Münchner Kirchenzeitung über Girotti-Gottesdienst

Den fol­gen­den Arti­kel druckte die Münch­ner Kir­chen­zei­tung, die katho­li­sche Zei­tung der Erz­diö­zese Mün­chen und Frei­sing, in ihrer Aus­gabe vom 18.09.2014 ab:

„Komm, Herr Jesus!“

Gedenk­got­tes­dienst zur Selig­spre­chung von Giu­seppe Girotti

DACHAU. „Alles, was ich tue, tue ich aus Liebe“– die­ser Satz beschreibt die Per­son und das Leben des ita­lie­ni­schen Domi­ni­ka­ner­pa­ters Giu­seppe Girotti. Aus Anlass sei­ner Selig­spre­chung im ita­lie­ni­schen Alba, sei­ner Geburts­stadt, fan­den sich zeit­gleich zahl­rei­che Gläu­bige in Dachau ein, um Got­tes­dienst in der Kapelle Regina Pacis auf dem Lei­ten­berg zu fei­ern.

Hier, auf dem KZ-Friedhof, wurde Pater Girotti in einem Mas­sen­grab beige­setzt, nach­dem er am Oster­sonn­tag, dem 1. April 1945 durch eine Gift­spritze ermor­det wor­den war. So fand der Got­tes­dienst quasi am Grab des neuen Seli­gen statt.

Papst Fran­zis­kus wür­digte in einer Anspra­che auf dem Peters­platz das Ver­mächt­nis des Paters: Das „heroi­sche christ­li­che Zeug­nis und das Mar­ty­rium“ des neuen Seli­gen soll­ten den Wunsch nach einer immer enge­ren Bin­dung an Jesus und das Evan­ge­lium för­dern, so der Papst.

Padre Gabriele Paro­lin, Lei­ter der ita­lie­ni­schen Gemeinde Mün­chen, und Pater Paul Schä­fer­s­küp­per OP als Ver­tre­ter der Domi­ni­ka­ner in Bay­ern fei­er­ten die hei­lige Messe in ita­lie­ni­scher und deut­scher Spra­che.

An den Got­tes­dienst schloss sich eine kleine Feier an, zur „festa della libe­ra­tion“, dem ita­lie­ni­schen Gedenk­tag der Befrei­ung. Der ita­lie­ni­sche Gene­ral­kon­sul Filippo Scam­macca del Murgo fand dabei bewe­gende Worte des Dan­kes: „Es ist eine große Freude für mich, die­sen Got­tes­dienst auf dem Lei­ten­berg zu fei­ern.“ Er betonte die Bedeu­tung des ers­ten ita­lie­ni­schen Seli­gen des ers­ten ita­lie­ni­schen Seli­gen unter den vie­len Seli­gen aus dem KZ Dachau für die Stadt Dachau – den Ort des Geden­kens an so viele Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Scam­macca erin­nerte an die christ­li­chen Werte, für die Girotti starb. Diese Werte seien auch heute wich­tig für Ita­lien und Europa – er stehe für den Traum eines freien, demo­kra­ti­schen Euro­pas und sei ein Vor­bild für den Frie­den. Beein­dru­ckend erwähnte er auch die letz­ten Worte des Seli­gen vor sei­nem Tod: „Mara­na­tha. Komm, Herr Jesus!“

Pater Girotti ist der 55. Häft­ling aus dem Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dachau, der als Mär­ty­rer selig­ge­spro­chen wurde. Mit der Beset­zung Ita­li­ens 1943 nahm das Leben des Geist­li­chen eine ver­hee­rende Wen­dung: Auf­grund von Hil­fe­leis­tun­gen für zahl­rei­che Juden wurde er 1944 ver­ra­ten und ver­haf­tet: Nach Auf­ent­halt in ver­schie­de­nen Gefäng­nis­sen kam er ins KZ Dachau. Sei­nen Lei­dens­weg ertrug Girotti mit Fas­sung, mehr noch sah er ihn als direkte Kreu­zes­nach­folge, so kom­men­tierte er seine Ent­klei­dung zu Haft­be­ginn: „Wir sind auf der zehn­ten Sta­tion des Kreuz­we­ges: Jesus wird sei­ner Klei­der beraubt.“ Beson­ders in Erin­ne­rung blieb sein demü­ti­ges und güti­ges Lächeln. Monika Neu­dert

Feiern 100. Geburtstag Alojs Andritzki

Zum 100. Geburts­tag des seli­gen Alojs Andritzki sind in sei­ner Geburts­stadt Radi­bor und in Baut­zen einige Ver­an­stal­tun­gen, Wall­fahr­ten und Got­tes­dienste geplant, siehe unten. oder: www.alojs100.de

Auch aus Dachau fährt einen Gruppe der Kol­ping­fa­mi­lie aus die­sem Anlass in die Geburts­stadt Andritz­kis. Orga­ni­siert wird die Fahrt durch das Dach­auer Forum, siehe unten.

 

Pro­gramm für Wall­fahrt am Wochen­ende nach Radi­bor