Józef Straszewski


 

Seliger Józef Straszewski, (1885—1942)

Priester der Diözese Wlocla­wek, Pfarrer, Kanonikus

Geb: 18.01.1885 in Wlocla­wek

Verhaftet am 07.11.1939 in Wlocla­wek, gefangen im Gefängnis in Wlocla­wek und Lad

KZ Dachau ab 25.04.1941, Häftlingsnr.: 24 545[1]

+: 12.08.1942 Invalidentransport, Tod in der Gaskammer in Hartheim bei Linz, Österreich

Gedenktag: 12.08.

Kurzbiografie ( Biografie von Klemens Hogen-Ostlender unten)

Der selige  Jòzef Straszewski war  ein sehr engagierter Pfarrer in der Pfarrei des Hl. Stanislaw in Wlocla­wek,  seine Pfarrei war gut organisiert und Pfarrer Straszewski erbaute eine neue Kirche. In der Seelsorge war er besonders bekannt als guter Beichtvater. Zusammen mit den anderen Priestern dieser Stadt, dem Weihbischof, dem seligen Michal Kozal und dem ganzen Priesterseminar, wurde er im November 1939 verhaftet, in das KZ Dachau gebracht.

Ein Invalidentransport brachte ihn in die  Gaskammer von Hartheim bei Linz, wo er  am 12.08.1942 starb.

Die Mithäftlinge sahen in ihm einen Menschen, der Gott vollkommen vertraut hat. Auch in den Tagen des Leidens war seine Haltung echt priesterlich, durch sein Leiden wollte er Gott loben.[2]

Der überlebende Mithäftling und spätere Bischof Majdanski erinnert sich an den Märtyrer Jòzef Straszewski: „von der St.-Stanislaw-Gemeinde in Wlocla­wek. Er war unbeholfen, etwas naiv, aber ganz gottgegeben. Im Übrigen war er ein sehr guter Beichtvater.“[3]


[1] Daten nach WEILER, Eugen, Die Geist­li­chen in Dachau, Möd­ling 1971, S 638

[2] Nach Sliwka, Märtyrer für den Glauben 1939-1945, S 26

[3] MAJDANSKI, Kazi­mierz, Ihr wer­det meine Zeu­gen sein…, 1995 Mit­tel­bi­ber­ach

Biografie von Klemens Hogen-Ostlender

Jozef Straszewski wurde am 18. Januar 1885 in Włocławek geboren, wo er drei Klassen der Mittelschule absolvierte. Dann besuchte er das philosophische Gymnasium in Plock. Was ihm an Fähigkeiten fehlte, glich er durch Fleiß und harte Arbeit aus. Schon als Schüler wandte er sich dem Dritten Orden des heiligen Franziskus zu. Nach dem Abitur wurde er in das Priesterseminar in Wloclawek aufgenommen und nach sechs Jahren Studium am 18. Juni 1911, am Sonntag nach Fronleichnam, zum Priester geweiht. Sieben Monate lang war er Vikar in Rozprza. Ddanach wurde er nach Borowna versetzt, wo  er fünf Jahre lang für den Pfarrer Michał Ziarniewicz, der wegen seines sehr fortgeschrittenen Alter nicht mehr alle Aufgaben bewältigen konnte, in fast allen pfarrlichen und pastoralen Aufgabenbereichen tätig war. Nach dem Tod des Pfarrers wurde Jozef  Straszewski nach Krzepice versetzt, wo er unter der Leitung von Pfarrer Ignacy Bromski unter den selben Umständen wie in Borownia arbeitete. Am 22. Februar 1922 ernannte Bischof Stanislław Kazimierz Zdzitowiecki  Jozef Straszewski zum ersten  Pfarrer der neuen Pfarrei St. Stanislaw in Wloclawek. Jozef Straszewski begann sofort gegen alle Widerstände mit dem Bau einer neuen großen Kirche am Rande der Stadt, der ihn mehrere Jahre in Anspruch nahm. Er vernachlässigte aber auch seine seelsorgerischen Pflichten nicht, nutzte für sein Apostolat   mit feurigem Eifer alle damals verfügbaren Kommunikationsmitte und organisierte ein Pfarrkino sowie ein Caritas-Zentrum. Im gesamten  Klerus und bei den anderen Mitarbeitern der Diözese war er als sehr guter, innig betender und fürsorglicher sowohl geistiger als auch materieller Gewinn  für die ihm anvertrauten Pfarrei angesehen. Er war ein äußerst belesener Priester, der insbesondere das theologische Wissen vertiefen wollte. Seine persönliche Bibliothek zählte mehr als tausend Bände. 1937 wurde er von Bischof  Karol Miecislav Radonski zum Ehrenkanoniker der Kathedrale in Wloclawek und zum Präfekten einer Handelsschule ernannt. Jozef Straszewski erwarb auch den enormen Respekt seiner Gemeindemitglieder, weil er geprägt war von Opferbereitschaft und dem Streben, allen die Hilfe zu geben, die sie benötigten.

 

Am 7. November 1939 wurde Jozef Straszewski zusammen mit zahlreichen anderen Priestern der Stadt verhaftet und zunächst in Wloclawek ins Gefängnis gesperrt. Am 16. Januar 1940 wurde er dann zuerst nach Ląd, später nach Inowroclw und dann ins Konzentrationslager Sachsenhausen transportiert. Am 25. April 1941 kam er schließlich an der letzten Station seines Leidens, im KZ Dachau an, wo er die Lagernummer: 24545 und einen Platz in Block 28 erhielt. Wie andere Priester musste er im KZ die grausamsten und verheerendsten Folterungen erleiden, Arbeitet ohne Essen auch in der Kälte des Winters, das Tragen von  schwersten  Lasten, die die Kräfte überforderten und immer wieder körperliche Misshandlungen. Nach den Berichten von überlebenden Mitgefangenen ertrug Jozef Straszewski alle Demütigungen, Folterungen und unmenschlichen Arbeitsbedingungen mit Geduld, ohne sich jemals über sein Schicksal zu beklagen. Er vertiefte sich fortwährend ins Gebet, betrachtete die Passion des Herrn und sah darin das Muster und die Quelle der Kraft, sein Schicksal mit wahrem christlichem Mut zu ertragen. Sehr deutlich stellte der mitgefangene Bischof Franciszek Korszyński diese Haltung später in seinem Buch „Helle Strahlen von Dachau“ dar, in dem er schildert, wie Jozef Straszweski und andere Gefangene im Straßenbau wie Zugtiere für schwere Lasten verwendet wurden: „Zerstört ist der Mensch, ein Skelett, das mit Haut bedeckt ist. Er ist erschöpft, aber er zieht so viel er kann an. Später treffe ich mich zur Mittagszeit mit ihm und frage, wie er sich fühlt. Er antwortet mit einem Lächeln, dass er sich gut fühlt. Weder Worte des Unmuts noch der Beschwerde waren auf seinen Lippen“. Zermürbt durch Arbeit und Krankheiten wurde Jozef Straszweski auf einen so genannten„Invalidentransport“ geschickt und am 12. August 1942 mit einer großen Gruppe anderer Häftlinge im österreichischen Hartheim bei Linz in der Gaskammer ermordet. Sein Leichnam wurde wahrscheinlich in den Öfen des Krematoriums verbrannt.

Am 13. Juni 1999 sprach Papst Johannes Paul II. ihn mit 107 anderen Märtyrern der Kirche von Polen in Warschau selig.

 Quellen:

http://www.parafiaborowno.pl

http://www.swietyjozef.kalisz.pl/Dachau/30.html

http://stanislawbm.wloclawek.pl/index.php/historia/bl-ks-jozef-straszewsk

 

 

 

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