Carl Lampert


Seliger Carl Lampert

Geb 09.01.1894 Göfis bei Feldkirch, Österreich

Verhaftet wegen einer Verleumdung: Spionage

KZ Dachau 25.08 1940 bis 01.10.1940

hingerichtet 13.11.1944 in Halle

Selig gesprochen 13.11.2011

Seliger Carl Lampert, bitte für uns! Gedenktag: 13.11.

 

 

Inhaltsübersicht:

Kurzbiografie

Der selige Carl Lampert wurde am 9. Januar1894 in Göfis, Vorarlberg, Österreich in einer armen aber frommen Bauernfamilie geboren. Nach Schulzeit und Studium empfing er die Priesterweihe am  12. Mai 1918. Bis zum Jahr 1930 war er als Kaplan in Dornbirn eingesetzt und mit seiner charmanten, fröhlichen Art sehr beliebt.  In den  Jahren 1930 -1935  studierte er Kirchenrecht in Rom. Zurück in der Diözese Innsbruck, bestand seine Aufgabe darin, den Aufbau des kirchlichen Gerichts zu überwachen.

Lampert wurde am 15. Januar 1939 zum Provikar der Diözese Innsbruck ernannt und war somit  zum Stellvertreter des Diözesanbischof von Innsbruck, Rusch, geworden.

In der harten Auseinandersetzung der österreichischen Kirche mit Gauleitung und Gestapo im Österreich der Zeit nach dem „Anschluß an Deutschland“, war er an vorderster Front. Da sein Bischof von den Behörden nicht als Verhandlungspartner anerkannt wurde und auf Befehl des Führers auch nicht verhaftet werden durfte, war er das Ziel des Kirchenkampfes in seiner Diözese. Mutig protestierte und kämpfte er und gefährdete dabei seine eigene Person.

Im Zusammenhang mit seinem Einsatz gegen die Enteignung des Klosters der ewigen Anbetung in Innsbruck, März 1940, wurde er für einige Tage festgenommen. Ein weiteres Mal wurde er Ende März wegen eines Berichts in Radio Vatikan über die Verfolgung der katholischen Kirche in Innsbruck und Vorarlberg festgenommen. Die Gestapo hielt ihn für verantwortlich für diese Sendung. Am 5. Juli 1940 wurde er zum dritten Mal verhaftet, diesmal wegen des Verfassens der Todesanzeige für den 1996 selig gesprochenen Pfarrer Otto Neururer.  Carl Lampert wurde daraufhin am 25.08.1940 ins KZ Dachau eingewiesen, danach folgte ein Aufenthalt im KZ Sachsenhausen, wo er bei schwerster körperlicher Arbeit und Hunger mehrere Tötungsversuche überlebt hatte.

Erstaunlicher Weise gaben ihm der Glaube und das Vertrauen in Gottes Fügung Kraft durchzuhalten. Ein Mitgefangener flüsterte ihm zu: „Martyres sumus“ (dt: Märtyrer sind wir), worauf Carl Lampert antwortete:  „in Christi nomine pro ecclesia“ (dt: im Namen Christi für die Kirche).

Nach drei Monaten im KZ Sachsenhausen wurde Carl Lampert am 15. Dezember 1940 zurück ins KZ Dachau gebracht, wo er noch weitere acht Monate inhaftiert blieb. In der dortigen Priestergemeinschaft war er sehr beliebt. Am 1. August 1941 wurde er freigelassen,  jedoch aus seiner Heimat ausgewiesen. Er erhielt einen sogenannten Gauverweis. Der  Aufenthalt wurde ihm in Pommern befohlen. Daraufhin nahm er seinen Wohnsitz in Stettin. Dort war er als Seelsorger tätig.

Unter dem Decknamen Hagen wurde ein Gestapomitarbeiter als Lockspitzel auf ihn angesetzt, der ihn zur Spionage verleiten sollte. Carl Lampert ließ sich darauf nicht ein. Trotzdem lieferte der Gestapomitarbeiter  ein belastendes, weil erlogenes, Protokoll ab. Auf Grund dessen wurde Carl Lampert am 4. Februar 1943 zusammen mit  etwa 40 Geistlichen und Ordensschwestern aus Stettin und Umgebung verhaftet. Es folgte Haft. Er musste Verhöre und grausame Folter über sich ergehen lassen, blieb aber seinem Glauben und der Liebe  zur Kirche treu.

Am  20. Dezember 1943 wurde er zum Tode verurteilt. Dieses Urteil musste jedoch aufgehoben werden, da sich der vorsitzende Richter aus Gewissensnot vor Unterzeichung des Urteils erschoss.

Auch ein zweites Todesurteil musste aus Formmängeln aufgehoben werden. Endgültig und zum dritten Mal zum Tode verurteilt wurde Carl Lampert am 08.09.1944.

Aus der Haftzeit sind zahlreiche Briefe erhalten, die von großen inneren Kämpfen und Leid sprechen, aber auch ein beeindruckendes Zeugnis seiner Hingabe an Gottes Willen geben.

Am 13. November 1944 wurde er im Zuchthaus „Roter Ochse“ in Halle  an der Saale mit dem Fallbeil hingerichtet.

Carl Lampert wurde  am 13. November 2011 in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Dornbirn (dort war er jahrelang Kaplan gewesen) von Kardinal Angelo Amato selig gesprochen.

Monika Neudert
Zitate

Auf die Warnung eines Freundes er möge sich etwas zurückhalten, antwortete der Provikar Carl Lampert: „Herr Schwarzenberger, Ich kann nicht anders, als meine Pflicht erfüllen, und wenn schon! Mein Leben liegt in Gottes Hand!“

 

„Ich konnte mit meinen Gedanken, die wie Wogen auf mich einstürzten, nicht allein in meinem Zimmer bleiben, ich ging hinüber ins nahe Heiligtum, vor den Tabernakel zu dem, der mir alles ist und dem zu lieb, Gott weiß es, mir auch mein Leben nie zu teuer ist und kein Opfer zu viel sein wird.“

 

„Sollten auch noch schwere Tage kommen, ganz gleich, wir wissen um die Sieghaftigkeit unseres herrlichen Glaubens, u. Gott ist gut, was immer er zulässt… es ist immer beglückende Vatergüte, ich durfte es erfahren.“

 

„Der Zeiten Dunkel und Möglichkeiten lassen uns keineswegs beneidenswerte Zeitgenossen mit allem rechnen; gut ist nur, dass im dunklen Zeitenbild ein unzerstörbar helles Licht leuchtet. Gottes Vorsehung und Vaterliebe, in ihr sind wir trotz allem wohl geborgen – ich weiß und erlebe es!“

 

„Auf das Angebot seine Priesterberufung aufzugeben antwortete Carl Lampert:  „Herr Kommisar, ich liebe meine Kirche. Ich bleibe meiner Kirche treu und auch dem Priesteramt. Ich halte zu Christus und liebe die Kirche Jesu!“

 

„Es ahnt´s niemand, was für trostlose Stunden und Stürme für Seele und Gemüt in solcher Lage durch zu kämpfen sind, nur Gott sieht es. Doch genug von diesem Lied! Zwei Dinge geben mir zu allem Kraft, der Vorsehungsglaube und das manchmal geradezu greifbare Fühlen, wie nahe der Herr mir ist; wie glücklich und dankbar bin ich Ihm dafür und denen, die mir dazu helfen. So sei mein Leid der gehorsame Beitrag zu dem, wozu Gott es geschickt. Damit basta und Streusand drauf.“

 

„Die Liebe stirbt niemals – erst recht nicht, wenn sie leiden muss!“

 

„Nun ist mein Trost und meine Stärke Matthäus 5,11: „Selig seid Ihr, wenn Euch die Menschen schmähen und verfolgen und alles Böse fälschlich wider Euch aussagen um meinetwillen! Freut Euch und frohlocket; denn Euer Lohn ist groß im Himmel!“…Alles steht in Gottes Hand, auf ihn vertraue ich, seinen Willen erfüllen will ich und bin bereit – auch zum Letzten. Nun ist alles noch ein Wettlauf der Zeit mit dem Tode – und „irgendeine Erlösung naht!““

 

„Herr, Dir zu lieb und tut´s auch noch so weh!“…

“ … Liebe in Not – wie leidest du rot!…denn die Liebe stirbt nicht!.. Gott wird abwischen alle Tränen, – auch die meinen! …Liebe wie leidest Du in dem Hass dieser Zeit! Hass der Zeit, wie quälst Du die Liebe der Ewigkeit.“

 

„Jesus lass mich nun Dein sein für immer und bei Dir sein. So trete ich mein letztes Opfer an…meine letzte Anbetung des eucharistischen Heilands. – O wie danke ich ihm!.. So spreche ich jubelnd mein Ite missa est… – und segne noch einmal alle, alle, die meinem Herzen nahe sind.“ Aus dem Abschiedsbrief an den Bruder vor der Hinrichtung

 

„Mein Leben für Christus, die liebe Heimatkirche und alle ihre Priester und Ordensleute, ihre Jugend und jeglichen Stand – dass Christus allen alles sei. Vergib mir all die Sorge, die ich Dir bereitete; … Gottes Wille, – fiat! – und tut´s auch noch so weh!….Wie freue ich mich, Christus und die liebe Mutter zu sehen.  Wiedersehen bei Ihm, wie ich hoffe, zum ewigen Magnificat! In Christi Liebe, lebe wohl! So muss ich mich zum letzten großen Schritt vorbereiten.“

 

Die angegebenen wörtlichen Zitate sind entnommen: (weitere Literatur finden Sie unter diesem Link)

Provikar Dr. Carl Lampert, Zeuge in gnadenloser Zeit, Dokumentation, Verlag Kirche Innsbruck, 1999

Susanne Emerich (Hg.), Carl Lampert, Hätte ich nicht eine innere Kraft…, Leben und Zeugnis, Tyrolia, Innsbruck 2011

P. Gaudentius Walser OFMCAP, Dreimal zum Tod verurteilt, Carl Lampert – ein Glaubenszeuge für Christus, Christiana-Verlag Stein am Rhein, Salzburg, 1985

P. Gaudentius Walser OFMCap, Der Selige Carl Lampert, Botschaft an uns, Visionen 2000, 1/2012, S 19f
Biografie

Text folgt in kürze

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