70. Todestag Karl Leisner


Kaiser-Haas Ansprache II

Bericht über Feier und Got­tes­diens­tes am 12.08.2015

Zu Beginn tra­fen sich zahl­rei­che Gläu­bige beim Denk­mal des Münch­ner Bild­hau­ers Alex­an­der Hen­sel­mann an der Zufahrt­strasse zum Wald­s­a­na­to­rium, das mit Blu­men geschmückt war. Weih­bi­schof Sieb­ler hielt eine kurze Sta­tio, wäh­rend der die Nichte des seli­gen Karl Leis­ner, Monika Kaiser-Haas über ihren Onkel sprach. Heute vor 70 Jah­ren war er im nahen Wald­s­a­na­to­rium an der im KZ Dachau nicht behan­del­ten TBC gestor­ben. Sie erin­nerte an die 3 Wün­sche für die Karl Leis­ner betete: Pries­ter­weihe, Befrei­ung und Gesund­heit. Der Wunsch der Pries­ter­weihe wurde durch die heim­li­che Weihe in der Kapelle des Pries­ter­blocks des KZ Dachau im Dezem­ber 1944 erfüllt. Die Flucht aus der Qua­ran­täne des befrei­ten KZ Dachau erlebte Karl Leis­ner am 04.05.1945. Danach wurde er 100 Tage im Wald­s­a­na­to­rium bis zum Tod lie­be­voll und kom­pe­tent gepflegt, dafür war er sehr dank­bar, wie Zitate aus sei­nem Tage­bruch ver­deut­lich­ten. Er genoß seine Frei­heit, ent­spre­chend sei­nem fro­hen Natu­rell. Einen beson­de­ren Dank sprach Frau Kaiser-Haas den barm­her­zi­gen Schwes­tern im Wald­s­a­na­to­rium aus, die das Anden­ken des fro­hen Glau­bens­zeu­gen bis heute pfle­gen und viele inter­es­sierte Gäste emp­fan­gen. Sie hat­ten dem tod­kran­ken Karl damals kos­ten­los die best­mög­lichste ärzt­li­che Betreu­ung gege­ben. Die Gesund­heit erlangte Karl Leis­ner nicht mehr, er ver­traute sein Schick­sal zuletzt der Got­tes­mut­ter Maria an. Kurz vor dem Tod konnte Karl den Besuch sei­ner Eltern und Schwes­tern erle­ben am 10.08.1945. Die Worte sei­nes letz­ten Tage­buch­ein­trags hier in Pla­negg lau­te­ten: „Segne auch Höchs­ter meine Feinde.“ Diese Worte inter­pre­tierte Frau Kaiser-Haas als Karls Ver­mächt­nis, Aus­druck sei­ner Nach­folge Christi und Auf­ruf zu Ver­söh­nung gegen Hass und Gewalt, Aus­druck sei­ner geleb­ten Nächs­ten­liebe und Auf­ruf zur Ver­söh­nung der Völ­ker in Europa.

Rosen­kranz­be­tend zogen die Anwe­sen­den anschlie­ßend zum nahen Wald­s­a­na­to­rium, wo in der über­vol­len Kapelle eine Eucha­ris­tie­feier zu Ehren des Seli­gen Karl Leis­ner gefei­ert wurde. Kar­di­nal Wet­ter erin­nerte in sei­ner Pre­digt an den Seli­gen. (Seite des Erz­bis­tum München/Freising zum Text der Pre­digt)

Im Anschluss luden die barm­her­zi­gen Schwes­tern zu einem gesel­li­gen Zusam­men­sein in ihrem Haus.

Link zum Münch­ner Kir­chen­ra­dio mit Inter­view mit Dr. See­ger, anläss­lich des 70. Todes­tag von Karl Leis­ner

Münch­ner Kir­chen­nach­rich­ten zum Bei­trag der Münch­ner Kir­chen­nach­rich­ten zum Gedenk­tag des Seli­gen

Monika Neu­dert

Text der Ein­la­dung zum Got­tes­dienst

Gedenk­got­tes­dienst zum 70. Todes­tag von Karl Leis­ner

Kar­di­nal Wet­ter und Weih­bi­schof Sieb­ler kom­men ins Wald­s­a­na­to­rium


Zum 70. Mal jährt sich heuer der Todes­tag des seli­gen Pries­ters Karl Leis­ner. Aus die­sem Anlass fin­det am Mitt­woch, 12. August 2015, im Wald­s­a­na­to­rium ein Gedenk­got­tes­dienst statt, der wegen des Jubi­lä­ums etwas her­aus­ge­ho­be­ner gefei­ert wird. Treff­punkt ist um 19 Uhr am Karl-Leisner-Denkmal, wo der eme­ri­tierte Weih­bi­schof Engel­bert Sieb­ler eine Sta­tio hält. Haupt­ze­le­brant der Hei­li­gen Messe in der Kapelle des Wald­s­a­na­to­ri­ums ist dann Fried­rich Kar­di­nal Wet­ter. Die Barm­her­zi­gen Schwes­tern vom hei­li­gen Vin­zenz von Paul, Trä­ger der Senioren- und Pfle­ge­ein­rich­tung, laden alle Inter­es­sier­ten ein, am Gedenk­got­tes­dienst teil­zu­neh­men. Im Anschluss besteht die Mög­lich­keit zur Begeg­nung.

Karl Leis­ner starb am 12. August 1945 im dama­li­gen Lun­gensa­na­to­rium an den Fol­gen einer mehr­jäh­ri­gen Haft im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dachau. Im KZ war er am 17. Dezem­ber 1944 heim­lich zum Pries­ter geweiht wor­den. Nach der Befrei­ung des KZ wurde der ster­bens­kranke Karl Leis­ner ins Wald­s­a­na­to­rium gebracht, wo ihn die Barm­her­zi­gen Schwes­tern bis zu sei­nem Tod pfleg­ten.

Karl Leis­ner wurde 1996 selig gespro­chen. In der Nähe des Wald­s­a­na­to­ri­ums wurde dar­auf­hin ein Denk­mal zu Ehren des seli­gen Karl Leis­ner errich­tet. Das Ster­be­zim­mer Karl Leis­ners haben die Barm­her­zi­gen Schwes­tern annä­hernd im ursprüng­li­chen Zustand bewahrt und hal­ten es für Besu­cher offen.

Quelle: Alten- und Pfle­ge­heim Wald­s­a­na­to­rium bei Pla­negg

Link Erz­bis­tum Mün­chen

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