Gedenkmesse für NS-Märtyrer in Linz

Dachau: Am 12.06.2015 fin­det in Linz, Öster­reich,  in der Kar­me­li­ten­kir­che ein Gedenk­got­tes­dienst für Mär­ty­rer des 20. Jahr­hun­derts, ins­be­son­dere Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien in Öster­reich  statt.

Viele Häft­linge, die im KZ Dachau als nicht mehr arbeits­fä­hig ein­ge­schätzt wur­den, brachte man ins Schloss Hart­heim bei Linz, um sie dort durch Gift­gas zu ermor­den. Auch zahl­rei­che Geist­li­che, Mär­ty­rer und ins­bes. 14 der selig gespro­che­nen pol­ni­schen Mär­ty­rer waren dar­un­ter. In das KZ Maut­hau­sen wur­den Geist­li­che aus dem KZ Dachau gebracht, als die­ses vor Kriegs­be­ginn vor­über­ge­hend fast geräumt wurde. Einige wur­den dort ermor­det, andere spä­ter ins KZ Dachau zurück­ge­bracht.

Gast­ge­ber des Got­tes­diens­tes sind die Kar­me­li­ten in Linz. Zele­brant wird seine Exzel­lenz Bischof Lud­wig Schwarz sein.

Beginn: 17.30, Land­str. 33, 4020 Linz, Öster­reich.

Bericht Kar­mel Linz auf der Seite des Kar­mel  Öster­reich

Gruß­wort des Gruß­worte des Apos­to­li­schen Nun­tius, Erz­bi­schof Zurbrig­gen und Fotos Seite des Kar­mel Linz

PRESSEMITTEILUNG
Geden­kin­itia­tive „Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“
Pres­se­in­for­ma­tion
Zusam­men­fas­sen­der Bericht
zur
Gedenk­messe 2015 „Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer
der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“
in der Kar­me­li­ten Kir­che Linz am 12. Juni 2015 aus Anlass des
Kriegs­en­des vor 70 Jah­ren Linz, 24. 06. 2015
Aus Anlass des Kriegs­en­des vor 70 Jah­ren und 15 Jahre nach Her­aus­gabe dreier Bände „Blut­zeu­gen des Glau­bens“ in Öster­reich fand in Linz ein spe­zi­el­ler Gedenk­got­tes­dienst im Hin­blick auf die Mär­ty­rer des 20. Jahr­hun­derts unter dem Titel „Pries­ter,
Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“ auf natio­na­ler Ebene statt.
S. E. Bischof Dr. Lud­wig Schwarz fei­erte als Haupt­ze­le­brant zusam­men mit S. E. Nun­tius Prof. Dr. Zurbrig­gen und P. Roberto Maria Pirastu OCD, Pro­vin­zial der Kar­me­li­ten in Öster­reich, und wei­te­ren 12 Pries­tern die Messe in der Kar­me­li­ten Kir­che in Linz. Der Gedenk­got­tes­dienst „Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“ wurde einer­seits von Radio Maria live über­tra­gen und fand ande­rer­seits sei­nen Nie­der­schlag in kirch­li­chen Medien.
Die Geden­kin­itia­tive „Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“ (Spre­cher: Univ.- Lek­tor HR DI Dr. Hans Peter Jeschke) hat unter Bezug auf „Ter­tio mill­en­nio adve­ni­ente“, dem Basis­do­ku­ment
des Geden­kens vom hl. Papst Johan­nes Paul II, im Vor­jahr den Vor­schlag einer Gedenk­messe 2015 ein­ge­bracht und aus Anlass des Kriegs­en­des vor 70 Jah­ren die orga­ni­sa­to­ri­sche bzw. inhalt­li­chen Kon­zep­tion über­nom­men.

Die­ser Vor­schlag wurde von S. E. Nun­tius Prof. Dr. Zurbrig­gen, S. E. Diö­ze­san­bi­schof Dr. Schwarz und der Ordens­pro­vinz der Kar­me­li­ten in Öster­reich auf­ge­grif­fen und die Abhal­tung der Messe
am 12. Juni in Linz ermög­licht. In Abspra­che mit der Supe­rio­ren­kon­fe­renz hat das Pro­vin­zi­alat der Kar­me­li­ten in Öster­reich eine Aus­stel­lung „NS-Opfer aus dem Bereich des gott­ge­weih­ten Lebens“ als einen wei­te­ren wich­ti­gen Bau­stein hin­zu­ge­fügt. Der Bericht­er­stat­ter stellte dar­über hin­aus für die genannte Aus­stel­lung in der Krypta der Kar­me­li­ten Kir­che drei Tafeln samt erläu­tern­dem Text („Sys­tem der KZ – Haupt­la­ger in Europa“, „Memo­rial Land­scape Maut­hau­sen / Gusen / St. Geor­gen“ und „Topo­gra­phie des Ter­rors“ in der Region / im his­to­ri­schen „NS-Funktionsdreieck“) der Eröff­nungs­aus­stel­lung in der KZ Gedenk­stätte Maut­hau­sen (Modul  „Memo­rial Land­scape“) zur Ver­fü­gung.
Haupt­ze­le­brant S. E. Diö­ze­san­bi­schof Dr. Schwarz hob in sei­ner Pre­digt her­vor, dass die Kir­che Ende des 20. Jahr­hun­derts „erneut zur Mär­ty­rer­kir­che gewor­den sei „. Die Mär­ty­rer, wie der hl. Johan­nes Paul II. aus­führte, hät­ten der Ver­su­chung ihrer Zeit wider­stan­den, „das ele­men­tare Recht auf Leben zu miss­ach­ten und die sitt­li­chen Maß­stäbe zu ver­leug­nen“. Die Kir­che Öster­reichs hat daher zum Hei­li­gen Jahr 2000 eine „Doku­men­ta­tion“ ange­legt – drei Bände „Blut­zeu­gen des Glau­bens“ Mar­ty­ro­lo­gium des 20.
Jahr­hun­derts (Jan Mit­krut (Hrsg.)). Die­ses Mar­ty­ro­lo­gium des 20. Jahr­hun­derts war und ist daher auch ein spi­ri­tu­el­ler und zeit­ge­schicht­li­cher Bezugs­punkt für das Geden­ken in Öster­reich.

S. E. Nun­tius Prof. Dr. Zurbrig­gen sprach unter ande­rem vom gro­ßen Anlie­gen des „katholisch-ökumenischen Geden­ken“ unse­res hl. Johan­nes Paul II., die Erin­ne­rung an die Glau­bens­zeu­gen zu bewah­ren. Öku­me­nisch müsse es inso­fern sein, da das Zeug­nis
für Chris­tus bis hin zum Blut­ver­gie­ßen „gemein­sa­mes Erbe“ aller christ­li­chen Kon­fes­sio­nen gewor­den sei. Die klar umris­sene päpst­li­che Wei­sung galt welt­weit. Als Johan­nes Paul II. mit Blick auf das Jubi­lä­ums­jahr 2000 das Apos­to­li­sche Schrei­ben Ter­tio mill­en­nio
adve­ni­ente erließ, stan­den ihm die Glau­bens­zeu­gen vor Augen, die dem Ver­ges­sen ent­ris­sen wer­den soll­ten. Mit die­ser Ana­lyse ver­band der aus dem Osten Euro­pas kom­mende Pon­ti­fex, der Gefahr der Geschichts­ver­ges­sen­heit ent­ge­gen­wir­kend, einen uni­ver­sal­kir­ch­li­chen Auf­trag: „Soweit als mög­lich dür­fen ihre Zeug­nisse in der Kir­che nicht ver­lo­ren gehen. Wie beim Kon­sis­to­rium emp­foh­len wurde, muss von den Orts­kir­chen
alles unter­nom­men wer­den, um durch das Anle­gen der not­wen­di­gen Doku­men­ta­tion nicht die Erin­ne­rung an die­je­ni­gen zu ver­lie­ren, die das Mar­ty­rium erlit­ten haben“. In die­sem Gedenk­jahr 2015 ist es daher hoch an der Zeit, den Weg eines „katholisch-ökumenischen“
Geden­kens von Papst Johan­nes Paul II wie­der auf­zu­grei­fen! S. E. Nun­tius Prof. Dr. Zurbrig­gen bedankte sich daher für die Initia­tive und Vor­be­rei­tung die­ser Gedenk­messe 2015 und wünschte ihr in den kom­men­den Jah­ren rei­che Frucht.

Geden­kin­itia­tive „Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“
Struk­tur des Geden­kens
Im Ablauf der Gedenk­messe kommt die­ses Ziel der Erin­ne­rung in Für­bit­ten zum Aus­druck, in denen die Opfer teil­weise auch nament­lich genannt wer­den.
Die Messe erhält eine beson­dere Dimen­sion durch das spe­zi­elle Anden­ken an die -teil­weise erst­mals – aus­ge­wähl­ten Opfer/Opfergruppen durch eine „Kurz­mar­kie­rung“
der Person/Personengruppe und damit im Zusam­men­hang ste­hende „Für­bit­ten“. Die Aus­wahl erfolgte auch unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung eines tra­gi­schen Brenn­punkts der Ver­nich­tung in Europa im jet­zi­gen Öster­reich / Bay­ern liegt im his­to­ri­schen
„NS-Funktionsdreieck“ der Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger und Ver­nich­tungs­stät­ten Dachau, Schloss Hart­heim und Mauthausen/Gusen. Das Schloss Hart­heim war nicht „nur“ Ver­nich­tungs­stätte des “unwer­ten Lebens“ (NS-Tarnbezeichnung „T4“), son­dern auch nach Zurück­nahme von „T4“ nach außen externe Ver­nich­tungs­stätte für die Lager in Dachau und Maut­hau­sen / Gusen für die Häft­linge im All­ge­mei­nen und daher auch für den in der Messe fokus­sier­ten Per­so­nen­kreis (NS-Tarnbezeichnung „Son­der­be­hand­lung 14f13“). Erst­mals wur­den nun im Rah­men eines Got­tes­diens­tes z. B. der in Hart­heim
ver­gas­ten Pries­ter auch als Gruppe gedacht, wel­che im Rah­men der NS-Aktion mit der Tarn­be­zeich­nung „Son­der­be­hand­lung 14f13“ ermor­det wur­den. Gleich­zei­tig wur­den auch Opfer des Kom­mu­nis­mus in den Blick genom­men (Kreuz­schwes­tern).
Opfer / Opfer­grup­pen – Das Mar­ty­rium von Pries­tern, Ordens­leu­ten und Laien –
„Das ist ein Zeug­nis, das nicht ver­ges­sen wer­den darf“
So galt das Geden­ken
•• den Karmeliten-Märtyrern P. Jaques de Jesus (1900 -1945) und P. Pau­lus Wörndl
(1894 -1944) – Text und Für­bitte: Pro­vin­zial P. Roberto,
•• den 335 in der Gas­kam­mer von Schloss Hart­heim hin­ge­rich­te­ten Pries­tern aus dem KZ Dachau (vgl. Schwan­nin­ger (2009): Pries­ter als Opfer der „Son­der­be­hand­lung 14f13“ in Hart­heim. S. 89 ff.) – Text und Für­bitte: Fr. Mar­ga­rete Schmid / Hart­heim (Geden­kin­itia­tive),
•• wei­ters erst­mals in län­der­über­grei­fen­der Zusam­men­ar­beit (Freun­des­kreis Selige aus dem KZ Dachau) den Mär­ty­rern im Pries­ter­block des KZ Dachau, wo 2.720 Pries­ter
aus 20 Natio­nen gefan­gen waren – Text und Für­bitte: Fr. Monika Neu­dert / Freun­des­kreis Selige aus dem KZ Dachau,
•• den geschätz­ten 380 Pries­tern, Ordens­an­ge­hö­ri­gen und Laien, wel­che Häft­linge in den Lagern Gusen I, II und III waren – Text und Für­bitte: P. Mag. Her­bert Sojka, Pol­ni­sche Gemeinde Linz,
•• oder auch der KZ-Häftlinge aus den Rei­hen der Zis­ter­zi­en­ser des Stif­tes Wil­he­ring rund um den dem Hun­ger­tod preis­ge­ge­be­nen Abt Bern­hard Burg­stal­ler (1886-1941), Auf­he­bung des Stif­tes und KZ – Haft von Mit­brü­dern (Jus­tus Just u. a. (Stift Wil­he­ring)) – Text und Für­bitte: Abt Mag. Dr. Rein­hold Dessl.
•• Wei­tere Opfer, derer in Linz gedacht wurde, waren die vom Natio­nal­so­zia­lis­mus und im Kom­mu­nis­mus ermor­de­ten Kreuz­schwes­tern – Text und Für­bitte: Sr. Gabriele Scha­chin­ger, Pro­vinzobe­rin der Kreuz­schwes­tern Linz,
•• oder die in Maut­hau­sen und sei­nen Neben­la­gern zahl­rei­chen ermor­de­ten Mit­glie­der der fran­zö­si­schen Arbei­ter­ju­gend (Jeu­nesse Ouvrière Chré­ti­enne, JOCis­ten) wie etwa Mar­cel Callo (1921-1945), Jean Per­rio­lat (1920-1945) und der Pries­ter Jean Batif­fol
(1907-1945) – Text und Für­bitte: Rose­ma­rie Pabel, Vize­pos­tu­la­to­rin für Mar­cel Callo im deut­schen Sprach­raum in län­der­über­grei­fen­der Zusam­men­ar­beit (D 65817 Epp­stein).
•• Auch an den ita­lie­ni­schen Pries­ter Nar­ciso Sordo (1899-1945) als Häft­ling in Gusen und das „Memo­rial Gusen“ – Text und Für­bitte: Fr. Prof. Dr.in Elena Ricci- Bachin­ger / Geden­kin­itia­tive wurde erin­nert.
•• Den Abschluß bil­dete die Erin­ne­rung an die “Blut­zeu­gen des Glau­bens“, die bis zum Jahr 2000 – ins­ge­samt 72 Per­so­nen im drei­bän­di­gen öster­rei­chi­schen Mar­ty­ro­lo­gium des 20. Jahr­hun­derts (Jan Mikrut (Hrsg. 1999/2000)) erfasst sind, – Text und Für­bitte:
DI Dr. Hans Peter Jeschke / Geden­kin­itia­tive und „Memo­rial Land­scape“.
•• Nach der Messe war der Vor­trag „Die Mär­ty­rer des 20. Jahr­hun­derts“ von Prof. Dr. Roman Sie­ben­rock, Uni­ver­si­tät Inns­bruck / Insti­tut für Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie, am Pro­gramm.
Aus­blick
Die Messe hat – von ihrem zeit­his­to­ri­schen Hin­ter­grund bedingt – eine euro­päi­sche Dimen­sion, weil die Opfer / Opfer­grup­pen aus den Herr­schafts­be­rei­chen der genann­ten Sys­teme in ganz Europa stam­men und daher in sich schon – tra­gi­scher Weise – „inter­na­tio­nal“ sind. Ziel der genann­ten Gewalt­herr­schaf­ten war die Aus­lö­schung der Reli­gion und daher auch der Katho­li­schen Kir­che bzw. ihrer „Reprä­sen­tan­ten“.
15 Jahre danach, anläss­lich des 70. Jah­res­ta­ges des Endes des Zwei­ten Welt­kriegs und der Befrei­ung Euro­pas wurde mit die­ser Messe erst­mals öster­reich­weit aller, die in den erwähn­ten Bän­den ent­hal­ten sind (72 Per­so­nen), und der durch wei­ter­füh­rende,
aktu­elle zeit­ge­schicht­li­che For­schung iden­ti­fi­zier­ten Opfer gedacht. Die letzt­ge­nannte große Gruppe über­steigt bereits in einem gro­ßen Umfang die im Jahr 2000 erho­bene Anzahl. In die­sem Gedenk­jahr 2015 ist es daher hoch an der Zeit, den Weg eines „katholisch-
öku­me­ni­schen“ Geden­kens im Sinn von Papst Johan­nes Paul II wie­der ver­tieft auf­zu­grei­fen bzw. die Grund­la­gen­for­schung nach den Kri­te­rien des Mar­ty­ro­lo­gi­ums
hier­für zu inten­si­vie­ren!

Geden­kin­itia­tive „Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen
und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“
c/o Univ.- Lek­tor HR DI Dr. Hans Peter Jeschke
Blü­ten­straße 13/1/40, 4040 Linz. Mail: hans.peter.jeschke@liwest.at M.: 0664 1188044
PS: Mate­ria­lien zur Memo­ri­al­land­schaft Maut­hau­sen / Gusen / St. Gusen sind abruf­bar
unter „Die stum­men Zeu­gen ….“ >>> http://igr.aau.at/de/forschung/kgs28.

 

Pres­se­in­for­ma­tion zur Gedenk­messe 2015

„Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“ in Öster­reich
Die Geden­kin­itia­tive „Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“ hat im Vor­jahr bei der Ordens­pro­vinz der Kar­me­li­ten in Öster­reich den Vor­schlag einer Gedenk­messe 2015 ein­ge­bracht.
P. Roberto Maria Pirastu OCD, Pro­vin­zial der Kar­me­li­ten in Öster­reich, hat die­sen Gedan­ken auf­ge­grif­fen und in Abspra­che mit der Supe­rio­ren­kon­fe­renz eine Aus­stel­lung „NS-Opfer aus dem Bereich des Gott­ge­weih­ten Lebens“ als einen wei­te­ren wich­ti­gen Bau­stein hin­zu­ge­fügt (Aus­stel­lung in der Krypta der Kar­me­li­ten­kir­che Linz.

In die­sem Infor­ma­ti­ons­do­ku­ment sind für zwei Gedenk­mes­sen in Linz und Wien – die Messe in Linz ist bereits mit dem 12. 06. 2015 fixiert – struk­tu­rell und inhalt­lich dar­ge­stellt.
„Ter­tio mill­en­nio adve­ni­ente“ – Basis­do­ku­ment des Geden­kens von Papst Johan­nes Paul II
Als Johan­nes Paul II. mit Blick auf das Jubi­lä­ums­jahr 2000 das Apos­to­li­sche Schrei­ben Ter­tio mill­en­nio adve­ni­ente erließ, stan­den ihm die Glau­bens­zeu­gen vor Augen, die dem Ver­ges­sen ent­ris­sen wer­den soll­ten. Der Gefahr der Geschichts­ver­ges­sen­heit ent­ge­gen­wir­kend, waren es die Mär­ty­rer, die der lau­ern­den Ver­su­chung ihrer Zeit wider­stan­den, das ele­men­tare Recht auf Leben zu miss­ach­ten und die sitt­li­chen Maß­stäbe zu ver­leug­nen. Am Ende des zwei­ten Jahr­tau­sends ist die Kir­che erneut zur Mär­ty­rer­kir­che gewor­den; und sie ist es bis in unse­rer Tage. Die Ver­fol­gung von Gläu­bi­gen – Pries­tern, Ordens­leu­ten und Laien – hat in ver­schie­de­nen Tei­len der Welt eine rei­che Zahl von Mar­ty­rien gezei­tigt. Das Zeug­nis für Chris­tus bis hin zum Blut­ver­gie­ßen ist zum gemein­sa­men Erbe von Katho­li­ken, Ortho­do­xen, Angli­ka­nern und Pro­tes­tan­ten gewor­den, wie schon Paul VI. in der Homi­lie bei der Hei­lig­spre­chung der Mär­ty­rer von Uganda betonte. “Das ist ein Zeug­nis, das nicht ver­ges­sen wer­den darf“.

Mit die­ser Ana­lyse ver­band der aus dem Osten Euro­pas kom­mende Pon­ti­fex einen uni­ver­sal­kir­ch­li­chen Auf­trag: „Soweit als mög­lich dür­fen ihre Zeug­nisse in der Kir­che nicht ver­lo­ren gehen. Wie beim Kon­sis­to­rium emp­foh­len wurde, muss von den Orts­kir­chen alles unter­nom­men wer­den, um durch das Anle­gen der not­wen­di­gen Doku­men­ta­tion nicht die Erin­ne­rung an die­je­ni­gen zu ver­lie­ren, die das Mar­ty­rium erlit­ten haben“. Die klar umris­sene päpst­li­che Wei­sung galt welt­weit. Die Kir­che Öster­reichs hat daher zum Hei­li­gen Jahr 2000 eine „Doku­men­ta­tion“ ange­legt – drei Bände „Blut­zeu­gen des Glau­bens“ Mar­ty­ro­lo­gium des 20. Jahr­hun­derts (Jan Mit­krut (Hrsg.)).

In dem Gedenk­jahr 2015 ist es daher hoch an der Zeit, den Weg eines „katholisch-ökumenischen“ Geden­kens von Papst Johan­nes Paul II wie­der auf­zu­grei­fen! 15 Jahre danach, anläss­lich des 70. Jah­res­ta­ges des Endes des Zwei­ten Welt­kriegs und der Befrei­ung Euro­pas wird mit die­ser Messe öster­reich­weit aller, die in den erwähn­ten Bän­den ent­hal­ten sind (72 Per­so­nen), und der durch wei­ter­füh­rende, aktu­elle zeit­ge­schicht­li­che For­schung iden­ti­fi­zier­ten Opfer gedacht. Die letzt­ge­nannte große Gruppe über­steigt bereits in einem gro­ßen Umfang die im Jahr 2000 erho­bene Anzahl. Einige die­ser Opfer­grup­pen wer­den im Rah­men der Messe exem­pla­risch her­vor­ge­ho­ben.

Gedenk­messe 2015
„Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“
Kar­me­li­ten­kir­che Linz

12. Juni 2015 um 17.30 (Herz Jesu – Fest)

1. Euro­päi­sche Dimen­sion der Gedenk­messe und die große Anzahl
von Opfern (Pries­ter, Ordens­leute, Laien) im „NS-Funktionsdreieck“ von Dachau, Schloss Hart­heim und Mauthausen/Gusen
Die Messe hat – von ihrem zeit­his­to­ri­schen Hin­ter­grund bedingt – eine euro­päi­sche Dimen­sion, weil die Opfer / Opfer­grup­pen aus den Herr­schafts­be­rei­chen der genann­ten Sys­teme in ganz Europa stam­men und daher in sich schon – tra­gi­scher Weise – „inter­na­tio­nal“ sind. In die­sem Gedenk­jahr 2015 ist es daher hoch an der Zeit, den Weg eines „katholisch-ökumenischen“ Geden­kens von Papst Johan­nes Paul II wie­der ver­tieft auf­zu­grei­fen!

Ein tra­gi­scher Brenn­punkt der Ver­nich­tung in Europa im jet­zi­gen Öster­reich / Bay­ern liegt im his­to­ri­schen „NS-Funktionsdreieck“ von Dachau, Schloss Hart­heim und Mauthausen/Gusen. Das Schloss Hart­heim war nicht „nur“ Ver­nich­tungs­stätte des “unwer­ten Lebens“ (NS-Tarnbezeichnung „T4“), son­dern auch nach Zurück­nahme von „T4“ nach außen externe Ver­nich­tungs­stätte für die Lager in Dachau und Maut­hau­sen / Gusen für die Häft­linge im All­ge­mei­nen und daher auch für den in der Messe fokus­sier­ten Per­so­nen­kreis (NS-Tarnbezeichnung „Son­der­be­hand­lung 14f13“). Erst­mals wird daher im Rah­men einer Gedenk­messe nicht nur ein­zel­ner Per­so­nen gedacht, son­dern auch der Pries­ter in Hart­heim und Gusen als Gruppe gedacht.
2. Titel und Gegen­stand des Geden­kens.
Die Messe steht unter dem Titel „Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“.
3. Zele­bran­ten
Bischof Dr. Schwarz wird als Haupt­ze­le­brant zusam­men mit P. Roberto Maria Pirastu OCD, Pro­vin­zial der Kar­me­li­ten in Öster­reich, und ande­ren Pries­tern die Messe in der Kar­me­li­ten Kir­che Linz fei­ern.
4. Struk­tur des Geden­kens
Die Mess­texte und der Ablauf erfolgt nach den lit­ur­gi­schen Vor­ga­ben für einen Gedenk­got­tes­dienst. Die Messe erhält eine beson­dere Dimen­sion durch das spe­zi­elle Anden­ken an die Opfer/Opfergruppen im Rah­men der „Für­bit­ten“. Die reli­giöse Hin­füh­rung zum “Thema“ am Anfang der Messe erfolgt durch Pro­vin­zial P. Roberto.

5. Für­bit­ten und aus­ge­wählte Opfer/Opfergruppen
Im Rah­men der Für­bit­ten wer­den aus­ge­wählte Per­so­nen Für­bit­ten / Geden­ken, jeweils auf den aus­ge­wähl­ten spe­zi­fi­schen Per­so­nen­kreis aus­ge­rich­tet, for­mu­lie­ren. Die Aus­wahl in den Punk­ten 5.1 bis 5.9 erfolgte unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung des tra­gi­schen Brenn­punkts der Ver­nich­tung in Europa im jet­zi­gen Öster­reich / Bay­ern liegt im his­to­ri­schen „NS-Funktionsdreieck“ von Dachau, Schloss Hart­heim und Mauthausen/Gusen.

5.1 P. Jaques de Jesus und P. Pau­lus Wörndl (Kar­me­li­ten)
Für­bitte: Pro­vin­zial P. Roberto.

5.2 335 in der Gas­kam­mer von Schloss Hart­heim hin­ge­rich­tete Pries­ter aus dem KZ Dachau
(Schwan­nin­ger (2009): Pries­ter als Opfer der Son­der­be­hand­lung 14f13 in Hart­heim. S. 89 ff.)
Für­bitte: Fr. Mar­ga­rete Schmid / Hart­heim / Geden­kin­itia­tive.

5.3 Mär­ty­rer in Pries­ter­block Dachau.
Im KL Dachau waren 2720 Pries­ter aus 20 Natio­nen gefan­gen.
Für­bitte: Fr. Monika Neu­dert / Freun­des­kreis Selige aus dem KZ Dachau /
Mün­chen / Dachau.

5.4 380 (bis­he­rige Ein­schät­zung) Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien als Häft­linge in Gusen I, II und III.
Für­bitte: P. Mag. Her­bert Sojka, Pol­ni­sche Gemeinde Linz.
5.5 Abt Bern­hard Burg­stal­ler†, Auf­he­bung des Stif­tes und KZ – Haft von Mit­brü­dern (Jus­tus Just u. a. (Stift Wil­he­ring))
Für­bitte: Abt Mag. Dr. Rein­hold Dessl

5.6 Ermor­dete Kreuz­schwes­tern als Opfer des NS-Terrors und des Kom­mu­nis­mus
Für­bitte: Sr. Gabriele Scha­chin­ger, Pro­vinzobe­rin der Kreuz­schwes­tern Linz

5.7 „JOCis­ten“ als Häft­linge in Maut­hau­sen / Gusen sowie in wei­te­ren Neben­la­gern – Mar­cell Callo, Jean Per­rio­lat, Jean Batif­fol und andere
Für­bitte: Rose­ma­rie Pabel, Vize­pos­tu­la­to­rin für Mar­cel Callo im deut­schen Sprach­raum (D 65817 Epp­stein)
5.8 Don Nar­ciso Dordo als Häft­ling in Gusen und das „Memo­rial Gusen“
Für­bitte: Fr. Prof. Dr.in Elena Ricci-Bachinger / Geden­kin­itia­tive

5.9 Blut­zeu­gen des Glau­bens, die bis zum Jahr 1999/2000 in der Per­so­nen­do­ku­men­ta­tion im öster­rei­chi­schen Mar­ty­ro­lo­gium des 20. Jahr­hun­derts (Jan Mikrut (Hrsg.)) erfasst sind.
Für­bitte: DI Dr. Hans Peter Jeschke / Geden­kin­itia­tive und „Memo­rial Land­scape“

6 Vor­trag „Die Mär­ty­rer des 20. Jahr­hun­derts“ außer­halb der Messe
Prof. Dr. Roman Sie­ben­rock, Uni­ver­si­tät Inns­bruck / Insti­tut für Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie: „Die Mär­ty­rer des 20. Jahr­hun­derts“.
Geden­kin­itia­tive „Pries­ter, Ordens­an­ge­hö­rige und Laien – Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft“
c/o Univ.- Lek­tor HR DI Dr. Hans Peter Jeschke
Blü­ten­straße 13/1/40, 4040 Linz. M.: 0664 1188044

Märtyerlisten aktualisiert

Die Liste der im KZ Dachau gestor­be­nen Mär­ty­rer wurde aktua­li­siert.

Namen und Lebens­da­ten von 90 katho­li­schen Glau­bens­zeu­gen  und 13 Glau­bens­zeu­gen ande­rer Kir­chen wur­den allein aus Deutsch­land gesam­melt. Sie wur­den von den jewei­li­gen Kir­chen  nach Prü­fung zu Mär­ty­rern erklärt.

Grund­lage für die Liste der katho­li­schen Mär­ty­rer aus Deutsch­land ist ins­be­son­dere die erneu­erte 6.  Auf­lage des von Prä­lat Prof. Dr. Hel­mut Moll im Auf­trag der deut­schen Bischofs­kon­fe­renz her­aus­ge­ge­be­nen deut­schen Mar­ty­ro­lo­gi­ums des 20. Jahr­hun­derts, Zeu­gen für Chris­tus.

Wir emp­feh­len einen Blick auf die beein­dru­ckende Zahl und Viel­falt der Glau­bens­zeu­gen, die um ihres christ­li­chen Glau­bens wil­len ver­haf­tet, im KZ Dachau inhaf­tiert und getö­tet wur­den.

Oft wird über­se­hen, dass auch Chris­ten unter der Herr­schaft der Natio­nal­so­zia­lis­ten ver­folgt und getö­tet wur­den. Im KZ Dachau gehör­ten dazu in gro­ßer Zahl Geist­li­che, die aus dem gan­zen Reichs­ge­biet im die­sem Lager zusam­men­ge­fasst wor­den waren, aber auch eine große, bis­her wenig bekannte Zahl an Laien.

Ihr Zeug­nis möge uns und unse­rer Welt hel­fen den christ­li­chen Glau­ben zu erneu­ern.

 

ergänzt wur­den:

Alpha­be­ti­sche Liste der Mär­ty­rer Link

Liste der katho­li­schen Mär­ty­rer aus  Deutsch­land Link

 

Biografie Brandsma


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Neue aus­führ­li­che Bio­gra­fie über das Leben und die Spi­ri­tua­li­tät des seli­gen P. Titus Brandsma

 

Dachau, 15.05.2015 Auf unse­rer Inter­net­seite steht Ihnen nun eine aus­führ­li­che Bio­gra­fie über den nie­der­län­di­schen Seli­gen P. Titus Brandsma zur Ver­fü­gung. Bis­her sind im Inter­net nur kurze Infor­ma­tio­nen über die­sen Seli­gen zu fin­den.

 

P. Titus Brandsma, Relief im Hof des Kar­mel Hei­lig Blut Dachau

 

Als ers­ter Häft­ling des KZ Dachau wurde er vor 30 Jah­ren durch Papst Johan­nes Paul II selig gespro­chen.

Seine außer­ge­wöhn­li­che Per­sön­lich­keit kann auch heute Impulse geben; eine tiefe Got­tes­be­zie­hung und eine beein­dru­ckende Men­schen­freund­lich­keit und Nächs­ten­liebe zeich­nen die­sen Ordens­mann aus.

Als Ver­mächt­nis für uns heute Leben­den kann sein Auf­ruf an die mit­ge­fan­ge­nen Kame­ra­den gel­ten, den Fein­den zu ver­ge­ben.

Die Seite mit der Bio­gra­fie fin­den Sie hier: Link

Den Text der Bio­gra­fie hier: Link

 

Seli­ger P. Titus Brandsma bitte für uns

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