Vereinsgründung 29.11.2018


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Dachau (30.11.2018). „Die­sen Ver­ein hät­ten Sie schon vor 40 Jah­ren grün­den sol­len!“ meinte der stell­ver­tre­tende Land­rat Dr. Edgar Fors­ter am Don­ners­tag Abend im Pfarr­heim der katho­li­schen Kir­chen­ge­meinde Hei­lig Kreuz. Seine Initia­tive, das Geden­ken an die christ­li­chen Mär­ty­rer des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers zu stär­ken, war vor Jahr­zehn­ten an Wider­stän­den geschei­tert. Nun aber wurde der Ver­ein „Selige Mär­ty­rer von Dachau e.V.“ aus der Taufe geho­ben. Monika Neu­dert, die seit 2012 bereits Spre­che­rin des „Freun­des­krei­ses Selige aus dem KZ Dachau“ war, nannte in der Grün­dungs­ver­samm­lung das Ziel des neuen Ver­eins: „Wir wol­len nicht nur das Anden­ken der christ­li­chen Glau­bens­zeu­gen unter den Häft­lin­gen pfle­gen, erfor­schen und wach hal­ten, son­dern auch  Impulse für unsere heu­tige Gesell­schaft aus dem rei­chen Erbe der Spi­ri­tua­li­tät der Mär­ty­rer aus der Pries­ter­ge­mein­schaft des Lagers sowie der  dort gefan­ge­nen Laien geben“.

Im  Pries­ter­block des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers waren mehr als 2700 Geist­li­che meh­re­rer Kon­fes­sio­nen, meist Katho­li­ken, inhaf­tiert. Über 1000 wur­den zu Tode gequält. Beson­ders grau­sam behan­delt wur­den pol­ni­sche Pries­ter, die den größ­ten Teil der Häft­linge des Blocks bil­de­ten. 56 Insas­sen wur­den bereits selig­ge­spro­chen. Damit bekun­dete die Kir­che das Ver­trauen, dass der betref­fende Mensch die Voll­en­dung bei Gott bereits erreicht hat, und Gläu­bige kön­nen ihn um seine Für­spra­che anru­fen.

Ein Dreier-Vorstandsteam wurde bei jeweils eige­ner Ent­hal­tung ein­stim­mig gewählt. 1. Vor­sit­zende ist Monika Neu­dert, 2. Vor­sit­zende Dr. Joanna Lange und Schatz­meis­te­rin Olga Lutz . Sie stre­ben unter ande­rem auch die Orga­ni­sa­tion von Ver­an­stal­tun­gen an, die dem Zweck des Ver­eins för­der­lich sind. Ein­stim­mig wurde auch die Ver­eins­sat­zung beschlos­sen.

Pfar­rer Hein­rich Denk betonte, das Zeug­nis der Dach­auer Mär­ty­rer zeige, dass Gott­ver­trauen auch in schlim­men Lebens­um­stän­den Trost spen­den kann. Ein Teil­neh­mer der Ver­samm­lung aus Dachau erin­nerte sich daran, dass Häft­linge aus dem KZ auf dem Weg zum Arbeits­kom­mando auf ihrem Weg genau dort lang gin­gen, wo heute sein Grund­stück liegt. Das habe ihm Kraft gege­ben, weil er sich sagte „Wenn die gefan­ge­nen Pries­ter das aus­hal­ten und nicht vom Angeot gebrauch gemacht haben ihren Glau­ben zu ver­leug­nen um dafür frei zu kom­men, dann schaffst Du es auch, das zu  ertra­gen, was Dir in Dei­nem Leben schwer vor­kommt“. Drei Gäste der Grün­dungs­ver­samm­lung waren nicht aus Dachau oder Umge­bung, son­dern eigens aus dem mehr als 300 Kilo­me­ter ent­fern­ten Sach­sen ange­reist. Schon vor der Sit­zung hat­ten 7 Inter­es­sierte ihre unter­zeich­nete Bei­tritts­er­klä­rung geschickt, die nicht per­sön­lich zur Grün­dungs­sit­zung kom­men konn­ten, einer lebt in Nordrhein-Westfalen.

Der Ver­ein Mär­ty­rer aus Dachau e.V. strebt nun sei­nen Ein­trag ins Ver­eins­re­gis­ter an, der auch die Aner­ken­nung der Gemein­nüt­zig­keit und damit die steu­er­li­che Absetz­bar­keit der für die wei­tere Arbeit wich­ti­gen Spen­den bedeu­tet. Eine erste Rück­spra­che mit dem zustän­di­gen Finanz­amt lässt dies­be­züg­lich keine Pro­bleme erwar­ten. Nähere Infor­ma­tio­nen über die Arbeit des Ver­eins erhal­ten Inter­es­sen­ten unter   www.selige-kzdachau.de

 

Bild­un­ter­schrift:

Der Ver­eins­vor­stand (v.l.): Olga Lutz, Monika Neu­dert und Dr. Joanna Lange.

 

Bericht der Süd­deut­schen Zei­tung Link

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