Józef Kut


Bl. ks. Józef Kut

 

Seliger JÓZEF KUT (1905—1942)
Priester der Erzdiözese Poznan, Pfarrer
geb: 21.01.1905 in Slawin, Wielkopolskie (Polen)

Gefangengenommen am 06.10.1941 in Goscieszyn n. Obra

KZ Dachau ab 30.10.1941, Häftlingsnr: 28 074[1]

+: 18 .09.1942 im KZ Dachau,  37 J.alt

Gedenktag: 18.09.

 

„Der Selige war Pfarrer in Goscieszyn. Nach der Inhaftierung im Oktober 1941 brachte man ihn ins KZ Dachau.

Durch die vielen Bemühungen seiner Freunde, bekam er die Möglichkeit, freigelassen zu werden.

Dieses Angebot stand  jedoch unter der Bedingung, dass er auf seinen weiteren Priesterdienst vollkommen verzichten würde.

Das aber hat der Diener Gottes entschieden abgelehnt.

Infolge des Hungers und der Krankheiten starb er am 18. 09.1942.

In den Erinnerungen der Mitbrüder blieb er als ein Heiliger.“[2]

 


[1] Daten nach WEILER, Eugen, Die Geist­li­chen in Dachau, Möd­ling 1971, S 392

[2] SLIWKA, Euge­ni­usz (Red.), Mär­ty­rer für den Glau­ben 1939-1945,  S 18

Biografie von Klemens Hogen- Ostlender

 

Jozef Kut wurde am 21. Januar 1905 in dem kleinen Dorf Slawin geboren, das zu der Zeit im Regierungsbezirk Posen und damit im Deutschen Reich lag. Einen Tag später wurde er getauft. Er war das älteste von fünf Kindern von Jozef Kut (verstorben 1952) und seiner Ehefrau Marianna,  geborene Piaskowska (verstorben 1969), die einen Bauernhof führten. Der Junge machte am 28. Mai 1924 sein Abitur an der Mittelschule in Ostrow. Aus dieser Schule  gingen auch drei weitere Priester hervor, die später seliggesprochen wurden: Jan Nepomuk Chrzan, Wladyslaw Maczowski und Aleksy Sobaszek.  Nach den Worten des Schulpräfekten war Jozef Kut ein Schüler mit den besten Manieren, von dauerhafter Natur und ein beispielhafter Sodale der Marianischen Kongregation. Nach dem Abitur studierte er am Seminar des Erzbischofs in Poznan und am  Großen Seminar in Gniezno. In Poznan lag der Schwerpunkt auf  theologischen und philosophischen Studien, in Gniezno auf der praktischen Anwendung der Kenntnisse. In den Ferien half Jozef Kut seinen Eltern bei der Arbeit auf dem Bauernhof. Studienkollegen beschrieben ihn als brüderlich, freundlich, zuvorkommend und sehr interessiert an der theologischen Wissenschaft. Er wurde am 16. Juni 1929 in der Kathedrale St. Petrus und Paulus in Poznan mit 23 anderen Diakonen zum Priester geweiht. Sein erster Einsatzort war ab dem 1. Juli desselben Jahres  die Pfarrei St. Florian in Chodziez. Ab 1930 war er Vikar in der Pfarrei St. Marcin in Posen. Amtsbrüder und Gemeindemitglieder erinnerten sich später an ihn als ruhigen und bescheiden Mann, der gerne scherzte und als frommer, rechtschaffener und eifriger Priester die Sympathie aller genoss. Im Jahr 1936 wurde Jozef Kut Pfarrer der Pfarrei St. Stanislaw in Goscieszyn bei Wolsztyn. Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit engagierte er sich auch im polnischen Turnverein Sokol sowie in den Katholischen Vereinigungen junger Männer (KSMM) und junger Frauen (KSMZ) , denen fast alle Jugendlichen der Gemeinde angehörten, organisierte  Theateraufführungen und fördert die Aktivitäten des Kirchenchors. Ebenso bereitete er die patriotischen  Feste der polnischen Nationalfeiertage am 11. November und 3. Mai vor.

Nur wenige Tage nach Kriegsbeginn am 1. September 1939 geriet Goscieszyn unter deutsche Besatzung. Der Pfarrer wurde mit dem Tode bedroht, das Pfarrhaus geplündert. Schon bald begann die Verfolgung der polnischen Intelligenzschicht, in deren Rahmen unter anderem Priester, Lehrer und Mitarbeiter von staatlichen Stellen ermordet wurden. Eine ähnliche Politik verfolgte gleichzeitig auch die Sowjetunion in dem Teil Polens, den sie annektiert hatte. Erklärtes Ziel war ein Polen  „ohne Gott, ohne Religion, ohne Priester, ohne Sakramente“. Obwohl Jozef Kut gewarnt wurde, betonte er immer, dass er nicht erwarte, verhaftet zu werden.  Anderthalb Jahre lang schienen die Ereignisse das auch  trotz Verhaftungswellen im Herbst 1939 sowie im Winter und Sommer 1940 zu bestätigen. Er blieb auf freien Fuß und konnte auch seelsorgerisch tätig sein. Im Herbst 1941 verlor aber auch Jozef Kut bei der vierten großen Verhaftungswelle polnischer Priester seine Freiheit.  Er hätte der Festnahme ausweichen und sich verstecken können, tat das aber nicht und sagt „Wenn ich mit Christus leiden soll, dann werde ich leiden und ihm folgen“. Am 6. Oktober 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet. Aus dem Auto, mit dem er abtransportiert wurde, segnete er noch Gemeindemitglieder, denen er begegnete, mit dem Kreuzzeichen. Jozef Kut wurde zunächst in das berüchtigte Gefängnis im Fort VII der Festung Poznan verschleppt. Am 20. Dezember 1941 wurde er dann in das deutsche Konzentrationslager Dachau eingeliefert, wo er die Lagernummer 28074 erhielt. Er weigerte sich wie fast ausnahmslos alle polnischen Priester, die Deutschtumslliste zu unterzeichnen, die ihm Vergünstigungen gewährt hätte. Er wurde daraufhin immer wieder geschlagen und gequält. Ruhig, friedlich, demütig, zutiefst gläubig und respektvoll nahm er alle Schrecken als Willen Gottes hin, was  seine Peiniger allerdings bar jeden Verständnisses nur dazu brachte, ihn besonders zu verfolgen. Im Winter musste er ohne warme Kleidung und Schuhe im Schneeräumkommando Sklavenarbeit leisten. Er wurde von einem sadistischen Kapo unaufhörlich gequält und überdies systematisch ausgehungert. Jozef Kut erkältete sich bald schwer und sein Körper war mit Geschwüren bedeckt. Deshalb wurde er in das Lager-„Krankenhaus“ gebracht. Nachdem es ihm wieder ein wenig besser ging, musste er auf der so genannten Plantage arbeiten und wurde dort immer wieder mit Folter, Prügeln und Tritten traktiert.  In seinen Briefen an seine Eltern konnte er natürlich diese Tatsachen nicht beschreiben. Die deutsche Zensur war sehr sorgfältig. Deshalb drückte er seine Liebe und in Formulierungen wie diesen aus: „Ich tröste mich, […] dass Sie mit Gottes Hilfe in der Lage sein werden, das Leben irgendwie zu meistern“ und „Mach dir um nichts Sorgen. […] Dank Gott fühle ich mich gut …“ Mitte 1942 verschlechterte sich der Zustand von Jozef Kut immer mehr. Es war die schlimmste Zeit für die polnischen Priester in Dachau. Hunderte von ihnen starben. Erschöpft, ausgehungert und arbeitsunfähig  wurden viele in so genannten „Invalidentransporten“ nach Schloss Hartheim bei Linz in Österreich gebracht und dort in der Gaskammer ermordet. Jozef Kut war zum Schluss so erschöpft und ausgehungert, dass er kaum noch einen Schritt gehen oder bei der Arbeit auf dem Feld  einen Korb in der Hand halten konnte. Der ebenfalls aus Slawin stammende Mithäftling im Priesterblock Ludwik Walkowiak, der das KZ überlebte und 1989 starb, erinnerte sich später an das letzte Treffen mit Jozef Kut, der ihm dabei zuflüsterte „Ludwik, hast nichts zu essen?“ Jozef Kuts Familie unternahm einen letzten Versuch, ihn aus dem Lager zu befreien. Die Gestapo hatte zwei Bedingungen: Den Verzicht auf das Priesteramt und die schon früher geforderte Unterzeichnung der Deutschtumsliste. Obwohl er wusste, dass er sein Leben hätte retten konnte, machte Jozef Kut im letzten Brief an seine Familie klar, dass er solche Bedingungen nicht akzeptieren konnte. Am 18. September 1942 (oder am 19. September nach Angaben der Lagerleitung) starb Jozef Kut an Erschöpfung und buchstäblich vor Hunger. In der Erinnerung seiner Mitgefangenen war er ein Heiliger. Sein Leichnam wurde im Lagerkrematorium verbrannt. Papst Johannes Paul II. sprach den Märtyrerpriester am 13. Juni 1999 in einer Gruppe von 108 polnischen Märtyrern des Zweiten Weltkriegs selig. In einer Predigt in Kalisz hatte er zuvor gesagt: „Das Recht auf Leben ist nicht nur eine Frage der Weltanschauung, es ist nicht nur ein religiöses Gesetz, sondern auch ein Menschenrecht. Es ist das grundlegendste Gesetz. Gott sagt: Du sollst nicht töten! Dieses Gebot ist auch das grundlegende Prinzip und die Norm des Moralkodexes, der im Gewissen eines jeden Menschen eingeschrieben ist. Das Maß jeder Zivilisation ist ihre Einstellung zum Leben. Eine Zivilisation, die wehrlose Menschen ablehnt, verdient es, barbarisch genannt zu werden – auch wenn sie große wirtschaftliche, technische, künstlerische und wissenschaftliche Errungenschaften hätte.“ Jozef Kuts Schwester Pelagia trat nach 1945 in die Kongregation der Schwestern unserer Lieben Frau ein und nahm den Ordensnamen Maria Remigia an. An seinem Elternhaus in Slawin erinnert heute eine Gedenktafel an Jozef Kut.

Quellen:

https://pl.wikipedia.org/wiki/Józef_Kut

http://www.swietyjozef.kalisz.pl/Dachau/28.html

http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0918blJOZEFKUTmartyr01.htm

cchttps://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Josef_Kut.html

http://prawy.pl/57781-nie-wyrzekl-sie-kaplanstwa-2/

 

 

 

 

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