Dominik Jedrzejewski


 

Seli­ger Domi­nik Jedrze­jew­ski  (1886—1942)

Pries­ter der Diö­zese Wlo­cla­wek, Pfar­rer
geb: 04.08.1886 in Kowal, Kujawsko-Pomorskie (Polen)

Ver­haf­tet in Gosla­wice am 26.08.1940, nach einem Auf­ent­halt im Gefäng­nis Szc­ze­g­lin, ab 29.08.1940 KZ Sachen­hau­sen

Ab 14.12.1940  im KZ Dachau, Häft­lings­num­mer 22 813[1]

+: 29. 08.1942 im KZ Dachau, fast 56 J. alt.

Gedenk­tag: 29.08.

Kurz­bio­gra­fie: ( aus­führ­li­che Bio­gra­fie siehe unten)

Der Selige war Pfar­rer in Gosla­wice, ein enga­gier­ter Seel­sor­ger.

Im KZ Dachau lehnte er die von sei­nen Freun­den ver­mit­telte Mög­lich­keit einer Ent­las­sung ab, weil diese unter der Bedin­gung gesche­hen sollte, dass er auf sei­nen pries­ter­li­chen Dienst voll­kom­men ver­zich­ten hätte müs­sen.

Sein Leben endete im Lager am 29.08.1942 in gro­ßen Lei­den, die er immer mit dem Christi Opfer zu ver­bin­den ver­suchte.

„Ich war beim Pries­ter Domi­nik, als er eigent­lich schon im Ster­ben lag. Er nahm meine Hand und sagte: Wenn sie über­le­ben, gehen sie bitte nach Gosta­wice und sagen sie mei­nen Pfarr­kin­dern, dass ich für sie mein Leben opfere“. (Bischof Fran­cis­zek Kor­szyn­ski)[2]

 

Der ehe­ma­lige KZ Häft­ling Bischof Majd­an­ski erin­nert sich an ihn:

Jedrze­jew­ski war Pries­ter des Bis­tums Wlo­cla­wek , aus Gosla­wice bei Konin. „Er hatte immer einen kla­ren und hei­te­ren Blick. Ganz ruhig sagte er „nein“, als die Lager­lei­tung ihm die Frei­heit unter der Bedin­gung anbot, dass er auf sein Pries­ter­amt ver­zich­tete. Vol­ler Hilfs­be­reit­schaft nahm er sich freund­schaft­lich des jun­gen Semi­na­ris­ten Tadeuz Dulny [eben­falls ein Seli­ger aus dem  KZ Dachau] an“[3]


[1] Daten nach WEILER, Eugen, Die Geist­li­chen in Dachau, Möd­ling 1971, S 319

[2] Nach SLIWKA, Euge­ni­usz (Red.), Mär­ty­rer für den Glau­ben 1939-1945,  S 24f

[3] MAJDANSKI, Kazi­mierz, Ihr wer­det meine Zeu­gen sein…, 1995 Mit­tel­bi­ber­ach, Maria aktu­ell

 

 Bio­gra­fie von Kle­mens Hogen-Ostlender

 

Domi­nik Jedrze­jew­ski wurde am 4. August 1886 in Kowal in der Diö­zese Wlo­cla­wek gebo­ren. Einen Tag spä­ter wurde er in der Pfarr­kir­che St. Ursula getauft. Er war das jüngste von sechs Kin­dern von Andrzej Jedrze­jew­ski und des­sen Ehe­frau Kat­ar­zyna, geb. Zakrzew­skich. Domi­niks Eltern waren Men­schen mit tie­fem Glau­ben, und des­halb wuch­sen ihre Kin­der schon in jun­gen Jah­ren in einem Klima vol­ler Liebe zu Gott und der Kir­che auf. Domi­nik besuchte ab 1893 zunächst die Schule in sei­ner Hei­mat­stadt und dann in Dzi­als­zewo. Er dachte über den Leh­rer­be­ruf nach und trat er 1902 ins Leh­rer­se­mi­nar in Leczyca ein. Die Aus­bil­dung dort wurde jedoch von einem lan­gen Schul­streik unter­bro­chen, so dass der junge Mann wie­der zu sei­ner Fami­lie zurück­kehrte.

Zu die­ser Zeit fand eine innere Ver­än­de­rung in ihm statt. In ihm erwachte die Erkennt­nis, dass er zum Pries­ter beru­fen war. Nach­dem er 1906 das Abitur am Gym­na­sium in Kalisz abge­legt hatte, trat er im Herbst des­sel­ben Jah­res ins Pries­ter­se­mi­nar in Wlo­cla­wek ein.

Er wurde am 12. März 1910, gut zwei Wochen vor Ostern, zum Dia­kon geweiht und im Jahr dar­auf, am 18. Juni 1911, dem Sonn­tag nach Fron­leich­nam, zum Pries­ter. Seine erste Arbeits­stelle trat er am 22. Juni 1911 als Vikar in Zad­zim bei Sier­adz an. Nach fast einem Jahr, am 17. April 1912, wurde er nach Poc­zesna im Deka­nat Poc­zesna Czesto­chowa ver­setzt.

Am 27. April 1917 wurde er in der Pfar­rei von Kalisz, deren Patro­nin die selige Jung­frau Maria war, zum Pfar­rer ernannt, und war dort auch Gefäng­nis­ka­plan. 1920 wurde er zum Prä­fek­ten des koedu­ka­ti­ven Gym­na­si­ums von Turku ernannt und erteilte auch Reli­gi­ons­un­ter­richt war. Diese Stelle trat er mit dem neuen Schul­jahr 1920/21 an. Gute päd­ago­gi­sche Vor­be­rei­tung, das Stu­dium umfang­rei­cher Lite­ra­tur über den Bereich der Erzie­hung und die Fähig­keit, mit Kin­dern und Jugend­li­chen gut umge­hen zu kön­nen, ver­schaff­ten ihm sehr gute Kon­takte zu Schü­lern, aber auch zu ande­ren Leh­rern. Der Arbeit in der Schule wid­mete er seine ganze Kraft. In einem Brief vom 25. Sep­tem­ber 1922 bat er sei­nen Bischof um Erlaub­nis, im Gym­na­sium auch Phi­lo­so­phie unter­rich­ten zu dür­fen. Zu die­ser Zeit unter­rich­tete er etwa 30 Stun­den lang Reli­gion in der Woche. Trotz­dem fand er noch die Zeit, in den sozia­len, kari­ta­ti­ven und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen der Stadt Turku zu arbei­ten. Domi­nik Jedrze­jew­ski zeich­nete sich durch sein außer­ge­wöhn­li­ches päd­ago­gi­sches Talent aus, wes­halb er bei allen Schü­lern, aber auch bei ande­ren Päd­ago­gen große Auto­ri­tät besaß. Im Juni 1925 wurde er auf eige­nen Wunsch aus gesund­heit­li­chen Grün­den in die Seel­sorge ver­setzt und war dann Pfar­rer einer klei­nen Gemeinde in Koka­nin.

Dort ver­schlech­terte sich sein Gesund­heits­zu­stand. Im Herbst 1927 musste er sich im Kran­ken­haus in Kalisz an den Nie­ren ope­rie­ren las­sen. Nach­dem er gene­sen und wie­der arbeits­fä­hig war, wurde er am 20. Februar 1928 in eine grö­ßere Pfar­rei in Gosla­wice ver­setzt, wo er mit gro­ßem Nut­zen arbei­tete.

Am 26. August 1940 ver­haf­tete die Gestapo Domi­nik Jedrze­jew­ski. Zusam­men mit ihm wur­den zwei Pries­ter aus den nahe gele­ge­nen Pfar­reien Mor­zysla­wia und Lichen fest­ge­nom­men. Domi­nik Jedrze­jew­ski war sich von Kriegs­be­ginn an der Gefah­ren bewusst gewe­sen, die ihm als Pries­ter von den Natio­nal­so­zia­lis­ten droh­ten.

Als er vor der Gefahr der Ver­haf­tung gewarnt wurde, hätte er durch Flucht sein Leben ret­ten kön­nen. Er ent­schied sich anders und sagte: „Ich werde nir­gend­wo­hin gehen; Ich werde bis zum Ende hier sein. Hier brau­chen meine Gemein­de­mit­glie­der mich“. Bei sei­ner Ver­haf­tung konnte er noch kurz mit Ange­hö­ri­gen sei­ner Pfar­rei spre­chen und bat sie auch im Namen der eben­falls fest­ge­nom­me­nen Amts­brü­der aus ande­ren Gemein­den: „Betet für uns. Betet für unsere Rück­kehr“.

Domi­nik Jedrze­jew­ski wurde in das Durch­gangs­la­ger in Szc­ze­g­lina depor­tiert von dort und am 29. August 1940 zunächst in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Sach­sen­hau­sen gebracht. Dort wurde er mit der Häft­lings­num­mer 29935 in Block 17 ein­ge­ker­kert. Nach drei­ein­halb Mona­ten Haft in Sach­sen­hau­sen wurde er am 14. Dezem­ber 1940 in das KZ Dachau über­führt, wo er mit der Lager­num­mer 22813 in Block 28 kam.

Domi­nik Jedrze­jew­ski musste im Lager auf der so genann­ten Plan­tage und bei Erd­be­we­gun­gen bis zur Erschöp­fung arbei­ten. Kaum zu ertra­gen waren das har­ten Klima des Alpen­vor­lan­des, die schreck­li­chen Ver­hält­nisse der Unter­brin­gung in Bara­cken und die unmensch­li­che Behand­lung durch die Wachen.

Das gesamte Lager­le­ben war so orga­ni­siert, dass es die Häft­linge phy­sisch und men­tal mög­lichst grau­sam behan­delte und zu ihrer tota­len Ver­nich­tung führte. Die aus­ge­klü­gels­ten Metho­den beka­men die pol­ni­schen Pries­ter zu spü­ren. Die Gefan­ge­nen erhiel­ten auch im här­tes­ten Win­ter keine warme Klei­dung. Nachts gab es Fälle von schwe­ren Erfrie­run­gen alleine durch die Berüh­rung der kal­ten Wände der Bara­cken. Schon die kleinste Ver­let­zung der Lager­ord­nung wurde mit raf­fi­nier­ten Stra­fen bis zur Hin­rich­tung geahn­det. Zu all dem kam ein bestän­di­ger Hun­ger als bewusste Qual für die Häft­linge. Die Kalo­ri­en­zu­fuhr wurde genau berech­net, um sicher­zu­stel­len, dass das Gewicht eines Gefan­ge­nen nach einem Jahr Auf­ent­halt im Lager zwi­schen 40 und 45 Kilo­gramm lag.

Der Hass auf den katho­li­schen Glau­ben wurde grau­samste Weise geför­dert. Die strengs­ten Repres­sio­nen rich­ten sich des­halb gegen die Pries­ter, denen klar­ge­macht wurde, sie müss­ten genauso „ver­schwin­den“ wie die Juden. Obwohl Domi­nik Jedrze­jew­ski genauso wie seine Kame­ra­den in einen Zustand völ­li­ger Erschöp­fung und des Elends kam, klagte er nie über die Lebens­be­din­gun­gen. Alles Leid und alle Qua­len ertrug er in Demut für den Glau­ben und die Kir­che.

Domi­nik Jedrze­jew­ski lehnte im KZ Dachau die von Freun­den ver­mit­telte Mög­lich­keit einer Ent­las­sung ab,

weil sie unter der Bedin­gung gesche­hen sollte, dass er auf sei­nen pries­ter­li­chen Dienst voll­kom­men ver­zich­ten hätte müs­sen.

Ein vor­be­rei­te­tes Doku­ment, das er nur noch hätte unter­schrei­ben müs­sen, schob er von sich weg.

Sein Leben endete am 29. August 1942, aus­ge­zehrt durch Erschöp­fung und Hun­ger, in gro­ßen Lei­den, die er immer mit dem Christi Opfer zu ver­bin­den ver­suchte.

Der eben­falls in Dachau gefan­gene Bischof Fran­cis­zek Kor­szyn­ski berich­tete spä­ter: „Ich war beim Pries­ter Domi­nik, als er eigent­lich schon im Ster­ben lag.

Er nahm meine Hand und sagte: Wenn sie über­le­ben, gehen sie bitte nach Gosla­wice und sagen sie mei­nen Pfarr­kin­dern, dass ich für sie mein Leben opfere“.

Der ehe­ma­lige KZ-Häft­ling Bischof Kazi­mierz Majd­an­ski erin­nert sich so an Domi­nik Jedrze­jew­ski:

„Er hatte immer einen kla­ren und hei­te­ren Blick. Ganz ruhig sagte er nein, als die Lager­lei­tung ihm die Frei­heit unter der Bedin­gung anbot, dass er auf sein Pries­ter­amt ver­zich­tete. Vol­ler Hilfs­be­reit­schaft nahm er sich freund­schaft­lich des jun­gen Semi­na­ris­ten Tade­usz Dulny an“. [eben­falls ein Seli­ger aus dem  KZ Dachau, siehe Gedenk­tag am 7. August].

Am 13. Juni 1999 wurde der Mär­trer auf dem Piłsudski-Platz in War­schau von Papst Johan­nes Paul II. in einer Gruppe von 108 pol­ni­schen Mär­ty­rern aus dem Zwei­ten Welt­krieg selig­ges­ro­chen.

Auf Beschluss des Stadt­rats von Kowal vom 16. März 2004 wurde eine Straße in Kowal nach ihm benannt. Die Stadt und die Pfar­rei bemü­hen sich erfolg­reich, den seli­gen Domi­nik Jedrze­jew­ski zum Schutz­pa­tron der Stadt zu erklä­ren. Die Bitte der Stadt­be­hör­den und Ein­woh­ner wurde zwei Jahre spä­ter vom Bischof von Wlo­cla­wek, Wiesław Mering, ange­nom­men.

Der fol­gende Text ist der Publi­ka­tion „Mär­ty­rer 1939-1945, seli­ger Domi­nik Jedrze­jewsk“ von Zbigniew Zarembski ent­nom­men.

Domi­nik Jedrze­jew­ski gab nicht der Ideo­lo­gie nach, die sich in eine erbar­mungs­lose Dik­ta­tur ver­wan­delte und sich bewusst darum bemühte, das Chris­ten­tum voll­stän­dig zu besei­ti­gen. Er starb zur Ver­tei­di­gung des Glau­bens und des Pries­ter­tums Christi. Er wurde Opfer eines unmensch­li­chen Sys­tems, das die nor­di­sche Rasse ver­herr­lichte und in ihr Über­men­schen sah. Diese Ideo­lo­gie war durch­drun­gen von athe­is­ti­scher Phi­lo­so­phie, basie­rend auf einem bio­lo­gi­schem Mate­ria­lis­mus, in dem die Rasse den Cha­rak­ter des höchs­ten Wer­tes annahm, Gesetz und Moral defi­nierte und dadurch Gott und geis­tige Werte zurück­wies. Der Natio­nal­so­zia­lis­mus hatte von Anfang an ein bemer­kens­wert anti­christ­li­ches und anti-katholisches Gesicht. Die Natio­nal­so­zia­lis­ten such­ten sys­te­ma­tisch die Kir­che zu zer­stö­ren, katho­li­schen Orga­ni­sa­tio­nen besei­ti­gen und ihren Ein­fluss auf das öffent­li­che Leben zu schwä­chen. Domi­nik Jedrze­jew­ski akzep­tierte frei­wil­lig das Mar­ty­rium. Er nutzte die Gele­gen­heit nicht zu ent­kom­men. Seine Hal­tung zeugte von einer völ­li­gen Abhän­gig­keit von Got­tes Wil­len, von der Annahme des Glau­bens und der Offen­heit für das Mys­te­rium der Erlö­sung. Er hatte die Mög­lich­keit, sich zu ret­ten, aber er nutzte das Flucht­an­ge­bot nicht. Er ver­traute alles Gott an. Eine Gele­gen­heit, sein Leben zu ret­ten, gab es auch in Dachau. Für den Preis des Ver­zichts auf das Pries­ter­tums hätte er die Frei­heit erlan­gen kön­nen. Es gibt Hin­weise dar­auf, dass seine Ver­wand­ten die SS beste­chen woll­ten, um ihn zu ret­ten. Das aber lehnte er ab. Domi­nik Jedrze­jew­ski hat frei­wil­lig und bewusst ein Opfer aus sei­nem pries­ter­li­chen Leben gemacht. Er war bis zum Ende Gott und der Kir­che treu. Kurz vor sei­nem Tod hin­ter­ließ er ein gro­ßes Ver­mächt­nis, in dem er erklärte, dass er sein Leben für seine Gemein­de­mit­glie­der gebe. Bewusst und wil­lent­lich, aus Liebe zu Gott und zu den Men­schen, opferte er sich für die, denen er diente. Domi­nik Jedrze­jew­ski erscheint als beson­de­rer Pries­ter, des­sen Ver­hal­ten von einer tie­fen Liebe zu Gott und der Kir­che geprägt war. Er ver­dankte sei­nen tie­fen Glau­ben vor allem sei­nen Eltern, die in den Augen ihrer Nach­barn als edle und fromme Leute gal­ten. Diese Atmo­sphäre hat unaus­lösch­li­che Spu­ren in der Per­sön­lich­keit des Märtyrer-Priester hin­ter­las­sen. Durch die Aus­bil­dung im Semi­nar erreichte Domi­nik Jedrze­jew­ski seine per­sön­li­che Reife erreichte und wurde ein Pries­ter vol­ler Glau­ben und mit einem gro­ßen Frie­den in sei­nem Her­zen. Die Pro­fes­so­ren im Semi­nar erin­ner­ten sich an ihn als einen Mann, der gut vor­be­rei­tet war, das Pries­ter­tum Christi sowohl in intel­lek­tu­el­ler als auch in geist­li­cher Hin­sicht zu leben. Von Beginn sei­ner Beru­fung an habe er sich vol­ler Fröh­lich­keit und mit einem authen­ti­schem Lebens­zeug­nis aus­ge­zeich­net. Die Pro­fes­so­ren sahen in ihm einen wah­ren künf­ti­gen geist­li­chen Vater. Domi­nik Jedrze­jew­ski sam­melte von frü­hes­ten Jah­ren ein einen reich­hal­ti­gen Bestand von Wer­ken theo­lo­gi­scher und sozia­ler Lite­ra­tur. Er war ein sehr intel­li­gen­ter und sehr gut bele­se­ner Mann. Weg­ge­fähr­ten zähl­ten ihn ohne Über­trei­bung zu den Licht­pries­tern der ers­ten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts. Seine tiefe Spi­ri­tua­li­tät ver­dient jedoch beson­dere Auf­merk­sam­keit. Domi­nik Jedrze­jew­ski sam­melte zahl­rei­che Bücher über aske­ti­sche Theo­lo­gie, Bände aus der Reihe „Die Biblio­thek des Inne­ren Lebens“, her­aus­ge­ge­ben vom Ver­lag der Kra­kauer Jesui­ten. Sein beson­de­res Inter­esse galt dem Apos­to­lat des Betens in Theo­rie und Pra­xis. In sei­ner Samm­lung gab es auch Arti­kel über das Thema Lei­den. Sie dürf­ten dazu beige­tra­gen haben, ihn Ver­fol­gung in den Kriegs­jah­ren ertra­gen zu las­sen. Er gehörte auch zu den 228 pol­ni­schen Abon­nen­ten einer Schrif­ten­reihe mit Brie­fen der Kir­chen­vä­ter. Bemer­kens­wert ist seine außer­or­dent­li­che Ver­ant­wor­tung gegen­über den ihm anver­trau­ten Auf­ga­ben. Nach­dem er die Funk­tion des Prä­fek­ten des Gym­na­si­ums in Turku über­nahm, ent­schloss er sich, seine Auf­gabe auf­grund sei­ner ange­grif­fe­nen Gesund­heit und all­ge­mei­nen Erschöp­fung auf­zu­ge­ben, und des­halb bat er, in eine kleine Pfar­rei zu zie­hen. Da er sich dort ganz dem pas­to­ra­len Dienst wid­mete, war er ein bei­spiel­haf­ter Pries­ter. Mit gro­ßem Eifer sorgte er für das geist­li­che Leben sei­ner Gemein­de­mit­glie­der. Er genoss gro­ßes Ver­trauen und Respekt unter ihnen. Gemein­de­mit­glie­der in Gosla­wice nann­ten ihn einen gelieb­ten Vater. Trotz sei­ner schlech­ten Gesund­heit schonte er seine Kräfte nicht, Die Gemein­de­mit­glie­der erin­ner­ten sich an ihn als einen gro­ßen Mann und eif­ri­gen Pries­ter, der sich durch Freund­lich­keit, Fröh­lich­keit, Ver­ständ­nis und Hilfs­be­reit­schaft aus­zeich­nete. Wenn er um Hilfe gebe­ten wurde, wei­gerte er sich nie, jeman­dem zu hel­fen. Domi­nik Jedrze­jew­ski, der die ihm anver­trau­ten Auf­ga­ben treu erfüllte, küm­merte sich auch um sein Innen­le­ben. Sein spi­ri­tu­el­ler Reich­tum wurde beson­ders unter den Bedin­gun­gen des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers sicht­bar. Er ertrug all sein Lei­den sehr ruhig und mit christ­li­chem Mut. Durch seine Ver­ei­ni­gung mit Gott war er auf alles vor­be­rei­tet, was pas­sie­ren konnte. Er zögerte nicht, sein Leben Gott zu opfern. Unter extre­men Bedin­gun­gen ver­fluchte oder beschimpfte er nie­man­den. Nie kam ein ein­zi­ges Wort der Beschwerde aus sei­nem Mund. Erschöpft beschwerte er sich auch nicht über schwie­rige Lebens­be­din­gun­gen im Lager. Mit der Ein­fach­heit sei­nes Her­zens akzep­tierte er die Hilfe sei­ner stär­ke­ren Kol­le­gen. Alle, die ihn getrof­fen haben, bewun­der­ten ihn auf sei­nem Weg, weil er ein Mann freu­di­ger Gesin­nung war. Sein Lächeln ver­schwand nie von sei­nem Gesicht.

Domi­nik Jedrze­jew­ski starb als Mär­ty­rer für den Glau­ben. In der Erin­ne­rung sei­ner Lager­ge­nos­sen blieb seine Per­son ein Vor­bild, dem sie fol­gen soll­ten. Für seine Gefähr­ten war er ein treuer Gefährte und ein zuver­läs­si­ger Freund, der in der schein­bar aus­weg­lo­sen Lage eine Gruppe von geist­li­chen und welt­li­chen jun­gen Leu­ten, ältes­ten und jün­ge­ren Pries­tern um sich scharte und seine pas­to­rale Erfah­rung mit ihnen teilte. Er teilte sei­nen Glau­ben und seine Liebe zu Chris­tus und der Kir­che und setzte sich der Gefahr des Todes aus. Er tat alles, um sich selbst und ande­ren zu hel­fen, die bru­tale Rea­li­tät zu ver­ges­sen und seine Gedan­ken an Gott zu wen­den. Mit­häft­linge bezeich­ne­ten Domi­nik Jedrze­jew­ski als Pries­ter mit gol­de­nem Cha­rak­ter voll präch­ti­ger, strah­len­der Güte und als ein Vor­bild für jün­gere Pries­ter­ge­ne­ra­tio­nen. Auch unter den Gemein­de­mit­glie­dern, für die er sein Leben auf­op­ferte blieb die leben­dige Erin­ne­rung an die Hal­tung des Mär­ty­rer­pries­ters Pries­ters erhal­ten. Domi­nik Jędrze­jew­ski war in ihrer Erin­ne­rung als ein Mann mit einem wun­der­ba­ren Her­zen. Sie schätz­ten es sehr, dass ihr Pfar­rer sie in der Zeit der Mas­sen­ver­haf­tun­gen nicht im Stich ließ. Sie bewun­der­ten ihn für das Zeug­nis des wah­ren Hir­ten der Kir­che. Als Bischof Fran­cis­zek Kor­szyn­ski ihnen nach dem Krieg in Gosla­wice den letz­ten Wil­len ihres Pfarr­mär­ty­rers bekannt­gab, brach die ganze Kir­che brach in Trä­nen aus. Sie moch­ten ihre Pfar­rer sehr, sie waren zutiefst berührt von der Tat­sa­che, dass er sich an sie erin­nerte, als er unter so schreck­li­chen Bedin­gun­gen lebte und dass er sein Leben für sie auf­op­ferte. Sein bewuss­tes Opfer war nicht umsonst. In den Augen der Gläu­bi­gen ist er der­je­nige, der Chris­tus getreu­lich mit sei­nem gan­zen Leben nach­ahmte und durch den Tod und das Lei­den des Mär­ty­rers für das Reich Got­tes erdul­dete, mit ihm ver­eint, seine Lei­den­schaft neu schuf und das Erlö­sungs­werk erret­tete. Noch heute ist die Erin­ne­rung an ihn in der Pfar­rei in Gosla­wice sehr leben­dig. Ein Aus­druck der Erin­ne­rung ist auch ein Gedenk­ta­fel an Domi­nik Jedrze­jew­ski in der Pfarr­kir­che. Auch eine Straße in Gosla­wice wurde nach ihm benannt. Eine beson­dere Wie­der­be­le­bung der Ver­eh­rung gab es zur Zeit des Selig­spre­chungs­pro­zess der 108 Mär­ty­rer aus dem Zwei­ten Welt­krieg. Buch­pu­bli­ka­tio­nen erschie­nen, die den Lesern ihr Leben der Mär­ty­rer näher brach­ten. Lesun­gen wur­den orga­ni­siert und Pre­dig­ten über das heroi­sche Leben der Kan­di­da­ten für die Ehre der Altäre gehal­ten. Am 13. Sep­tem­ber 2000 fand in Gosla­wice unter der Lei­tung des Bischofs von Wlo­cla­wek, Bro­nis­law Dem­bow­ski, eine Dank­messe für die Selig­spre­chung von Domi­nik Jedrze­jew­ski statt. Daran nah­men zahl­rei­che Pries­ter und Gläu­bige teil, die durch ihr gemein­sa­mes Gott für das Geschenk des seli­gen Mär­ty­rers dank­ten. Der Bischof ermu­tigte die Ver­sam­mel­ten, um die Für­spra­che der Seli­gen zu beten und nach ihrem Bei­spiel Chris­tus treu zu fol­gen. Wie ein seli­ger Priester-Märtyrer solle man auf Jesus zuge­hen und so den nächs­ten Gene­ra­tio­nen Glau­ben schen­ken.

http://www.sw-andrzej.konin.pl/dominik.html

https://pl.wikipedia.org/wiki/Dominik_Jędrzejewski

http://www.swietyjozef.kalisz.pl/Dachau/18.html

Wei­te­rer Link (Inter­view mit einem pol­ni­schen Pries­ter in Dachau):

http://kath.net/news/7576

© 2012 - 2014 Freundeskreis Selige aus dem KZ Dachau - Impressum