/2 zuge­wie­sen. Der Mit­ge­fan­gene Pfar­rer Schel­ling berich­tete von beson­ders har­ter Arbeit ohne Pause und gro­ßem Hun­ger. Otto Neur­u­rer war 56 Jahre alt, ein sen­si­bler Mensch, klein von Gestalt, von schwäch­li­cher Gesund­heit und kör­per­lich nicht beson­ders stark, in prak­ti­schen Din­gen sogar unge­schickt. Das war eine schlechte Aus­gangs­po­si­tion im Lager. Außer­dem unter­schied  er sich als Bril­len­trä­ger schon äußer­lich von den ande­ren Häft­lin­gen, was zusätz­li­che Gefahr bedeu­tet. Er fand sich in der KZ-Welt schwer zurecht, hatte aber das Glück, Mit­häft­lin­gen hal­fen ihm.

Otto Neur­u­rer betete viel im KZ Dachau. Das war sein Bei­trag zur Wand­lung des Bösen in der Welt. Per­sön­lich litt er beson­ders unter Unge­rech­tig­keit und Bos­heit der wach­ha­ben­den SS-Männer. Da er sel­ber her­zens­gut war, über­stieg das Böse seine Vor­stel­lungs­kraft. Das ver­stärkte sei­nen Hang zur Schwer­mut. Er wollte nichts Schlech­tes über andere Men­schen den­ken oder sagen, auch nicht über seine Pei­ni­ger. Eher litt und zer­brach er an der Schlech­tig­keit und Unge­rech­tig­keit im Lager. Er arbei­tete flei­ßig, wie ihm befoh­len wurde, auch wenn gerade kein SS-Mann die Häft­linge beob­ach­tete. Die ande­ren Häft­linge mach­ten in die­ser Zeit Pause, um ihre Kräfte zu scho­nen. Als der zweite Lager­füh­rer Kant­schus­ter kam, waren die Kräfte Otto Neur­u­rers erschöpft. Er konnte nicht mehr so schnell wei­ter arbei­ten. Dafür erhielt er eine Lager­strafe: Er musste „über Mit­tag straf­ste­hen, wodurch ihm das Essen ent­ging.“[41] Fas­sungs­los sagte er trotz­dem zu sei­nen Kame­ra­den, die ihn war­nen woll­ten: „Geh, so schlecht kann ein Mensch gar nicht sein.“[42] Pfar­rer Berch­told dar­auf­hin zu Neur­u­rer:  „Otto? Glaubst Du in Dachau an Gerech­tig­keit? Der Kapo ist doch gekom­men, um ein Opfer zu suchen. Nun bist Du eben eines gewor­den. – Du glaubst nicht, dass er meint, dass ich faul bin?- Ob du faul oder flei­ßig bist, ist ihm ganz egal. Wenn er zu einem Arbeits­kom­mando kommt, will er ein paar Opfer haben. Da war­tet er so lange, bis einer auf­fällt. Dann ist er befriedigt.“[43]

Die schwere kör­per­li­che Arbeit konnte Otto Neur­u­rer nicht lange aus­hal­ten. Er trös­tete trotz­dem die ande­ren und  machte Pries­ter­ka­me­ra­den Mut.

3 Briefe aus dem KZ Dachau sind erhal­ten. Darin brachte Pfr. Neur­u­rer Heim­weh zum Aus­druck. Er bat um Gebet, auch im Wall­fahrts­ort Maria Wald­rast.  Er bat auch, sich für seine Frei­las­sung ein­zu­setz­ten und ver­gaß nicht zu dan­ken.

Der öster­rei­chi­sche Mit­häft­ling P. Just berich­tet von der Arbeit in der Kies­grube: „Von Natur aus schwäch­lich, hatte er bei der mör­de­ri­schen Arbeits­leis­tung, die gefor­dert wurde, voll­auf zu tun, um mit­zu­kom­men.“[43] Zuerst war Otto Neur­u­rer bei den Schub­kar­ren ein­ge­setzt. P. Just half ihm dabei heim­lich und unter Lebens­ge­fahr. Dann Ver­set­zung zur Schau­fel. Otto Neur­u­rer musste Kies schau­feln. Im Som­mer 1939 folgte danach leich­tere Arbeit in der Zie­ge­lei. Ab Sep­tem­ber 1939 musste er wie­der in der Kies­grube arbei­ten.

Wei­tere Mit­häft­linge zeich­ne­ten ihre Erin­ne­run­gen auf: Pfar­rer Rie­ser aus Bram­berg in Salzburg(Österreich): „Als Neur­u­rer kam, dachte ich mir, du armes klei­nes Pfar­rerle, diese Hölle wirst du nicht aus­hal­ten.“ Ein ande­rer Mit­häft­ling erin­nert sich an „gute und helle Augen.“  „Wie wir alle mit die­ser Welt ja schon abge­schlos­sen und stän­dig den Tod vor Augen hat­ten, waren wir mehr im Jen­seits mit unse­rem Sin­nen und Trach­ten . . . Wir haben alle viel gebe­tet. Neur­u­rer hat immer wie­der auf die Got­tes­mut­ter hin­ge­lenkt. Er wird, wie wir alle, sich ganz ihr anemp­foh­len haben und aus dem Glau­ben und Gebet sich Kraft geholt haben”[44]

Georg Schel­ling: „Die­ser ein­fa­che, völ­lig anspruchs­lose Mensch mit dem unschul­digs­ten Gesicht von der Welt impo­nierte doch jedem.“[45]

P. Lenz: „Klein und schmäch­tig von Gestalt, war er ein klu­ger und talen­tier­ter Mann; aber auch etwas leicht fas­sungs­los bei den stän­di­gen gefahr­vol­len Über­ra­schun­gen im Lager. Doch seine über­na­tür­li­che Ein­stel­lung meis­terte auch die schwers­ten Erleb­nisse mit hei­li­ger Geduld.“[46]

Alfred Berch­told: „Er war so zutiefst von der Güte der Men­schen über­zeugt, dass er immer glaubte, er müsse plötz­lich aus die­sem häss­li­chen, furcht­ba­ren Traum erwa­chen. Immer wie­der sagte er mit einem ungläu­bi­gen kind­li­chen Stau­nen: „Ja, kön­nen die Men­schen so schlecht sein?““

Noch­mals Schel­ling: „Die­ser ein­fa­che , anspruchs­lose Pfar­rer mit dem unschul­digs­ten Gesicht der Welt impo­nierte doch jedem . . . Otto Neur­u­rer war ein hei­lig­mä­ßig­ger Pries­ter von edels­ter Gesin­nung. Auch sei­nen schlimms­ten Fein­den trug er nichts nach . … Wer 15 Monate, die Pfar­rer Neur­u­rer in KZ-Halt, zubrin­gen mußte, sein engs­ter Kame­rad sein durfte, seine echte Fröm­mig­keit kannte und um einen gren­zen­lo­sen Eifer für die Kir­che wußte, der sieht in sei­nem gewalt­sa­men Tod die Voll­en­dung der irdi­schen Lauf­bahn in der Ver­herr­li­chung des Mar­ty­ri­ums”[47]

Er teilt sein Brot mit hung­ri­gen Mit­häft­lin­gen, obwohl er sel­ber nur sehr wenig bekom­men hatte und hun­gerte: „Hast du alles sel­ber geges­sen?“ Fragte ihn ein Mit­häft­ling. „ Er wird ver­le­gen. „Ich habe dem Werk­zeug­wart ein Stück­chen geschenkt. Sei mir nicht bös. Er hat mir mit so trau­ri­gen Augen zuge­se­hen. Ich konnte nicht anders. Sei nicht bös. Aber schau, ich kann nicht anders; es hätte mir gar nicht geschmeckt, wenn ich dem ande­ren nichts gege­ben hätte.“[48][49]

Kräf­te­ver­fall, Hun­ger mit sei­nen Fol­ge­er­schei­nun­gen Abszesse und Furun­kel, quäl­ten Pfar­rer Neur­u­rer. P. Just: „Neur­u­rer ver­fiel sicht­lich bereits in Dachau. Er wurde zwei­mal ohn­mäch­tig, und bald magerte er so ab, daß selbst die Lager­lei­tung ein­zu­schrei­ten sich bemü­ßigte und den Pfar­rer zur ärzt­li­chen Unter­su­chung sandte. Dort wurde ein der­ar­tig kras­ser Gewichts­schwund inner­halb kur­zer Zeit fest­ge­stellt, daß Neur­u­rer unver­züg­lich in Spitals(Revier)-Pflege über­führt wurde. Nach ein­mo­na­ti­ger Kur hatte sich Neur­u­rer wie­der soweit erholt, daß er ein halb­wegs men­schen­wür­di­ges Aus­se­hen hatte. Aber bald nah­men ihn Arbeit, Hun­ger und kli­ma­ti­sche Unbil­den, denen wir völ­lig schutz­los preis­ge­ge­ben waren, so her, daß er wie­der arg ver­fiel”.[50]

Im Lager wirkte Neur­u­rer  seel­sorg­lich, obwohl das streng ver­bo­ten war. Ein Mit­häft­ling  half ihm im Revier beim Beichte hören. „Ein­mal war ein Mann im Ster­ben; man hatte ihn in die soge­nannte Ster­be­kam­mer,  in der auch Besen und Putz­mit­tel auf­be­wahrt wur­den, gelegt. Salch­ner paßte vor der Türe, wäh­rend Neur­u­rer dem Mann die Beichte abneh­men konnte. Neur­u­rer blieb meh­rere Wochen, annä­hernd zwei Monate, im Revier.“[51]  Ein ander­mal wurde bei der Spen­dung des Sakra­ments der Beichte erwischt und so hart zu Boden geschla­gen, dass er sich nicht mehr erhe­ben konnte. Ein Mit­häft­ling half ihm auf, wurde dafür aber sel­ber mit einem  Stock geschla­gen.

„An Sonn­ta­gen hat er uns beim Auf- und Abge­hen ganze Pre­dig­ten gehal­ten.“ Erin­nerte sich Mit­häft­ling Peint­ner[52]

KZ Buchen­wald

Ende Sept 1939 wurde Pfar­rer Otto Neur­u­rer ins KZ  Buchen­wald ver­legt. Die Stra­paze begann schon auf dem Weg. Der Zug fuhr nur bis Wei­mar. Die  letz­ten 12 km muss­ten die Häft­linge zu Fuß zurück­le­gen. In der Unter­la­gen des Lagers wurde er als „Kath. Pfar­rer, hart­nä­cki­ger und hin­ter­lis­ti­ger Geg­ner der NSDAP“ [53] geführt. Diese Bemer­kung war einem Todes­ur­teil gleich. Wie­der wurde Otto Neur­u­rer zunächst der Straf­kom­pa­nie zuge­teilt. Als seine Kräfte nach­lie­ßen kam er in die Inva­li­den­kom­mando, dort war  zyni­scher weise beson­ders schwere Arbeit zu tun. Die Gefan­ge­nen muss­ten auf dem Holz­hof Baum­stämme roden und Wur­zel­sto­cke zer­ha­cken oder Erde tra­gen  [54].

In Buchen­wald gab es viele poli­ti­sche Häft­linge, die  wegen ihrer Zuge­hö­rig­keit zur Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei inhaf­tiert waren. Unter ihnen befan­den sich nach Aus­sage eini­ger ehe­ma­li­ger Priest­er­häft­linge auch sol­che, die Pries­ter beson­ders hass­ten und Öster­rei­cher dazu: „Den größ­ten Schmerz berei­tete ihm das Zusam­men­sein mit Häft­lin­gen, die ihrem Gottes- und Priest­er­haß die Zügel schie­ßen lie­ßen und denen es ein Ver­gnü­gen berei­tete, den ,Pfaf­fen’ zu quä­len. Die Dach­auer waren in ihren leich­ten  Som­mer­klei­dern  gekom­men. In Buchen­wald aber herrschte eisige Kälte. Auch Neur­u­rer emp­fand die volle Bit­ter­keit die­ser Stra­pa­zen. “[55] berich­tete Mit­häft­ling Klotz .

Der tsche­chi­sche Mit­ge­fan­ge­ner Dr. Rokyta erzählte: „ Ich erin­nere mich wie heute an Pfr. Neur­u­rer. . . Auch Pfar­rer Neur­u­rer kam öfter in den Abend­stun­den zu uns, und ich erin­nere mich an meh­rere Gesprä­che mit ihm. Alle aus unse­rem Kreise, die ihn ken­nen­ge­lernt haben, waren von sei­nem pries­ter­li­chen Ernst und sei­ner tie­fen Tiro­ler Fröm­mig­keit beein­druckt. Man sah ihm gera­dezu an, wie er auch unter aller­schwers­ten Bedin­gun­gen seel­sorg­lich wirk­sam blei­ben wollte. Seine güti­gen Augen waren immer von Trauer beschat­tet, und wohl nicht so sehr über sein eige­nes Schick­sal, son­dern ange­sichts der unbe­schreib­li­chen Grau­sam­kei­ten, die er mit uns täg­lich sehen mußte. Ich darf wohl sagen, daß er ein cha­ris­ma­ti­scher Pries­ter gewe­sen war, eine anima can­dida, der sicher das grau­same Geschick, das ihn betrof­fen, als Sühne auf sich genom­men hat. Es könnte der letzte Abend vor sei­ner Ver­brin­gung in den berüch­tig­ten Bun­ker gewe­sen sein, als er beson­ders anteil­neh­mend bei uns auf unse­rer Stube gewe­sen war, und ich habe mich län­gere Zeit mit ihm unter­hal­ten. So werde ich wohl einer der Letz­ten gewe­sen sein, der mit Pfar­rer Neur­u­rer gespro­chen hat.”[56]

Hölz­ler: „…Wir kamen also prak­tisch nur außer­halb der Arbeits­zeit zusam­men, Trotz­dem habe ich Neur­u­rer in die­ser Zeit als einen außer­or­dent­lich from­men, ja hei­lig­mä­ßi­gen Pries­ter ken­nen­ge­lernt. Er führte oft und mit ver­schie­de­nen Gefan­ge­nen reli­giöse Gesprä­che und hoffte, sie für den Glau­ben zu gewin­nen. Sehr oft teilte er auch die kleine Bro­tra­tion mit ande­ren, zu sehr hatte er Erbar­men mit den Hun­gern­den. An sich selbst dachte er zuletzt. Ich redete ihm des­halb oft zu und suchte ihn davon abzu­brin­gen, weil er auf seine eige­nen Kräfte schauen sollte. Ich warnte ihn auch, zu unvor­sich­tig reli­giöse Gesprä­che zu füh­ren und sich als Seel­sor­ger zu betä­ti­gen. Denn zu leicht konnte ihn in der so gemisch­ten Beleg­schaft einer ver­ra­ten. Aber auch dar­auf hörte er kaum…. Er hat auch seine Ein­ker­ke­rung und die Lei­den in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern bereit­wil­lig hin­ge­nom­men in dem Bewußt­sein und mit der Bereit­schaft, mit den Lei­den Christi mit­zu­lei­den. Er hat nie gejam­mert, son­dern alles als Wil­len Got­tes betrach­tet und so eigent­lich leicht ertra­gen. Ich habe mich selbst gewun­dert, wie er in allen Situa­tio­nen ruhig blieb und alles in Geduld aus­hielt, obwohl er recht mit­ge­nom­men aus­sah und kör­per­lich abge­ma­gert war. Ich kann bezeu­gen, dass ich aus sei­nen Wor­ten oder Hand­lun­gen nie­mals Anzei­chen von Ver­zweif­lung; Mut­lo­sig­keit, Bedau­ern über die ver­lo­rene Frei­heit oder die Absicht zu einem Flucht­ver­such, der für ihn ohne­dies aus­sichts­los gewe­sen wäre, bemerkt habe. Auch in ver­zwei­fel­ten Lagen, behielt er das Ver­trauen auf Gott und seine Hilfe und rich­tete andere noch auf . . . Wie Otto dann den Tod ange­nom­men hat, als er ihm im Bun­ker schließ­lich unaus­weich­lich ent­ge­gen­trat, kann ich zwar aus eige­ner Anschau­ung nicht bezeu­gen, aber ich bin mir gewiß, daß er ihn ruhig und gefaßt ertra­gen hat . . .Ich weiß, daß Otto ganz in den Wil­len Got­tes erge­ben lebte und auch zum Tod bereit war. Ich stelle mir vor, daß er Jesus auch in den Tod fol­gen wollte, wie er ihm bereits bereit­wil­lig in das Lei­den gefolgt war”.[57]

Wegen sei­ner Fur­un­ku­lose mußte Otto Neur­u­rer im Revier (Kran­ken­sta­tion) auf­ge­nom­men wer­den. Auch das war wegen der bar­ba­ri­schen Behand­lung durch die „Pfle­ger”, berüch­tigt. Oft wur­den poli­ti­sche Geg­ner mit der Gift­spritze getö­tet. Neur­u­rer kam durch. „Die­ser ein­fa­che, völ­lig anspruchs­lose Pfar­rer mit dem unschul­digs­ten Gesicht der Welt impo­nierte doch jedem….“[58] “Er muß im Revier in Buchen­wald schlimme Erleb­nisse gehabt haben, weil, wenn die Rede dar­auf kam, dann wurde er ganz auf­ge­regt und wollte vom Revier nichts mehr wis­sen.”   [59] Pater Just berich­tete, dass Neur­u­rer ein schwäch­li­cher Typ war. Er sah krank aus und litt dop­pelt. Er kam öfters ins Revier. Er krän­kelte stän­dig. [60]

In Buchen­wald zeigte sich wie­der die innere Größe Neur­u­rers. Er arbei­tete pflicht­be­wusst und blieb immer lie­bens­wür­dig. Nie habe er geschimpft, son­dern alles  gedul­dig ertra­gen und war dabei bemüht, andere zu trös­ten. „Er war immer sehr nett und dienst­be­flis­sen. Pfar­rer Neur­u­rer war eine „anima can­dida“, als sol­cher sehr frei­gie­big und etwas unbe­hol­fen in rein irdi­schen Din­gen. Er wurde weid­lich aus­ge­nützt von Laien. Er gab von dem Weni­gen, der arm­se­li­gen Hun­ger­ra­tio­nen, noch etwas ab an die Armen des Lagers.“

Im Brief vom 19.05.40 aus Buchen­wald schrieb er: „…Ihr wer­det mir glau­ben, dass ich mit mei­nen Gedan­ken immer wie­der bei mei­nen Freun­den in der Hei­mat weile!…“ , er bat um Gebet für ihn und sandte Grüße in die Hei­mat.

Der Früh­ling 1940 brachte Hoff­nung für den gefan­ge­nen Neur­u­rer. Er hoffte auf bal­dige Frei­las­sung, da  Zuhause vie­les für seine Frei­heit getan wurde. 1939 waren meh­rere kirch­li­che Ver­su­che unter­nom­men wor­den, 1940 schien die tat­säch­li­che Frei­las­sung mög­lich. Zuhause erwar­tete man  ihn bereits; dort war seine Frei­las­sung ver­spro­chen wor­den. Doch es sollte anders kom­men.

Ein pro­tes­tan­ti­scher Mit­häft­ling aus Ber­lin bat Pfar­rer Otto Neur­u­rer um die Kon­ver­sion. Es ist nicht mehr zu klä­ren, ob die­ser ein Lager­spit­zel war, oder ob sie von einem ande­ren Häft­ling ver­ra­ten wur­den. Die Mit­brü­der Stein­wen­der und Rie­ser warn­ten vor der gro­ßen Gefahr. Auf reli­giöse Beein­flus­sung stand die Todes­strafe. Glück­lich, wie­der als Pries­ter arbei­ten zu kön­nen, begann Neur­u­rer aber mit dem Tauf­un­ter­richt. Der Mit­ge­fan­gene Geist­li­che Spann­lang sollte als Tauf­pate bereit­ste­hen. (Taufe war damals bei einer Kon­ver­sion üblich, für den Fall, dass  die erste Taufe nicht gül­tig gewe­sen sein sollte, wurde die Taufe unter Bedin­gung gespen­det.)

Häft­ling Stein­wen­der, Kano­ni­kus erzählte: „Eines Sonn­tags­nach­mit­tags gegen 5 Uhr kam Neur­u­rer zu mir auf den Block und fragte mich über die Voll­mach­ten, die zur Auf­nahme eines Häft­lings in die Kir­che und zur Spen­dung der Sakra­mente not­wen­dig seien, sagte ihm, daß bei der stän­di­gen Todes­ge­fahr aller Häft­linge bezüg­lich der Voll­mach­ten kein Zwei­fel bestände. Ich hatte nur ein Beden­ken, ob der Mann, der an ihn her­an­ge­tre­ten sei, es auch ehr­lich meine, ob er etwa nur eine Unter­stüt­zung haben wolle oder ob er viel­leicht gar ein Spit­zel sei… Neur­u­rer, der immer zur Güte und Nach­sicht  neigte und daher auch im Mit­men­schen jede Falsch­heit aus­schloß, wies diese Ein­wen­dung klar zurück und sagte, er sei sich voll­kom­men im Kla­ren und ver­traue sei­nem Schütz­ling in jeder Bezie­hung. Froh und lächelnd reichte er mir die Hand und wir ver­ab­schie­de­ten uns – für immer … Wir waren alle davon über­zeugt, daß diese Über­füh­rung in das berüch­tigte Lager­ge­fäng­nis mit der seel­sorg­li­chen Tätig­keit zusam­men­hänge . . .”[61]

Tat­säch­lich wurde die Kon­ver­sion durch­ge­führt. Auch das Sakra­ment der Beichte wurde gespen­det. Da kam es zum Ver­rat.  Nach einem Ver­hör, bei dem Neur­u­rer sich wei­gerte über die Beichte zu spre­chen und so das Beicht­ge­heim­nis wahrte,  wurde er am 28. Mai 1940 zur ver­schärf­ten Haft in den Bun­ker gebracht. „Der Arrest von Buchen­wald war furcht­bar. Alle spra­chen mit Ent­set­zen von die­sem schau­er­li­chen Ort, aus dem es kein Ent­rin­nen gab. Wir alle bang­ten sehr um das Leben und Schick­sal der bei­den (Neur­u­rer und Spann­lang) uns so lie­ben und teu­ren Kame­ra­den.“  Neur­u­rer wurde nach sei­ner Ein­lie­fe­rung in den Bun­ker zunächst in eine nor­male Zelle gebracht. Dann aber nach kur­zer Zeit in die Todes­zelle geführt.

Als Zeuge berich­tete Kaplan Berch­told fol­gen­des: „Neur­u­rer wurde im Bun­ker, völ­lig nackt, an bei­den Füßen kopf­über auf­ge­hängt, bis der Tod durch Gehirn­schlag ein­ge­tre­ten war. Ab und zu musste näm­lich auf Befehl aus Ber­lin ein Leich­nam an die Ange­hö­ri­gen aus­ge­lie­fert wer­den. Pfr. Neur­u­rer war nun der erste öster­rei­chi­sche und deut­sche Pries­ter, der in Buchen­wald starb. Weil somit auch bei ihm die Gefahr der Aus­lie­fe­rung bestand, wurde er, wie üblich, auf sol­che Weise getö­tet, dass der Leich­nam keine Spur der Todes­art ver­ra­ten konnte. Seine Füße wur­den mit Lamm­fel­len umwi­ckelt, damit die Eisen­ket­ten keine Spu­ren hin­ter­lie­ßen. Der hef­tige Blutan­drang zum Kopf musste not­wen­di­ger­weise zum Gehirn­schlag führen…Der Bun­ker­wär­ter, ein Mit­häft­ling, war der Hen­ker.  Der Hen­ker erzählte Berch­told: „Neururer…hat sich auf keine Weise gesträubt. Nach­dem Auf­hän­gen hat er einige Male tief gestöhnt und dann die Lip­pen stän­dig leise bewegt, wie wenn er bete. Lager­füh­rer und Rap­port­füh­rer blie­ben noch eine Zeit­lang bei ihm.. Zuwei­len hörte man lau­tes Lachen, so dass der Bun­ker­wär­ter annahm, dass sie den hilf­los Hän­gen­den ver­höhn­ten.“ Der Wär­ter zeigte Berch­told Ket­ten und Felle und drohte dem Kaplan, er  müsse über all das Schwei­gen bis zum Ende des Nazis­mus.[62]  Berch­told wei­ter: „Die Aktion wurde von Scho­ber gelei­tet, mit­ge­tan hat Rap­port­füh­rer Strip­pel und der Bun­ker­auf­se­her Mar­tin Som­mer. Diese drei blie­ben etwa noch zwei Stun­den in der Todes­zelle und beschimpf­ten  und ver­höhn­ten Neur­u­rer. Der Bun­ker­wär­ter (Kal­fak­tor) schaute in die­ser Zeit immer wie­der ein­mal in die Todes­zelle hin­ein, ob man ihn nicht benö­tige. Als die drei dann die Todes­zelle ver­lie­ßen, gab Scho­ber dem Kal­fak­tor den Auf­trag immer wie­der in die Todes­zelle zu schauen, ob Neur­u­rer noch lebt, und wenn er sei­nen Tod fest­ge­stellt hat, Mel­dung zu erstat­ten. Damit ist die genau­e­To­des­stunde Neur­u­rers nicht fest­stell­bar. Ich konnte nur erfah­ren, daß nach ca. 34 Stun­den der Kal­fak­tor den Tod Neur­u­rers fest­ge­stellt hat.“[63]

So wurde  Pfar­rer Otto Neur­u­rer am 30.05.1940 im KZ Buchen­wald ermor­det. Nach offi­zi­el­ler Aus­sage soll er an einer  aku­ten Herz­schwä­che gestor­ben sein. Sein Leich­nam wurde am 03.06.1940 ,ver­mut­lich im Kre­ma­to­rium der Stadt Wei­mar, ein­ge­äschert.

Am 30.06.1940 fand in der Hei­mat in Göt­zens das fei­er­li­che Begräb­nis der Urne statt. Im Namen der Diö­zese ver­fasste der mutige Pro­vi­kar Carl Lam­pert eine Todes­an­zeige ,„…Sein Leben und Ster­ben wer­den wir nie ver­ges­sen….“ Die­ser Text führte zu drit­ten und letzt­lich end­gül­ti­gen Ver­haf­tung Carl Lam­perts, den die Kir­che eben­falls als Seli­gen ver­ehrt.

Das Selig­spre­chungs­ver­fah­ren für Pfar­rer Otto Neur­u­rer wurde am 27.01.1982 eröff­net und mit der Selig­spre­chung am 24.11.1996 abge­schlos­sen.

1985 wurde in der Gedenk­stätte KZ Buchen­wald in der Todes­zell eine Tafel ange­bracht (noch zu DDR-Zeit!) mit dem Text:  „In die­ser Zelle wurde der katho­li­sche Pfar­rer Otto Neur­u­rer, geb. am 25. 03. 1882, am 30.05. 1940 von der SS ermor­det. Weil er sich unter sei­nen Mit­ge­fan­ge­nen als Pries­ter betä­tigt hatte, quäl­ten ihn die faschis­ti­schen Pei­ni­ger zu Tode.”

Bis Mitte der 1990ger Jahre waren bereits mehr als 180 Gebets­er­hö­run­gen, auf die Für­spra­che des Seli­gen Otto Neur­u­rers, doku­men­tiert. Men­schen berich­te­ten von sei­nem hilf­rei­chen Ein­tre­ten bei Gott. Von Ihnen  erfuh­ren 35% kör­per­li­che Hei­lun­gen, 20% Hilfe bei Familien- und Ehe­pro­ble­men, 13% Hilfe bei Schul­pro­ble­men und Prü­fun­gen, 8% berich­ten von Bekeh­run­gen…[64]

Pfar­rer Neur­u­rer gilt als Patron der Fami­lien.

 Anmer­kun­gen:

[1] Pfr. Anton Kirch­ner, Doku­men­ta­tion, Pfar­rer Otto Neur­u­rer, Ein Seli­ger aus dem KZ, Inns­bruck 1997

[2]  Pfr Karl Mair, Doku

[3] Zei­tung Tiro­ler Stim­men, Doku

[4] Pfr. Hörbst, Doku

[5] Doku

[6] Doku

[7] Chro­nik, Doku

[8] Doku

[9] Doku

[10] Pfar­rer Dr. Huber, Doku

[11] Doku

[12] Doku

[13] Pfar­rer Dr. Huber, Doku

[14] Doku

[15] Doku

[16] Doku

[17] Doku

[18] Doku

[19] Doku

[20] Doku

[21] Doku

[22] Doku

[23] Doku

[24] Doku

[25] Doku

[26] Doku

[27] Doku

[28] Doku

[29] Doku

[30] Doku

[31] Doku

[32] Dr. Humer in Doku

[33] Doku

[34] Doku

[35] Doku

[36] Doku

[37] Doku

[38] Doku

[39] Doku

[40] Dr. Kun­zen­mann, Doku

[41]  Georg Schel­ling, Doku

[42] Bir­git Kai­ser, Chris­tus im KZ, Glau­bens­zeug­nis im Natio­nal­so­zia­lis­mus, Sankt Ulrich Ver­lag, Augs­burg 2011

[43] Doku

[44] Doku

[45] P. Johan­nes M. Lenz, Chris­tus in Dachau, 10. Auf­lage Wien 1960

[46] Lenz a.a.O.

[47] Doku

[48] Doku

[49] Lenz a.a.O.

[50] Doku

[51] Dr. Kun­zen­mann, Doku

[52] Doku

[53] Doku

[54] Jus­tus Just, Aus der Reihe gedrängt, Das Schick­sal der KZ-Priester, 2005

[55] Mit­häft­ling Klotz Doku

[56] Doku

[57] Doku

[58] Dr. Kun­zen­man, Doku

[59]  Just, Doku

[60] Just , Doku

[61] Doku

[62] Lenz a.a.O

[63] Berch­told,   Doku

[64] Doku

 

Dekret über das Mar­ty­rium von Otto Neur­u­rer


(Der Kon­gre­ga­tion für die Hei­lig­spre­chung, Inns­bruck betref­fend, die Selig­spre­chung bzw. Erklä­rung des Mar­ty­ri­ums des Die­ners Got­tes Otto Neur­u­rer, Diö­ze­san­pries­ter (1882- 1940))

„ Das Mar­ty­rium ist ein leuch­ten­des Zei­chen  der Hei­lig­keit der Kir­che: die mit dem Tod bezeugte Treue zum hei­li­gen Gesetz Got­tes ist fei­er­li­ches Zeug­nis und mis­sio­na­ri­scher Ein­satz bis zum Tod, auf daß nicht der Glanz der sitt­li­chen Wahr­heit in den Gewohn­hei­ten und Denk­wei­sen der Men­schen und der Gesell­schaft um seine Leucht­kraft gebracht werde. Ein sol­ches Zeug­nis bie­tet einen außer­or­dent­lich wert­vol­len Bei­trag, damit man nicht nur in der bür­ger­li­chen Gesell­schaft, son­dern auch inner­halb der kirch­li­chen Gemein­schaf­ten nicht in die gefähr­lichste Krise gerät, die den Men­schen über­haupt heim­su­chen kann: näm­lich die Ver­wir­rung in bezug auf Gut und Böse, was den Auf­bau und die Bewah­rung der sitt­li­chen Ord­nung des Ein­zel­nen und der Gemein­schaf­ten unmög­lich macht” (Johan­nes Pau­lus II. Litt. Encycl. Veri­ta­tis Sple­ndor, 93: AAS LXXXV (1993), s. 1207).

Ein herr­li­ches Zeug­nis der Treue gegen­über der Wahr­heit, dem gött­li­chen Gesetz und der Kir­che gab der Pries­ter Otto Neur­u­rer, indem er den Spu­ren des Guten Hir­ten folgte, treu seine pries­ter­li­che Pflicht erfüllte und schließ­lich auf­grund der Ver­tei­di­gung der christ­li­chen Ehe und wegen Aus­übung sei­nes pries­ter­li­chen Diens­tes unter den Mit­häft­lin­gen im natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Buchen­wald die Krone des Mar­ty­ri­ums erlangte.

Der Die­ner Got­tes Otto Neur­u­rer wurde als zwölf­tes Kind des Ehe­paa­res Alois Neur­u­rer und Hil­de­gard Streng am 25. März 1882 im klei­nen Ort Pil­ler gebo­ren, damals in der Diö­zese Bri­xen, jetzt in der von Inns­bruck gele­gen.

Nach­dem Otto den Vater ver­lo­ren hatte, sorgte seine fromme Mut­ter gewis­sen­haft für seine mensch­li­che und christ­li­che Erzie­hung. Im Jahr 1890 emp­fing er die Erst­kom­mu­nion und zwei Jahre spä­ter das Sakra­ment der Fir­mung. Weil er den Ruf zum Pries­ter­tum ver­spürte, trat er nach Been­di­gung der Volks­schule in sei­nem Hei­mat­ort im Jahre 1895 in das kleine Semi­nar „Vin­zen­ti­num” in Bri­xen ein, wo er sich durch gro­ßen Stu­di­en­er­folg und durch die genaue Beach­tung der häus­li­chen Dis­zi­plin aus­zeich­nete. Genauso beflei­ßigte er sich trotz sei­ner gesund­heit­li­chen Schwie­rig­kei­ten im Pries­ter­se­mi­nar. Sein theo­lo­gi­sches Wis­sen ver­band er mit Fröm­mig­keit und hegte eine große Liebe zur Kir­che und deren Sen­dung. Er galt so als Bei­spiel für seine Alters­ge­nos­sen.

Nach Emp­fang der Pries­ter­weihe am 29. Juni 1907 wirkte er mit gro­ßem Eifer als Koope­ra­tor in ver­schie­den, Pfar­ren. Beson­ders ange­le­gen waren ihm die Ertei­lung des, Reli­gi­ons­un­ter­rich­tes und die Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums. Mit gro­ßem Eifer ver­sah er den pries­ter­li­chen Dienst. Er sorgte sich um die Erzie­hung der Jugend und um die stän­dige Betreu­ung der Kran­ken, der Armen und der an den Rand der Gesell­schaft Gedräng­ten. Im Jahre 1932 wurde er zum Pfar­rer des klei­nen Dor­fes Göt­zens bei Inns­bruck ernannt. Von Glau­ben­stiefe und Nächs­ten­liebe geprägt, wid­mete er sich mit gro­ßem Eifer der Pre­digt, der Spen­dung der Sakra­mente und der Sorge für die Gläu­bi­gen. Andäch­tig fei­erte er die Hl. Messe, pflegte das Gebet, die Medi­ta­tion und das täg­li­che Brevier- und Rosen­kranz­ge­bet.   Er för­derte die Ver­eh­rung des Hei­ligs­ten Her­zens Jesu, der Jung­frau Maria und der Armen See­len. Der Mit­feier der Hl. Messe durch die Gläu­bi­gen und der Anbe­tung des Aller­hei­ligs­ten  galt seine Sorge. Er ver­an­stal­tete Exer­zi­tien für die Jugend­li­chen. Die Pfarr­gü­ter ver­wal­tete er getreu.

Als nach der Beset­zung Öster­reichs durch Deutsch­land im Jahre 1938 in der soge­nann­ten Nazi­herr­schaft die Ver­fol­gung der Kir­che und ihrer Ein­rich­tun­gen begann, übte der Die­ner Got­tes sei­nen pries­ter­li­chen Dienst wei­ter­hin mit der gewohn­ten Treue zur katho­li­schen Lehre aus, ein­zig und allein auf das Wohl sei­ner Gemeinde bedacht. Sich der Nie­der­tracht der Zeit und der schwe­ren Gefah­ren bewußt, die dem christ­li­chen Volke droh­ten, zeigte er offen seine Bereit­schaft, das Leben für Chris­tus hin­ge­ben zu wol­len; er sah vor­aus, daß er als Mär­ty­rer ster­ben werde.

Dem gött­li­chen Gesetz und dem pas­to­ra­len Dienst ver­pflich­tet, hat er am 8. Dezem­ber 1938 einem Mäd­chen aus der Pfarre von der Hei­rat eines geschie­de­nen Natio­nal­so­zia­lis­ten abge­ra­ten. Die­ser rächte sich, indem er den Namen die­ses her­vor­ra­gen­den Pries­ters bei der Gestapo anzeigte, von der

Otto Neur­u­rer am 15. Dezem­ber des­sel­ben Jah­res fest­ge­nom­men wurde. Als man ihn in das Gefäng­nis von Inns­bruck ein­lie­ferte, leis­tete er kei­nen Wider­stand, son­dern bekräf­tigte, nur sei­nen pries­ter­li­chen Dienst getan zu haben und zum Ster­ben bereit zu sein. Im März 1939 wurde er im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger von Dachau ein­ge­sperrt und im dar­auf­fol­gen­den Sep­tem­ber in das KZ Buchen­wald bei Wei­mar über­stellt. Tap­fer, gedul­dig und erge­ben ertrug er Krän­kung, Ver­fol­gung, Schläge, Kälte und ihm auf­ge­bür­dete Schwer­ar­beit. Unter die­sen äußerst wid­ri­gen Umstän­den pflegte er oft zu beten: „Wie Gott will!  Sooft er konnte, war er den Mit­häft­lin­gen behilf­lich und spen­dete ihnen die Sakra­mente. Er setzte sich dabei der Gefahr aus, dafür mit dem Tode bestraft zu wer­den. Durch seine Tätig­keit als Pries­ter erreichte er heim­lich die Kon­ver­sion eines Pro­vo­ka­teurs aus Ber­lin, dem er das Sakra­ment der Taufe spen­dete; dafür ist der Pries­ter Mat­thias Span­lang Zeuge. Die Ange­le­gen­heit wurde bekannt. Dar­auf­hin wur­den beide Pries­ter des­halb eines schwe­ren Ver­ge­hens ange­klagt und am 28. Mai 1940 in den Bun­ker des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers gesperrt.

Otto Neur­u­rer wurde an den Füßen mit dem Kopf nach unten auf­ge­hängt und hat so am 30. Mai 1940 sein Leben hero­isch been­det. Er ging als Mär­ty­rer in das ewige Leben ein. Wenige Tage spä­ter wurde nach Ein­äsche­rung des Leich­nams der Pfarre Göt­zens die Urne mit der Asche über­sandt und dort ehren­voll bestat­tet. Von Anfang an galt der Die­ner Got­tes auf­grund sei­nes unbe­irr­ten Diens­tes als Seel­sor­ger ganz klar als Mär­ty­rer.

Als sich diese Über­zeu­gung in immer wei­te­ren Krei­sen durch­setzte, lei­tete der Bischof von Inns­bruck nach Abschluss der diö­ze­sa­nen Erhe­bun­gen über das Mar­ty­rium und den Ruf der Hei­lig­keit den Pro­zess für die Selig- und Hei­lig­spre­chung ein. Die Recht­mä­ßig­keit des Diö­ze­san­pro­zes­ses wurde von der Kon­gre­ga­tion für die Hei­lig­spre­chung durch das am 14. Juni 1991 ver­öf­fent­lichte Dekret bestä­tigt. Nach Erstel­lung der Posi­tio folgte die Prü­fung, ob der Tod des Die­ners Got­tes als ein ech­tes Mar­ty­rium zu bezeich­nen ist. Am 19. Mai 1995 hat die Theo­lo­gen­kom­mis­sion diese Frage posi­tiv beur­teilt. Die Kar­di­näle und Bischöfe haben in der ordent­li­chen Sit­zung vom 21. Novem­ber des­sel­ben Jah­res, bei der Seine Emi­nenz Kar­di­nal Alfons Maria Stick­ler als Bericht­er­stat­ter fun­gierte, öffent­lich erklärt, dass der Pries­ter Otto Neur­u­rer sein Leben hin­ge­ge­ben hat, um die Treue zu Chris­tus und zum pas­to­ra­len Dienst zu bezeu­gen.

Dar­über hat der unten ange­führte Pro-Präfekt als Bericht­er­stat­ter Papst Johan­nes Paul II. unter­rich­tet. Die­ser nahm die Voten der Kon­gre­ga­tion für die Hei­lig­spre­chung ent­ge­gen, geneh­migte sie und ord­nete die recht­mä­ßige Aus­fer­ti­gung des Dekre­tes über das Mar­ty­rium des Die­ners Got­tes an.

Nach Aus­fer­ti­gung des Dekre­tes erklärte der Hei­lige Vater am heu­ti­gen Tag im Bei­sein des unten genann­ten Pro-Präfekten, ebenso des Kar­di­nal­be­richt­er­stat­ters und mei­ner Per­son als Sekre­tär, sowie im Bei­sein aller übri­gen, die nach Brauch zusam­men­ge­ru­fen wer­den müs­sen:

Das Mar­ty­rium des Die­ners Got­tes Otto Neur­u­rer, Diö­ze­san­pries­ter, der im Jahre 1940 ermor­det wurde, ist erwie­sen und steht fest hin­sicht­lich der theo­lo­gi­schen Begrün­dung und im Hin­blick auf die Selig­spre­chung.

Seine Hei­lig­keit ord­nete die Ver­öf­fent­li­chung die­ses Dekre­tes an und des­sen Hin­ter­le­gung bei den Akten der Kon­gre­ga­tion für die Hei­lig­spre­chung.

Gege­ben zu Rom am 12. Jän­ner 1996

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