Br. Brunon (Jan) Zembol


Bildergebnis für Br. Brunon (Jan) Zembol
Seliger Bruder BRUNON ZEMBOL (JAN) (1905—1942)
(In manchen Quellen auch als Zembal)[1]
Ordensbruder, Franziskanermönch (OFM),  aus Chelm Lubelski
geb: 07.09.1905 in Letownia, Malopolskie (Polen)
verhaftet am 19.11.1939 in Chelm Lubelski, danach gefangen in Lublin
im KZ Sachsenhausen ab 20.06.1940
KZ Dachau ab 14.12.1940, Häftlingsnr: 22 569[2]
+: 21.08.1942 im KZ Dachau,  , 37 Jahre alt
Gedenktag: 21.08.
Biografie von Monika Neudert ( unten Biografie von Klemens Hogen-Ostlender

Als Ordensbruder lebte der Selige in Chehn Lubelski  streng nach der Regel des Franziskanerordens.
Schon im November 1939 wurde er von der deutschen Besatzung  festgenommen.
Von den Mithäftlingen wurde er geschätzt als „Mann von Engelsgüte“.
Seinen Tod erlitt er  am 21.03.1942[3] (sic) im KZ  Dachau, er wurde zu Tode geprügelt.
„In seinem Leid blieb er eng  mit dem Herrn vereinigt und verbunden, denn zu Ihm ging er sein ganzes Leben lang.“[4]


[1] Weiler, WEILER, Eugen, Die Geist­li­chen in Dachau, Möd­ling 1971, S 733
[2] Daten übernommen aus Weiler, a.a.O.
[3] So bei Sliwka, Märtyrer für den Glauben, 1939-1945, S 29
[4] Sliwka, a.a.O.

Biografie von Klemens Hogen-Ostlender
Jan Zembol wurde am 7.September 1905  in Letownia im damaligen Königreich Galizien und Lodomerien, eines Kronlandes im österreichischen Teil des Habsburgerreichs, geboren. Er war der Sohn von Franciszek und Anna  Zembol. Die Mutter stammt aus Radoniów.  Jan war eins von dreizehn Geschwistern (nach anderen Quellen, das dritte von neun Kindern, was bedeuten kann, dass vier Kinder im Säuglingsalter starben). Von  1912 bis 1917 besuchte er eine fünfjährige, Grundschule.  Danach half der Junge seinem Vater auf dem elterlichen Bauernhof. 1922, vier Jahre nach Gründung der unabhängigen Republik Polen, trat Jan Zembol als 17-Jähriger mit dem Einverständnis seiner Eltern im Kloster Lviv, dessen Kirche heute griechisch-katholisch ist, in den Orden der Minderbrüder (lateinisch Ordo Fratrum Minorum) des Heiligen Franziskus von Assisi ein. Am 12. November 1922 nahm er den Ordensnamen Brunon an. Während seines Noviziats wurde er im Kloster Przemysl als Koch eingesetzt. Auch in anderen Klöstern übte er später diese Funktion aus und war außerdem Organist. Nach einem Aufenthalt im Kloster in Krakau legte er am 22. Oktober 1928 im Kloster Wloclawek seine zeitliche Profess ab und am 6. August 1932, wieder in Lviv, seine ewige Profess. Auch Mitbrüder in den Klösten Stopnica, Kety und Wisznia Mala bezeugten später, dass Brunon Zembol immer streng nach der Ordensregel des heiligen Franziskus lebte. 1937 wurde er schließlich in das Kloster in Chelm versetzt. Jahre voller Hingabe und eifrigen Gebets wurden durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs unterbrochen. Am 19. November 1939 verhaftete die Gestapo Brunon Zembol und andere Ordensbrüder und brachten sie in das Gefängnis, das sie Schloss von Lublin eingerichtet hatten. Dort blieb Brunon Zembol für sieben Monate eingekerkert, bis er am 20. Juni 1940 in das Konzentrationslager Sachsenhausen und wenige Monate später, am 14. Dezember 1940, in das KZ Dachau verschleppt wurde, wo er die Häftlingsnummer 22569 erhielt. Viele Häftlinge starben dort unter katastrophalen Lebensbedingungen. Mehr als anderthalb Jahre überlebte Brunon Zembol diese Tortur. Er war im Lager bekannt als stiller, aber äußerst hilfsbereiter, bescheidener Kamerad, der immer denjenigen half, die Hilfe brauchten. Am 18. Januar 1941 fand der so genannte „Appell der Versuchung“ statt. Den zahlreichen polnischen Priestern wurden „Lagerprivilegien“ versprochen, wenn sie sich auf die Liste der „Volksdeutschen“ setzen ließen. Brunon Zembol weigerte sich wie fast alle Polen. Die Lagerleitung verbot ihnen daraufhin jegliche religiöse Betätigung sowie den Besitz von Rosenkränzen,  Gebetbüchern und Medaillons. Viele polnische Priester starben danach ohne geistlichen Beistand, weil der ihnen selbst in der Todesstunde nicht gewährt wurde. Auch Hunger machte Brunon Zembol wie den anderen Gefangenen schwer zu schaffen. Der ebenfalls in Dachau inhaftierte Pfarrer  Tadeusz Gaik, der 35 Jahre nach der Befreiung des Lagers starb, zitierte in seinen Memoiren Äußerungen des Priesters Mieczyslaw Kloczkowskiego: „Hunger ist für uns alle hier in Dachau Folter“. Als  Mieczyslaw Kloczkowskiego  einmal unerwartet von einem Freund, der Zugang zur Küche hatte,  einen Nachschlag Suppe bekam, verschlang er drei große Portionen davon, und Mieczyslaw Kloczkowskiego berichtete: „Ich war bis voll zu meinen Lippen. Aber obwohl ich satt war, war der Hunger immer noch in mir. Ich fühlte, dass ich einen ganzen Kessel Suppe hätte trinken können“. Statt des vierten Teils eines Brots, dass er abends bekam, „hätte ich zwei Brote, fünf Brote, ja zehn Brote essen können, und obwohl ich förmlich vollgestopft gewesen wäre, hätte mein Körper wohl mehr und mehr verlangt. Der Hunger in mir wäre immer noch unersättlich gewesen, und ich hätte diesen Zaun, diesen ganzen Block gerne geschluckt“. Mieczyslaw Kloczkowskiego starb an Unterernährung im Hungerjahr 1942.
Zum Hunger kam für Brunon Zembol noch eine weitere Qual. Ende März 1942, als es bitter kalt war,  warf ein Aufseher ihn als Strafe für eine angebliche Verfehlung in eine große Pfütze voller Eiswasser. Von diesem Zeitpunkt an begann sein Gesundheitszustand, sich zu verschlechtern. Er lebte noch knapp fünf Monate, ehe er von einem der Bewacher totgeprügelt  wurde. Er starb zwar völlig erschöpft, aber im Frieden mit Gott, am 21. August 1942.  Ein  Zeuge seines Todes bemerkte: „In sei­nem Leid blieb er eng  mit dem Herrn ver­ei­nigt und ver­bun­den, denn zu Ihm ging er sein gan­zes Leben lang.“
Brunon Zembols Leichnam wurde im Krematorium des Lagers verbrannt, seine Asche auf Feldern in der Umgebung verstreut. Der ruhige, bescheidene und „gewöhnliche“ Mönch wurde im Lager von seinen Gefährten wegen seiner unerschöpflichen Liebe „Engel der Geduld und des Guten“ genannt.
Am 13. Juni 1999 sprach Papst Johannes Paul II. Brunon Zembol in Warschau in einer Gruppe von 108 Märtyrern des 2. Weltkriegs selig. Mit ihm wurden vier andere Franziskaner, die in Dachau eingekerkert gewesen waren, zur Ehre der Altäre erhoben: Krystyn Wojciek Gondak,  Jan Marcin Oprzadek, Jakub Anastazy Pankiewicz  und Jan Narcyz Turchan.

Quellen

https://catholicsaints.info/blessed-bruno-zembol/

https://tygpress.com/post/8753240-37011-Feast-of-Blessed-Bruno-Zembol-(August-21)

 http://www.swzygmunt.knc.pl/MARTYROLOGIUM/POLISHRELIGIOUS/vENGLISH/HTMs/POLISHRELIGIOUSmartyr3141.htm

 https://pl.wikipedia.org/wiki/Brunon_Zembol

 http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0821blBRUNONZEMBOLmartyr01.htm

Copyright © Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V