Józef Pawlowski


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Seliger Józef Paowski

 

Priester der Diözese Kielce

 

(In der deutschsprachigen Literatur auch Josef Pawlowski)

 

Dr., Dompfarrer, Professor, Kanonikus, Prälat[1]

geb: 09. 08.1890 [2] in Proszowice, Swietokrzyskie (Polen)

 

Verhaftet am 10.02.1941 in Kielce

 

KZ Dachau 04.05.1941

 

+: 09.01.1942 im KZ Dachau

 

Gedenktag: 09.01.

kurze Biografie (ausführliche Biografie weiter unten)

Im Jahr 1912 wurde der Selige zum Priester geweiht. Er  war Dompfarrer und Rektor des Priesterseminars in Kielce und als  guter Seelsorger bekannt. Wegen seiner pastoralen Aktivität und besonders weil er Hilfe für verfolgte Juden organisiert hatte,  wurde er am  am 10.02. 1941 verhaftet und zum Tode verurteilt.

Nach einem Aufenthalt im KZ Auschwitz wurde er am 05.05.1941[3] im KZ Dachau eingeliefert. Körperlich schon sehr geschwächt, bot er seinen Kameraden schon bei seiner Ankunft in Dachau ein Bild des Elends. [4]

Ungeachtet der Verurteilung und der deshalb schweren Zukunftsperspektive  half er tapfer vielen Mithäftlingen, die ihre Kraft und Hoffnung schon verloren hatten. Er sorgte nach Möglichkeit für sie und ermunterte sie: „Wir müssen das annehmen, das ist unser Golgota“.[5] Er gab den mitgefangenen Priesterkameraden ein gutes Beispiel priesterlichen Lebens. [6]Seine Hinrichtung fand  im KZ Dachau  am 09.01. 1942 statt, er wurde erhängt.[7]

„Bis zu Ende bewahrte er ein heiteres und vertrauensvolles Gemüt. Bis zu Ende interessierte er sich für  alles, was der Würde eines Priesters und der Aufgabe eines Ausbilders im Priesterseminar entsprach“. (Erzbischof Kazimierz Majdanski, Mitgefangener des Seligen im KZ Dachau)[8]

 Schon gleich nach Kriegsende setzten sich überlebenden Dachauer Priesterkameraden aus der Diözese Kielce für eine Seligsprechung ein, das Verfahren wurde schon 1949 eröffnet.[9]

 


[1] nach WEILER, Eugen, Die Geist­li­chen in Dachau, Möd­ling 1971, S. 511

[2] Am 10.08.1890 nach WENDE-GILLIAR, Das Reich des Todes hat keine Macht auf Erden, Bd. 2, S. 487

[3] Wendel-Gillar, a.a.O.: am 04.05.1941 Ankunft KZ Dachau,

[4] Wendel-Gilliar, BD2, S. 492

[5]SLIWKA, Euge­ni­usz (Red.), Mär­ty­rer für den Glau­ben 1939-1945, S 13

[6] Wendel-Gilliar, S. 492

[7]Weiler a.a.O.

[8]Sliwka a.a.O.

[9] Wendel-Gilliar, a.a.O.

Biografie von Herrn Klemens Hogen-Ostländer

Der selige Józef Pawłowski wurde am 9. August 1890 in einer kinderreichen bürgerlichen Familie in Proszowice geboren. Seine Eltern waren Franciszek und Jadwiga geb. Kubacki.

 

Er besuchte in seiner Heimatstadt die Grundschule und ab 1901 das staatliche Progymnasium in Pińczów.

 

1906 trat er dem Priesterseminar in Kielce bei.

 

In den Jahren 1911 bis1915 studierte er an der Katholischen Universität Innsbruck, wo er auch in Theologie promovierte.

 

Er empfing die Priesterweihe am 13.07.1913.

 

Im September 1916 wurde er Professor für biblische Archäologie, Einführungen in die Heilige Schrift und Exegese im Priesterseminar in Kielce.

 

18 Jahre lang, von 1918 bis 1936, war er dort Vizerektor und drei Jahre lang, von 1936 bis 1939, Rektor. Dr. Józef Pawłowski verfasste eine große Zahl von Artikeln, Rezensionen und bibliographischen Notizen. Seine Publikationen befassten sich mit biblischer, missionarischer, pastoraler und priesterlicher Ausbildung.

 

Als Pädagoge und Professor interessierte er sich von ganzem Herzen auch für Missionsangelegenheiten. Mit großem Eifer war er für das päpstliche Werk zur Verbreitung des Glaubens, das Werk der Kindheit Jesu, das päpstliche Werk des Apostels Petrus, den Missionskreuzzug, die Polnische Missionsunion und die Kinderliga für Afrika tätig, die die Missionsarbeit geistig und materiell unterstützten.

 

1924 wurde ihm der Titel Geheimer Päpstlicher Kammerherr verliehen. Außerdem wurde er zum Ehrenkanoniker ernannt. Er erwarb sich auch Verdienste um die Missionsgesellschaft des Klerus, der 95 Prozent der Priester der Diözese angehörten.

 

Das charakteristischste Merkmal der Spiritualität von Józef Pawłowski war er Einsatz für die Bedürfnisse der Armen, Verlassenen und Bedürftigen.

 

Auch als Professor und Erzieher des Seminars kümmerte er sich besonders um die armen Priesteramtskandidaten.

 

Sein Schüler Władysław Czeluśniak sagte über ihn: „Er teilte mit uns alles, was er besaß: Soutane, Unterwäsche, Schuhe und persönliches Geld.“

 

Józef Pawłowski kaufte mit eigenen Mitteln auch Medikamente für kranke Angehörige des Seminars und schickte Erkrankte in Kurorte.

 

Für Bedürftige gründete er 1931 eine Suppenküche, die Tag für Tag 350 Menschen Nahrung gab.

 

Nach Kriegsbeginn, am 16. November 1939, wurde Józef Pawłowski zum Pfarrer der Dompfarrei in Kielce ernannt – nach dem deutschen Überfall auf Polen ein gefährliches Amt.

 

Schwester Kaliksta Gwóźdź,eine Albertinerin, Leiterin des Altenheims zur Heiligen Dreifaltigkeit in Kielce, würdigte ihn als barmherzigen Samariter, der Allen alles sein wollte und sich um Arme und Obdachlose kümmerte.

 

Den rund 5000 polnischen Soldaten, die in Kriegsgefangenenlagern in Kielce interniert waren, mangelte es an Nahrung und Kleidung. Außerdem breiteten sich unter ihnen verschiedenen Krankheiten aus, insbesondere Ruhr. Józef Pawłowski erreichte es, dass er zum Kaplan des Roten Kreuzes ernannt wurde, was ihm Zugang zu den Lagern verschaffte. Dort gab er den Gefangenen geistliche Hilfe, schickte Geld für ihre Familien, brachte den Gefangenen Zivilkleidung und versuchte, ihnen zur Flucht zu verhelfen.

 

Er weckte in seinen Predigten den Geist des Patriotismus und der Hoffnung.

 

Jan Kinastowski aus Kielce schrieb später in seinen Kriegserinnerungen:

 

Fast jede Predigt von Pfarrer Pawłowski war von der Liebe zur Heimat erfüllt und stärkte den Geist der Gläubigen“.

 

Außerdem half er den von den Nationalsozialisten verfolgten Juden und hielt Kranke und Verwundete des bewaffneten Untergrunds verborgen.

 

 

All diese Aktivitäten des Priesters blieben den Deutschen nicht verborgen. Józef Pawłowski wurde am 10. Februar 1941 verhaftet und zum Tode verurteilt.

 

Zwei Monate lang war er zunächst im Gefängnis von Kielce inhaftiert.

 

Am 15. April 1941 wurde er dann in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau eingeliefert, wo er die Lagernummer 13155 erhielt. Mitgefangene ermutigte er auf dem Transport dorthin:

 

Lasst uns in der Obhut unserer Lieben Frau von Tschenstochau geben“.

 

Szczepan Domagała, ein Mitgefangener, berichtete später, dass unter der Leitung von Józef Pawłowski wann immer möglich jeden Tag der Rosenkranz und die Lauretanische Litanei gebetet wurden.

 

Nach drei Wochen in Auschwitz wurde Józef Pawłowski am 04.05.1941 in das KZ Dachau transportiert. Dort erhielt er die Lagernummer 25286.

 

Körperlich bereits sehr geschwächt, bot er seinen Kameraden schon bei seiner Ankunft in Dachau ein Bild des Elends. Ungeachtet der Verurteilung und der deshalb trostlosen Zukunftsperspektive, half er tapfer vielen Mithäftlingen, die ihre Kraft und Hoffnung schon verloren hatten.

 

Er sorgte nach Möglichkeit für sie und ermunterte sie:

 

Wir müssen das annehmen, das ist unser Golgota“.

 

Er gab den mitgefangenen Priesterkameraden ein gutes Beispiel priesterlichen Lebens.

 

Der Mitgefangene Walenty Zasada, der ebenfalls in der Baracke 26 in einem Raum gegenüber der Kapelle untergebracht war, erinnerte sich nach dem Krieg, dass 200 bis 300 Priester in einen Raum gepfercht wurden. Morgens und abends gingen sie nach dem Appell zur Heiligen Messe. Von März bis September 1941 waren sie von schwerer Feldarbeit befreit. Ihre Pflicht war es statt dessen, Kessel mit Nahrung für alle Gefangenen zu tragen und das Lager zu reinigen.

 

Walenty Zasada berichtete auch, das Józef Pawłowski sein Essen mit anderen teilte, sich nicht über Hunger beklagte und mit der Situation versöhnt war.

 

Am 9. Januar 1942, einem Freitag, wurde Józef Pawłowski angewiesen, sein gesamtes persönliches Eigentum mitzunehmen, weil er angeblich in ein anderes Lager gebracht würde.

 

Der Mithäftling Leonard Wędrychowski berichtete 1949:

 

Pfarrer Pawłowski stand nach dem Morgenappell in Galoschen, ohne Schuhe, barhäuptig den ganzen Tag bis zum Abend vor dem Wachhaus. An dieser Stelle standen in der Regel Menschen, die entweder entlassen werden oder getötet werden sollten“.

 

Durch eine nach oben gerichtete Bewegung der Augen bedeutete Józef Pawłowski anderen Häftlingen, die nicht wussten, was ihn erwartete, dass er in den Himmel kommen werde.

 

Am Abend dieses Tages wurde er durch Erhängen hingerichtet.

 

Noch am Vorabend hatte der Priester im Gespräch mit Mitbrüdern bekräftigt:

 

Gott ist gut. Auch in der verzweifelsten Lage findet er immer einen unerwarteten freudigen Ausgang aus den hoffnungslosesten Situationen. Ihr werdet sehen: er wird uns nicht lange auf die Befreiung warten lassen.“

 

Das berichtete nach der Befreiung des Lagers der ebenfalls in Dachau gefangene Erzbischof Kazimierz Majdański. Im Januar 1968 schrieb er über Pfarrer Pawłowski:

 

Bis zu Ende bewahrte er ein heiteres und vertrauensvolles Gemüt. Bis zu Ende interessierte er sich für alles, was der Würde eines Priesters und der Aufgabe eines Ausbilders im Priesterseminar entsprach“.

 

Posthum wurde er mit dem Orden Polonia Restituta ausgezeichnet.

 

Schon gleich nach Kriegsende setzten sich überlebende Dachauer Priesterkameraden aus der Diözese Kielce für eine Seligsprechung ein. Das Verfahren wurde bereits 1949 eröffnet. Am 13. Juni 1999 sprach Papst Johannes Paul II Jozef Pawlowski dann mit 107 anderen polnischen Märtyrern und Glaubenszeugen des Zweiten Weltkriegs auf dem Pilsudski-Platz in Warschau seliggesprochen.

 

Quellen:

 

https://pl.wikipedia.org/wiki/Józef_Pawłowski_(duchowny)

 

http://www.swietyjozef.kalisz.pl/Dachau/29.html

 

https://theblackcordelias.wordpress.com/2009/01/09/blessed-jozef-pawlowski-january-9

 

https://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Josef_Pawlowski.html

 

http://www.samuelephrem.eu/2015/01/jozef-pawlowski.html

 

 

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