Bronislaw Kostkowski


Seli­ger Bro­nis­law Kost­kow­ski (1915-1942)

Semi­na­rist der Diö­zese Wlo­cla­wek
geb: 11. 03. 1915 in Slupsk, Zachod­nio­po­morskie (Polen)

Ver­haf­tet am 07.11.1939 in Wlo­cla­wek

nach Gefäng­nis­auf­ent­hal­ten in Wlo­cla­wek, Ląd, Szc­ze­g­lin, ab 28.08.1940 im KZ Sach­sen­hau­sen

Ab 14.12.1940 KZ Dachau, Häft­lings­num­mer: 22 828 [1]

+ im KZ Dachau am 27.09.1942 [2]

Gedenk­tag: 27.09.

Bio­gra­fie:

Bro­nis­law Jerzy Kost­kow­ski wurde am 11. März 1915 in Slupsk in West-Pommern gebo­ren. Er war das ein­zige Kind sei­ner Eltern, Mar­cin Wla­dyslaw Kost­kow­ski und Maria, geb. Wis­niew­ska. Er wurde in der Pfarr­kir­che in Slupsk am 21. März 1915 getauft.

Nach der 4. Klasse Grund­schule wech­selte er in das geis­tes­wis­sen­schaft­li­che Gym­na­sium in Brom­berg, wohin seine Eltern seit Beginn der Unabhän­gig­keit Polens über­sie­delt waren. Schon als Schü­ler war er von einer beson­de­ren Ver­eh­rung zur Got­tes­mut­ter Maria geprägt. Er war Mit­glied der Maria­ni­schen Kon­gre­ga­tion und sogar Prä­ses der Soda­len in sei­nem Gym­na­sium. In Mai 1936 been­dete er seine Schul­zeit mit dem Abitur­zeug­nis. Ab Herbst 1936 begann er sein Stu­dium im Pries­ter­se­mi­nar in Wlo­cla­wek. Er war ein durch­schnitt­lich begab­ter Semi­na­rist. Her­aus­ra­gend waren aber seine Fröm­mig­keit, sein Fleiß und seine Gewis­sen­haf­tig­keit beim Stu­dium. Bei den ande­ren Semi­na­ris­ten war er beliebt. Jede Minute sei­nes Lebens nutze es voll Eifer. In April 1939 emp­fing Bro­nis­law die bei­den nie­de­ren Weihen und wurde in das vierte Jahr des Theo­lo­gie­stu­di­ums ver­setzt.

Der Aus­bruch des II. Welt­krie­ges im Sep­tem­ber 1939 unter­brach sein Stu­dium im Semi­nar. Zuerst floh er, wie viele Men­schen der Zivil­be­völ­ke­rung, um nicht in die Hände des Fein­des zu gera­ten. Im Okto­ber 1939 ent­schied er sich jedoch zur Rück­kehr in das Pries­ter­se­mi­nar. Er wollte das Stu­dium fort­set­zen und die Pries­ter­weihe anstre­ben. Am Abend des 07.11.1939 wurde Bro­nis­law Kost­kow­ski zusam­men mit dem gan­zen Pries­ter­se­mi­nar Wlo­cla­wek, allen Pro­fes­so­ren und Semi­na­ris­ten, von der Gestapo ver­haf­tet. Unter den Ver­haf­te­ten war auch der Weih­bi­schof  der Diö­zese, der selige Bischof  Michal Kozal und der Regens des Pries­ter­se­mi­nars, der selige Hen­ryk Kaczorow­ski. Auch der selige Tade­usz Dulny, eben­falls ein Semi­na­rist war unter den Ver­haf­te­ten.

Im Gefäng­nis fiel Bro­nis­law Kost­kow­ski durch seine Hilfs­be­reit­schaft und sein Gebet auf. Auf Grund sei­nes Geburts­ortes im Gebiet des ehe­ma­li­gen Deutschen Rei­ches, bot ihm die Gestapo die Ent­las­sung an, wenn er auf das Pries­ter­tum ver­zich­ten würde. Sei­ner Mut­ter, die ihm die­sen Vor­schlag über­brachte, ant­wor­tete er: Eher würde ich den Tod wäh­len, als der Beru­fung untreu zu werden, mit der mich Gott geseg­net hat. Die Mut­ter, die ihr ein­zi­ges Kind nach Hause brin­gen wollte, ging wei­nend weg.

Am 16. Januar 1940 wurde Kost­kow­ski zusam­men mit den ande­ren gefan­ge­nen Geist­li­chen in das Klos­ter der Sale­sia­ner nach Ląd gebracht. Die Fahrt ging durch einen eisi­gen Schnee­sturm. Bro­nis­law erlitt dabei starke Erfrie­run­gen im Gesicht. Am neuen Inter­nie­rungs­ort half er den ande­ren Mit­ge­fan­ge­nen wo er nur konnte. In Ląd konn­ten die Semi­na­ris­ten ihre Stu­dien fort­set­zen und Prü­fun­gen able­gen. Bro­nis­law Kost­kow­ski bestand die Ver­setzung in den fünf­ten Kurs.

Am 15. August 1940 wurde ein Teil der Pries­ter und Semi­na­ris­ten nach Deutsch­land ver­schleppt, um ins KZ Dachau gebracht zu wer­den. Bro­nis­law Kost­kow­ski war in Ląd geblie­ben. Er erwar­tete für sich jedoch das glei­che Schick­sal. Am nächs­ten Tag schrieb er heim­lich zu sei­nen Eltern:

Ich bin zum Aller­schlimms­ten bereit. Als ich in das Pries­ter­se­mi­nar ein­trat, war mir bewusst, dass,  es not­wen­dig sein könnte das Leben für Gott zu opfern. Ich zögere nicht, es für Gott und das Vater­land zu opfern. Got­tes Wille soll gesche­hen. Seid ihr ruhig und stolz… Ihr habt gewollt, dass euer Sohn Pries­ter wird, warum soll­tet ihr ihn nicht Gott zu opfern? Seien wir guten Mutes und geden­ken wir ein­an­der in unse­ren Gebe­ten. Ich danke herz­lich für die hl. Messe…“ Diese Worte der Hin­gabe, die sein Innen­le­ben voll­kom­men kenn­zeichneten, sind am Ende Wirk­lich­keit gewor­den.

Am 26. August 1940 wurde auch Bro­nis­law Kost­kow­ski nach Szc­ze­g­lin und zwei Tage spä­ter wei­ter ins KZ Sach­sen­hau­sen abtrans­por­tiert. Ab dem 14.12.1940 befand er sich im KZ Dachau. Es wur­den ihm ein Platz in Block 28, Stube 4 und die Häft­lings­num­mer 22828 zuge­teilt. In den unmensch­li­chen Bedin­gun­gen des Lagers, wur­den beson­ders alte Pries­ter und geach­tete Semi­nar­pro­fes­so­ren als wert­lose, alte Idio­ten beschimpft. Bro­nis­law Kost­kow­ski blieb, nach dem Zeug­nis sei­nes Semi­nar­rek­tors, ein hilfs­be­rei­ter, respekt­vol­ler jun­ger Mann, der immer für seine Pro­fes­so­ren und auch für die anderen alten Pries­ter da war. Diese schätz­ten ihn daher sehr. Das unge­sunde Moorklima Dach­aus, der Hun­ger, schwere Zwangs­ar­beit auf der soge­nann­ten Plan­tage und der grau­same Umgang mit den Häft­lin­gen, schwäch­ten den Kör­per.  Kost­kow­ski erkrankte an  Tuber­ku­lose.

Bro­nis­law Kost­kow­ski starb am 27.09.1942 [2]im KZ Dachau an TBC. Sein Leich­nam wurde im Kre­ma­to­rium ver­brannt.

Bro­nis­law Kost­kow­ski blieb in Erin­ne­run­gen als hei­lig­mä­ßi­ger Semi­na­rist. Die Früchte sei­ner Nähe zu Gott und die Ein­heit mit Ihm, waren vor allem sein Gebets­geist und sein hin­ge­bungs­vol­ler Dienst an den Lei­dens­ge­fähr­ten. Seine Ent­schei­dung, nach dem Pries­ter­tum zu stre­ben und darin zu ver­har­ren, war unwi­der­ruf­lich. Trotz der Ver­lo­ckun­gen sei­tens der Gestapo blieb sie unge­bro­chen.

 

[1] Daten aus WEILER, Eugen, Die Geist­li­chen in Dachau, Möd­ling 1971, S 363

[2] am 29.09.1942 nach Wei­ler

http://pl.wikipedia.org/wiki/Bronisław_Kostkowski

www.slupsk.pl/miasto/dokumenty/747.html

www.prawy.pl/historia/3887-raczej-smierc-wybiore-niz-sprzeniewierze-sie-powolaniu-bl-bronislaw-kostkowski

 

 

 

 

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