neue Infos über polnische Selige

Neue Infos über pol­ni­sche Selige

25.04.2013

Auf unse­rer Home­page ste­hen nun neue Infor­ma­tio­nen über die 45 pol­ni­schen Seli­gen zur Ver­fü­gung. Sie wur­den 1999 zusam­men mit ande­ren Mär­ty­rern als die Gruppe der 108 Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus von Papst Johan­nes Paul II  selig gespro­chen.

Einige bio­gra­fi­sche Daten, Zeug­nisse und Zitate die­ser, bei uns unbe­kann­ten, Seli­gen konn­ten gefun­den wer­den. Sie beein­dru­cken durch Glau­ben­stiefe, Mit­mensch­lich­keit, Bereit­schaft zu Ver­zei­hen und große Hin­gabe an den Wil­len Got­tes.

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Leserbrief

In der Zei­tung „DIE TAGESPOST“ erschien am 06.04.2013 fol­gen­der  Leser­brief:

Selig­spre­chung von Opfern des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ter­rors

Sie bezeug­ten das Licht der Auf­er­ste­hung

Zur Mel­dung „Olpe­ner Ordens­frau kann selig gespro­chen wer­den“ (DT vom  03.April): zusam­men mit dem Selig­spre­chungs­de­kret für Schwes­ter Maria The­re­sia Bon­zel wurde am sel­ben Tag, dem27.03.2013, noch ein ande­res Dekret unter­zeich­net, das für uns Chris­ten in Deutsch­land wich­tig sind. Auch für P. Giu­seppe Girotti wurde das Selig­spre­chungs­ver­fah­ren been­det mit der Aner­ken­nung als Mär­ty­rer. Er wird nun selig gespro­chen. Der ita­lie­ni­sche Domi­ni­ka­ner­pa­ter starb am Oster­sonn­tag 01. April.1945 im KZ Dachau durch eine Ben­zin­spritze. In unse­rem Land voll­en­dete er sei­nen Lebens­lauf im Mar­ty­rium.

Im deutsch­spra­chi­gen Raum gibt es kaum Infor­ma­tio­nen über die­sen barm­her­zi­gen Pro­fes­sor und Exege­ten des Alten Tes­ta­ments, des­sen Liebe zu allen Armen und Lei­den­den und beson­ders zu den „älte­ren Brü­dern“, dem Jüdi­schen Volk, ihn ins Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger gebracht hat. Auch dort endete seine Liebe nicht.

Bitte berich­ten Sie doch auch über die­sen Mann Got­tes. Er wird der 54. Häft­ling aus dem KZ Dachau sein, der zur Ehre der Altäre erho­ben wird. Lei­der ist das wenig bekannt. Im KZ Dachau waren rund        2 800 Geist­li­che und unzäh­lige Laien um ihres Glau­bens Wil­len inhaf­tiert. Über hun­dert wur­den als Mär­ty­rer aner­kannt.

Die­ser Schatz der Kir­che ist bis­her zu wenig bekannt. Die Erfah­run­gen die­ser Män­ner, die in der grau­sa­men, schein­bar gott­lo­sen Hölle des Lagers ihren per­sön­li­chen Kreuz­weg mit dem Herrn erlit­ten und Ihr Leben gaben, erreicht und beein­druckt auch nicht-gläubige Men­schen. Das Zeug­nis die­ser Mär­ty­rer braucht unsere Zeit!

Gestärkt durch die Sakra­mente, Gebet und das Wort Got­tes leis­te­ten diese Män­ner Über­mensch­li­ches im Enga­ge­ment für Mit­ge­fan­gene in kon­kre­ter Nächs­ten­liebe und im seel­sorg­li­chen Ein­satz. Viele haben in der Annahme des unvor­stell­ba­ren Lei­des inne­ren Frie­den und Freude erlebt und aus­ge­strahlt. Sie bezeu­gen, dass die Liebe und die Macht des Auf­er­stan­de­nen stär­ker ist als Hass und Tod, dass Ver­zei­hen mög­lich ist. Was für eine Bot­schaft für uns heute! Für wei­tere Infor­ma­tio­nen möchte ich auf unsere Home­page hin­wei­sen: www.selige-kzdachau.de

Monika Neu­dert, Spre­che­rin des Freun­des­krei­ses Selige aus dem KZ Dachau, 85221 Dachau

 

 

Neuer Seliger P. Giuseppe Girotti OP

Ein neuer Seli­ger aus dem KZ Dachau

(Bei­trag vom 03.04.2013)

Am 27.03.2013 unter­zeich­nete Papst Fran­zis­kus das Selig­spre­chungs­de­kret mit der  Aner­ken­nung des Mar­ty­ri­ums des Domi­ni­ka­ners P. Giu­seppe Girotti.[1]

Ein Ter­min der Selig­spre­chung ist mir noch nicht bekannt.

 

Wer war der neue Selige?

Domi­ni­ka­ner­pa­ter Giu­seppe Girotti, Dr. Theol, Pro­fes­sor

ver­haf­tet am 28.08.1944 oder 29.08.1944 in Rom wegen Unter­stüt­zung von Juden[2]

gefan­gen in Turin, Bozen und ab 09.10.1944 im KZ Dachau

+ am 02.04.1945 im KZ Dachau[3]

 

 Bio­gra­fie:

Giu­seppe Girotti wurde  am 19.07.1905 in Alba im Pie­mont, Ita­lien, in einer beschei­de­nen, aber ange­se­he­nen Fami­lie gebo­ren. Mit drei­zehn Jah­ren begann sein Beru­fungs­weg am klei­nen Semi­nar der Domi­ni­ka­ner in Chieri. Nach er am 03.08.1930 in Chieri zum Pries­ter geweiht, nach­dem er in Turin sein Theo­lo­gie­stu­dium been­det hatte. Danach stu­dierte er wei­ter  an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Ange­li­cum in Rom und  an der Bibel­schule in  Jeru­sa­lem.

Er lehrte in Turin am theo­lo­gi­schen Semi­nar Santa Maria delle Rose und an der Hoch­schule der Con­so­lata Mis­sio­nare, als Pro­fes­sor der Theo­lo­gie, Exegese, Hebrä­isch und Latein[4]. Sein Fach­ge­biet war das Alte Tes­ta­ment, beson­ders das Buch der Weis­heit und die Pro­phe­ten. Er ver­öf­fent­lichte 1937  einen 6-Bändigen  Kom­men­tar zum Alten Tes­ta­ment und arbei­tete an ande­ren Kom­men­ta­ren mit. Im Jahr 1942 ver­öf­fent­lichte er ein Werk  über den Pro­phe­ten Jesaja. In die­ser dop­pel­bän­di­gen Ver­öf­fent­li­chung zeigte sich deut­lich die ganz Tiefe sei­nes enor­men Wis­sens. [5]Er erhielt sogar Aus­zeich­nun­gen des Hei­li­gen Stuhls.

Schon damals nannte er  Mit­men­schen des  jüdi­schen Vol­kes, seine älte­ren Brü­der[6], wie spä­ter der selige Papst Johan­nes Paul II .

Zusätz­lich arbei­tete er als Seel­sor­ger für Alte und Kranke  im Hos­piz in der Nähe sei­nes Klos­ters in Turin. Auch sam­melte er Geld für die Armen. Er war vol­ler Erbar­men und große Liebe für die Schwa­chen und Benach­tei­lig­ten; er hatte ein gutes Herz und lie­be­volle Worte für die Lei­den­den.

Oft ver­spä­tete er sich und brachte im Klos­ter als Ent­schul­di­gung vor: „Alles, was ich tue, ist für einen guten Zweck“ und seine Augen leuch­te­ten dabei vor Freude.[7]

Nach der deut­schen Besat­zung Nord­ita­li­ens 1943, wei­tete  P. Girotti sein Enga­ge­ment auch auf  ver­folg­ten Juden aus. Er half  auf viel­fäl­tige Weise, orga­ni­sierte  sichere Ver­ste­cke und half vie­len mit gefälsch­ten Aus­weis­pa­pie­ren zur Flucht. P. Girotti  pflegte auch guten Kon­takt zu Par­ti­sa­nen. Er besuchte  Gefan­gene oder ver­letzte Par­ti­sa­nen und setzte sich für ihre Frei­las­sung ein.[9]  Er ver­traute bei sei­nen gefähr­li­chen Akti­vi­tä­ten ganz auf Jesus Chris­tus und sei­nen Schutz und ris­kierte für sich per­sön­lich und für sein Klos­ter viel.

Am 29. August 1944 wurde er wegen „Hoch­ver­rats und Unter­stüt­zung des Fein­des“  ver­haf­tet. Er war von einem Spion ver­ra­ten wor­den. Wei­tere Sta­tio­nen sei­ner Gefan­gen­schaft waren:  Turin, Mai­land,  San Vit­tore und Bozen-Gries.

Beim Abtrans­port nach Deutsch­land stieß ihn ein deut­scher Bewa­cher, so dass er zu Boden stürzte. Angelo Dal­masso, ein Mit­ge­fan­ge­ner Geist­li­cher half ihm auf. P. Girotti bedankte sich bei die­sem mit einem Lächeln, das er nie mehr ver­gaß.[10]

Schließ­lich wurde am er 09.10.1944 in das  KZ Dachau gebracht und dort inter­niert. Als sich die neuen Gefan­gen zur Des­in­fek­tion voll­stän­dig ent­klei­den muss­ten, erin­nerte P. Girotti trau­rig:  “Wir sind auf der zehn­ten Sta­tion des Kreuz­we­ges: Jesus wird sei­ner Klei­der beraubt.”[11]

Zuerst kam er in einen Zugangs­block, schließ­lich in den Pries­ter­block Nr.26, wo rund 1000 Geist­li­che aus vie­len Natio­nen gefan­ge­nen waren, zusam­men bete­ten und in der Kapelle Eucha­ris­tie fei­er­ten.  Tags­über musste er kör­per­lich sehr anstren­gende Zwangs­ar­beit auf der Plan­tage des KZ Dachau leis­ten.

P. Girotti war groß­zü­gig und wegen sei­ner Offen­heit sehr beliebt. Er hatte die Gabe trotz Schmer­zen zu lächeln und  auch große Demü­ti­gun­gen mit Demut, Geduld und Sanft­mut zu ertra­gen. Seine Kraft­quelle waren das Gebet und das Stu­dium des Wor­tes Got­tes.[12] Mor­gens und abends pflegte er das gemein­same Gebet mit einem bel­gi­schen Jesui­ten­pa­ter.[13]

Von  den mit­ge­fan­ge­nen Geist­li­chen wurde er  geach­tet und geehrt.

P. Girotti zögerte nicht bei Kon­flik­ten unter den Geist­li­chen beschwich­ti­gend ein­zu­grei­fen, z.B. bei der Essens­ver­tei­lung.

Seine Liebe zur Wort Got­tes drückte er auch  in Pre­dig­ten im Lager aus. Abends, nach der Arbeit, hielt er Vor­träge für die mit­ge­fan­ge­nen ita­lie­ni­schen Geist­li­chen. Noch am 21.01.1945 hielt er eine beein­dru­ckende Pre­digt in der Lager­ka­pelle.[14]

Zur  Pries­ter­weihe des selig­ge­spro­che­nen Karl Leis­ner am 18.12.1944 ver­fasste P. Girotti ein  lan­ges Glückwunsch- Gedicht in latei­ni­scher Spra­che. [15] (Den Text die­ses Gedich­tes fin­den Sie hier)

In der Hölle des Lagers war seine Hilfs­be­reit­schaft gegen­über den Mit­ge­fan­ge­nen sehr groß, so berich­tete Angelo Dal­masso[16], ein ande­rer Pries­ter aus Ita­lien, der mit Ihm zusam­men litt. P. Girotti  teilte seine wenige Nah­rung mit Kame­ra­den, die jün­ger und gesün­der waren als er und für deren Über­le­ben er sich so ein zu set­zen ver­suchte. Er ver­schenkte sogar Brot und Käse, die er ein­mal von Leon­hard Roth (deut­scher Domi­ni­ka­ner und Mit­ge­fan­ge­ner im KZ Dachau) geschenkt bekom­men hatte, an den jün­ge­ren Angelo Damasso mit den Wor­ten: ” Neh­men sie es, sie sind jün­ger als ich, sie brau­chen es mehr.”[17]

Sein kör­per­li­cher Zustand ver­schlech­terte sich Ende 1944 immer mehr. Der vom Hun­ger geschwächte Kör­per litt an Arthri­tis und einer Nie­ren­ent­zün­dung. Ein Mit­häft­ling besorgte ihm einen leich­te­ren Arbeits­platz. Doch es kamen große Schmer­zen und eit­rige Beine hinzu. P. Girotti musste er sich auf die Kran­ken­sta­tion des Lagers bege­ben, wo man zusätz­lich Leber­krebs fest­stellte[18]. Im Kran­ken­re­vier wurde P. Giu­seppe Girotti  am Oster­sonn­tag, den 01.04. 1945 durch eine Injek­tion mit einer Ben­zin­spritze ermor­det, er starb als Mär­ty­rer.[19]

Sein Leich­nam wurde in einem Mas­sen­grab[20] bestat­tet, ver­mut­lich auf dem Lei­ten­berg bei Dachau.

Die Pre­digt zu sei­nem Requiem in der  Lager­ka­pelle  am 03.04.1945 hielt der Mit­ge­fan­gene P.  Leon­hard Roth. Er schil­derte P. Girotti als „von allen geliebt für seine Demut und Beschei­den­heit“. [21]

Andere Mit­ge­fan­gene Geist­li­che erin­ner­ten sich an seine Sanft­mut, Geduld, Demut und Gelas­sen­heit. Aber auch seine beson­dere Intel­li­genz und sein demü­ti­ges und güti­ges Lächeln blie­ben in Erin­ne­rung.[22]

Seine Hei­lig­keit war den Mit­häft­lin­gen damals schon klar vor Augen, ein Kame­rad schrieb am Todesort auf das Brett über sei­ner Schlaf­stelle: „Hier schlief San Giu­seppe Girotti.“ (über­setzt: der Hei­lige Giu­seppe Girotti)[23]

 

Die israe­li­sche Gedenk­stätte Yad Vas­hem ver­lieh  ihm am 14.02.1995,  im Jahr sei­nes 50. Todes­ta­ges, in Jeru­sa­lem den Ehren­ti­tel: „Gerech­ter unter den Völ­kern“ für sein selbst­lo­ses Enga­ge­ment für  ver­folg­ten Juden .  Zu sei­nen Ehren wurde in Yad Vas­hem, in der Allee der Gerech­ten, ein Baum gepflanzt.

 

Der Selig­spre­chungs­pro­zess wurde 1988 eröff­net und am 27. März 2013 been­det mit der Unter­zeich­nung des Dekre­tes  der  Selig­spre­chung Papst Fran­zis­kus.



[1] http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/53773.html

[2] So zu fin­den bei  Wei­ler, Die Geist­li­chen in Dachau, S 255

[3] Wei­ler, Die Geist­li­chen in Dachau, S 255

[4] http://www.gedenkstaettenseelsorge.de/files/dokumente/texte/1-Schicksal_italienischer_Haeftlinge-EIN_KREUZWEG.pdf

[5] Anto­nio Borelli , http://www.santiebeati.it/dettaglio/91403

[6] Elena Ascoli op (von „Tues­day“ von Bolo­gna, http://domenicanecrsd.wordpress.com/figure/santioggi/padre-giuseppe-girotti/

[7]  Elena Ascoli op (von „Tues­day“ von Bolo­gna, http://domenicanecrsd.wordpress.com/figure/santioggi/padre-giuseppe-girotti/

[9] Elena Ascoli op (von „Tues­day“ von Bolo­gna, http://domenicanecrsd.wordpress.com/figure/santioggi/padre-giuseppe-girotti/

[10] http://gaetanovallini.blogspot.de/2013/03/riconosciuto-il-martirio-di-padre.html

[11] http://gaetanovallini.blogspot.de/2013/03/riconosciuto-il-martirio-di-padre.html

[12] Anto­nio Borelli , http://www.santiebeati.it/dettaglio/91403

[13] http://gaetanovallini.blogspot.de/2013/03/riconosciuto-il-martirio-di-padre.html

[14] http://www.gedenkstaettenseelsorge.de/files/dokumente/texte/1-Schicksal_italienischer_Haeftlinge-EIN_KREUZWEG.pdf

[15]http://www.karl-leisner.de/seligsprechung-von-pater-prof-dr-theol-giuseppe-girotti-op-steht-bevor-2/#more-2914; SEEGER, Hans-Karl , Gabriele Lat­zel, Karl Leis­ner, Pries­ter­weihe und Pri­miz im KZ Dachau,  Müns­ter 2004

[16] http://gaetanovallini.blogspot.de/2013/03/riconosciuto-il-martirio-di-padre.html

[17] http://gaetanovallini.blogspot.de/2013/03/riconosciuto-il-martirio-di-padre.html

[18] http://www.gedenkstaettenseelsorge.de/files/dokumente/texte/1-Schicksal_italienischer_Haeftlinge-EIN_KREUZWEG.pdf

[19] Quelle: Wkipedia.org/wiki/Giuseppe_Girotti)

[20] http://gaetanovallini.blogspot.de/2013/03/riconosciuto-il-martirio-di-padre.html

[21] Elena Ascoli op (von „Tues­day“ von Bolo­gna, http://domenicanecrsd.wordpress.com/figure/santioggi/padre-giuseppe-girotti/

[22] http://www.gedenkstaettenseelsorge.de/files/dokumente/texte/1-Schicksal_italienischer_Haeftlinge-EIN_KREUZWEG.pdf

[23] Wiki­pe­dia

 

 

 

 



70. Todestage zu Jahresbeginn 2013

  • 70. Todes­tag des Seli­gen Alojs Andritzki, Kaplan aus Dres­den, Sorbe

Am 03.02.2013 jährte sich der Todes­tag des seli­gen Alojs Andritzki zum 70. mal.

Zum mor­gend­li­chen Got­tes­dienst in der Kapelle des Kar­mel, Dachau, fan­den sich zahl­rei­che Gläu­bige ein. Beson­ders die Mit­glie­der der Kol­ping­fa­mi­lie waren zahl­reich und mit Fah­nen erschie­nen um ihn zu ehren, Andritzki war auch Prä­ses der Kol­ping­fa­mi­lie in Dres­den gewe­sen.  Nach dem Got­tes­dienst wurde ein Foto des Seli­gen geseg­net.

Bei der anschlie­ßen­den Füh­rung, in der Gedenk­stätte des KZ Dachau, berich­te­ten Herr Schmi­din­ger und P. Klaus Spie­gel, katho­li­sche Gedenk­stät­ten­seel­sorge,  vom Leben der Geist­li­chen im KZ Dachau und ver­an­schau­lich­ten ihren Bericht mit zahl­rei­chen Zita­ten.

Zum Abschluss des 70. Todes­ta­ges fand im Pfarr­heim St. Peter, Dachau, ein Vor­trag über die Seli­gen aus dem KZ Dachau und Alojs Andritzki statt. Frau Monika Neu­dert sprach über Leben und Lei­den der Geist­li­chen und ihre Bedeu­tung für unser Leben als Chris­ten heute. Alojs Andritzki stellte sie mit Bil­dern und Zita­ten vor und erzählte aus sei­nem Leben. Die wei­te­ren 52 Seli­gen wur­den eben­falls kurz vor­ge­stellt. Bei den anschlie­ßen­den Dis­kus­sion mel­de­ten sich viele Zuhö­rer zu Wort, obwohl Bewoh­ner Dach­aus und Mün­chens, war ihnen die Ver­fol­gung der Kir­che im Drit­ten Reich und die Gemein­schaft der Geist­li­chen im KZ Dachau wenig bekannt. Ins­be­son­dere die Seli­gen fas­zi­nier­ten und begeis­ter­ten die Zuhö­rer.

Seli­ger Alojs Andritzki, bitte für uns!

Bil­der dazu fin­den Sie in der Foto­ga­le­rie 2013

 

Am 26.01.2013 in Dachau
Zur Feier des Gedenk­got­tes­diens­tes in der Kapelle des Kar­mel Dachau, Hei­lig Blut, fan­den sich am 26.01.2013 um 12.00 Uhr Gläu­bige aus der pol­ni­schen Mis­sion Mün­chen und deut­sche Gläu­bige aus Dachau, Mün­chen und Umge­bung ein, um zusam­men zu beten.
Die Jugend der pol­ni­schen Gemeinde war mit Fah­nen gekom­men, um den Seli­gen zu ehren.
Nach dem Got­tes­dienst wur­den Füh­run­gen auf den Spu­ren des Seli­gen in der Gedenk­stätte des KZ Dachau ange­bo­ten.
Herr Schmi­din­ger, katho­li­sche Gedenk­stät­ten­seel­sorge, sprach über die Gedenk­stätte und führte dann Inter­es­sierte zu den Kran­ken­ba­ra­cken, Revier, an den Ster­be­ort des Seli­gen.
Frau Neu­dert, Freun­des­kreis  Selige aus dem KZ Dachau, erzählte aus dem Leben und vom Lei­den des seli­gen Bischofs. An eini­gen Orten, an denen sich Bischof Kozal  im KZ Dachau auf­hielt. Zu Beginn wurde die Stelle des ehe­ma­lige Pries­ter­block Nr. 26 auf­ge­sucht, dort lebte Michal Kozal vom 25.04.1941 bis zur Tren­nung der pol­ni­schen Geist­li­chen von den deut­schen Geist­li­chen am 19.09.1941, hier fei­erte er auch die hei­lige Messe. Nach Sep­tem­ber 1941 wohnte er im Block 28 oder 30 neben an. Mit Zita­ten und Bil­dern konn­ten die Anwe­sen­den die Erleb­nisse in der Kapelle des Block 26, im Schlaf­raum, beim Kes­sel­t­ra­gen auf der Lager­strasse und bei der Arbeit auf dem im Tüten­kle­be­kom­mando auf dem Tro­cken­bo­den der Plan­tage, nach­er­le­ben. Anschlie­ßend ging eine kleine Gruppe noch zum Ster­be­ort, Block 7 Stube 3, zum alten Kre­ma­to­rium, wo die sterb­li­chen Über­reste des Seli­gen ver­brannt wur­den und zum christ­li­chen Asche­grab auf dem Gebiet des Kre­ma­to­ri­ums um den Weg Bischof Kozals nach­zu­voll­zie­hen. Am Asche­grab endete der Rund­gang mit einem gemein­sa­men Gebet und dem Ave Maria auf deutsch und pol­nisch.
Seli­ger Bischof Michal Kozal, bitte für uns.

Bil­der dazu fin­den Sie in der Foto­ga­le­rie 2013

 

Tsche­chi­scher Pre­mier­mi­nis­ter gedenkt Geistlicher im KZ

  • Besuch des tsche­chi­schen Pre­mier­mi­nis­ters Petr Necas in der Gedenk­stätte des KZ Dachau

Am 20.02.2013 besuchte der  tsche­chi­sche Pre­mier­mi­nis­ter Petr Necas  zusam­men mit dem Minis­ter­prä­si­dent des Frei­staa­tes Bay­ern, Horst See­ho­fer,  die KZ-Gedenk­stätte Dachau.

Dabei ehrte er aus­drück­lich die ehe­mals inhaf­tier­ten Geist­li­chen durch die Nie­der­le­gung eines Kran­zes am Block 26, in dem sich die Kapelle und Wohn- und Schlaf­räume der Geist­li­chen  befan­den.

Am fol­gen­den Tag, dem 21.02.2013 sprach Necas im Baye­ri­schen Land­tag. In sei­ner Rede über das Ver­hält­nis der bei­den Län­der Tsche­chien und Bay­ern im Laufe der Jahr­hun­derte sprach er auch über die Geist­li­chen im KZ Dachau.

Beein­dru­ckend wird hier die Bedeu­tung der inter­na­tio­na­len Pries­ter­ge­mein­schaft im KZ Dachau deut­lich, sogar bis in die aktu­elle, inter­na­tio­nale Poli­tik hin­ein reicht der Impuls der Ver­söh­nung, der von hier aus­geht.

 

Rede des Minis­ter­prä­si­den­ten der Tsche­chi­schen Repu­blik vor dem Baye­ri­schen Land­tag

„….Der Umfang die­ser Tra­gö­die wurde mir ges­tern bei der Ehrung der Opfer des ehe­ma­li­gen Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Dachau voll bewusst, einem der Sym­bole des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Mas­sen­mor­des. Als wir der Opfer aus den böh­mi­schen Län­dern gedach­ten und unse­ren Respekt für die Über­le­ben­den aus­drück­ten, dach­ten wir an sol­che Namen wie Josef Capek, Kar­di­nal Josef Beran oder Bischof Šte­pán Trochta, aber auch Max Mann­hei­mer oder Pfar­rer von Glö­ckel­berg (Zadní Zvon­ková) Engel­mar Unzei­tig, der von den Mit­häft­lin­gen als „Engel von Dachau“ bezeich­net wurde, an den Fran­zis­ka­ner aus dem Klos­ter in Mäh­risch Trü­bau (Moravská Tre­bová) Petrus Karl Man­gold, den Pra­ger Augus­ti­ner mit deutsch-böhmischen Wur­zeln, Augus­tin Schu­bert, oder Pater Anton Gebert, der hier wegen sei­ner Äuße­run­gen des Mit­ge­fühls mit tsche­chi­schen Pries­tern, denen er im Pan­krat­zer Gefäng­nis see­li­schen Trost spen­dete, sei­nen Tod fand. Zur Ehrung aller Pries­ter aus Böh­men, unge­ach­tet, ob tsche­chi­scher oder deut­scher Zunge, die für ihren Glau­ben und den Wider­stand gegen die Tota­li­tät lit­ten, legte ich ges­tern an den Bau­fun­da­men­ten des Dach­auer Pries­ter­blocks einen Kranz nie­der. Lei­der kann ich hier nicht die lange Reihe aller tsche­chi­schen, jüdi­schen und deut­schen Opfer aus den böh­mi­schen Län­dern auf­zäh­len, die nach Dachau ver­schleppt wur­den. Unser Geden­ken gilt jedoch jedem von ihnen. Wir wer­den ihr Hel­den­tum und ihre Bereit­schaft nie ver­ges­sen, im Kampf gegen den ras­sis­ti­schen und natio­na­lis­ti­schen Ter­ror auch ihr eige­nes Leben zu ris­kie­ren. ….“

 

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