Vereinsgründung

 

Der Freundeskreis Selige aus dem KZ Dachau plant für den kommenden Herbst die Gründung eines eingetragenen, gemeinnützigen Vereins.

Er soll die Verbreitung und Erhaltung des Andenkens der christlichen Märtyrer,  unter den Häftlingen des Konzentrationslagers,

ihr Glaubenszeugnis und ihre Spiritualität

insbesondere der kanonisierten Märtyrer, auf eine breitere Basis stellen.

Geplant sind unter anderem die Organisation von Gottesdiensten, Vorträgen und anderen Veranstaltungen,

die Vernetzung mit gleichgesinnten Organisationen und Initiativen,

die Verbreitung von Wissen um die Verfolgung der christlichen Kirchen im Dritten Reich und

der Einsatz für die Versöhnung zwischen den Völkern, insbesondere den Völkern, aus denen die selig Gesprochenen stammen,

im Geiste der Seligen von Dachau.

 Das Datum der Vereinsgründung steht noch nicht fest.

Wer bereits jetzt sein Interesse an einer Mitgliedschaft oder einer Teilnahme an der Gründungssitzung bekunden möchte, ist herzlich eingeladen, sich unter der E-Mail-Adresse info@selige-kzdachau.de an die Sprecherin des Freundeskreises, Monika Neudert, zu wenden.

Sobald weitere Einzelheiten feststehen, werden an dieser Stelle neue Informationen bekanntgegeben.

Klemes Hogen-Ostlender

Tafel für Giuseppe Girotti

 

An der Begrenzungsmauer des KZ-Ehrenfriedhofs Leitenberg in Dachau, Ortsteil Etzenhausen,

erinnert seit kurzem eine Gedenktafel an den selig gsprochenen Dominikanerpater Giuseppe Girotti,

 

der am 1. April 1945, nur vier Wochen vor der Befreiung des Lagers durch US-Truppen, im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde.

 

Die Tafel stammt aus dem Museum des ehemaligen Turiner Gefängnisses „Le Nuove“,

einer der Anstalten, in denen Giuseppe Girotti vor seiner Verschleppung nach Dachau gefangen gehalten wurde.

 

Das Museum würdigt die zahlreichen italienischen Juden, die Opfer der damaligen Rassegesetze des Landes wurden und der Menschen,

die sie wie der Dominikanerpater unter Einsatz ihres eigenen Lebens zu retten versuchten.

Der Text der Gedenktafel lautet ins Deutsche übersetzt

 

Zu Ehren des Seligen Giuseppe Girotti,

 

19.7. 1905 – 1.4.1945,

 

Märtyrer der Liebe, der hier ruht.

 

Dachau, 12. 6. 2018,

 

Museum des Gefängnises Le Nuove, Turin.“

 

 

Das Gefängnismuseum hat die Tafel anbringen lassen, weil 2018 des Inkrafttretens der italienischen Rassegesetze vor 80 Jahren gedacht wird.

 

Es veranstaltet acht Jahrzehnte nach der Ausgrenzung und Verfolgung der Juden in Italien auch eine Ausstellung, bei der 160 italienische Karikaturisten durch Comics und Animationen an den Schrecken des damaligen Antisemitismus erinnern.

 

Nach der Besetzung Italiens durch deutsche Truppen 1943 unterhielt die SS in dem Turiner Gefängnis ein Sammellager.

 

Juden und Widerstandskämpfer wurden dort vor dem Transport nach Deutschland eingekerkert und gefoltert.

 

Aber auch schon vorher wurden Gegner des Mussolini-Regimes dort gefangengehalten.

 

In der Kirche der einstigen Haftanstalt finden an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat um 10.30 Uhr auch heute noch Heilige Messen im Gedenken an die Opfer des Faschismus, unter denen auch der in Dachau ermordete Dominikanerpater Giuseppe Girotti war, statt.

 

 

Klemens Hogen Ostlender

Neue Gedenktafel für Titus Brandsma


Mitglieder des Ordens der Brüder der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel haben mit ihrem Generalprior, Pater Fernando Millan Romeral, O.Carm.,

die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau besucht und dort im Gedenkraum des Museums eine Erinnerungstafel für die zehn Mitglieder ihres Ordens, die an diesem Ort eingekerkert waren, angebracht.

Unter den Todesopfern des Ordens waren auch die seligen Märtyrer 

Titus Brandsma aus den Niederlanden (seliggesprochen 1995) und

Pawel Hilary Januszewski aus Polen (seliggesprochen 1999).

Mit dieser Zeremonie wurde der internationale Ausbildungsweg für Karmelitenschüler in zeitlicher Profess abgeschlossen, der in den Niederlanden und in Deutschland stattgefunden hatte.

Die Feier begann mit der Begrüßung durch die Priorin des Karmel Heilig Blut von Dachau, Schwester Irmengard Schuster. Sie veranschaulichte den rund 50 Teilnehmern die Geschichte und das Motiv der Präsenz der Nonnen an einem solchen Ort: Wiedergutmachung und Gebet für Versöhnung und Frieden.

Die anwesenden Karmeliten wurden dann in einer Prozession zur Gedenkstätte des Lagers geführt, wo der Generalprior die Tafel enthüllte, der an die zehn Karmeliten, acht Polen und zwei Niederländer, die an diesem von Leid und Unterdrückung gewesen waren, erinnert.

Die Teilnehmer, unter ihnen auch eine Schwester aus Nijmegen, wo Titus Brandsma dem Karmel St. Josef angehört hatte, hatten auch die Gelegenheit, die Direktorin der Dachauer Gedenkstätte, Dr. Gabriele Hammermann, zu begrüßen.

Danach erlebten einen berührenden Moment des gemeinsamen Gebets an der Stelle, an der Block 26 des Priesterblocks gestanden hatte, in dem die meisten Karmeliter-Häftlinge gefangen.

Sie feierten anschließend die Eucharistie in der Kapelle des Dachauer Karmel, wo diese große Gruppe junger Karmeliter mit großer Gastfreundschaft, Freude und Brüderlichkeit empfangen wurde.

Im Namen der Vorbereitungskommission dankte Pater Benny Phang Khong Wing, O. Carm., General Councilor for Formation, den Schwestern für ihre Anwesenheit im Lager und für ihr eindringliches Zeugnis.

Klemens Hogen-Ostlender

 

Quellen:

 

http://ocarm.org/en/content/citoc/ceremony-honoring-carmelites-interred-dachau

 

https://dachau.karmelocd.de/start/

 

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